Wieso, weshalb, warum?

Tjaaa, warum heißt eigentlich die Tastenkombination für das Einfügen aus der Zwischenablage STRG+V? (Mac-User wissen: CTRL+V APFEL+V bewirkt das gleiche.) Also, warum das V?

Pragmatiker behaupten einfach, dass die Taste P für »Paste« halt einfach schon belegt war – STRG+P bewirkt das Ausdrucken (»Print«) des aktuellen Dokuments. Stimmt ja auch. Doch Pragmatiker sind manchmal langweilig. Wir wollen der Sache genau auf den Grund gehen.

Es ist so: Alle häufig benutzten Tastenkürzel liegen dicht beieinander links unten. Gucken wir doch mal: STRG+X für Ausschneiden, STRG+C für Kopieren, STRG+V für Einfügen. Sehr clever, da muss man beim Copy-and-Pasten Verfassen von Artikeln nicht so oft die zarten Fingerchen hin- und herbewegen. Soweit, so gut. Auf amerikanischen Tastaturen sind außerdem Z und Y vertauscht. Auch praktisch: Denn rückgängig machen wir doch gerne alle unsere Fehler. Also ab nach links unten damit.

Wieso aber jetzt das V? Die Begründung ist – ebenfalls pragmatisch: Das V sieht mit ein bisschen Fantasie aus wie ein Keil, der nach unten zeigt und die Buchstaben in einer Zeile auseinanderdrängt, so dass Platz ensteht für den einzufügenden Inhalt. Oder so ähnlich. Nicht ganz befriedigend? Tja, eine hochoffizielle Erklärung ist es nicht, eher eine Eselsbrücke. Enttäuscht? Dann denkt Euch doch was anderes aus!

Ausführliche Infos zum Thema finden sich hier.

13 Kommentare

René

du hast STRG+A vergessen – alles markieren, verdammt sehr wichtig.
Bei älteren Windowsprogrammen (Win 3.1) funkte die Zwischenablage anders (war das bei Mac auch so?):
Ausschneiden: shift-entf
Kopieren: ctrl+ins
Einfügen: shift+ins

Martin

Die Tastenkombinationen mit Entf und Einfg funktionieren auch unter XP noch :)
Das mit dem Keil hatte ich mir aber auch schon selbst zurechtgedacht

Thomas

In diesem Zusammenhang…
Warum heisst es »Rückgängig« und nicht »Zurücknehmen«?

Michael Preidel

<besserwisser>
Da wurde offensichtlich das Ei mit dem Huhn verwechselt – hier war Apple wieder mal Vorreiter: Das Einfügen funktionierte von Anfang an mit Command-V. Fünf Jahre nach Mac Usern wussten dann auch Windows User, dass es sowas gibt, weitere drei Jahre später übernahm Windows die Mac OS Kürzel. Und seitdem gibt es auch STRG-V.
</besserwisser>
Im übrigen: Woher das V kommt, hast du doch schon erklärt: Weil die Tastaturkürzel des Edit-Menüs alle links unten nebeneinander auf der Tastatur liegen. Du hättest ja auch fragen können, warum X für Cut steht oder Z für Undo ;-)

lermming

Thomas: Weil man in der Windows-Welt »Undo« mit »Rückgängig« übersetzt hat. Apple hat es mit »Wiederrufen« übersetzt. Beide Übersetzungen geben sich allerdings nichts. Schlimmer finde ich da die Übersetzung des »File«-Menu mit »Datei« statt mit »Ablage«.
Zum Thema: In den Programmiersprachen C, Perl und PHP werden Programmblöcke mit den Klammern { } gemacht. Diese sind auf der amerikanischen Tastatur über Shift direkt neben dem Zeilenschalter zu erreichen. Das erleichtert das Schreiben von Code um einiges. Schließlich folgt einer geschweiften Klammer in der Regel der Zeilenschalter.

Gerrit

@Michael:
Jo, das war ein Flüchtigkeitsfehler. Natürlich ist es APFEL+V oder COMMAND+V! Auf den Mac-Ursprung weist auch der verlinkte Artikel ausführlich hin. Ich denke, dass V und X einfach nachträglich ihre Bedeutung erhalten haben. Kann man ja ganz gut so hinbiegen. Wenn die Buchstaben jetzt anders angeordnet wären, so hätte man sich was anderes ausgedacht.

Andrea

Also, mir spukt komischerweise eine V = »verify« Assoziation im Kopf herum; ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe. Google hilft mir auch nicht weiter – nur diese Seite teilt meine Auffassung. Macht nicht wirklich mehr Sinn als die »Keil«-Idee, und wird so wahrscheinlich nur in einem bestimmten Zusammenhang gebraucht, aber wenn es sich halt einmal so eingeprägt hat…

Ortwin Zillgen

V und Z sind nur deshalb zu dieser Verwendung gekommen, weil sie auf der amerikanischen Tastatur rechts und links von X und C liegen. Das wurde bereits in den frühen Unterlagen zu MacOS 1 erläutert und von Key B. Hacker im Sommer 1984 beschrieben (3-528-04326-1)

Thomas

@lermming: Ich habe hier eine schöne Antwort von einem Programmierer meiner (Windows)CAD-Software bekommen: «... Die gängige Bezeichnung »Rückgängig« wird als schlechtes Deutsch eingestuft. »Zurücknehmen« ist die treffendere Beschreibung. Die daraus (= unterschiedliche Bezeichnungen für den denselben Sachverhalt) entstehenden Irritationen halten wir für unwesentlich und werden in Kauf genommen.«
Ein Hoch auf die Usability.

Martin Weber

> Wieso aber jetzt das V?
Na, ganz einfach: Weils halt eben direkt neben dem »C« zum Kopieren liegt. So muss man nicht groß überlegen, sondern muss sich zum Vervollständigen der Aktion (Copy/Paste) keine zwei Kürzel merken.
Es reicht, wenn man weiß, dass das »V« bzw. »X« neben dem C liegen.
So meine Erklärung…

lemming

Trackback: Die inkonsistente Zwischenablage von Microsoft Office
Gerrit van Aaken hat einen netten Artikel über die Tastaturbelegung der Zwischenablage geschrieben. Zum Glück ist diese Tastenkombination bei Windows systemweit die gleiche. Das Verhalten allerdings nicht. So bietet mir Microsoft Office eine praktische Zwischenablage mit Schubladen an, die aber nur in Office-Anwednung funktioniert. Sie speichert nach und nach alle Texte und Objekte die ich in die Zwischenablage kopiere. Drag&Drop aus ihr heraus in ein anderes Fenster ist leider nicht möglich. Hinzu kommt das sich die Zwischenablage bei Office anders verhält als bei anderen Windows-Programmen. Schneide ich einen Text in Microsoft Word oder WordPad aus, kann ich ihn später so oft ich möchte einfügen. Bei Excel geht das nicht. Ich kann Zellen ausschneiden, sie aber nur einmal kopieren. Danach sind sie aus der Zwischenablage verschwunden. Ich habe sie gewissermaßen nur transportiert. Wenn ich in Excel ein Diagramm ausschneide oder kopiere, kann ich es so lange einfügen bis ich entweder eine beliebige Zelle ändere oder etwas lösche. Danach ist das Diagramm aus der Zwischenablage verschwunden. Das selbe Verhalten habe ich auch bei PowerPoint beobachtet. Etwas mehr Gründlichkeit hätte ich mir bei diesem Werkzeug - das ich als Programmierer täglich 1000x verwende - schon gewünscht....

Markus

Das X für Ausschneiden ist einfach: denk dir einfach die zwei Kreise unten dran, und du hast deine Schere.
Noch was zu Strg+A: Als ich noch Benutzer von Windows war, hat mich die fehlende »Alles markieren«-Option des Editors (nicht zu verwechseln mit dem Wordpad!) manchmal fast in den Wahnsinn getrieben. War es Windows 98?

HoRnominatoR

Ich kenne das auch nur für »V«erify – mein Informatiklehrer meine immer nur:
Strg+C kopieren
Strg+V verifizieren

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