praegnanz.de büro für intervernetzte medien

Gerrit, 08.10.2008

Wie ich Screencasts mache

Screencasting ist in aller Munde – wen wundert’s? Kaum eine Technik eignet sich besser dafür, Software kompakt und plastisch vorzustellen. Dabei gibt es natürlich eine ganze Reihe von verschiedenen Formaten, je nachdem, ob es ein richtiges Tutorial ist, eine Produktdemonstration oder einfach nur visueller Teppich für eine Messeprojektion.

Ich habe in den letzten Wochen einige Screencasts gemacht, die unbedarften Laien die Vorzüge von diversen Applikationen schmackhaft machen soll, ohne zu sehr in die Details zu gehen. Die Filme ersetzen also nicht eine richtige Schulung, könnten aber zu Beginn einer solchen gezeigt werden – ebenso wie in einer Kundenpräsentation oder auf einer CD für die Pitch-Unterlagen. Die Filme dauern meist etwa 5 bis 7 Minuten, und ich gehe dabei folgendermaßen vor:

  • Grobes Konzept in Stichworten. Was will ich sagen und zeigen? Welche Infos kommen vor, was lasse ich weg?
  • Sprechtext komplett ausformulieren, natürlich so, dass es sich gut sprechen und zuhören lässt: Kurze Sätze, wenig Fremdwörter, usw.
  • Sprechtext aufnehmen. Dazu gerne hochprofessionelle Tontechnik verwenden.
  • Den aufgenommenen Sprechtext nebenher laufen lassen und die besprochenen Aktionen live dazu performen und per Screencasting-Software mitschneiden. Denn gleichzeitig ablesen und performen ist schwer!
  • Tonspur und Videospur in Einklang bringen.
  • Fertig!

Durch das getrennte Aufnehmen von Sprache und Performance kann ich beiden Elementen jeweils meine volle Aufmerksamkeit zukommen lassen. Das Ergebnis sind kompakte Präsis ohne Laberfaktor. Zwar wirkt das für manche etwas steif, aber nicht immer ist eine lässige Web2.0-Realness angebracht. Beispiel? Schon etwas älter, aber bitte: 3st Projektportal

9 Kommentare

  1. Sven am 8. Oktober 2008 #

    Welche Screencasting-Software für den Mac kannst du denn empfehlen?

  2. Martin am 8. Oktober 2008 #

    Sehe ich das richtig, dass in dem 3st-Video von Verschlüsselung geredet wird, während in der Adressleiste http:// (ohne s) steht?

  3. Johann Heyne am 8. Oktober 2008 #

    Ich nutze ScreenFlow. Auf einem MacBook Pro einfach fantastisch. Vorher nutzte ich Snapz Pro X (keine Nachbearbeitung der Filme) auf einem PowerBook.

    Die Vorgehensweise, erst den Text Erarbeiten und Sprechen, finde ich Klasse und muss dies mal ausprobieren. Bissher habe ich aus Gewohnheit 1Take Aufnahmen gemacht.

    Eine weitere Schwierigkeit ist, die richte Auflösung und Komprimierungsstärke zu finden. Ich bin eher für größere Dateien dafür mehr Details. Das erleichtert das Verfolgen des Inhaltes und schont die Augen ungemein. ScreenCasts in YouTube Qualität sind echt Anstrengend. Einziger Kompromiss ist das Heranzoomen wichtiger Details, was in ScreeFlow auch nach der Aufnahme noch erledigt werden kann.

  4. Gerrit am 8. Oktober 2008 #

    @Martin: Ja, weil der Screencast auf dem Entwicklungsserver gemacht wurde.

    @Sven: Bisher arbeite ich mit iShowU, will mir aber jetzt ScreenFlow kaufen, weil es viel besser ist.

  5. Cedric am 8. Oktober 2008 #

    Ich kann ScreenFlow auch nur wärmstens empfehlen. Oh ich sehe gerade Flip4Mac hat ScreenFlow gekauft?! Und neuerding 99 US-$ teuer. Gut das ich noch die alte Version beim Original-Entwickler erworben habe :-)

    Wenn’s kostenlos sein muss: Jing

  6. Beat am 9. Oktober 2008 #

    Wenn man rhetorisch begabt ist, aber zu faul, um den Monolog vorerst aufs Papier zu schreiben, kann man auch folgende Vorgehensweise wählen:

    1. Prototyp-Take erstellen mit Audio und Video. Wobei jeweils ganze Sätze vorhanden sein müssen, d.h. man muss verhaspelte Sätze nochmals neu beginnen.

    2. Die Audiospur separieren und reinschneiden. Ähms, Nachdenkpausen und verhaspelte Sätze entfernen.

    3. Protoyp-Take wegschmeissen und nach Gerrits Schema weiterfahren.

  7. Simon am 9. Oktober 2008 #

    danke für die gute Beschreibung. Sehr gut geschrieben. Hat mir weitergeholfen.

  8. ralphs am 10. Oktober 2008 #

    Meine Empfehlung: Dem Bauch vertrauen, wenn einem das Thema wirklich vertraut ist. Entsprechend spreche ich frei und zeige gleichzeitig mit der Maus, wie es geht. Zwar brauche ich dann manchmal 20 bis 30 Anläufe und manchmal auch einen Tag Abstand, aber so führt das ständige Üben zu flüssigen Screencasts, in die man dann auch spontan etwas Humor oder Lockerheit einfliessen lassen kann. Vom Blatt wirkt es oft zu trocken. Meine Videovorstellung Was ist neu in Firefox 3? z.B. ist ohne Handtuch entstanden. Die Stimme klingt etwas aufgeregt, war auch spannend, es in einem Rutsch und ohne Schnitte hinzubekommen. ;-)

  9. OJay am 10. Oktober 2008 #

    Auch von mir ein herzliches »Dankeschön, Gerrit!«

    Da ich gerade in das Thema einsteige, hilft mir dieser Artikel ungemein. Ich hatte mir schon überlegt, vom Blatt abzulesen und dann gleichzeitig »zu performen«, habe das aber schnell aufgegeben, weil ich noch viel zu sehr mit der Technik kämpfe.

    Dieser Ansatz hier erscheint mir deutlich machbarer.

Kommentar schreiben

Nutzt Textile zum Strukturieren eures Textes.
SEO-Beiträge werden gelöscht, auch bei thematisch passendem Spam.