Was (zur Hölle) ist denn nun Web 2.0?

Die Sache mit dem Web 2.0 ist ja nicht ganz so einfach, wie man sich das als hipper Webworker vorstellt. Warum? Nun, kaum ein Begriff ist so schwammig und schwer zu erklären wie eben dieser. Meist sind die Definitionen sehr ausführlich:

Aber in einem Satz kann’s keiner erklären. Und jeder setzt bei seiner persönlichen Definition andere Schwerpunkte.

  • Der Webdesigner setzt sich für den verstärkten Einsatz von harmlosen, aber schicken visuellen JavaScript-Effekten ein.
  • Der Typograf freut sich über verstärkt bunte Webschriften mit deutlichen Größenkontrasten
  • Der Web-Standard-Evangelist erkennt modernes, tabellenloses CSS-Layout mit mehr oder minder hohem Validitätsanteil.
  • Der Webentwickler macht sich bereit für das Nachladen von Daten ohne Seiten-Reload. Außerdem lernt er endlich das DOM richtig kennen.
  • Der Usability-Experte ist begeistert von großen Schaltflächen und Knöpfen, die stets mit deutlichen RollOvers für bessere Response versehen sind.
  • Der Informationsarchitekt definiert das Thema über die starke Vernetzung von Inhalten durch Permalinks, Tags und RSS-Syndizierung.
  • Der Soziologe erkennt den Trend zur starken Vernetzung von Menschen zu virtuellen Neigungsgruppen, die durch die massenhafte Bereitstellung von personenbezogenen Daten wie Blogeinträgen, Fotos oder aktuelle Hyperlinks entstehen kann.

Und der Gerrit wartet immer noch auf eine wahnsinnig einfache und knappe Erklärung des großen, wabernden, aber ungemein faszinierenden Terminusses »Web 2.0«.

16 Kommentare

mark

danke!
andererorts wird das glaube ich viel zu sehr als aufkochen einer weiteren NE-blase [in meinen augen miss-]verstanden. und so wie du es schilderst, kommt es meinem verständnis auch nahe – ich freue mich derzeit noch über ein grösstenteils positives gefühl bei der sache.

Tomas Caspers

Aber in einem Satz kann’s keiner erklären
»Web 2.0 ist das, was Web 1.0 eigentlich bei korrekter Anwendung von Anfang an hätte sein sollen.«
Quelle: ich

ds

Was auch immer Web 2.0 ist, es wurde bestimmt schon von Google gekauft.

picpages

Mir gefallen die Webstandard Evangelisten am besten ;)

:: fontwerk ::

Ich bin ja schon jetzt auf Web 3.0 gespannt.

Knut Karnapp

Ich denke von Web 2.0 »The next thing«, wie man so oft liest, sind wir noch sehr sehr weit entfernt. All das was jetzt plötzlich dem Hype um 2.0 zugeschrieben wird gibts zum Teil schon Jahre.
Web 2.0 is barely outa alpha.
Jeffrey Veen

Benni

Ich finde ehrlichgesagt deine Sammlung von Erklärungen für Web 2.0 die kompletteste um nicht gar zu sagen die beste – da der Begriff »Web 2.0« ansich ja schon derart abstrakt ist, lässt er sich nicht selbst erklären, man kann nur die Auswirkungen deutlich machen.

Falk Lüke

Web 2.0 ist als Begriff bislang noch so sinnvoll wie Klingeltonanbieter…

Gerhard

Web 2.0? Ich warte, bis das Internet als Buch veröffentlicht wird. ;-)

Armin Schulz

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Haltung zum Internet-Explorer:
Spricht die völlig verschobene Darstellung in Internet-Explorer für die zukünftige Nutzung der Internet-Adresse ignoranz.de ?
Oder sollte der Anspruch den Nutzern ihren Browser vorzuschreiben (siehe die in diesem Fall auftauchende Browser Info) für die Internet-Adresse arroganz.de sprechen?

alp

Ich kann’s mit 2 Worten erklären: »normaler Fortschritt«.

Alex Knaub

Wie es der Zufall so will, veröffentlichte Paul Graham heute einen Artikel , der sich anschickt Deine Frage zu beantworten. Ich persönlich finde diese Analyse recht treffend.

Sebastian

Web2.0 ist nur ein Begriff für Modeerscheinungen ?!? Gut viele Modererscheinungen gehören mit der Zeit zum Standard. Aber mal ehrlich sollte das nicht eh schon Web6.0 oder 7.0 sein.
Mit dem Webhosting6.0 von Strato hat sich auch nicht alles total geändert und verbessert. Es ist und bleibt Websapce.

Kommentar verfassen

Mit dem Absenden dieses Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass ich die von Ihnen eingegeben Daten auf meinem Webserver speichere. Ihr Name, der Kommentartext und die angegeben Website werden für die anderen Besucher von praegnanz.de angezeigt. Ich gebe jedoch insbesondere Ihre E-Mail-Adresse nicht an Dritte weiter und nutze diese auch nicht zu Marketing- oder Statistik-Zwecken. Sie können alle Daten zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernen lassen.