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Gerrit, 18.08.2004

Ein (Sonder-)Zeichen setzen

Ein tiefer Griff in die typografische Regelkiste fördert zutage, was im Web fast alle falsch machen: Die Sonderzeichen. Was es mit Anführungszeichen, Gedankenstrichen und Apostrophen auf sich hat, kann der geneigte Leser hier studieren und später anwenden.

Wenn doch alles so einfach wäre wie in Word! Zwar ärgere ich mich oft über eine gewisse Eigendynamik, die die MS-Software häufig an den Tag legt. Doch die Tatsache, dass zumindest "falsche" Anführungszeichen und - zu kurz geratene - Gedankenstriche automatisch gegen die „korrekten“ Versionen – in Windeseile – ersetzt werden, tilgt schon einmal 70 % der Sonderzeichen-Sünden, die unbedarfte Hobbysetzer sonst verursachen würden.

Dass die meisten HTML-Editoren und Content Management Systeme dieser Welt noch nicht so weit sind, sieht man daran, dass selbst die Internet-Auftritte großer Zeitungen und Magazine nicht in der Lage sind, einige elementare Satzregeln zu beachten. Dabei ist das doch gar kein Problem, wie wir gleich sehen werden.

Vom & zum ;

Eines haben alle Sonderzeichen gemeinsam: Sie lassen sich auf drei Arten im HTML-Quelltext erzeugen. In jedem der Fälle muss die Kennung des gewünschten Zeichens zwischen einer Et-Ligatur & und einem Semikolon ; platziert werden.

Es ist zwar prinzipiell möglich, das HTML-Dokument von Grund auf im Unicode (UTF-8) anzulegen und die Sonderzeichen einfach ohne weitere Kodierung einzufügen. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass dies noch nicht von allen Browser-/Server-Kombinationen ohne weiteres unterstützt wird. Deshalb lieber auf Nummer Sicher gehen und alle Sonderzeichen hübsch kodieren, und zwar so:

  1. Die HTML-Kennung   Sie besteht aus maximal 6 Buchstaben und ist eine Abkürzung des typografischen Fachausdruckes für das entsprechende Zeichen. Zum Beispiel das scharfe ß: ß (»EssZett«-Ligatur).
  2. Der Unicode   Hier darf man die Raute # nicht vergessen, welche vor dem eigentlichen Zahlencode gesetzt wird. Das scharfe ß wird so erzeugt: ß
  3. Der Unicode (hexadezimal)   Eine Raute # plus ein x kennzeichnet ein Unicode-Zeichen im hexadezimalen System. Unser scharfes ß sieht dann so aus: ß

Alle drei Möglichkeiten sind seit HTML 4.0 legitim und können auch vermischt eingesetzt werden. Natürlich sind die HTML-Kennungen am leichtesten zu lernen. Die wichtigsten sollte man auch tatsächlich auswändig können, alles andere schlägt man bei SelfHTML nach!

Wer mit einem HTML-Editor arbeitet, der Sonderzeichen automatisch in Codes umwandelt, muss aber eigentlich nur die richtigen Tastenkombination wissen, die ich auch hier in den Tabellen für Windows und MacOS aufführe.


Umlaute und das scharfe ß

Zu den deutschen Umlauten erspare ich mir weitschweifende Erklärungen, besondere Satzregeln gibt es hier nicht.

Anders beim scharfen ß. Dies ist der einzige Buchstabe des deutschen Alphabets, der ausschließlich als Kleinbuchstabe existiert. Eine Versalienversion ist schon allein deswegen nicht sinnvoll, weil kein deutsches Wort mit ß beginnt. Wer jedoch mit dem Gedanken spielt, Überschriften oder kleinere Textmengen IN VERSALIEN ZU SETZEN, muss aufpassen: Hier wird das scharfe ß grundsätzlich durch ein Doppel-S ersetzt. JETZT WEISS ES DIE GANZE WELT. Ein ewiger Streitfall sind die Eigennamen: Darf Herr Weißmüller zu HERRN WEISSMÜLLER werden, nur weil der Typograf findet, dass Versalien funky aussehen?

Leider ist die CSS-Funktion text-transform: uppercase; noch nicht soweit. Auf den meisten Browsern wird das scharfe ß im Versalsatz nicht durch SS ersetzt. Das ist zwar schade, aber kann man solche typografischen Spitzfindigkeiten von den Browser-Entwicklern erwarten? Die Mozilla-Crew leistet hier jedoch einmal mehr Pionierarbeit.

  Bezeichnung HTML Unicode Win Mac
Ä A-Umlaut Ä Ä SHIFT ä SHIFT ä
ä a-Umlaut ä ä ä ä
Ö O-Umlaut Ö Ö SHIFT ö SHIFT ö
ö o-Umlaut ö ö ö ö
Ü U-Umlaut Ü Ü SHIFT ü SHIFT ü
ü u-Umlaut ü ü ü ü
ß scharfes ß ß ß ß ß

Anführungen „ “

In deutschsprachigen Texten gibt es genau drei korrekte Arten, Anführungszeichen zu setzen, nicht mehr und nicht weniger.

Zunächst die klassische „deutsche“ Variante, immer erst unten, dann oben. Die Form der Zeichen lehnt sich an die Zahlen 99 und 66 an. Alles andere ist falsch. Auch das beliebte Zollzeichen, mit SHIFT 2 schnell erzeugt, darf für Anführungen nicht verwendet werden!

Leider sieht die korrekte Form der deutschen Anführungszeichen in einigen Schriften, darunter die hier verwendete Verdana, etwas kurios aus. Das liegt mutmaßlich an der mangelnden Sorgfalt von englischsprachigen Schriftgestaltern, die die deutsche Form der Anführungen keinem Ästhetik-Test zu unterziehen scheinen.

Ein Ausweg aus dem Dilemma ist die Verwendung der «französischen Guillemets». In deutschen Texten üblicher sind aber die »umgekehrten« Guillemets. Beide haben den Vorteil, dass sie sich harmonischer in den Zeilenverlauf einfügen; Sie sind daher oft die bessere Wahl.

Bitte niemals mischen! Innerhalb einer Publikation sollten einheitliche Anführungszeichen verwendet werden. Und falls man, z. B. innerhalb einer wörtlichen Rede, weitere Anführungen benötigt, so müssen diese in der ›abgespeckten‹ Form gesetzt werden:

»Ich glaube ihm nicht«, sagte Markus. »Dieser hinterhältige Lügner meinte doch glatt: ›Ich bin dein Freund!‹« Betroffen wandte er sich ab.

  Bezeichnung HTML Unicode Win Mac
Dt. Anführung „ „ ALT 0132 ALT ^
Dt. Anführung (schließend) “ “ ALT 0147 SHIFT ALT ^
Dt. Anführung ‚ ‚ ALT 0130 ALT s
Dt. Anführung (schließend) ‘ ‘ ALT 0145 ALT #
« Guillemet links « « ALT 0171 ALT q
» Guillemet rechts » » ALT 0187 SHIFT ALT q
Guillemet links ‹ ‹ ALT 0139 SHIFT ALT b
Guillemet rechts › › ALT 0155 SHIFT ALT n

Anführungen (Ausblick)

Das W3C hat ein sehr elegantes und semantisches Verfahren für Anführungen in (X)HTML und CSS implementiert. Dabei werden alle Abschnitte im HTML-Markup mit dem <q>-Tag ausgezeichnet, die im Browser mit Anführungszeichen versehen werden sollen: Das q steht für quote. Die Zeichen einzeln zu setzen, ist dann nicht mehr nötig.

Im CSS kann man nun mit dem quote: -Selektor global bestimmen, wie die Anführungszeichen auszusehen haben, und zwar auch in die erste Verschachtelung hinein, wie im obigem Beispielsatz demonstriert. Wie genau das aussieht, kann man in der W3School erfahren.

Leider sind zurzeit nur Opera und Mozilla/Netscape in der Lage, dieses CSS2-Feature korrekt anzuzeigen; Safari/Konquerer und natürlich der Internet Explorer haben leider Probleme bzw. weigern sich komplett, überhaupt Anführungszeichen darzustellen. Das macht die Sache in der Praxis problematisch. Dennoch ist es eine Option für die Zukunft und ein weiterer Baustein für das semantische Web.


Horizontale Striche –

Es gibt – entgegen der landläufigen Meinung – nicht nur den simplen Trennstrich. Nein, er hat noch zwei große Brüder! Zum einen den Gedankenstrich, auch Halbgeviert-Strich oder sogar auch »bis-Strich« genannt. Im Englischen hat er sogar noch einen vierten Namen: n-Dash, weil er ungefähr die Breite eines kleinen n hat. Nur logisch, dass der längste der drei Brüder der m-Dash ist, oder auch Geviert-Strich.

Der kurze Trennstrich (Divis) -

  • Bei Trennungen, die es in HTML bekanntlich nicht gibt. Gibt es doch! Siehe Sollbruchstelle!
  • Um zusammengesetzte Wörter zu gliedern: Fußball-Weltmeisterschaft, Rheinland-Pfalz, Schröder-Köpf, Groß- und Kleinschreibung.
  • Zum »Durchkoppeln« von Namen: Matthias-Grünewald-Gymnasium, Willy-Brandt-Haus

Die Sollbruchstelle (Nachtrag vom 20.2.2006)

Trennungen werden in HTML nicht fest in den Code geschrieben. Es werden sogenannte Sollbruchstellen kodiert, an denen ein Browser erkennt, wo er ein längeres Wort trennen darf. Die Trennung wird mit einem normalen Trennstrich angezeigt, taucht aber im Quelltext mit dem Zeichen &shy; auf.

  • Ein kleines Beispiel sei erlaubt: Donau­dampf­schiffahrts­gesellschafts­kapitäns­anwärter­ehefrau
  • Donau&shy;dampf&shy;schiffahrts&shy;gesellschafts&shy;kapitäns&shy;anwärter&shy;ehefrau

Leider klappt dieses nicht in Firefox und Mozilla, aber wer weiß, ob sich das nicht in Zukunft ändert. Einen hervorragenden, vertiefenden Artikel speziell zu diesem Thema gibt es übrigens hier zu lesen.

Der Gedankenstrich (n-Dash) –

  • verrichtet bei Einschüben und Satzpausen – wenn es genehm ist – seinen Dienst. Nicht vergessen, ein geschütztes Leerzeichen vor dem Strich zu setzen – sonst bricht dieser womöglich in die nächste Zeile um.
  • Als »bis-Strich«: 7–8 Uhr abends, 2–3 Runden über den Sportplatz, Ludwig van Beethoven (1770–1827).
  • Als Streckenstrich: Mainz–Hamburg, die Begegnung Leverkusen–Rostock.
  • Als Auslassungsstrich: 299,– Euro.
  • Als Minuszeichen: Kontostand von –2034,35 Euro
    Update:Dies ist nicht ganz korrekt: Minuszeichen und Gedankenstrich sind unterschiedliche Unicode-Zeichen, sehen aber in aller Regel identisch aus. Zur vereinfachten Eingabe ist es aber allgemein geduldet, sie identisch zu behandeln, auch wenn dies semantisch nicht ganz lupenrein ist.

Der Geviert-Strich (m-Dash) —

  • wird in deutschsprachigen Texten eher selten verwendet. Er ist gleichbedeutend mit dem n-Dash und kann immer dann eingesetzt werden, wenn es schlichtweg besser aussieht. An sich ist er aber vor allem in englischen Texten anzutreffen, wo er häufig einen Einschub markiert—only without the spaces—und für deutsche Augen ungewohnt wirkt.
  Bezeichnung HTML Unicode Win Mac
- Sollbruchstelle &shy; &#173; ALT 0173
- kurzer Trennstrich - - - -
Gedankenstrich &ndash; &#8211; ALT 0150 ALT -
langer Gedankenstrich &mdash; &#8212; ALT 0151 SHIFT ALT -

Weitere wichtige Sonderzeichen ’ × ...

Der Apostroph ’   Merket auf, hier ist Fehlerquelle Nr. 1. Es gibt definitiv nur eine einzige Möglichkeit, einen Apostroph korrekt zu setzen, egal in welcher Sprache. Der Apostroph hat die Form eines ganz normalen Kommas, befindet sich jedoch oben und nicht unten. Das war’s. So schwer? Ein Akzent-Zeichen, egal ob so ´ oder so ` hat damit nichts zu tun, genauso die einfachen schließende Anführungszeichen ‘ oder gar das Minutenzeichen ′.

Das Mal-Zeichen ×   Wer die Maße von etwas angibt, braucht das Mal-Zeichen: 34×23×8 cm. Auch wenn es in vielen Schriften zunächst so wirken mag: Das Malzeichen ist nicht identisch mit dem kleinen x. Letzteres besitzt nicht zwingend einen rechten Winkel und hat in den entsprechenden Schriften sogar Serifen, ganz im Gegensatz zum rein geometrisch geformten Mal-Zeichen.

Die Ellipse …   Bei drei Punkten kann man nichts falsch machen, richtig? Falsch! Drei Punkte sind eine Ellipse und sollten immer durch ein entsprechendes Sonderzeichen ausgetauscht werden. Bei diesem sind dann die Abstände zwischen den Punkten etwas größer, was die ganze Sache hübsch macht. Wenn die Ellipse nicht gerade ein Wort unterbricht (»Bitte, bitte nicht schieß…«), so muss außerdem ein geschütztes(!) Leerzeichen vor den Punkten gesetzt werden …

Das geschützte Leerzeichen    (engl: non-breaking space) ist nützlich, um unschöne Umbrüche zu vermeiden. Wer also sicher gehen will, dass bestimmte Wörter oder Zahlen nebeneinander stehen und nicht in die nächste Zeile abrutschen, setzt ein geschütztes Leerzeichen, z. B.: 17 Grad im Schatten, Prof. Dr. Klaus Brinkmann, Er bekam die Note 6, HTML 4.0.

Das schmale Leerzeichen   gibt es leider nicht in einer geschützten Version. Man kann es wunderbar in all jenen Situationen einsetzen, wo man sich nicht sicher ist, ob ein Leerzeichen angebracht ist oder nicht, z. B.: § 21, € 45,–, 128 kB/s, 38 cm. Offensichtlich gibt es unter Windows ein Darstellungsproblem mit den schmalen Leerzeichen, so dass diese mit Vorsicht zu genießen sind!

  Bezeichnung HTML Unicode Win Mac
Apostroph &rsquo; &#8217; ALT 0146 SHIFT ALT #
× Mal-Zeichen &times; &#215; ALT 0215 ???
Ellipse &hellip; &#8230; ALT 0133 ALT .
  geschützes Leerzeichen &nbsp; &#160; ALT 0160 ALT <SPACE>
schmales Leerzeichen &thinsp; &#8201; ??? ???

Alle Sonderzeichen

Es gibt noch hunderte weitere Sonderzeichen – darunter ¼ ‡ € ø ® © ™ usw. –, die aber nicht besonders erklärungsbedürftig sind. Sie können diese im SelfHTML nachsehen.


Vielen Dank

an den werten Leser, der sich die Mühe gemacht hat, meine drei Artikel zu »Typo im Web« durchzuarbeiten. Ich hoffe, dass Sie die Tipps, die ich Ihnen gegeben habe, an der einen oder anderen Stelle einsetzen, um das Web ein bisschen lesbarer zu gestalten.

Außerdem möchte ich Friedrich Forssmann und Ralf de Jong für ihr brillantes Nachschlagewerk Detailtypografie danken, welches mir eine unschätzbare Hilfe war.

Und natürlich den Machern von SelfHTML, die in den letzten Jahren Großartiges geleistet haben für die deutsche Webdesign-Kultur.

81 Kommentare

  1. savant am 18. August 2004 #

    Hey, das ist nicht schlecht.
    Zu der Sache mit den “horizontalen Strichen”. Mich stört ständig, dass wohl jeder dazu “Minus” sagt. Man sollte den gesamten Medien mal gefälligst sagen, dass es Bindestrich heißt! (oder lt. Artikel “kurzer Trennstrich” :-)
    Wenn es dann immer heißt: “N Minus TV Punkt DE”...
    Bäääh… Grässlich…
  2. kronn am 19. August 2004 #

    Interessante Zusammenstellung. Ich fand die An- und Abführungszeichen besonders interessant. Warum haben die mir sowas nicht in der Ausbildung (in der ich Maschineschreiben nach DIN 5008 lernen musste) gezeigt? Eine Schande ist das.

    Und dann musste ich feststellen, dass die eigens entwickelte Firmeninterne Schrift einen handwerklichen Fehler enthält: en-Dash und em-Dash sind vertauscht, was bei der Migration vorhandener Inhalt störend auffiel. Das hat man nun davon, wenn man sich bemüht, Schreiben typographisch einigermaßen richtig aus dem Drucker zu pusten.
  3. Oliver Klee am 19. August 2004 #

    Das mit den n-Dash und dem m-dash muss ich mal korrigieren:
    Der m-Dash wird als Auslassungszeichen in Währungsangaben benutzt, nicht der n-Dash. Dito für den Streckenstrich.
    Wenn der n-Dash als Gedankenstrich benutzt wird, steht davor ein geschütztes Leerzeichen.

    Die Anführungszeichen wären semantisch korrekter mit dem öffnenden und schließenden q-Tag zu schreiben. Per CSS kann man dann das Aussehen bestimmen – sogar korrekt nach Sprache und Verschachtelungstiefe:

    q:lang(de) {
    quotes: “201E” “201C” “201A” “201B”;
    }

    q:lang(en) {
    quotes: “201B” “2019” “201C” “201D”;
    }

    q:before {
    content: open-quote;
    }

    q:after {
    content: close-quote;
    }

    Ich habe auch mal so eine Liste zusammengestellt: http://www.asta-bonn.de/typo.html
  4. Gerrit am 19. August 2004 #

    Was die n- und m-Dashs angeht, denke ich, dass man hier flexibel verfahren kann: Je nach Optik der Schrift und Geschmack. Ich hab’s anders gelesen als Du hier beschreibst, aber egal.

    Vielen Dank für den Tipp mit dem q-Tag. Ich werde das mal ausprobieren und dann in den Artikel einarbeiten! Funktioniert q:before/after auch im Internet Explorer?
  5. ssp am 19. August 2004 #

    @savant: Strenggenommen ist der normale Bindestrich ‘hyphen-minus’ (Unicode x2d) auch nicht dasselbe wie das Minuszeichen (Unicode x2212). Das Minuszeichen ist eigentlich etwas länger und evtl. ein bißchen tiefer. Der Bindestrich wirkt in Formeln meist zu kurz.

    OK: 5−3=2
    nicht so gut: 5-3=2

    Im Prinzip sollte das spezielle Minuszeichen auch zum Pluszeichen passen, was Breite, Dicke und Höhe angeht. Tut es aber in manchen Zeichensätzen nicht (zB Georgia oder Verdana).
  6. ssp am 19. August 2004 #

    Die Meinungsverschiedenheiten zu n- und m- Dashes dürften daher kommen, daß man im Englischsprachigen Raum andere Gepflogenheiten hat. IIRC nimmt man in USA m-Dashes ohne Leerzeichen davor und dahinter. Im Deutschen ist es aber so, wie Oliver es beschreibt. Diese US Regeln scheinen viele gelesen und auch fürs Deutsche übernommen zu haben, was dann ungewohnt erscheint.
  7. Gerrit am 19. August 2004 #

    Ich zitiere hierzu aus Detailtypografie:
    Der Geviert-Strich »—« ist am längsten. Er unterscheidet sich funktional nicht vom Halbgeviert-Strich und ist so lang, weil der Gedankenstrich im englischen Satz traditionell nicht zwischen Wortzwischenräumen steht, und da wäre der kürzere Gedankenstrich oft zu kurz. Aber auch im Satz des Deutschen und anderer Sprachen kann man diesen längeren Strich aus ästhetischen Gründen verwenden, z. B. wenn der Halbgeviert-Strich in der gewählten Schrift zu kurz oder plump ist.

    Das klingt einleuchtend und ist von einer Autoritätsperson verfasst :-)
  8. Jens Grochtdreis am 20. August 2004 #

    @Oliver: Ist ja ne nette Idee, aber es bleibt bei der Erkenntnis von Gerrit: Der IE kanns nicht. Damit ist die Sache gestorben. Leider. Übrigens solltet Ihr Euer Layout nochmal korrigieren. Nicht nur im IE lappt das rechte Menü über den Text.

    @Gerrit: Netter Artikel. Danke. Ich frage mich dabei allerdings immer, ob dieses Thema nicht mentale Onanie von ein paar Designern ist – Spezialfall Typographen. Diese Typographieregeln sind für den Druck erfunden worden. Selbst in der Schule bekommt man sie nicht vernmittelt. Die Computer hingegen sind vollständig amerikanisiert, sieht man schon daran, daß fast alle oben erwähnten typographischen Sonderformen nur per ASCII-Code erreichbar sind. Genauso ist HTML eindeutig eine anglo-amerikanische Erfindung, schließlich hat man sich nur mit Müh und Not ein paar Sonderformen für “Sonderzeichen” ausgedacht. Ich empfinde das Ä nicht als Sonderzeichen, ein Enländer schon.
    Es widerstrebt mir, mich an diese typographischen Regeln zu halten. Nicht nur, weil ich sie nie gewohnt war, sondern wiel sie auch vollkommen unüblich im Internet sind.
    Kennste übrigens diese Seite?
    http://webdesign.crissov.de/Typographie

    Grüße aus der Mainzer Nachbarschaft.
  9. Gerrit am 20. August 2004 #

    Jens, ich stimme Dir teilweise zu. Natürlich ist es arg pedantisch und pingelig, den Leuten vorzuschreiben, wie sie zu setzen haben. Ist ja auch nur ein Angebot und kein Dogma. Dennoch denke ich, dass die typografische Steinzeit im Web so langsam vorbei ist. Durch Technologien wie Anti-Aliasing und Unicode sind Webdokumente inzwischen auf dem besten Wege, die Printdokumente einzuholen, was Möglichkeiten des Satzes angeht. Und wenn ich bei professionellen Magazinen und Zeitungen gewisse typografische Standards gewohnt bin, so möchte ich auf deren Webseiten darauf nicht verzichten, zumal es wirklich kein großer Aufwand ist, wie mein Artikel zeigt.
    Über diese Website bin ich früher schonmal gestolpert, finde sie aber etwas unübersichtlich und eben extrem detailliert: Ich mag’s gern kompakter! Außerdem werden die dortigen Anführungszeichen in meinem Safari falsch angezeigt :-)
  10. Christoph Wagner am 20. August 2004 #

    Klasse Artikel!
    Danke dafür, werde mir da wohl ne kleine Liste zum ausdrucken machen, sonst vergesse ich das zu schnell wieder ;)
    Achja, was den unterschied minus / bindestrich angeht, habe ich selbst, und werde es auch weiter tun, im sprachgebrauch minus verwendet. Das liegt einfach daran, dass minus eine silbe weniger hat und sich nicht so seltsam anhört wie N-bindestrich-Tv. Abgesehen von der vereinfachung bei kommunikation mit englischsprachigen menschen.
  11. André am 22. August 2004 #

    Bisher hatte ich immer Probleme mit meinem RSS-Feed und den Umlauten, es sieht im Reader einfach doof aus, wenn dort etwas von Andr&eacute; geschrieben steht.

    Daher bin ich wieder dazu übergegangen, keine Entitäten zu verwenden. Eigentlich hatte ich gedacht, dass dafür ja auch der Zeichensatz des jeweiligen Dokuments ist. Vielleicht ändere ich also doch noch das ein oder andere.

    @savant: Sicherlich ist der Bindestrich kein Minus, aber es ist einfach bequemer, “uni MINUS potsdam PUNKT de” zu sagen als “uni KURZER TRENNSTRICH potsdam PUNKT de”. Es geht dabei auch weniger um die Typographie als vielmehr um die Vereinfachung der Eingabe. Und jeder DAU weiß, wie er ein “Minus” tippt – er hat ja sogar zwei Tasten zur Auswahl…
  12. Silke Schümann am 23. August 2004 #

    Sprachen und Typographien sind keine statische Angelegenheit. Da die amerikanische Tastatur heute die Schriftkultur beherrscht, kann ich das ”-Zeichen für Anführungszeichnen nicht als falsch empfinden und deaktiviere in Word auch schon einmal die Autokorrektur. Was Geviert und Halbgeviert anbelangt, so scheint Word nur Geviert zu kennen, auch hier bin ich längst abgestumpft und achte nicht drauf. Ich betrachte sowohl die Strichlänge als auch die Wahl der Anführungszeichen als eine freie Angelegenheit. Man kann sich noch der traditionellen Verwendung bedienen. Jedoch würde ich sagen, dass das Wissen darum austirbt. Es als “falsch” zu bezeichnen, ist m.E. somit ein wenig gewagt.
  13. Gerrit am 23. August 2004 #

    Da bin ich ganz anderer Meinung, Silke. Wenn die amerikanische Tastatur schon Standard ist, warum schreibst Du dann überhaupt noch Umlaute? ae, oe und ue tun’s doch auch! Es geht ja – wie gesagt – nicht darum, jemandem etwas aufzudrängen. Die Diskussion um die Rechtsschreibung ist ähnlich: Keiner wird gezwungen, richtig zu schreiben (außer Beamte und Schüler). Aber es gibt einheitliche und korrekte typografische Regeln, die nicht aus Spaß erfunden wurden, sondern um die Lesbarkeit zu verbessern. Wenn sich alle daran halten, gewöhnt sich unser Auge an die vertrauten Formen und liest schneller. Das Wissen um diese Regeln stirbt nicht aus – es war schon immer Spezialwissen. Doch seit jedermann mit dem Computer Druckerzeugnisse (und nun Websites) gestalten kann, gibt es eben extrem viel fehlerhaft gesetzten Text auf der Welt. Und wir beginnen uns daran zu gewöhnen, eben abzustumpfen, wie Du sagst. Die Frage ist nur, ob das so toll ist! Und ob wir uns damit abfinden müssen! Ich denke nicht. Und deshalb habe ich darüber geschrieben.
  14. Silke Schümann am 23. August 2004 #

    Nun ist die amerikanische Tastatur für den deutschen Markt durchaus angepasst worden und hat Umlaute, nicht aber Geviert, Halbgeviert und die Anführungszeichen. Eine Verschlechterung der Lesbarkeit kann ich nicht erkennen. Nicht einmal der bessere optische Eindruck leuchtet mir ein. Ein Strich ist ein Strich ob – oder – oder — und inhaltliche Unterschiede entnehme ich mühelos aus dem Kontext. Auch dann wenn jemand den Geviert als Trennzeichen nähme.

    (Übrigens bei copy&paste will das Feld hier keinen Unterschied machen ;o))

    Mir geht es auch hierbei eher darum, wann etwas falsch und wann etwas richtig ist.
  15. savant am 23. August 2004 #

    @andré: Ich finde bloß es klingt furchtbar und außerdem meint man mit der Nennung von “Minus” eine mathematische Operation. Ich wüsste nicht warum man bei der Eingabe der Domain meinen Nachnamen von meinem Vornamen subtrahieren sollte…
  16. Detlef am 23. August 2004 #

    Wer richtig schreibt, zeigt dass er Stil hat, und der geht heute leider ziemlich verloren. Mir graust es, wenn ich so Wörter wie “währe” im Internet lesen muss (mal bitte bei WEB.DE in der Suche eingeben – Pisa lässt grüßen!). Umso schöner finde ich es aber auch, wenn ich Seiten finde, auf denen man sieht, dass der Autor sich ein bischen Mühe gemacht hat. Das zeigt auch, ob sich nur ein Amateur an der Seite versucht hat, oder ob jemand die Seite gestaltet hat, der sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und da es immer noch genug Leute gibt, die auch auf so Kleinigkeiten achten, sollte man sich bemühen, solche Leute auch zufrieden zu stellen. Meines Erachtens ist es die Mühe wert.
  17. typneun am 24. August 2004 #

    @detlef: welch wahres wort, welch wahres wort… :)
  18. Jens Meiert am 25. August 2004 #

    Es fehlt noch der Hinweis darauf, dass ‘Numeric Character References’ (wie im Beispiel ’&#223;’ fuer ’ß’) in /zwei/ verschiedenen Schreibweisen verwendet werden duerfen, und zwar in dezimaler Form (z.B. ’&#225;’) sowie in hexadezimaler Form (z.B. ’&#xE1;’).

    In diesem Zusammenhang hat Richard Ishida einen wirklich vorzueglichen Artikel ueber Zeichensaetze und Kodierungen [1] (auf Englisch) verfasst. Und man duerfte die Aussage

    > Jedoch zeigt die Erfahrung, dass dies noch nicht
    > von allen Browsern ohne weiteres unterstützt
    > wird. Deshalb lieber auf Nummer Sicher gehen [...]

    hier auch nicht so stehenlassen, schliesslich zeigt eben dieser Richard Ishida auch, wie es tatsaechlich wunderbar funktioniert [2].

    [1] http://www.w3.org/International/tutorials/tutorial-char-enc/
    [2] http://people.w3.org/rishida/scripts/samples/
  19. Philip Steffan am 25. August 2004 #

    Natürlich muß man u.a. die deutschen Umlaute nicht extra codieren, wenn man die HMTL-Seite mit dem richtigen Charset, also in der Regel als ISO-8859-1 (Latin1), ausliefert.
  20. Gerrit am 25. August 2004 #

    @Jens: Die hexadezimale Schreibweise habe ich der Einfachheit halber weggelassen, weil sie eher selten verwendet wird und meines Erachtens umständlich ist. Vielleicht füge ich das aber doch noch im Artikel hinzu. Was die Anzeige von Unicode-Zeichen ohne HTML-Kodierung angeht: Da muss aber auch wirklich alles stimmen und Hand in Hand arbeiten: Der Server, die Datenbank, der Browser, der Doctype, das HTML-File an sich: Alle müssen auf UTF eingestellt sein, damit es reibungslos funktioniert: Oft zuviele Fehlerquellen! Deswegen empfehle ich weiterhin, immer Codes zu verwenden, man fährt einfach sicherer.
  21. Coder am 26. August 2004 #

    Hm… Halbgeviert als negatives Vorzeichen? Praktisch wahrscheinlich in den wenigsten Faellen machbar.

    Ich denke man wird spaetestens dann auf die Nase fallen, wenn man mit diesen Zahlen Berechnungen durchfuehren muss. Und nein, ich werde nicht jedesmal vor und nach Berechnungen eine JavaScript-, Perl- oder PHP-Substitutions-RegEx ueber die Zahlen laufen lassen, nur weil die Typo besagt das da ein Halbgeviert zu stehen hat und kein Minus.
  22. Peter Unger am 27. August 2004 #

    Richtig schön wäre es, wenn man Textile beibringen könnte je nach Spracheinstellung passende An- und Abführungen „ “ zu erzeugen.

    Wie ich hier in den Comments sehe (“Hello World”), hast du Textile dahingehend noch nicht modifiziert. Im Textpattern-Forum habe ich diesbezüglich noch keine Lösung gesehen.

    Nur so wäre webloggen mit Komfort und gleichzeitig guter Typografie nöglich.
  23. Karl Napp am 29. August 2004 #

    Schön, dass diese Seite mit dem Anspruch auftritt, der geneigte Leser könne hier studieren, was im Web fast alle falsch machen. Viele im Web benutzen z.B. den falschen Artikel, indem sie von “das Apostroph” sprechen. Wenn du das künftig richtig machst, dann darfst du deine Nase wieder so hoch hängen und andere belehren.
  24. Gerrit am 29. August 2004 #

    Wer ein Besserwisser ist wie ich, muss sich solcher Kritik natürlich stellen: Danke für den Hinweis, lieber Herr Napp, ich habe das umgehend korrigiert und wieder etwas dazu gelernt.
  25. Jens Meiert am 7. September 2004 #

    > Richtig schön wäre es, wenn man Textile
    > beibringen könnte je nach Spracheinstellung
    > passende An- und Abführungen „ “ zu erzeugen.

    Dies wird (wie auch im Artikel angedeutet) idealerweise ueber Stylesheets definiert:

    q:lang(de) { quotes: '201E' '201D' '201A' '2019'; }

    > Die hexadezimale Schreibweise habe ich der
    > Einfachheit halber weggelassen, weil sie eher
    > selten verwendet wird und meines Erachtens
    > umständlich ist.

    Nun, auf jeden Fall wird in den Unicode-Tabellen [1] die hexadezimale Version hervorgehoben (die auch im obigen Beispiel verwendet wird), so dass es fuer manchen gerade einfacher sein kann ;)

    [1] http://www.unicode.org/charts/
  26. Jens Meiert am 7. September 2004 #

    Anmerkung: Im obigen Beispiel fehlen die den NCRs vorangestellten Backslashes (konnte es leider nicht so hinbiegen, dass diese angezeigt wurden).
  27. Xantha am 14. September 2004 #

    Und wie schreibt man eigentlich ein Komma richtig? 12,5 oder 12.5 oder ganz anders?
    LG
    Xantha
  28. Gabriel am 7. Oktober 2004 #

    Wirklich ein interessanter und lesenswerter Artikel. Ich war gestern ein kleiner Stinker zum Thema Dreamweaver, aber hier bleibe ich jetzt ;-)
  29. honk am 10. Oktober 2004 #

    Toller Artikel, danke. Wieder einiges gelernt. (z.B. An- und Abführungen) :)
  30. Roman Röhrig am 13. Oktober 2004 #

    Ein wirklich sehr ausführlicher Überblick über das Thema, hier noch eine weitere schöne Übersicht.
  31. christian hoppe am 18. Oktober 2004 #

    minus oder bindestrich ist nicht der richtige ausdruck.
    der kurze strich heisst »divis«!

    http://www.upuauet.com/_webworld/typo/micro_03.html

    danke für den artikel und gruß
    chris
  32. Jann am 25. Oktober 2004 #

    Zum Thema Sonderzeichen:

    http://www.marcthiele.com/work/thiele/entity-tabelle.htm
  33. Alex Bepple am 15. November 2004 #

    Übrigens gibt es auch in der nordamerikanischen Typographie Stimmen, die sich kritisch zum Geviertstrich äußern. Das größte Gewicht wirft mit seinem Namen Robert Bringhurst in die Schale:

    „The em dash is the nineteenth-century standard, still prescribed in many editorial style books, but the em dash is too long for use with the best text faces. Like the oversized space between sentences, it belongs to the padded and corseted aesthetic of Victorian typography.

    Used as a phrase marker – thus – the en dash is set with a normal word space either side.“
  34. Claudia Glöckner am 7. Dezember 2004 #

    Liebe Gerrit van Aaken,

    Hut ab für das Engagement für Details, dem Radar entgangen sind aber im vorletzten Absatz über »Umlaute und das scharfe ß« zwei besondere Feinheiten: Im Satz »Natürlich sind die HTML-Kennungen leichtesten zu lernen« sollte es heißen: »leichtestens«.
    Meinen Vorurteilen gegenüber der Rechtschreibreform gibt das »auswändig können« in der Zeile darunter neuen Auftrieb. Weiter habe ich (noch) nicht gelesen…
    Wenn es nur so einfach wäre wie in Word.

    Trotzdem, gute Hinweise, was man besser machen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen,

    C. Glöckner
  35. Gerrit am 7. Dezember 2004 #

    Da fehlt lediglich ein »am«. Das Leben kann einfach sein. Und auswändig ist doch wohl extrem logisch, weil es doch auch der »Auswand« ist.
  36. Nick Blume am 7. Dezember 2004 #

    Ja auch bei: der Aufwand! Aufwändig.
  37. Mark am 20. Dezember 2004 #

    War das mit Auswand ernst gemeint oder ist mir die feine Ironie dahinter entgangen? Selbst der Duden war nicht in der Lage mir dieses Wort zu erklären.

    Und was aufwändig angeht, wenn man statt von dem Aufwand von aufwenden ausgeht, erscheint aufwendig auch äußerst logisch.
  38. my life am 2. Februar 2005 #

    Trackback:
    ein wirklich sehr interessanter artikel und allein fuer die auflistung aller wichtigen entities ist er schon wert sich die adresse zu merken...
  39. Stefan am 15. Februar 2005 #

    Preisfrage: Wer kann mir sagen, wo in ISO-8859-1 ich den typografisch korrekten Apostroph finde?
  40. Markus am 20. Februar 2005 #

    Ein sehr sinnvoller Artikel. Eine Ergänzung zu Deiner Eingabetabelle:

    Unter Linux (X Window System) erhält man zusätzliche Sonderzeichen mittels alt-gr + Buchstabe, insbesondere
    « alt-gr + Y
    » alt-gr + X
    “ alt-gr + V
    ” alt-gr + B
    ─ (em-Dash) alt-gr + ,
    Das hängt natürlich vom eingestellten Tastaturlayout ab und lässt sich damit bei Bedarf auch mehr oder weniger einfach anpassen.
  41. Paul Knecht am 9. März 2005 #

    Das erste mal über die typografischen Strich-Regeln bin ich gestoßen, als ich das Buch »Buchstaben kommen selten von allein« gelesen habe (besser: immernoch lese – es ist so genial).

    Dass das auch für‹s Web/Screen gilt, ist mir erst mit deinem Artikel aufgefallen, danke.
  42. Dominique Jepsen am 2. April 2005 #

    Interessante Seite!

    Allerdings eine Anmerkung meinerseits:
    Die »EssZett«-Ligatur ist in Wahrheit eine »Doppel-Ess«-Ligatur aus einem alten, langen »s« und rundem »s«, was auch das Schreibweise als »SS« in Versalien erklärt. Von daher ist die Diskussion um das Verdrängen des so geliebt-gehassten »sz« auch oft von einer falschen Sichtweise aus geführt.

    Ich bekomme die Grafik hier leider nicht direkt eingebunden, darum hier ein Link zu ss-ligatur.jpg

    Wenn man diese Ligatur nur richtig versteht, dann sieht man sie mit anderen Augen. Ähnlich wie bei der Et-Ligatur »&«, die ebenso von den wenigsten richtig verstanden wird und so beim Kreieren von neuen Schriften mitunter zu sehr abstrakten Gebilden führt.
  43. marcc am 2. April 2005 #

    Danke für die Erinnerung. Irgendwann alles mal gewusst und erfolgreich verdrängt. Verwende ich aber korrekte Anführungszeichen, zeigt Google in seinen Treffertextfragmenten kryptische Sonderzeichen, die für mich den Link auf den Treffer eher unzuverlässig erscheinen lassen. Oder ist das ein Browserproblem?
  44. Dominique Jepsen am 3. April 2005 #

    @gerrit:
    Diesem Link ist meinem Sprachverständnis nach zu entnehmen, dass es da zwei verschiedene Entwicklungen gab.

    So wie wir das »sz« seit mindestens 100 Jahren verwenden, macht wohl alleinig die ss-Variante für unseren Sprachgebrauch Sinn und ist somit im Namen der Verständigung zu rechtfertigen. Zwei Pferde durch ein Maultier zu ersetzen macht keinen Sinn, wenn nicht gerade die speziellen Eigenschaften des Maultiers benötigt werden.

    Zum Essay im allgemeinen:
    Gerade dieser Wikipedia-Eintrag zeigt sehr deutlich, dass nicht nur die Menschen heutzutage abstumpfen und sich an »Unsitten« gewöhnen (siehe Silkes und Deinen Kommentar vom 23.08.), sondern dass Schrift eben ein veränderliches, organisches System ist und die Leute schon vor einem halben Jahrtausend am Abstumpfen waren.

    Typographie dient vorrangig der Verständigung. Nicht dem Selbstzweck oder dem Hochhalten vergangener Kulturen. Solange Typographie und Rechtschreibung das Verständis des Empfängers für die Sendung stützen und nicht schwächen gilt mir:
    Verwende alte Regeln oder verstoße dagegen, gebe neue Anregungen und gehe neue Wege. Sonst landen wir irgendwann in totem Wasser.

    Globalisierung und Browserprobleme werden innerhalb einer gewissen Phase zwangsläufig viele alte Regeln umstoßen oder umformen. Manches gerät in Vergessenheit, aber es gilt auch: Viel Neues wird geboren. Die kulturellen Gene verschiedener Sprach- und Schrift-Kulturen vermischen sich gerade. Ich finde das aufregend, auch wenn die Orientierung mitunter schwer fällt. Ich würde es begrüßen, wenn wir nicht immer nur unsere stolz-teutonischen Regeln als Zentrum des Schrift-Universums betrachteten, so nach dem Motto: Man ist es halt gewohnt und Veränderung ist unbequem. Und dann ist da natürlich noch die Angst vor einer kulturellen Assimilation. Da existieren viele andere Möglichkeiten, die mindestens genaus interessant sind und eine echte Bereicherung darstellen.

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Den Wert und die Richtigkeit Deines Essays erkenne ich sehr wohl an. Nur vermisse ich in der deutschen Typographie stets Blick über den Tellerrand. Die deutschen Typographen und Rechtschreibverbesserer erscheinen vom global-kulturellen Standpunkt aus etwas introvertiert und überängstlich. Typographen sollten nicht nur Anregungen geben, sondern auch einholen.
  45. Peter F. Schaller am 6. April 2005 #

    Danke für diese Seite. Einige Sachen davon wusste ich noch nicht.
    Kleines Detail am Rande: »Content Management Systeme« schreibt man in deutschen Sätzen so:
    »Content-Management-Systeme«. In englischen Sätzen würde es jedoch ohne Divis geschrieben werden, dann allerdings klein.
  46. SilentWarrior am 7. Mai 2005 #

    Kann es sein, dass sogar die werten Schreiberlinge bei »Wer wird Millionär« sich nicht an diese Regeln halten? Gestern jedenfalls sah ich da tatsächlich zwei Zollzeichen in einer Frage, wo sie eigentlich nicht hingehörten.
  47. Koka am 12. Mai 2005 #

    Seid doch nicht so übergenau.
    Nach diesem Artikel werde ich zwar auch nicht so sogerne mögen, wenn diese Zeichen falsch eingesetzt werden, aber stören tut‹s doch in Quizschows nicht oder …?
  48. Michel am 12. Mai 2005 #

    Kann es sein, dass sogar die werten Schreiberlinge bei »Wer wird Millionär« sich nicht an diese Regeln halten? Gestern jedenfalls sah ich da tatsächlich zwei Zollzeichen in einer Frage, wo sie eigentlich nicht hingehörten.

    Nicht nur da. Auch bei »Genial daneben«, tagesschau.de, SpOn finden sich mehr Maßeinheiten als zitierte Sätze und Co.

    Es muss sich auch irgendwie komisch anhören, wenn man sich Webseiten vom PC/Mac vorlesen lässt und jedesmal »er sagte ZOLL Du bist aber hübsch ZOLL« aus dem Lautsprecher kommt. Wird man da nicht bekloppt?
  49. SilentWarrior am 20. Mai 2005 #

    Koka: Naja, ehrlich gesagt fiel mir das schon sehr auf. insbesondere, da diese Zeichen auch optisch überhaupt nicht zum Rest passen – die Schrift ist noch einigermassen in Ordnung, und dann sassen da plötzlich zwei (bzw. vier) völlig gequetschte kleine Striche, die auf dem Fernsehbildschirm mit seiner winzigen Auflösung ohnehin kaum zu lesen sind.

    Michel: Lesen die Screenreader das überhaupt? Das würde doch mit der Zeit auch stören, wenn korrekte Zeichen eingesetzt werden – Er sagte Anführungszeichen ich liebe dich Abführungszeichen (oder wie das heisst). Kann mir das irgendwie nicht vorstellen …
  50. Michel am 22. Mai 2005 #

    SilentWarrior: Eigentlich gibt es dafür das q-Tag. Dann würde der Textbrowser wahrscheinlich Zitat bla bla blubb Zitat Ende ausgeben

    Bin mir da aber immer noch nicht sicher und kann es nicht testen!
  51. Lars Strojny am 26. Juli 2005 #

    Der Tag ist, soweit ich das verstehe, heute allerdings in anderer Verwendunng. Als Ersatz für fristet er sein Dasein. Jedenfalls kann ich in den aktuellen Spezifikationen nichts zum Setzen von Anführungszeichen finden.
  52. Lars Strojny am 26. Juli 2005 #

    Hmja, leider scheint textile HTML nicht zu escapen. Vielleicht lässt sich das noch manuell korrigieren.
  53. 1stpixel am 12. September 2005 #

    Wenn ich mich recht entsinne kann Mozilla immer noch kein & shy; (ohne freizeichen), Das ist echt ein Skandal! :-)
  54. Rainer am 20. September 2005 #

    sehr guter Artikel … bisher hab ich immer bei http://unicode.e-workers.de nach Sonderzeichen Ausschau gehalten …

    Wie ist das eigentlich in Jajascript bei window.status mit Sonderzeichen … danach war ich nämlich auf der Suche? Sämtliche Verschlüsselungen stellen sich genauso dar wie geschrieben, aber das ü wird in Reinform als Fragezeichen angezeigt.
  55. Chris am 20. Oktober 2005 #

    Der Link http://www.typografie.de/verlagsverzeichnis/typografie/568-5.html zur Detailtypographie ist nicht mehr aktuell.
  56. Thibaud am 15. November 2005 #

    Was? Ist das dann auch in »nicht-Internet-Dokumenten« so, dass man vor der Ellipse ein Leerzeichen frelässt?
  57. Thibaud am 14. Januar 2006 #

    Und was ist mit dem Divis, der wird bei mir nur selten angezeigt und ist hier im Quelltext auch nicht als & shy; notiert, sondern einfach als -.
    Wäre schön, wenn ich eine Antwort erhalten würde.
  58. --- am 16. Januar 2006 #

    Da ich auch html-dataien erstelle, hab ich bei mir das Anzeige von Syntaxfehlern eingeschaltet. Bei dieser Seite kommt:

    Fehler: http://praegnanz.de/index.php?js=upm_img_popper: SyntaxError - Parse error at line 62
  59. Mario Donick am 18. Januar 2006 #

    Hallo,

    ein sehr schöner Artikel, gefällt mir, dass es noch mehr Leute gibt, die versuchen, sich im Web an Typo-Standards zu halten. Nach und nach bemühe ich mich ebenfalls um besseres Aussehen meiner Texte, insbesondere haben es mir die Guillemets angetan. Artikel wie der deine (und auch andere von verschiedenen Leuten hier genannte) helfen mir sehr dabei. Ich habe übrigens in einem Seminar zum Thema Webkommunikation an der Uni Rostock auf www.praegnanz.de hingewiesen und habe vor, deine Website in einem kurzen Artikel in der nächsten Ausgabe meiner Online-Zeitschrift E. Get deleted. vorzustellen.
  60. subw am 1. Februar 2006 #

    Praktischer Artikel und immer wieder gut zum nachschauen.

    Das mit den korrekten deutschen An- und Abführungszeichen auf der Mac-Tastatur stimmt so wie hier beschrieben nicht ganz: Sie wären eigentlich mit ALT ^ und ALT SHIFT ^ zu haben.
    Das was du beschreibst ist zumindest teilweise nicht ganz richtig, denn ALT 2 und ALT SHIFT 2 scheint eher englische An- und Abführungen zu produzieren.
    Die korrekte Variante führt allerdings häufig zum wie von dir beschriebenen Problem mit dem Fehler in Schriften amerikanischer Schriftgestalter.

    Zum Vergleich verschiedene An- und Abführungen:
    Deutsch wie hier beschrieben (ALT SHIFT W und ALT SHIFT 2): „”
    Deutsch korrekt (ALT ^ und ALT SHIFT ^): „“
    Englisch (ALT 2 und ALT SHIFT 2): “”

  61. Gerrit am 1. Februar 2006 #

    Oh ja, der Fehlerteufel hat zugeschlagen! Danke.

  62. Stephan am 11. Februar 2006 #

    Vielen Dank für diese kurze und prägnante Einführung.

    Anmerkungen:
    Das &shy; kann man auf Windows mit ALT 0173 eingeben. Die Aussage „Bei Trennungen, die es in HTML bekanntlich nicht gibt.“ ist nicht korrekt. Mit &shy; kennzeichnet man seit HTML4.0 „Sollbruchstellen“ – die einzigen modernen Browser, die das bis heute nicht beherrschen, sind die Geckos, also Netscape, Mozilla und Abkömmlinge.

    Nachtrag:
    Was Textile mit meiner meiner Eingabe anstellt, erscheint mir alles andere als intuitiv.

  63. fred-der-biber am 15. März 2006 #

    Es gibt übrigens nur Anführungszeichen. „Abführungszeichen“ gibt es nicht, so werden nur fälschlicherweiser schließenden Anführungszeichen bezeichnet.

  64. ooxoo am 4. April 2006 #

    Anmerkung 1:
    @ Xantha (schreibt am 14. September 2004)
    wie schreibt man eigentlich ein Komma richtig?
    12,5 oder 12.5 oder ganz anders?

    Im englischen Sprachraum schreibt man eine Zahl: »12,000,000.50« (Zwölf Millionen Komma Fünfzig),

    im Deutschen ist es andersherum: »12.000.000,50« oder auch mit Leerzeichen »12 000 000,50« oder ganz ohne
    »12000000,50«.

    Ausnahme: wenn nur eine Ziffer abgetrennt wird, wird kein Leerzeichen gesetzt, also 1000,00 statt 1 000,00

    Anmerkung 2:
    @ Silke Schümann (schreibt am 22. August 2004)
    [...] Da die amerikanische Tastatur heute die Schriftkultur beherrscht, kann ich das ”-Zeichen für Anführungszeichnen nicht als falsch empfinden [...]

    die Anordnung der Buchstaben auf einer Tastatur resultiert aus der Anwendung »Schreibmaschine«, und die war niemals ein Satzgerät, sondern nur eine Möglichkeit zum schnellen Schreiben und Vervielfältigen. Da nicht alle typografisch relevanten Zeichen auf einer halbwegs handlichen Tastatur (Schreibmaschine = max. 2 Typen pro Taste!) untergebracht werden konnten, wurden eben einige »Rationalisierungsmaßnahmen« vorgenommen, so auch die Zusammenfassung von Minus/Divis/Auslassung oder Zoll/Anführung  … Wer sich einmal das Schriftbild einer Schreibmaschine ansieht wird übrigens feststellen, daß das dort gesetzte Divis ziemlich lang ist …

    Die Rationalisierung des Tastaturschreibens als technische Einschränkung hat also herzlich wenig damit zu tun, typogafische Regeln und Notwendigkeiten abzuschaffen – wer heutzutage in einer Software wie Word einen Text »setzen« will, muß sich mit der Kritik abfinden, daß zu einem gedruckten Text nun mal die entsprechenden Satzregeln gehören.

    Früher konnte das Setzen eben nur ein »Setzer« in der Druckerei erledigen, und der hatte das nötige Fachwissen. Daß heutzutage jedermann in der Lage ist, einen Textausdruck zu vervielfältigen, enthebt uns nicht von diesen Regeln. Das Unwissen allein ist keine Berechtigung dafür, tradierte Regeln für sinnlos zu erklären. Eben dies sollte man den Fachleuten überlassen.

  65. Malte am 26. Mai 2006 #

    In der Tabelle, in der erklärt ist wie man eine Ellipse schreibt sind nur drei Punkte (...) und keine Ellipse.

  66. Gerrit am 28. Mai 2006 #

    Peinlich, ich habe das geändert.

  67. Philipp am 5. Juni 2006 #

    Die SZ-Ligatur im Versalsatz sollte ein interessierter Typograph aber m. E. nicht so beiläufig abhaken – siehe http://www.typografie.info/typoforum/viewtopic.php?t=300

  68. Peter Klein am 15. August 2006 #

    „Eine tiefer Griff in“ … steht nun schon mehrere Monde so dort, einfuehrend in diesen schoenen Text.

  69. Ingrid am 14. September 2006 #

    Hallo zusammen,
    kann mir bitte jemand sagen, weshalb bei meiner Site ganz oben links 3 nebeneinanderliegende Zeichen angezeigt werden? (Nur bei Firefox)
    ï
    &187;
    &191;
    Es werden auch keine ä, ö, oder ü angezeigt. Jetzt habe ich alles wieder umgestellt auf Unicode, dass diese Buchstaben wieder richtig angezeigt werden.
    Allerdings ist die umgebastelte Site noch nicht im Web

  70. Zodiac am 19. September 2006 #

    Das im Artikel beschriebene Apostroph ist aber kein richtiges Apostroph, sondern wie die HTML-Kennung schon andeutet, das »right single quotation mark«, also das einfache schließende englische Anführungszeichen (oder einfaches englisches Abführungszeichen, wie auch immer). Die Kennung vom Apostroph & apos; wird nur in XHTML-Dokumenten korrekt interpretiert. HTML kennt diese Entität nicht. Das W3C empfielt stattdessen & #39; – aber was da raus kommt sieht bei mir aus wie ein Minuten-Zeichen. Typographisch bleibt das & rsquo; wohl die beste Lösung für HTML-Dateien.

  71. Franoukwel am 11. Oktober 2006 #

    Es wäre toll, wenn gemäss dem richtigen Hinweis von fred-der-biber der falsche bzw. überhaupt nicht existierende Begriff «Abführungszeichen» entfernt bzw. korrigiert werden könnte. Es liest wohl kaum einer sämtliche Kommentare hier, und so verbreitet sich die Fehlinformation in diesem ansonsten sauberen Artikel fröhlich weiter.

  72. Gerrit am 11. Oktober 2006 #

    Ich habe das Wort in »Abführung« geändert. »An- und Abführung« dürfte jedoch korrekt sein, immerhin erwarte ich das von einem Schriftentwerfer-Profi wie Prof. Spiekermann, dass er sich da keine Ungenauigkeiten leistet!

  73. Franoukwel am 11. Oktober 2006 #

    Auch Profis machen Felher (nette Lektüre dazu BTW: H.P. Willberg, Typolemik).
    In «Lesetypografie» Seite 179 steht schon mal, dass es «Abführungszeichen» nicht gibt, sondern «Schlusszeichen» oder «Ausführungszeichen», wobei ich letzteres für ebenso falsch halte: Die Bezeichnung dieser Zeichen bezieht sich nicht auf sich selbst (ein Zitat «an-» bzw. «abführen»), sondern es handelt sich um Zeichen, die eine Anführung, also eine zitierte Textstelle, als solche kennzeichnen. Es gibt daher nur öffnende und schliessende Anführungszeichen.
    Aber ob diese (nicht nur meine) Meinung richtig ist oder nicht – «Abführung» ist nun wirklich etwas anderes.

  74. Kilian Muster am 21. Oktober 2006 #

    Ein Typograf dankt! Ich wußte gar nicht, daß es HTML Entities für »Solltrennstelle« und »schmales Leerzeichen« gibt! Mensch, jetzt macht mit HTML wieder ein bißchen mehr Spaß …

  75. Werner Zuber am 26. Oktober 2006 #

    Ein Hinweis aus der Schweiz: In deutschen Texten (in Zeitungen, Zeitschriften etc.) benutzen wir konsquent die französischen Guillemets. Der Setzer hat es dem Journalisten so erklärt: Sie schliessen den Text ein, der sich öffnende Teil befindet sich gegen die Buchstaben hin. Die umgekehrten Guillemets wirken für mich so, als stünde, was man anführen will, ausserhalb. – Zum Divis, Halbgeviert- und Geviertstrich: Vor 30 Jahren gab es in den Schweizer Zeitungen noch alle drei (Divis für Trennung oder Minus, Halgeviert als Gedankenstrich, Geviert als Streckenstrich). Heute sind nur noch zwei üblich, dem Streckenstrich im Geviertkleid ging es an den Kragen, er wird als Halbgeviertstrich ohne Leerzeichen davor und danach gesetzt.

  76. hangy am 21. Januar 2007 #

    Erstmal muss ich sagen, dass das ein sehr interessantes Essay unter vielen interessanten Essays auf deiner Seite ist. Allerdings muss man das ja kaum extra erwähnen, das ist alleine dadurch schon klar, dass es seit über zwei Jahren kontinuierlich Kommentiert und – glücklicherweise – verbessert wird.

    Die eigentliche Schuld sehe ich angesichts der aktuellen Entwicklungen der Erstellung von Internetseiten weniger bei den Autoren der Seiten, denn diese haben dank BBCode & Co. kaum eine Möglichkeit, Zeichensetzung richtig umzusetzen.
    Das war vor den vielen Content-Management Systemen zwar nicht grundsätzlich anders, aber dennoch haben „damals“ vermutlich mehr Autoren den Inhalt ihrer Seite in reinem HTML umsetzen und konnten sich nicht auf den angegebenen Zeichensatz verlassen, weshalb sie viele HTML-Entitäten auswendig konnten (können) mussten. Das ist heute nicht mehr nötig, da meistens CM- oder Blog-Systeme diese Arbeit abnehmen und man sich auch zunehmend darauf verlassen kann, dass der Browser UTF-8 versteht. Da aber die meisten dieser Systeme nicht einmal die Fähigkeit von beispielsweise Word haben, »« in „“ umzuwandeln, müsste man nun, auch als Laie, haufenweise Tastenkürzel auswendig lernen, was vermutlich Niemandem so recht gefallen wird.

  77. mark am 30. Januar 2007 #

    Interessanter Artikel. Auch weil ich bis eben tatsächlich dachte, der Apostroph sei sächlich. Frage mich, wie mir das bislang entgehen konnte.
    Für Gedankenstriche nehme ich jetzt jedenfall immer brav Alt+0150.

  78. Carsten · Cuxhaven am 12. Februar 2007 #

    Kennt jemand zufällig eine Übersichtsseite, auf der sämtliche international und national gültige Interpunktionsregeln erklärt und gezeigt werden.
    Als Beispiel: Wie nutzt man im Kyrillischen die An-/Abführungszeichen?
    Warum haben Doppelpunkt/Semikolon im Französischen je ein Leerzeichen vor und nach dem Zeichen?
    Wie wird im Fließtext wörtliche Rede ausgezeichnet?

    …und vieles andere mehr.

  79. Till Brauckmann am 19. Februar 2007 #

    Wie werden denn jetzt Zoll- bzw. Inch-Zeichen generiert? Wenn wir Daten in unsere Datenbank einpflegen in denen Zoll-Zeichen integiert werden, dann kommen am Ende im Satzdokument immer Anführungsstriche heraus. Die Tastaturbelegung stellt zwar das Zoll-Zeichen dar, meint aber Anführungstriche oben. Oder wie, oder was?

  80. Thomas Schewe am 12. März 2007 #

    Es ist schön, mal was über saubere Typographie im Web zu lesen.

    Eine Korrektur möchte ich mir erlauben: Der Hinweis zu geschützten Leerzeichen mit Zusammenhang mit dem Gedankenstrich ist wichtig. Jedoch steht es nicht immer vor dem Gedankstrich, sondern nach dem ersten und vor dem zweiten Gedankenstrich. Oder wie es in der Wikipedia so schön steht:
    ihn [den Gedankenstrich] mit einem geschützten Leerzeichen an den Satzteil zu binden, den er abgrenzt.

    Quelle: Halbgeviertstrich

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