Typo Berlin 2006 Retrospektive

Nachdem ich jetzt endlich wieder ein bisschen länger als 5 Minuten am Netz hänge, nämlich in Gernots neuer WG in Dresden, kann ich auch endlich noch ein paar Worte zur Typo Berlin verlieren. Ich werde jetzt nicht alle Einzelveranstaltungen durchhecheln, wie das meine Mitstreiter teilweise gemacht haben. Und um es kurz zu machen: Es war eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Konferenz, die Spaß gemacht hat. Allerdings hatte ich mir die Sache doch ein wenig anders vorgestellt.

Für meinen Geschmack gab es zu wenig aktuelle Trendschau. Man lauscht den Vorträgen und den Anekdoten der bekannten Desiger und findet alles ganz wunderbar, doch man erfährt eigentlich nichts Neues. Vor allem nicht bei gealterten Stars, die in ihren goldenen Neunziger Jahren stehen geblieben sind. Niemand, der mal aufzeigt, wohin die Designwelt sich zurzeit bewegt. Was aktuelle Trends und Techniken sind. Und vor allem: Wo waren die Designer, die eben nicht nur ihr eigenes Zeug zeigen, sondern auch mal allgemeine oder spezielle Trends besprechen und diskutieren? Mir war das zuviel Portfolio zeigen und Anekdoten von früher erzählen. Zuviel Meta-Ebene und zuwenig Konkretes. Zuviel Personality und zuwenig Fakten. Zuviel Selbstbeweihräucherung und zuwenig Kontroverse.

Es war meine erste Typo und vermutlich habe nur »falsche« Erwartungen an diese Veranstaltung gehabt. Aber so ist das eben manchmal. Insofern bin ich nicht böse oder enttäuscht. Ich habe nur gemerkt, dass man offensichtlich anders an die Sache rangehen muss, wenn man zum Haus der Kulturen der Welt fährt.

5 Kommentare

nick blume

Du hast dich wahrscheinlich zu wenig vorbereitet? :) Nächstes Jahr ist nicht Haus der Kulturen der Welt, da restauriert, es ist 2007 im BCC am Alex. Ab 2008 wieder im HdKdW.

nick blume

Bei dem gealterten Star ist ja wohl nur David Carson. Mehr nicht. Ein paar wie Letterror oder Gudehus enttäuschten auch.

Christoph

In meiner Branche dienen derartige Kongresse in erster Linie der Kontaktpflege. Die aktuellen Trends liest man in der »Branchen-Bild«. Deshalb sind die Vorträge auch nur der Anlaßgeber. Man könnte ein Unternehmertreffen, das nur an der Bar oder auf dem Golfplatz stattfindet, sonst vielleicht auch nicht von der Steuer absetzen. Ist es bei Designern so anders?

KarlaQ

Als ich letztes Jahr von der Typo kam dachte ich ähnlich. Es ist nix wirklich Neues, was die Großen da erzählen, man sieht wirkich viel bestehende Arbeiten, zeigt her euer Pofo usw. Aber ganz interessant fand ich einfach die Leute hinter den Namen wie Chip Kidd mal live zu erleben, viele Leute zu sehen und erleben und dazu ist es wirklich gut. Außerdem kommt man mal von seinem Schreibtisch weg und sammelt ein paar neue Eindrücke. Dieses Jahr war ich leider nicht, aber vielleicht nächstes Jahr.

Kathrin

Hab gesehen, dass Du morgen (heute) in Köln bist? Hab viel Spaß, freue mich schon auf einen Bericht, da ich leider heute (gestern) schon dort war und ein zweiter Tag nicht drin war :-(

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