Typo am Freitag (2005/00)

Willkommen zur ersten Ausgabe von »Typo am Freitag«. Dies ist natürlich eine Nullnummer und soll stellvertretend für dieses neue, regelmäßige Blogformat stehen. Von daher sind die News diesmal keine wirklich frischen News, aber das soll sich bald ändern. Fangen wir an!

Microsoft tut offensichtlich alles, um sein mieses Typo-Image loszuwerden, an dem der Redmonder Softwareriese seit Arial und Times New Roman leidet. Für die nächste Inkarnation der Spielekonsole XBOX wird es eine eigens gestaltete Schriftfamilie geben, die »Convection«. Entworfen und umgesetzt wurden die sechs Bildschirm- und Branding-taugliche Schnitte von der Ascender Corporation. Und sie sehen ungefähr so aus wie eine organisch-ergonomisch aufgemöbelte DIN. (via agenturblog)

Typogott Erik Spiekermann hat nur zwei Jahre nach der Unit schon wieder eine neue Schriftfamilie vorgestellt. Irgendwie scheinen ihn die staatlichen Unternehmen nicht loszulassen, denn nachdem in den 80er Jahren der Deal mit der Deutschen Bundespost geplatzt ist und Spiekermann die »Meta« auf eigene Faust auf den freien Schriftenmarkt brachte, ist nun die Deutsche Bahn dran. Die »DBType« ist eine komplette Corporate-Hybridschrift und besteht aus jeder Menge Grotesk-, Antiqua- und Egyptienne-Schnitten. Und erstaunlicherweise hat sie kaum Ähnlichkeiten mit der Info, Officina, Meta oder Unit – ein Vorwurf, den sich der ständig auf Weltreise befindliche Designer bisweilen anhören muss. Eintrag im Spiekerblog. Erik Spiekermann im Interview.

Das Fontblog berichtet über ein Schriftexperiment von Kai Bernau. Der Student der Royal Academy of Fine Arts in Den Haag ist der ultimativ neutralen Schrift auf der Spur. Dazu vergleicht er zehn Grotesk-Schriften, die ohnehin als verhältnismäßig neutral gelten (AG Buch, Neue Helvetica, Univers, Grotesque, Franklin Gothic, Frutiger, Trade Gothic, Documenta Sans, The Sans und Syntax) und bildet die Mittelwerte ihrer Eigenschaften. Daraus geht die Neutralschrift hervor, die nun, zumindest theoretisch, maximale Neutralität bietet. (mehr im Fontblog)

Es hat eigentlich kaum jemand noch daran geglaubt, doch nun ist es offiziell: Es gibt nach über zehn Jahren Stillstand eine neue Version der immer noch beliebten Typenentwurfssoftware Fontographer. Nachdem das Produkt im Mai diesen Jahres von der inzwischen übermächtig gewordenen Konkurrenz FontLab aufgekauft wurde, hat die amerikanische Softwarefirma nun ihr Versprechen eingelöst und tatsächlich eine neue Version veröffentlicht – für Mac OS X und Windows. Fontographer 4.7 kostet 349 Dollar und gilt unter Typografen als die Software mit der praktischsten Bezierkurven-Bearbeitung überhaupt.

3 Kommentare

Gerd

Updates für Fontographer gibt es ab $99 (weiter unten auf der verlinkten Seite).

Ralf Herrmann

Kleine Korrektur: Für Windows gibt es (noch) keine neue Version von Fontographer.
Ralf

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