Textverarbeitung auf dem Mac

Es gibt nun wahrlich nicht zu wenig verschiedene Textverarbeitungsprogramme für Mac OS X, aber offenbar ist das für mich perfekte Tool noch nicht dabei! Prinzipiell benötige ich für meinen Bürokram, die CMS-Dokumentationen und das eine oder andere Whitepaper keine wundersam komplexe Schreibsoftware, aber auf einige Features will ich nicht verzichten:

  • Ordentliche Formatvorlagen
  • Kopf- und Fußzeilen mit automatischer Seitennummerierung
  • Flotte, präzise und nachvollziehbare Nutzeroberfläche (hier fällt NeoOffice raus)
  • Brauchbare OpenDocument-Unterstützung (hier fallen Nisus Writer, Pages und Microsoft Office raus)
  • Reine Dektop-Applikation (hier fallen Google Docs und Zoho raus)
  • Unter 100 Euro

Prinzipiell wäre wahrscheinlich Mellel mein Liebling, weil es unabstürzbar ist und so unglaublich gut bedienbar. Ich habe auch knapp zwei Jahre lang tatsächlich mit Mellel gearbeitet. Leider nutzt aber auch dieses Software-Juwel ein proprietäres Dateiformat und spielt nicht mit Open Document zusammen. Gerade das ist aber wichtig für mich – denn die zukünftige Lesbarkeit meiner Unterlagen ist enorm wichtig für mich!

Zurzeit arbeite ich mit NeoOffice, einem recht gelungenen OpenOffice.org-Fork für Mac OS X. Prinzipiell ist das auch alles super, aber sobald man anfängt, mit nummerierten Listen, Headline-Ebenen und eingefügten Bildern zu hantieren, macht sich die unausgegorene, unlogische und fehleranfällige Bedienung bemerkbar. Das Zuweisen von Formatvorlagen ist sehr instabil und reagiert oft völlig unvorhersehbar! Ist das eigentlich bei der Windows-Version von OOo auch so? Sorry, aber da bin ich selbst von MS Office besseres gewohnt. Und die vor kurzem erschienene Aqua-Version von OOo hinkt in Sachen Stabilität und Snappiness noch meilenweit hinterher!

Natürlich denke ich auch darüber nach, einfach auf das Rich-Text-Format umzusteigen, aber irgendwie kann mir das dann doch zu wenig – ohne Formatvorlagen macht das doch keinen Spaß – tollen kostenlosen Editoren wie Bean zum Trotz.

Man hat es schwer, wenn man auf dem Mac ordentlich strukturierte Textdokumente in einem nicht-proprietären Format verfassen möchte, ohne dabei auf den Komfort einer stabilen und flüssigen GUI zu verzichten!

update: Microsoft setzt offenbar in Zukunft auf das offene ODF (staun)

48 Kommentare

dominic

Hast du schon mal Abiword getestet? Ist relativ beschränkt und nicht gerade innovativ. Sollte aber deine Bedingungen erfüllen.

Die Formatvorlagen von Openoffice können mich auch nicht ganz überzeugen. Besser als MS-Office sind sie aber alleweile. Schön sind aber die Zeichen-, Seite- und Aufzählungsvorlagen. Die Umsetzung ist aber mässig.

Ich persönlich hoffe stark auf KOffice 2. Das Bedienkonzept verspricht innovativ zu sein, es hat einen guten Umfang (nicht so dick wie Oo.o) und hat einen feinen DTP-Ansatz. Im Moment ist es aber noch im Alpha-Status. KOffice 1.6 finde ich zu schwach, die ODF-Unterstützung ist nicht ganz ausgereift und die Formatierungsvorlagen etwas seltsam.

mimo

Pages?

Cedric

Ich verwende auch Pages und bin mit den Features sehr zufrieden. Ordentlich zu bedienen und nicht zu viel Funktionsumfang.

Ansonsten wäre ich glaube ich LaTeX eine echte Alternative zur klassischen WYSIWYG-Bearbeitung. Zwar ist der Einstieg etwas komplex, aber hat man erst einmal eigene Vorlagen erstellt geht es doch recht zügig von der Hand.

Bei Apfelquak sind neulich erst 2 Einsteigertutorials erschienen:
LaTeX auf dem Mac – Teil 1: Besseres Word für lau
LaTeX auf dem Mac – Teil 2: Die Äs und Ös in TeXShop

Viel Spaß!

Gerrit van Aaken

@dominic: Abiword wird seit 2006 auf dem Mac nicht weiterentwickelt, ist hässlich und kann kein OpenDocument, wenn ich das richtig sehe.

@Cedric: Ha! Diesmal habe ich absichtlich nichts gesagt, und mit mir selber gewettet, wann der erste LaTeX-Einwurf kommen würde. Eins muss man Euch Jüngern lassen – Ihr seid wirklich fanatisch! Aber ich habe es bereits 523 Mal in diesem Blog erwähnt: LaTeX ist nicht das Tool, mit dem ich meinen Bürokram und meine Whitepapers verfassen werde! Bitte! Danke!

Martin

523 Mal? Du bist also auch einer von denen (gibt’s die Illuminaten eigentlich noch? ;))!

Aber Du hast Recht. Seitdem ich mir 2006 mein MacBook Pro angeschafft habe, habe ich immer noch keine vernünftige Textverarbeitung gefunden. Weil Microsoft prinzipiell böse ist, kommt mir MS Office nicht auf meinen Mac. Unter Linux habe ich immer OpenOffice.org verwendet, aber das fühlt sich (selbst als NeoOffice) unter OS X immer noch wie ein Fremdkörper an. Hoffe einfach, dass die native Aqua-Version irgendwann ausgereift ist.

kapeka

Die fehlende ODF Unterstützung bei Pages ist für mich auch ein riesen Kritikpunkt. Ansonsten bin ich damit super zufrieden.

Was den Punkt »Desktop-Applikationen« angeht: Wird sich das mit Tools wie Prism oder Fluid nicht erledigt haben? Ich weiß nicht, ob google docs schon irgendwie mit einem der beiden arbeitet (und die tools sind ja auch selbst noch extrem beta). Aber vielleicht wäre das ein Ansatz?

Simon Wehr

Ich hatte nach der ersten Zeile schon auf die alte LaTeX-Nummer gehofft! Das zieht immer in deinem Blog!
Aber ich muss sagen ich bin mit M$-Word ganz zufrieden. Gerade bei kreativen Arbeiten verschafft es mir die Möglichkeit, ein Projekt ganz neu zu durchdenken.
… Zum Beispiel wenns gerade wieder mal abstürzt und ich seit einer halben Stunde nicht gespeichert habe.

Andreas Gerads

Ah, sorry hatte überlesen, dass Pages schon raus war…

Orlando

Parallels. ;-)

Nach Durchsicht des Artikels Schreiben auf dem Mac schnuppere derzeit an LyX, was meinen Ansprüchen vermutlich Genüge tut. Für einen ausführlichen Test fehlt mir zwar der dafür nötige Antrieb, aber prinzipiell wäre das die Richtung, in die ich gehen würde. Weshalb genau benötigst du unbedingt OpenDocument-Fähigkeit?

Söan

Ich habe auch erst länger gesucht. Jetzt nutze ich die Beta von OpenOffice.org 3. Die läuft zwar nicht immer ganz stabil bin aber sehr zufrieden damit.

Gerrit van Aaken

OpenDocument ist das einzige freie Format, welches das Potenzial hat, .doc zu vertreiben. Es ist offen dokumentiert und es wird von daher auch in 20 Jahren noch ein Programm geben, was das Format lesen kann.

Die Welt braucht eindeutig mehr freie Dateiformate! Als ich vor einigen Monaten meine alten Song-Arrangements rausgekramt habe, ärgerte ich mich zu Tode, dass ich sie nur in einem proprietären Format gespeichert hatte. das entsprechende Sequenzer-Programm gibt es nun nicht mehr, und die Rohdaten sind verloren. Hätte ich zusätzlich auf das universelle MIDI-Format gesetzt, wäre zumindest das Arrangement noch vorhanden, wenn auch nicht mit allen Spezialfunktionen.

Von daher halte ich eine Unterstützung von offenen, freien Formaten so wichtig! Schade, dass Apple das nicht begreift.

Roman

Ich benutze einfach das komfortable Pages und speichere alles, was langfristig archiviert werden muss, als PDF. Das ist sicher auch in zig Jahren noch zu öffnen, und vor allem hat man Ruhe vor zerschossenen Layouts und fehlenden Fonts!

_nicolas

TextEdit? ;-) Nein, es gibt einfach keine perfekte Lösung, wie es scheint. Ich nutze Pages, weil es einfach zu bedienen ist, mein Logo als Vektor-Grafik einbindet und ich in Rechnungen sogar sehr einfach einzelne Posten zusammenrechnen lassen kann.

mark

Habe mit OpenOffice vor einer Weile meine Studienarbeit im Schwerpunktbereich zur juristischen Staatsprüfung geschrieben, unter Windows. 70.000 Zeichen – Seitenlayout, Ãœberschriften, Absätze und Fußnoten komplett per Formatvorlagen gestaltet. Alles ohne Probleme. Nur das Zählen der Zeichen ohne Fußnoten ging nicht so recht, hab das zwischendurch ab und zu über den Export zu MS Office auf den Uni-Rechner gelöst. Wäre nicht die Zeichenbegrenzung und die Auflage gewesen, die Datei im Word-Format zu Verfügung stellen zu müssen, hätte ich wie bei der Arbeit davor allerdings wieder auf LaTeX zurückgegriffen – da spart man sich endlich mal das Ãœberprüfen, ob alle zitierten Werke auch im Literaturverzeichnis stehen, bzw. ob da nicht zuviel drinsteht. Geht mit OpenOffice aber bestimmt auch irgendwie.

Gerrit van Aaken

@mark: das war also quasi die Antwort auf die Frage, ob OpenOffice.org unter Windows weniger fummelig ist. Ja, sowas habe ich mir schon gedacht.

Zwischenzeitlich habe ich mir mal Zoho.com genauer angeguckt – sieht äußerst interessant aus und ist viel mächtiger und hübscher als Google Docs.

Es ist ein Kreuz: Prinzipiell wäre ich mich Pages oder Mellel perfekt bedient, doch die sind proprietär. Google Docs und Zoho sind Online-Apps, die niemals so smooth und komfortabel sein werden, wie eine gut gemachte Desktop-App. Und OpenOffice(NeoOffice auf dem Mac braucht noch eine Weile, wenn es überhaupt noch eine Chance hat, gut zu werden.

Mal sehen.

Robert Agthe

Was ist mit XHTML? Ordentlich, aufgeräumt, abwärts kompatibel, Formatierbar, mit PHP und JS Dynamisch gestaltbar usw. Die Lösung liegt so nah lol.

Ordentliche Formatvorlagen -> Templates
automatischer Seitennummerierung > php>html
Flotte, präzise Nutzeroberfläche -> Texmate oder so
Reine Dektop-Applikation -> HTML auch Offline
Unter 100 Euro -> kostenlos

Einzig Bilder muß man extra speichern, und evtl ein PHP Script müsste man sich schreiben, das automatisch Seiten generiert.

flowh

Hallo Gerrit,
kennst du schon http://myownapp.com/site/applications/schreiben/schreiben.html? Ich habs selber nicht ausprobiert und weiß nicht, ob es alle deine Anforderungen erfüllt, aber ich lese regelmäßig das Blog des Autors (blogsurdum.de) und habe schon viel positive Resonanz auf seine Programme gehört.
Gruß,
Flo

Stefan

Das komfortabelste Programm zum Dokumentieren ist immer noch ein Texteditor. Textdateien werden sich noch in hundert Jahren öffnen lassen und das auch ganz ohne offene Spezifikation. Es gibt sehr gute Lightweight markup languages, die plaintext speichern und die sich ggf. in weitere XML-basierte Formate umwandeln lassen. Und das Schöne ist, dass sich die Plaintext-Dateien auch ohne Konvertierung wunderbar lesen lassen. Ich verwende am liebsten asciidoc und reST. Einen Blick auf txt2tags loht sich ebenfalls.

Ich vermute aber, Plaintext ist für einen Designer keine gute Alternative? Keine Vorlagen, keine Auswahl des «heißgeliebten» Fonts, und wenig Kontrolle der Ausgabeformate. Aber preiswert und beständig. Im Notfall kann jeder Plaintext immer noch in gängige Textverarbeitungen übernommen werden.

Eike Schulte

XHTML fände ich auch äußerst angenehm. Templates in HTML, schreiben in Markdown oder ähnlichem, layouten mit CSS – und genau da liegt das Problem: bevor CSS 3 nicht fertig und umgesetzt ist, reichen die Fähigkeiten im Print-Bereich einfach nicht aus. Insbesondere Seitenzahlen, Seitenränder, Kopf- und Fußzeilen sind problematisch (Prince ist da ja schon auf dem richtigen Weg, zeigt aber in den erzeugten PDFs bei der kostenlosen Version ein komisches Logo an). Das man die CSS-Datei ganz einfach austauschen und wiederverwenden kann, ist dabei das beste. Bei allen WYSIWYG-Anwendungen stört, dass man für schon von Anfang mit der entsprechenden Formatvorlage arbeiten muss, weil ein späterer Austausch dieser meistens nicht problemlos möglich ist. Insbesondere, wenn man mit anderen zusammenarbeitet, ist das nervig.

Patrick

Das Programm welches du suchst gibt es leider noch nicht.

Mellel ist wirklich klasse, aber mit all seinen Funktionen wird es wahrscheinlich nie alles ins ODF-Format verpacken koennen.

Solltest RedleX einfach mal nen Feature-Request schicken und solange musst du dich wohl mit NeoOffice beziehungsweise OpenOffice zufrieden geben.

Andy

Acrobat Buzzword ist zwar eine Online-Applikation, allerdings plant Adobe auch einen Desktop-Ableger und OpenDocument-Unterstützung. Ich konnte es selber noch nicht testen, aber einige Bekannte waren eigentlich recht zufrieden.

Thomas Kuhn

Ich arbeite ebenfalls seit Jahren mit Mellel und werde es auch weiterhin tun, da die Dokumente in erster Linie für mich sind. An andere geht es nur als PDF weiter. Insofern ist für mich ODF uninteressant. Das gilt im Ãœbrigen bei allen Anwendungen, die für meinen persönlichen Gebrauch sind. Da finde ich proprietär schon OK. Hauptsache, es macht das, was ich will (mehr oder weniger ;-). Die Programmbedienung ist für mich weitaus entscheidener als das erzeugte Format.

mike

OOo3 für Mac (neueste Beta testen!)?

Edoardo

Warum fällt eigentlich LaTeX raus? Ich kann es mir schon denken. Sobald man auf Design Wert legt, ist mit LaTeX kaum noch was anzufangen. Aber worauf wird hier Wert gelegt? Die von dir angeführten Anforderungen dürfte LaTeX (bitte nicht mit LyX) erfüllen.

Edoardo

Bis auf OpenDocument natürlich. Aber das ist in dem Fall ersetzbar.

Enno

Irgendwann im Sommer/Herbst erscheint OOo3. Auf dem ist OOo Mac bisher völlig ungenießbar, egal in welchem Aufguss, aber ich glaube, im Moment lohnt es sich, obigen Artikel einfach in ein paar Monaten nochmal zu schreiben. Unter Win läuft OOo MS Word sowieso meilenweit davon, wenn man mehr als nur ein paar Briefe zu verfassen hat.

Grafiker

Gerrit, Deine Ansprüche sind offenbar gegenwärtig etwas zu kompromisslos. Würde man bei seiner Partnersuche ebenso verfahren, man bliebe Single. ,-)

Dass es die perfekte Textverarbeitung nicht gibt, habe ich ebenfalls schon länger feststellen müssen. (Nein, abgefunden habe ich mich damit jedoch nicht.)

Ich gehe folgenden Kompromiss ein: Zum Schreiben nehme ich TextEdit, Pages, TextMate. Eben einen halbwegs keinen und schnellen „Editor“ der RTF beherrscht. Umfangreiche Texte unterteilt man am besten in mehrere Textdokumente und speichert diese in Ordner. (Finder-Funktionen nützen, wo es möglich ist!) Falls der Text ein „Gesicht“ bekommen soll (eher selten), dann greif ich zu InDesign. Da ich ID ohnehin benötige, kann ich es auch noch fürs Layouten meine Texte missbrauchen.

Spontan gefragt: Welcher (Open Source?) Text-Editor erlaubt es Text über ein GUI semantisch korrekt auszuzeichnen und als XML zu sichern? Wäre das nicht das ideale Format um Inhalte getrennt von ihrer späteren Form (Layout) zu verfassen und zu archivieren?

darkalias

Nachdem für MS Office 2007 (Win) ODF Support offiziell angekündigt wurde, gehe ich mal davon aus, dass Office 08 Mac und Pages folgen werden, umso mehr, als OOXML zur Zeit etwas lädiert dasteht.

Die ODF-Diskussion gab es im Mellel Forum schon vor längerer Zeit einmal, leider ohne Impact auf die Entwickler.

Bleibt zu hoffen, dass OOo Aqua gut rauskommt und Apple die ODF-Unterstützung bald stark ausbaut.

Claudio Notz

@Grafiker: Nach einem solchen Tool bin ich auch schon seit langer Zeit auf der Suche. Das wäre tatsächlich die beste Lösung, wenn man alles auf XML-Basis hätte, die man dann in alle möglichen Online- und Offline Layouts einbinden könnte, ohne jedes Mal die Formatierungen neu machen zu müssen.

Textverarbeitung auf dem Mac scheint mir aber eine sehr mühsame Angelegenheit zu sein und vorerst zu bleiben.

tboley

Ich kann nach einer sehr langen Suche nach dem idealen Programm (das es so nicht gibt) auch nur wärmstens LaTeX empfehlen. Auch wenn der Einstieg nicht einfach ist – das Endergebnis spricht einfach für sich. Vor allem im Bereich Dokumentation finde ich persönlich die Möglichkeit bestechend, numerierten Quelltext mit Syntaxhighlighting ohne Probleme einbauen zu können.

P.S.: Falls ich das richtig gesehen habe Gerrit, kann ich dir die Vorzüge von LaTeX am Samstag in Köln auf dem multimediatreff.de noch mal im Detail erklären :-)

Roman

Woher kommt bloß dieser Fundamentalismus?

Gerrit van Aaken

Ihr scheint es nicht so richtig zu verstehen. Ich weiß genau, was die Vorzüge von LaTeX sind! Ich kenne das Prinzip. Aber ich will halt auch Screenshots per Drag & Drop in mein Layout reinschmeißen, sie dort komfortabel beschneiden, mit Kringeln und Pfeilen versehen, ohne das Programm wechseln zu müssen.

Und ja, ich benötige ein direktes visuelles Feedback. Ich schreibe keine Doktorarbeit und auch kein Buch, ich will nur schnell und dreckig strukturierte und visuell ansprechende Dokumente erstellen. NeoOffice wäre perfekt, wenn die Bedienung und die Konsistenz akzeptabel wäre.

Chris

@Edoardo: Das stimmt so nicht, es gibt ca. eine Hand voll Tools für den Export von LaTeX nach OpenDocument (aber da Gerrit damit nicht arbeiten möchte und das schon einige Male betont hat, erübrigt sich da jede weitere Diskussion. Seinen (in meinen Augen) abwertenden Kommentar gegenüber LaTeX-Nutzern, »Eins muss man Euch Jüngern lassen – Ihr seid wirklich fanatisch!«, fand ich aber auch recht unpassend.).

Gerrit van Aaken

@Chris: Wenn Du die gleichen Erfahrungen mit LaTeX-Anhängern machen würdest, wie ich in meinem Blog, würdest Du auch von Fanatismus reden! Es ist aber eher mit einem zwinkernden Auge gemeint.

@all: Ich habe heute morgen einen kurzen Testlauf mit Pages gehabt und bin sehr begeistert: Dieses Programm löst alle meine Anforderungen exakt so, wie ich mir das vorstelle: Brillant!

Bleibt das ODF-Problem. Vermutlich werde ich zweigleisig fahren: Simple Dokumente wie Rechnungen und Kostenvoranschläge weiterhin mit NeoOffice – und komplexere Dinge mit floatenden, zu beschneidenden Bilder mit Pages. Natürlich darf ein PDF-Export am Ende nicht fehlen. Und zur Sicherheit kann ich ja auch die Daten zuerst in DOC, und dann per NeoOffice zusätzlich in ODF umwandeln.

Holger Dieterich

Trotz allem Microsoft-Bashings muss ich mal anmerken, dass die Bedienung und Stabilität von MS Office 2007 wirklich erstklassig ist (am PC und am Mac unter Parallels). Es hat sich richtig gut angefühlt, meine Diplomarbeit damit zu schreiben. Sogar eine gute Literaturverwaltung ist mit drin. Kein Vergleich zu MS Word vor 10 Jahren.

Es gibt einfach keine ernst zu nehmende Alternative auf dem Markt. Darin liegt das wahre Microsoft-Monopol, nicht im Betriebssystem.

Preislich geht MS Office 2007 bei 140 Euro los, Studenten zahlen die Hälfte.

Gerrit van Aaken

@Holger: Prinzipiell hast Du Recht! Was Bedienung und Komfort angeht, passt das schon! (Natürlich darf man Word nicht mit einem Layout-Programm verwechseln, was leider viele tun.)

Dennoch bin ich eben Idealist – und dass Microsoft sogar bei XML-basierten Dateiformaten wieder ein eigenes Süppchen kochen musste, will mir einfach nicht schmecken. Sie hätten doch mit Office Vista die Chance gehabt, echtes ODF zu unterstützen.

Johann Heyne

Meine Auftraggeber lesen Dokumente und Anleitungen gar nicht gern. White- und Projectpapers landen eh ungelesen in den Ablagen, schriftliche Fragen werden mit »Vielen Dank!« beantwortet, und wichtige E-Mails wiederholt angefordert, weil sie »verschwunden« sind. Nur wo »Rechnung« drauf steht wird offensichtlich beachtet, jedenfalls wurde immer pünktlich bezahlt. Vielen Dank an diese Stelle.

Ich verzichte deshalb auf zu viel Papierkram!
Eh ein Auftraggeber was liest, ruft er lieber an oder schickt eine E-Mail. Wichtige Ideen und Fakten verfasse ich als E-Mail oder Notiz in Mail. Wenn diese noch einige Jahre lesbar sind, reich mir dass. Ansonsten drucke ich aus. Dokumentationen sind meist kurzweilig. Dokumentationen für CMS, Backends und Sonstiges mache ich lieber als ScreenCast. Meine Auftraggeber lieben dass, Zitat: »das anleitungsvideo rockt mehr als der tatort den ich gerade schaue!«.

Ach ja, mein Pages ist ganz schön vereinsamt. Manchmal Spiel ich einfach nur so damit rum weil´s so schön ist.

Erik

Ich verwende zum Schreiben Scrivener und TextMate . Scrivener ist zwar »nur« zum Schreiben gedacht, kann aber (neben RTF/RTFD) auch in »MultiMarkdown« abspeichern; ausserdem kommt das Programm meiner Arbeitsweise beim »kreativen« Schreiben am nächsten. Wenn ich TextMate benutze, dann schreibe ich gleich in Docbook-XML und generiere die Dokumente dann mit FOP. Letzteres erlaubt mir die Schriftsätze in verschiedenen Formaten auszugeben.
BTW: Ich habe ein Buch in Word geschrieben, diese Erfahrung wünscht man keinem Feind. ;)

Cedric

@ Gerrit: Ich bin eigentlich gar kein LaTeX-Jünger / Anhänger / was auch immer. Ich weiß nur das die meisten WYSIWYG-Editoren nicht mit LaTeX mithalten können. Benutzen tue ich es selbst nur sehr selten. ;-)

Amy

Ich sehe gerade, dass noch niemand Papyrus (http://www.papyrus.de/) erwähnt hat. Ich konnte es in letzter Zeit nicht testen, es ist aber für Stabilität, Nutzerfreundlichkeit und Schnelligkeit bekannt. Wie es da mit ODF ausschaut, weiß ich mangels aktueller Erfahrungen nicht, allerdings sollten alle anderen Anforderungen erfüllt sein.

Amy

Na das ist ja weniger schön. So wird auch Papyrus zum No Go – schade.

Gerrit van Aaken

Andererseits hat mich der Beitrag nachdenklich gemacht: Wenn die Specs von ODF wirklich so unpräzise und schlampig zusammengestellt sind, so dass jedes ODF-fähige Programm meine Dokumente eh anders darstellen wird, kann man dieses Dateiformat ja auch nicht wirklich sinnvoll einsetzen, wenn es um exakte und originalgetreue Archivierung geht.

Bleiben noch PDF (nicht veränderbar) und Plain Text (Kein Layout, keine Bilder). Es sieht übel aus :-(

Dafür liebe ich es, mit Pages zu arbeiten. :-)

Simon

BTW: Wie’s aussieht, wird eine der nächsten Versionen von MS Office auch ODF unterstützen...

Florian Dersch

Wenn Du dann als PDF archivieren möchtest, dann bitte nur im PDF/A-Format.

Frank

Einziges Problem bei Pages: die Performance. Ich finde, bei einem Dokument mit ein paar Seiten inkl. Grafiken und Tabellen wird’s langsam. Mellel ist wesentlich schneller, gerade bei größeren Dokumenten mit Grafiken. Aber die Grafikfunktionalität in Pages ist einfach der Hit. Einfach reinschubsen und bearbeiten, platzieren, Pfeile dazu. Mir ist es noch nie so schnell gelungen, hübsche Dokumente zu erstellen wie mit Pages.

BTW: Ich hab noch ein 1.Gen Macbook (1,83GHz Core Duo mit 2GB RAM).

Chris

Vielleicht iCalamus?

http://www.icalamus.net

(aufwendige Multimedia-Dokumente speichert man am besten als PDF; den Text kann man jedenfalls extrahieren oder das PDF mit skim-app oder pdfpen bearbeiten.)

pdftotext

http://codesnippets.joyent.com/posts/show/1309

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