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Gerrit, 02.10.2007

Sollte man Serifenschriften im Lauftext verwenden?

Dies ist Teil 1 der großen Gewinnspielauflösung! Alle ein bis zwei Tage wird nun eine weitere Auflösung stattfinden, bis alle fünf Fragen ausführlich diskutiert sind!

Die besten Pro-Antworten

André Huf

Klar, wenn es eine schöne Schriftart ist. Bloß kein Times New Roman. Georgia tut meinen Augen persönlich am wohlsten wenn die Zeilenabstände stimmen. Und ich ein paar mal Apfel – + gedrückt habe. Übrigens Danke für die angenehme Schriftgröße auf Deinem Blog. (Das sollte jetzt keine Beeinflussung der Jury sein!)

Oliver Skawronek

Ja. Gerade bei längeren Textpassagen helfen Serifen sich besser in den Zeilen zurecht zu finden, da sie Hilfslinien dem Auge vorgaukeln. Wichtig für gute Lesbarkeit ist in erster Linie eine günstige Wahl des Zeilenabstandes sowie der der Textblockbreite. Beidesollten von der Schriftgröße(mit em Einheiten arbeiten) abhängig sein. Mit Georgia steht jedem Webdesigner eine gut leserliche Serifenschrift zur Verfügung. In entsprechender Schriftgröße (die Serifen dürfen nicht im Pixel-Wirrwar verloren gehen) ziehe ich Georgia Verdana vor.

Lothar Baier

Eindeutig ja, wenn die Schriftgröße und die Schrift stimmt. Wenn man die bei den meisten Browsern voreingestellten 12pt = 16px nicht unterschreitet, dann gehen auch Serifenschriften. Und wenn man dann Schriften nimmt, die für die Betrachtung am Monitor optimiert wurden (Georgia z.B.), dann ist das Ergebnis durchaus ansprechend und auch lesbar. Nur Times in 11px geht überhaupt nicht.

Sasan Seyfi

Print und Web rücken immer näher zuammen. Im Vertrauen auf stetig bessere Monitorauflösungen + reibungsloses=system- u. browserübergreifendes Anti-Aliasing …warum nicht?! Hierzu hat der Quizmaster m.E. alles Notwendige gesagt. Meine Serifenschmerzgrenze rangiert vorläufig noch bei 10.999999px.


Die besten Contra-Antworten

Florian Tolk

Nein. Es gilt ja, dass Webseiten möglichstr liberal gehalten werden sollen, auch Schriftgrößen. Bei ungeschickt eingestelltem Filter (z. B. ClearType) kann´s da leicht in die Unleserlichkeit führen.

Abgesehen davon sind Times und Georgia nicht meine Lieblingsschriften :)

Ben Majerus

Eher nicht. Serifenschriften sind ja grösstenteils für den Druck entworfen worden und sind deshalb auf Papier exzellent lesbar. Auf dem Bildschirm jedoch wird’s schnell unleserlich, zumal im Web oft klein(st)e Schriftgrössen für Lauftext benutzt werden und dann wird schon mal aus einem »rn« ein »m«. Deshalb finde ich, dass man am Bildschirm eher auf serifenlose Schriften zurückgreifen sollte, zumal die Standard-Systemschriften ja eben für genau diesen Zweck optimiert wurden. Für längere Texte kann man im Druckstylesheet ja immer noch eine Serifenschrift verwenden ;)

Martin Hiegl

Das ist abhängig vom Medium – doch mittel- bis langfristig wird auch auf dem Bildschirm nichts mehr dagegen sprechen Serifenschriften zu verwenden. Ein Argument dagegen wäre die Umgewöhnung, welche durch die Präsenz der serifenlosen Schriften im Internet bzw. im Computerumfeld an sich eingesetzt hat. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass sich die serifenlosen Schriften durchsetzen und beziehe die Position, dass man diese Entwicklung nicht aufhalten soll: also nein, im Lauftext, sollte, vor allem bei den aktuellen ppi, keine Serifenschrift verwendet werden.

Florian Eckerstorfer

Nein. Allerdings begründet sich das vor allem auf die riesige(!!) Auswahl von Schriften die man im Web einsetzen kann. Ich verwerfe den Gedanken Serifenschrift eigentlich immer weil ich mich einfach nicht zwischen Times und Georgia entscheiden kann. Spaß beiseite, Grundsätzlich wäre es ok (hängt natürlich von der Schrift ab), aber Georgia ist für Fließtext ungeeignet und Times ist, nun ja, nicht unbedingt eine ansprechende Schriftart.

Cedric Kastner

Serifenschriften haben für mich, als gelernter Mediengestalter, eigentlich nichts in einem Screenlayout zu suchen. Jedoch würde ich jederzeit eine Ausnahme machen wenn eine Verwendung als Stilistisches Mittel vorgesehen ist. So zum Beispiel bei (über)großen Headlines, oder als klare Kennzeichnung einer bestimmten Art von Text wie zum Beispiel Zitaten, Linkhervorhebungen, oder ähnlichem.

Stephan Schmatz

Nein. Serifenschriften sind auf Bildschirmen schlechter zu lesen, außerdem wirken sie meiner Meinung nach zu altmodisch für das Web.

Johannes Held

Nein. In einer Zeitung oder einem Buch sind Serifenschriften toll. Auf einem Monitor lässt sich eine serifenlose Schrift besser lesen. Überschriften oder »herausragenswerte« Elemente dürfen aber gerne mit Serifen gestaltet werden. Das zieht dann Aufmerksamheit auf sich.

Karen Bensmann

dagegen. :)
Schließlich sind Serifenschriften am Bildschirm sehr viel schlechter zu lesen, da die Pixel auf dem Bildschirm zu groß für die unter Umständen sehr filigranen Serifen sind. Das Schriftbild leidet und der User tut sich mit dem Lesen schwerer. In der Druckausgabe sind Serifenschriften jedoch gut geeignet.


Die besten Mischantworten

Tilman Schläger

Jain. Ist abhängig von der Art, Aufgabe und dem Gesamtbild der Website, und auch von der Aufmachung des Textes im Allgemeinen. Spon.de macht es sehr schön vor, dass längere Texte auch ohne Serifenschriften sehr angenehem zu lesen sind.

Stefan Nitzsche

Ja, wenn sie groß genug sind (>=13px). Nein, wenn sie kleiner sein sollen
(Monitorauflösung reicht nicht aus, um den Detailreichtum der
Serifenschriften darzustellen).

Martin Lange

Prinzipiell sind Serifenschriften mehr für das Printdesign gedacht und sehen meist auf dem Bildschirm sehr merkwürdig aus(z.B. Zu dünn). Daher sollte man für eine Webseite im Lauftext besser auf eine serifenlose zurückgreifen. Es gibt allerdings auch schöne Ausnahmen wie die Georgia. Da sie ihre Outlines in geringen Schriftgraden an die Pixel des Bildschirms anpasst, kann sie meist problemlos auch im Webdesign als Lauftext verwendet werden.

Milot Johnathan Mirdita

Auf Papier ja, im Web nur wenn es zum Seitenkonzept gehört. Serifen auf Papier lassen sich gut lesen, am Bildschirm meistens auch, aber bei Präsentationen auf dem Beamer kann es passieren, dass die Serifen unruhig dargestellt werden, was die ganze Präsentation unschön macht. Wenn die Serifen nicht zum Konzept passen, sollte man sie natürlich nicht verwenden, es gibt genügend gute Lesbare nicht Serifenschriften. Für eine Star Wars Fanseite würde ich niemals Serifen Schriften verwenden, für eine Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod aber schon. Aber solange man kein Comic Sans MS benutzt ist so ziemlich alles besser.

Henry

Ich denke, dass es eine sehr unspezifische Frage ist, da Lauftext sich ja nach Länge und nach dem Design richtet. An sich jedoch würde ich davon eher abraten, da man eben die Länge einzelner Abschnitte nicht unbedingt immer kontrollieren kann und auch dem Nutzer ein sehr präzises Bild der Information geben sollte. Auch werden von den meisten großen Websites nur serifenlose Schriften für den Lauftext benutzt, was einen Wiedererkennungswert und ein schnelles Einfinden in die Website garantiert, wenn man ebenso darauf setzt. Es kommt aber immer darauf an, welchen Effekt man erzielen möchte und das ist dann konsequenterweise auch ausschlaggebend dafür, ob man es verwenden sollte oder nicht.


Frage falsch verstanden, sorry dafür!

Ex

Contra. Da ich noch nirgends nen schönen flüssigen Lauftext oder nen Ticker gesehen haben, egal mit Java oder Flash glaube ich das Serifen eher Schlieren ziehen, vor allem an nem alten TFT Bildschirm mit 60 Hertz und langsamer Reaktionszeit. Ach Serifenschriften im Lauftext bringen sich nicht. Ich erkenn Serifenbuchstaben ja kaum wenn sie stehen.

Gero Z.

Nein. Lauftexte »um des Lauftextes Willen« (a’la Web 0.5 = private Homepage) sollten wenn möglich überhaupt nicht mehr verwendet werden. Ich sehe allerdings ein, dass Börsen- oder anderweitige Nachrichtenticker förmlich nach Lauftext schreien – aber wenn, dann bitte nur serifenlos, und bitte interaktiv zum Anhalten und Hin- und Herschieben, also per AJAX oder meinetwegen Flash. Aber das Marquee-Tag gehört weltweit geächtet.

Martin Zimny

Contra: Ich bin grundsätzlich gegen Lauftext, so wie ich gegen alle, sich unkontrolliert bewegenden Elemente einer Webseite bin. Lauftext empfinde ich als ähnlich ärgerlich wie blinkende Elemente, die ich mit demonstrativer Mißachtung strafe. Insofern ist mir die Schriftart darin völlig egal – Lauftext ist für mich etwas grundsätzlich negatives.

17 Kommentare

  1. Webstandard-Team am 2. Oktober 2007 #

    Für Überschriften sind sei mehr als geeignet, aber bitte nicht als Lauftext!

  2. Gero am 2. Oktober 2007 #

    Da bin ich ja mal nur froh, dass ich nicht der einzige bin, der »Lauftext« als »Laufschrift« und nicht als »Fließtext« verstanden hat. Dass ich also nicht der einzige bin, der sich durch diesen faux-pas gerade selbst mit Karacho ins Knie geschossen hat.

    Gero – Sechs, setzen. * seufz *

    Meine Antwort auf die richtig verstandene Frage wäre aus der Misch-Gruppe gekommen: Nicht gerade Feld-Wald-Wiesen-Times-New-Roman, nicht zu klein, und auf jeden Fall nur, wenn der Einsatzzweck es zulässt – zukünftig immer hochauflösendere Displays und/oder Subpixel-Rendering a/k/a ClearType mal als gottgegeben annehmend.

  3. Stefan | typneun am 2. Oktober 2007 #

    Ein klares Nein gegen Serifen im Grundtext, würde ich sagen. Lustigerweise ist es im Printbereich wohl genau anders herum … ;)

  4. David am 2. Oktober 2007 #

    Lauftext, Fließtext, Textbody, Mengentext, Grundtext, …
    Wenn sich die Designer untereinander nicht mehr verstehen, wie sollen sie sich dann nach außen verständlich machen?

  5. stefano picco am 2. Oktober 2007 #

    gibt es eine große tageszeitung, die keine serifenschrift in ihren fließtext benutzt? ... nun kommen bestimmt mehr beispiele als ich dachte, aber ich legs drauf an ^^

  6. MartinZimny am 2. Oktober 2007 #

    Gut – den Schuh mit dem Falschverstehen der Frage muß ich mir anziehen – aber darf ich dann wenigstens darauf bestehen, daß mein Name richtig geschrieben wird? ;-)

  7. Bernhard am 2. Oktober 2007 #

    Eigentlich haben nur drei Leute die Frage richtig verstanden. Eine »Laufschrift« hat typografisch nichts mit einem Fließtext zu tun. Das sehen auch die Leute auf Wiki so: http://de.wikipedia.org/wiki/Laufschrift

    Also: Gerrit – Sechs, setzen. ;-)

  8. Gerrit van Aaken am 2. Oktober 2007 #

    Da halte ich locker dagegen: http://de.wikipedia.org/wiki/Lauftext

  9. Bernhard am 2. Oktober 2007 #

    Ist korrigiert. :-)

  10. David am 2. Oktober 2007 #

    Und jetzt die Quizfrage: Was bedeutet engl. »running text«?

  11. Thomas Foe am 4. Oktober 2007 #

    Der running text ist der Löwenanteil in einem Schriftstück, also der allgemeingehaltene Inhalt ohne weitere Auszeichung (Zitat, Kommentar, Präambel etc.).

    Ansonsten sehr interessante Antworten, da ärger ich mich glatt, dass ich nicht auch mal was geschickt habe, aber die Zeit war letzthin immer arg knapp!

  12. Gerhard am 4. Oktober 2007 #

    Wo findet man eigentlich eine Übersicht solcher aus dem Printbereich stammender Bezeichnungen? Die wären manchmal ganz praktisch um den Aufbau einer Website zu beschreiben.

  13. Bernhard am 6. Oktober 2007 #

    Schau mal hier: http://www.typolexikon.de/

  14. Gerhard am 6. Oktober 2007 #

    Danke. Sehr interessant. Ich vermisse allerdings noch eine Übersicht der gerade bei Zeitungen oft verwendeten Begriffe wie beispielsweise Dachzeile.

  15. Ylva am 21. Oktober 2007 #

    Die Auflistung war wirklich richtig gut! Sonst verschwinden solche
    Informationen oft im Nirgendwo, umso mehr freue ich mich, dass du sie, wenn auch in ironischer Form ;-), aufgeführt hast!
    Ich bitte um mehr Umfragen solcher Art!

    Gruß
    Ylva

  16. Michael am 26. September 2009 #

    Da bin ich geteilter Ansicht, obwohl ich alle Kommentare nachvollziehen kann. Ich bin eher Hobby-Designer im Web-Bereich, also wohl kaum der Nabel der Welt, habe aber schon viele Sachen gebaut und bin immer wieder darauf zurückgekommen, genau zu schauen, für wen ich arbeite und wie der wirken möchte. Beispiel: zur Zeit baue ich eine Seite für ein japanisches Nobelrestaurant in Berlin – das komplette Layout habe ich erst mit Arial gefahren, aber mich dann im Zuge der Verschönerung eindeutig und schnell für Geogia entschieden – denn Arial geht einfach sowohl an der Sache als auch am Zielpublikum vorbei. Den Argumenten, die sich auf die Verwendung der Schrift zur alleinigen Gunst des Mediums Internet beziehen, möchte ich positiv entgegensetzen: wenn das Printdesigner so auch verfolgt hätten, sähe die Drucklandschaft heute sehr arm aus. Ich bin dafür, dass sich technische Mittel und Möglichkeiten so weiterentwickeln, dass in allen Bereichen kreativ und gut gearbeitet werden kann. Deshalb muss es doch auch immer wieder Leute geben, die Mut haben und zu den Seiten ausscheren.

  17. politessendutzer am 19. August 2014 #

    Schade hätte gern etwas gelesen zu hinting ,
    dem Problem mit 72 und 96dpi Loch-/Streifenmasken des Ausgabegeräts (Monitor, Tablett,…) .

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