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Gerrit, 09.01.2008

Social-Software-Klausur SS 2007

Ich habe mir gedacht, dass es vielleicht interessant sein könnte, wie die Klausuren so aussehen, die ich in meinem Seminar über Social Software so schreibe. Aus diesem Grund hier die Klausur aus dem letzten Semester. 60 mögliche Punkte, 60 Arbeitsminuten.

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Feeds

1. Man kann zwischen drei unterschiedlichen Arten von ­Feedreadern unterscheiden. Nennen Sie diese! (3 Punkte)

2. Welche Art von Feedreader verwenden Sie (würden Sie am ehesten verwenden)? Begründen Sie ganz knapp! (2 Punkte)

3. Wer für seine Website einen Newsfeed zum Abonnement anbietet, kann entweder alle Texte in voller Länge in den Feed integrieren, oder sich auf eine gekürzte Version beschränken. Erläutern Sie stichwortartig jeweils die Gründe! (8 Punkte)

Warum Fullfeed?

Warum gekürzter Feed?

Blogging

4. Nachdem sich „Welt“-Blogger Alan Posener in einem Beitrag auf „debatte.welt.de“ sehr kritisch und hämisch mit BILD-Chef Kai Diekmann auseinandergesetzt hatte, wurde dieser Beitrag nachträglich gelöscht. In einem Interview mit sueddeutsche.de darauf angesprochen, sagt „welt.de“-Chef Christoph Keese:

Keese: Im Journalismus gibt es keinen Einhandbetrieb, sondern Autoren, die Texte schreiben, und Redakteure, die Texte bearbeiten, oft in einem vielstufigen Verfahren. [...] Was am Ende in der Zeitung oder online erscheint, ist Teamarbeit. [...] Blogs arbeiten völlig anders – es sind subjektive Tagebücher. Beide Konzepte markieren Gegensätze …
sueddeutsche.de: Also wird Poseners Blog abgeschafft?
Keese: Er wird künftig wie alle Blogs eigener Redakteure vor der Veröffentlichung gegengelesen.

Nehmen Sie Stellung zu Keeses Meinung! Worauf muss man bei der Konzeption eines Blogangebotes bei einer Zeitung achten? Wo liegen die Konflikte? Wo die Chancen? (15 Punkte)

5. „Viele Hyperlinks von und zu anderen Websites sind das wichtigste ­Merkmal von Blogs.“ – Begründen Sie diese These! (8 Punkte)

6. Nennen Sie (außer Links) vier weitere Merkmale (inhaltlich oder formal), die ein typisches Blog von einer herkömmlichen News-Website, wie beispielsweise Marktführer Spiegel Online, unterscheidet! (4 Punkte)

Social Networks

7. Nennen Sie drei typische Social-Web-Plattformen unterschiedlicher Ausrichtung, bei denen Tagging eine besonders wichtige Rolle spielt. Begründen Sie jeweils stichwortartig ihre Entscheidung. (9 Punkte)

8. Nennen Sie drei Möglichkeiten, wie sich eine Social-Networking-Plattform kurz- oder langfristig finanzieren kann! (3 Punkte)

9. Diskutieren Sie knapp die Vor- und Nachteile eines internen Mailsystems, wie es bei vielen Plattformen zu finden ist. (8 Punkte)

21 Kommentare

  1. Gerrit am 9. Januar 2008 #

    Wenn Interesse besteht, kann ich auch die Klausur von diesem Semester online stellen  …

  2. Marc am 9. Januar 2008 #

    Interessant :-)

    Finde Frage 1 schon »schwer«... Wieso genau 3? Eigenständige Software, Integration in E-Mail-Client, Personalisierte Websites (z.B. Netvibes), Mobile Dienste, mein Wohnzimmer PC zeigt sie mir auf dem TV und es gibt bestimmt noch mehr, nur wo ist die Abgrenzung? Oder verstehe ich die Frage grundsätzlich falsch?

  3. Matthias am 9. Januar 2008 #

    Also wenn ich mir angucke, was so manche PR-Mitarbeiter von Web2.0-Unternehmen verzapfen, sollte dein Klausur zum Einstellungstest werden.
    Wir sind zwar noch nicht in der Situation, Einstellungsgespräche zu führen, aber mit deiner Erlaubnis würd ich mir da gern mal was abgucken.
    Vielleicht ein neues Berufsfeld für dich? Personalberater für Web2.0-Unternehmen ;)

  4. Martin am 9. Januar 2008 #

    Frage 1 ist mir auch aufgefallen. Meine Einfälle: Internetdienst, integrierter Feedreader im Mailprogramm (wie z. B. Thunderbird), eigenständiges Programm (wie z. B. RSSBandit), außerdem diese dynamischen Lesezeichen in Firefox, die ich nicht so richtig einordnen kann und ohnehin unpraktisch finde. Außerdem lässt sich beispielsweise der Instant Messenger Miranda auch mit einem RSS-Plugin ausstatten. Aber wie Marc schon sagte, es gibt sicher noch mehr. Es sollte für den geübten Bastler nicht besonders schwer sein, einen Router zu nehmen, dort einen seriellen Anschluss anzulöten, einen Feedreader auf dem Router zu installieren und dann damit ein selbstgebautes LCD-Modul anzusteuern.

  5. Ivo am 9. Januar 2008 #

    Interessante Klausur, Gerrit. Nichts für Leute, die in deinem Kurs nicht aufgepasst haben. Du hast doch hoffentlich alle Themen auch behandelt, oder?

  6. The Exit am 9. Januar 2008 #

    Ganz schön viel zu schreiben und noch mehr für den Korrektor zu lesen! Dürfte aber gut ausfallen!

  7. Jörg L. am 9. Januar 2008 #

    Punkt 5 macht mir Stirnrunzeln.
    Viele Links als das wichtigste Merkmal? Ist ein Blog etwa eine Linksammlung mit ein paar warmen Worten dazu? Das sehe ich anders. Genau hier auf praegnanz.de fallen mir auch nicht besonders viele Links auf.

  8. Felix am 9. Januar 2008 #

    Sollte aber wirklich machbar sein. Sehr schon finde ich, dass die Antworten durch Linienvordrucke kurz gehalten werden :-P

  9. Hoffi am 9. Januar 2008 #

    Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich damals mit der Frage nach den Vor- und Nachteilen von Fullfeeds bzw. gekürzten Feeds tüchtig zu kämpfen hatte. Dementsprechend sah meine Klausur auch an der Stelle aus. Nochmal ein großes Sorry dafür an Gerrit … ;)

  10. Jeriko am 10. Januar 2008 #

    Die Klausur von diesem Semester würde mich auch interessieren. Bei Frage 1 hätte ich zwischen On- und Offline-Feedreadern getrennt, aber was ist denn nun die dritte Variante? Oder gings da wirklich um Online, eigenständiger Reader und Integration in Mail-Client?

  11. Ed Hardy am 10. Januar 2008 #

    Super interessant! Vor allem die Frage zur Finanzierung von Social-Networking-Plattformen. Ich glaube, da sind sich die Plattofrmen manchmal selbst noch nicht so sicher ;)

  12. Gregor am 10. Januar 2008 #

    Wow, eine klasse Klausur, Gerrit! Ich hätte auch gerne die dazugehörige Vorlesung gesehen. Es sind sehr gut durchdachte, facettenreiche Fragestellungen. Du hast es Dir mit der Korrektur nicht grad einfach gemacht. Man bräuchte mehr Dozenten wie Dich.

  13. Jan am 10. Januar 2008 #

    Das ist aber mit Abstand die am besten designte Klausur ever; leider entstehen die wenigsten Klausuren meiner Dozenten in InDesign …

    Für die Fragen 4 und 5 ziehe ich absolut den Hut, da gab es mit Sicherheit interessante Antworten – mich würde auch die nächste Klausur interessieren. Blieb das Thema des Seminars gleich?

  14. Martin Gude am 10. Januar 2008 #

    Oh, cool. Die Veranstaltung hätte ich wohl auch ganz gern gehört. Mich würde auch eine Auswertung der Antworten der Klausur interessieren. Insbesondere die Aufgaben 4, 5 und 9 fänd ich da sehr spannend :o).

  15. Patrick am 10. Januar 2008 #

    Hi Gerrit,

    sind ein paar interessante Fragen dabei. Die diessemestrige Klausur wuerde mich auch interessieren.

  16. sotec am 10. Januar 2008 #

    Interessante Klausur mit guten Fragen!

  17. Eric am 10. Januar 2008 #

    Mir tut schon die Hand beim Gedanken daran weh, das ganze mit einem Stift schreiben zu müssen.

  18. Michael A. am 10. Januar 2008 #

    Bei dir würde ich gerne studieren …

  19. Frank am 11. Januar 2008 #

    ... und das bekommt man in einem Semester alles eingetrichtert?

    zu 1: Die Frage mögen vielleicht diese auf Anhieb beantworten, die die Vorlesung gehört haben und in etwa deine Erwartungshaltung kennen. Aber ansonsten kann ich das ja in jede Richtung klassifizieren.

    Zu 3: man kann sich auf auf die Überschriften beschränken.

    Zu 6: würde so etwas wie die Kommentarfunktion dazu zählen? Die meisten Zeitungen haben so etwas nicht, der Spiegel bietet sie bereits an.

  20. Martin am 14. Januar 2008 #

    Gibt’s auch eine Musterlösung? :)

  21. Jens am 15. Januar 2008 #

    Und für sowas bekommt man einen Leistungsnachweis? Eijeijei.

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