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Gerrit, 13.10.2004

sIFR – Revolution der Webtypografie?

Eines der Grundprobleme der Web-Typografie ist unbestritten die Beschränkung auf nur fünf oder sechs langweilige Web-Schriften. Mike Davidson beschert uns mit sIFR womöglich eine pragmatische und funktionierende Lösung.

Das ganze beruht darauf, dass Textabschnitte, die z. B. als Überschrift <h1> ausgezeichnet werden, beim Aufbau der Seite automatisch durch einen dynamischen Flash-Film ersetzt werden, in den die gewünschte Schrift eingebettet ist.

Der Release Candidate 4 von sIFR 2.0 (sprich: »siffer«) steht auf Davidsons Website zum kostenlosen Download bereit.

Nach einem kurzen Test und der Inspizierung einiger Websites, die die neue Technik bereits anwenden, kann ich zunächst ein sehr positives Fazit ziehen: Endlich können Web-Designern für Überschriften und kurze Teaser-Texte die Schrift ihrer Wahl einsetzen. Womöglich die Hausschrift des Kunden? Oder einen krassen Grunge-Font? Und das alles vollautomatisch, sogar über mehrere Zeilen hinweg und ohne GIF-Bilder oder seltsamen, browserspezifischen Techniken.

Wie funktioniert das?

sIFR (scalable Inman Flash Replacement) ist eine Kombination aus mehreren Web-Technologien. Die Grundlage ist ein konventionelles (X)HTML-File, welches die üblichen CSS-Selektoren zur Schriftformatierung enthält, jedoch zusätzlich einige spezielle CSS-Selektoren, mit denen bei gelungenem Flash-Replacement die alten Überschriften unsichtbar gemacht werden. Natürlich können diese Styles auch in ein externes File ausgelagert werden.

Des Weiteren wird eine externe JavaScript-Datei (»sifr.js«) eingebunden und am Ende des HTML-MarkUps noch einmal ein Abschnitt mit weiteren JavaScript-Befehlen eingefügt, in denen man die Parameter für die neuen Überschriften festlegen kann. Abgerundet wird der Reigen der enthaltenen Dateien durch zwei externe Actionscript-Files (»customize_me.as« und »dont_customize_me.as«).

Der Trick ist folgender: Bei eingeschaltetem Javascript und installiertem Flash-Player 6+ wird sIFR aktiv und ersetzt die definierten HTML-Tags (wie <h1> oder <p id="teaser">) durch die Flash-Schriftenfiles, welche mit dem darzustellenden Text innerhalb der Tags gefüttert werden.

Das eigentliche Rendering der Schriften erledigt folglich Flash. Für jeden verwendeten Font muss eine eigene .swf-Datei angelegt werden. Kinderleicht, denn eine Vorlage in Form einer .fla-Datei (ab Flash 6) wird mitgeliefert. Man öffnet diese, ändert die einzubettende Schrift nach Wunsch, fügt alle benötigten Sonderzeichen hinzu und exportiert das Ganze unter einem sinnigen Namen (z. B. »schmelvetica.swf«).

Der Clou: Alle Module des sIFR-Systems kommunizieren miteinander, nur wenige Parameter müssen statisch angelegt werden. Somit bleibe ich als Web-Designer flexibel, und Änderungen an Text oder Layout sind sofort sichtbar – fast so, als ob ich mit gewöhnlichen HTML-Schriften hantieren würde.

Aber was ist mit der Validität?

Keine Angst, alles wird gut! Das MarkUp ist komplett valide und besteht jeden W3C-Test. Wenn entweder Flash oder JavaScript nicht auffindbar ist, bleibt alles beim alten: HTML-Text, der mittels CSS gestylt wird. Es ist also eine optische Verbesserung für alle, die es nutzen können, aber kein inhaltlicher Nachteil für Flash- oder Javascript-Verweigerer.

Und wie steht’s mit der Kompatibilität?

Zugegeben: Flash ist eine propietäre Technologie. Doch im Gegensatz zu den anderen beiden Versuchen, Fonts in HTML-Dokumente einzubetten, kann fast jeder die Vorteile nutzen. Wir erinnern uns; Bitstream hat seine WebFont-Technologie inzwischen aufgegeben, und Microsoft hatte sowieso niemals vor, seinen @font-face Ansatz auf anderen Browsern als dem IE zu ermöglichen.

Flash und Javascript sind hingegen auf über 80% der heutigen Rechner aktiv, und laut Mike Davidson funktioniert sIFR 2.0 somit auf jedem modernen Browser unter jedem Betriebssystem – Internet Explorer ab 5.0 eingeschlossen, wie schön.

Sind das dann alles Raupkopien? (Nachtrag am 18.2.2005)

Man kommt nun schnell an den Punkt, an dem man sich über mögliche rechtliche Probleme Gedanken macht. Denn wenn ich einen Font in das sIFR-Flash-Format einbette, ist diese Datei ja grundsätzlich überall nutzbar, und jedermann kann sie von meinem Webspace herunterladen. Somit würde man diesen Font praktisch zum Download anbieten – wenn auch nicht direkt als TrueType oder PostScript, sondern quaasi in einem neuen Font-Format, dass dann eben nur in HTML nutzbar ist.

Das alles wäre kein Beinbruch, wenn es nur um Freefonts oder Systemfonts ginge. Doch natürlich lassen sich mit sIFR auch kommerzielle Schriften einbetten, die eigentlich nicht jeder herunterladen und selber einsetzen können soll. Glücklicherweise wurde hierfür eine clevere Lösung gefunden! Beim Erstellen der .swf-Datei kann man nämlich den Einsatz der Schrift auf ganz bestimmte Web-Domains beschränken. Sobald dann jemand versucht, die »raubkopierte« Schrift auf einer anderen Website (einem anderen Server) zu betreiben, verweigert sIFR die Darstellung. Somit ist man auf der sicheren Seite, was den Einsatz von kommerziell vertriebenen Fonts angeht – vorausgesetzt natürlich, man besitzt selber eine Lizenz und der Font ist prinzipiell für die geschützte Einbettung in Flash freigegeben.

Fazit

Ich halte sIFR für einen faszinierenden Ansatz. Die Umsetzung ist so sauber, wie sie nur sein kann: Validierender Code, vergleichsweise einfache Handhabung durch Script-Kommentare, Alternativplan bei Inkompatibilität. Der Entwickler hat sogar daran gedacht, die Buchstaben der Flashüberschriften mit der Maus markierbar zu machen, was ich sehr schätze. Natürlich wird es wieder Meckerer aus dem Lager der Puristen geben, aber ich denke, dass man diese Argumente relativ leicht entkräften kann. Und wenn es doch berechtigte Kritikpunkte gibt: Mr. Davidson arbeitet weiter dran und vielleicht gibt es ja bald schon Version 3.0.

Beispiele von sIFR in der Praxis

update: Nachteile/Probleme

Einige kluge Menschen haben hier Kommentare zum Thema gemacht. Es folgt eine Liste mit Problemen, die es beim Einsatz von sIFR geben könnte:

  • Das Anpassen der Laufweite (letter-spacing) ist nicht möglich. Sehr schade!
  • Die sIFR-Texte werden beim Textzoom zunächst nicht mitskaliert, erst nach einem Reload der Seite.
  • Text und Überschrift lassen sich nicht mehr gemeinsam markieren.
  • Bei Layouts mit variabler Breite ändern sich die Flash-Objekte nicht mit, wenn man die Größe des Fensters ändert.
  • Verlinkte sIFR-Texte können nicht per Kontextmenü (rechte Maustaste) kopiert oder anderweitig verwendet werden.
  • Überschriften erscheinen erst deutlich nach dem Rest des Inhalts. Bei Einbettung von Flickr-Fotos ist dies besonders unangenehm.
  • User-Stylesheets haben keinen Einfluss auf die sIFR-Texte: Sehbehinderte surfen häufig mit inversen Farben.
  • Wer mit abgeschaltenem CSS, aber mit JavaScript surft, bekommt die Überschriften doppelt zu sehen (Eher unwahrscheinlich).

38 Kommentare

  1. typneun am 16. September 2004 #

    tja, das klingt wirklich sehr fein. jez fehlt nur noch das manuelle unterschneiden, oder? denn eine schöne typo ist (fast) nichts ohne passendes kerning, meine herren und damen typograf-kollegen… :D
  2. lemming am 16. September 2004 #

    Sehr interessant. Ich bin leider kein Typograf, aber wenn selbst ich das für interessant halte…
  3. Jan am 16. September 2004 #

    Ich finde das ganze genau so genial wie ihr alle, ein winzigkleiner Nachteil ist mir allerdings aufgefallen:
    Text und Überschrift lassen sich nicht mehr gemeinsam markieren.
  4. Beate am 16. September 2004 #

    Einen Haken hab ich gefunden: Wer ohne Styles, aber mit JS surft, bekommt die Überschriften doppelt zu sehen. Ich weiss aber nicht, wie viele User das tatsächlich betrifft.

    @Jan: Wenn man nicht das Werkzeug des Teufels verwendet, klappt das mit dem Markieren von Text.
  5. Gerrit am 16. September 2004 #

    @beate: In Safari geht’s leider auch nicht. Aber es gibt bedeutend Schlimmeres.
  6. typomaniac am 16. September 2004 #

    ich mag mich irren – ist es aber nicht so, dass das einbetten von schriften normalerweise nicht gestattet ist? weder in pdf noch in flash? das ist ein oft »vergessener« aspekt. der fontshop bietet ja zum einbetten in webdokumente eine eigene kollektion an.
  7. Gerrit am 16. September 2004 #

    Ich habe den Rechtsratgeber vom Fontshop gelesen. Die Quintessenz beim Einbetten von Schriften in digitale Dokumente lautet hier: Solange man rechtmäßiger Besitzer der Schrift ist und solange man das Dokument mit der eingebetteten Schrift vor dem Export selbiger schützt, ist das Einbetten kein Problem. Die Flashdateien, die bei sIFR zum Einsatz kommen, sind standardmäßig importgeschützt und können ohne das zugehörige .fla-File nicht geöffnet werden. Ergo dürfte das Font-Embedding in diesem Falle erlaubt sein, da ein potenzieller Schriftendieb keine Möglichkeit hat, eine funktionierende Schriftdatei daraus zu rekonstruieren.
  8. Thiemo am 17. September 2004 #

    Der Titel im Beispiel ist ein Link, den man u.a. nicht in die Zwischenablage kopieren kann. * Bei fließenden Layouts ändern sich die Flash-Objekte nicht mit, wenn man die Größe des Fensters ändert. * Ich bin sicher, es gibt noch mehr Nachteile, aber ja: Besser als GIFs ist’s allemal.
  9. Julian am 17. September 2004 #

    Die Idee find ich auch klasse, aber leider funsts bei mir unter Linux und mit Konqueror 3.1.4 nicht. Liegt das daran, das sie so alt ist oder gehts bei Konqueror allgemein nicht?
    Zum Glück hab ich ja noch Firefox;)
  10. Martin am 17. September 2004 #

    Text und Überschrift lassen sich nicht mehr gemeinsam markieren.

    Wenn man nicht das Werkzeug des Teufels verwendet, klappt das mit dem Markieren von Text.

    Aber nicht zusammen mit dem übrigen Text. Desweiteren kriegt man nicht das bei Text übliche Kontextmenü. Mittelklicks zum Öffnen des Links in einem neuen Tab funktionieren nicht mehr. Und was damit vermutlich auch kommen wird (wie es dort auch zu sehen ist), ist die Vernachlässigung des Alternativtextes. Mit ein bisschen CSS lässt sich so viel erreichen. Siehe auch hier, sieht doch klasse aus ;-) Kantenglättung geht auch ohne Flash :) Zudem nervt es, wenn so elementare Dinge wie die Überschrift erst ein paar Sekunden nach dem übrigen Inhalt erscheinen (trotz DSL).

    Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit :P
  11. Gerrit am 17. September 2004 #

    @Martin: Gute Punkte! Doch wozu brauchst Du denn einen Alternativtext bei Überschriften? Die sind doch geschrieben? Und wer mit Braille-Zeile oder Textbrowser unterwegs ist, kriegt von sIFR nichts mit – alles ist wie gewohnt, weil sIFR nicht aktiv wird.
  12. Nick Blume am 17. September 2004 #

    Wirklich interessant – was es alles gibt!
  13. Martin am 18. September 2004 #

    Was ich mit der “Vernachlässigung des Alternativtextes” meinte, wird deutlich, wenn man JavaScript ausschaltet. Die Überschriften sind dann ja nicht mehr in Flash und sehen nicht besonders schön aus. Da würde ein wenig mehr oder anderes CSS helfen. Vielleicht ist das Aussehen gewollt, das kann ich nicht ausschließen, aber ich denke, mit der Gewöhnung daran, dass die Überschriften in Flash sind, passiert es leicht, dass man den NoFlash-Text beim designen vergisst.
  14. Martin am 18. September 2004 #

    ... wenn man gar kein Flash hat, muss man JavaScript nicht ausschalten, um den Effekt zu sehen ;-)
  15. Gerrit am 18. September 2004 #

    Das habe ich falsch verstanden. Selbstverständlich gehört zum guten Ton, dass man eine möglichst passende CSS-Schrift in der richtigen Farbe usw. auswählt, siehe dazu meinen Essay über HTML-Schriften. Das gehört dazu. Aber wie gesagt: Mit Sicherheit über 90% der User surfen mit JS und Flash. Diesen Menschen kann man doch ruhig eine Verschönerung des Angebots gönnen. JSFe sozusagen (JavaScriptFlash enchanced), zusätzlich zu MOSe (MozillaOperaSafari enhanced).
  16. Martin am 19. September 2004 #

    Vielleicht könnte man ein paar Nachteile umgehen, wenn man die normale Schrift über das Flash legt, und dann mit opacity:0 die Sicht zum Flash freimacht. Das würde allerdings auch wieder das eine oder andere Problemchen mit sich bringen.
  17. Klaus Hartl am 20. September 2004 #

    Ein weiteres mögliches Accessibility-Problem: Wird die Nutzung von Userstylesheets bedacht? Sehbehinderte wollen sich Seiten unter Umständen “invers” anschauen.
    Es wäre toll, wenn das im sIFR berücksichtig würde?
  18. Martin am 20. September 2004 #

    Was ich noch vergessen habe: Die Zoom-Funktion ist auch funktionsuntüchtig (auch in Opera).
  19. Gerrit am 20. September 2004 #

    Danke für die vielen kritischen Stimmen. Ich werde versuchen, dass ein wenig zusammenzufassen und an den Artikel dranzuhängen.
  20. Jörg Petermann am 31. Oktober 2004 #

    Pro & Contra zur sIFR betrachtet dieser Tage auch Dave Shea von Mezzoblue unter http://www.mezzoblue.com/archives/2004/10/26/sifr/index.php.
  21. P. Rennecke am 4. November 2004 #

    anderer Ansatz: dynamisch mit PHP und JavaScript erzeugter Text als PNG ;-)

    http://www.alistapart.com/articles/dynatext/
  22. Peter Linzenkirchner am 1. Dezember 2004 #

    Ich habe auch noch ein Problem gefunden: Zumindest in Safari drucken die Überschriften nicht mit aus. Ob das auch in anderen Browsern so ist, habe ich nicht getestet. Ich denke aber schon  … Das finde ich nicht so gut.
  23. Gerrit am 1. Dezember 2004 #

    Naja, dafür ist dann das Print-Stylesheet da :-)
  24. Frank am 25. Januar 2005 #

    Zum Thema Urheberrechte bei Schriften.

    Das Verbreiten eines Fonts ohne Lizenz ist genauso illegal wie bei MP3s, Kinofilmen etc. Verbreiten bedeutet im deutschen Urheberrecht »zugänglich machen«. Das bedeutet bei Typo: Der User darf die Schrift angucken, aber in keinem Fall in eigenen Dokumenten verwenden können. Genau das aber ist bei sIFR mühelos möglich, man muß nur den eigenen Browsercache durchforsten und die Arial.swf (oder was auch immer) an eigene HTML-Seiten binden.

    Und noch schlimmer: Es gibt ein Dutzend Tools, die aus Flash-Filmen die Inhalte extrahieren, unter anderem auch die Schriften. Hat der Autor diese vollständig eingebettet, landet ein handliches TrueType-File auf der Festplatte des Users.

    SIFR ist klasse, aber man sollte auch die Konsequenzen bedenken.
  25. Gerrit am 26. Januar 2005 #

    @Frank: Sehr interessante Gedanken. Was das Extrahieren von Schriften angeht: Ich fühle immer noch einen entscheidenen Unterschied zwischen »Schriften zugänglich machen« und »Schriften einbetten und auf Macromedia vertrauen«. Wenn der eingebaute Schutzmechanismus von Flash so leicht geknackt werden kann, ist das doch nicht mein Problem!

    Dass das schrift.swf-File prinzipiell offen zugänglich ist und sie jeder für seine sIFR-Installation nutzen kann, ist wohl wahr. Die Frage: Werde ich durch den Einsatz von sIFR zum Zugänglichmacher für Fonts? Nehmen wir an, der User schnappt sich das .swr-File, extrahiert nicht die Schrift, aber setzt das File auf einer Website ein, um ebenfalls sIFR-Schriften zu generieren. Ich habe auf die Existenz dieser .swf-Datei nicht hingewiesen. Lediglich durch einen kleinen Eintrag im Quelltext oder durch ein geübtes Auge kann man erkennen, dass hier sIFR am Werk ist. Nun muss das .swf-File ausfindig gemacht werden. Dazu begibt man sich in die Medien-Auflistung seines Browser und sucht ein bisschen rum. Bingo! Aber war das jetzt – einfach? Nur auf Umwegen kann der potenzielle Raubkopierer erfahren, wie er sich die Schrift zunutze machen kann. Von »Anbieten« oder »zugänglich machen« kann hier keine Rede sein, wie ich finde.

    Wo ist die Grenze? Kann man überhaupt eine Schrift digital verwenden, ohne sie »zugänglich zu machen«? Immer alle Texte in Pfade umwandeln? Nö. Wenn eine gekaufte Schrift das Einbetten nicht erlaubt, dann soll sie entsprechend programmiert sein (Ist möglich). Wenn das nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass ich die Schrift verwenden darf, und zwar sowohl in PDFs als auch in sIFR.
  26. Aristoteles Pagaltzis am 5. März 2005 #

    Selbst wenn die Schrift in Pfade oder Bitmaps gewandelt wurde — die kann man ja tracen. Selbst Kerning-Informationen u.ä. lassen sich aus einem Dokument mit einem eingebetteten Font nachvollziehen. Sogesehen ist selbst das Logo auf der Fensterfassade eine »Verbreitung« der Schrift, die man ja abfotographieren und tracen könnte.

    Irgendwo muss man einen Strich ziehen.

    Was sIFR betrifft, finde ich die Lösung äusserst problematisch.

    * Es gibt zB Leute wie mich, die Flash aufgrund des Misbrauchs für Webwerbung blocken — das sieht dann garnicht schön aus. Noch problematischer ist die Verwendung von sIFR in Linktexten.

    * Den schon erwähnten Verlust der Mittelklick- bzw Ctrl-Klick-Funktion des Browsers, schön demonstriert bei Six Apart, kann ich nicht verschmerzen. Was noch nicht erwähnt wurde ist, dass auch die Anzeige des Linkziels in der Browserstatusleiste ausser gefecht gesetzt wird.

    Zudem verwende ich die Textzoom-Funktion sehr oft, wobei mir sIFR-Überschriften natürlich im Weg stehen.

    Nicht zuletzt wird der Browser bei einer grossen Anzahl laufender Flash-Objekte doch sehr behäbig — und hakeliges Scrolling ist mir immer ein Dorn im Auge.

    Ausserdem glättet Flash die Schriften ganz anders als das System — zumindest ganz anders als das bei Linux übliche Xft. Meiner Meinung nach ist die Glättung von Flash der von Xft deutlich unterlegen, sodass mir sIFR-Überschriften schon ihres schwammigen Aussehens wegen sofort ins Auge fallen.

    Alles in allem wirken sIFR-Überschriften wie ebenjene Fremdkörper, die sie sind.
  27. Gerrit am 5. März 2005 #

    Jürgen Siebert vom FontShop hat auf meine Anfrage hin die rechtliche Lage einmal umrissen:

    Einbetten

    Das Einbetten von Schriften in elektronische Dokumente oder Internetseiten ist bei den meisten Schriftenhäusern nur gestattet, wenn zweifelsfrei sichergestellt ist, dass der Empfänger die Schriften-Software nicht zum Editieren oder zum Erstellen neuer Dokumente verwenden kann (read-only). Es muss ausgeschlossen sein, dass die Schriften-Software ganz oder teilweise aus solchen Dokumenten extrahiert werden kann (dabei ist es bedeutungslos, wie einfach oder kompliziert ein solcher Vorgang sein kann … diese Prozesse lassen sich mit einer gehörigen Portion krimineller Energie scripten).
    Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Schrifthersteller das Einbetten von Schriften in MS-Office-Anwendungen zum Beispiel generell untersagen; die Einbettung in PDFs ist meist gestattet, weil Acrobat ausreichende Sicherheitseinstellungen anbietet.

    2. Weitergeben

    Der Lizenznehmer einer Schrift darf die in Dokumenten eingebetteten Schriften-Software nur elektronisch weiterleiten, wenn diese Dokumente ausschließlich für persönliche oder interne Geschäftszwecke bestimmt sind und die Schriften-Software darin als statische grafische Abbildung (z.B. als gif oder jpg) eingebettet ist oder in einem sicheren Format, das nur die Ansicht und das Drucken gestattet (nicht aber das Editieren und Extrahieren).
    Die neuen Lizenzbedingungen von Linotype und anderen Schriftenhäusern fordern für kommerzielle elektronische Dokument mit eingebetteten Schriften (darunter verstehen sie jedes Dokument, das öffentlich angeboten wird, egal ob kostenlos oder gegen Gebühr) eine spezielle Lizenz; im übrigen müssen die o. g. Sicherheitsmaßnahmen gewahrt bleiben.

    3. Was tun?

    Einige Hersteller (z. B. Emigre, FontBureau) untersagen das Einbetten Ihrer Schriften-Software generell. FontShop bietet z. B. die FF WebFonts für den Einsatz im Internet an. Diese unterliegen anderen Lizenzbedingungen (was leider auf unserer Webseite nicht deutlich genug gesagt wird … aber wir arbeiten am Relaunch).
  28. Gerrit am 5. März 2005 #

    @Aristoteles: kann ich alles nachvollziehen. Was ich nicht verstehe: Wieso hast Du dann überhaupt Flash auf Deinem Browser installiert, wenn Du generell alle Flash-Filme blockst? Du kannst das Plugin doch einfach rauskicken, dann versucht sIFR gar nicht erst, aktiv zu werden, und Du siehst die herkömmlichen HTML-Texte.
  29. Rudi am 19. November 2005 #

    flash schön und gut, aber was ist mit den Suchmaschinen die dann keine Überschriften finden und das Angebot für weniger interessant einstufen?
  30. Gerrit am 19. November 2005 #

    Lies den Artikel.
  31. Koka am 14. Januar 2006 #

    Ich komme immer mehr von sIFR ab, und hab mich mal nach Alternativen umgeschaut. Da habe ich dieses TXP-Plugin entdeckt: http://thresholdstate.com/software/3704/zem_image_replace
    Was haltet ihr davon?
  32. seveneleven am 7. Februar 2006 #

    NACHTEIL: Wie es aussieht, werden die Überschriften beim Ausdruck nicht mitgedruckt, weil Flash. Kann man das ändern? Wenn nicht, ist diese Technik völlig sinnlos.

  33. Gerrit am 7. Februar 2006 #

    Aktuelle sIFR-Versionen liefern auch Funktionalität für Print-Styles mit. habe das noch nicht ausprobiert, sollte aber klappen.

  34. Guido am 8. Februar 2006 #

    Ich habe immer wieder beim Einsatz von sIFR das Problem, dass sich der Text in Abhängigkeit zur Textlänge sehr unterschiedlich verhält. Mal wird der Text kleiner, mal größer angezeigt. An der fla-Datei und an der Schriftgröße nichts verändert. Ich verzweifel regelmäßig und habe sIFR schon fast als (gute) Technik verbannt. Vielleicht kennt jemand dieses Problem und kennt eine Lösung.

  35. jesuz am 30. März 2006 #

    das ist der absolute hammer! wirklich genial, jetzt müsste ich es nur noch umsetzen können!
    gibts ein ausführliches tutorial irgendwo?

  36. Anna am 3. Mai 2006 #

    Habe gerade zwei Tage gebraucht, um herauszufinden, warum meine gesIFRte Überschrift im Internet Explorer doppelt erscheint (einmal ungesIFRt). Lösung: die beiden sIFR-Stylesheets dürfen nicht per @import eingebunden werden … Hoffe das hilft hier jemandem :-)

  37. Peter Kent am 5. Januar 2007 #

    Ich hatte Probleme mit Umlauten, dazu habe ich diesen Beitrag gefunden. Gerade da ich keine Ahnung habe von Flash doch sehr hilfreich.

  38. Marco am 30. März 2007 #

    ... eine sehr schöne neue Möglichkeit, für eine neue Seite die ich gestalten werde!
    Eine Frage habe ich dennoch: Man kennt es, dass für google die Überschriften nicht unwichtig sind. Wie verhalten sich die Suchmaschinen??? Gibt es da ein Feedback???
    Grüße und nochmals danke!

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