rEFIt ist der bessere Bootloader

Wer einen Mac besitzt, dessen optisches Laufwerk nicht ohne weiteres austauschbar ist (sprich: Alle Macs bis auf die »Kick-Ass Machine« Mac Pro), der kann nur hoffen, dass jenes Laufwerk nicht kaputt geht. Bei meinen beiden alten Mac-Notebooks (Ti-Powerbook und 1st Gen MacBook) ist das selbstverständlich passiert.

Besonders nervig ist es, wenn man Windows auf eine Bootcamp-Partition spielen will. Das besonders schöne Problem dabei: Der eingebaute Boot Loader des Macs erkennt keine externen Laufwerke, weder Firewire noch USB. Preisfrage: Wie bekomme ich nun mein Windows auf meine Partition, wenn das interne Laufwerk des Macs die CD partout nicht akzeptieren möchte?

Folgende Lösungsmöglichkeiten habe ich gestern als nicht geeignet befunden:

  1. Eine neue CD-ROM mit einer 1:1-Kopie der Original-Windows-CD brennen.
  2. Damit versuchen, von interner Platte zu installieren und die CD 10 Mal hintereinander einschieben, bis er sie endlich schluckt. (geht trotzdem nicht richtig, hat 5 Stunden gedauert, bis ich das Experiment abgebrochen habe)
  3. Per VMWare Fusion auf die halbkaputte, unvollständige Windowsinstallation (siehe Punkt 1) zugreifen, um ihm doch irgendwie das externe Laufwerk unterzujubeln.
  4. Per Netzwerk booten (Das habe ich nicht probiert, es soll die Hölle sein.)
  5. Das externe Superdrive des MacBook Air läuft famoser Weise nur mit dem MacBook Air. (Apple ist evil)

Was dann letztlich geholfen hat ist die Software rEFIt, die den Bootloader des Macs ersetzt und ihm mehr Power verleiht. Damit war es nun endlich möglich, von dem externen Laufwerk zu starten und Windows zu installieren.

26 Kommentare

macx

Das Ding würde ich alleine schon deswegen nicht installieren, weil es extrem hässlich ist.

Gerrit

Ich habe aber keine Wahl. Und im Vergleich zu den sonstigen Tools, die aus der Linux-Hackerecke kommen, ist das extrem hübsch gemacht.

Struppi

typisch Macianer, hauptsache »hübsch«

Neq'

Wow, an solchen Kommentaren merkt man wieder das sich die Klischees von Mac-Usern vollends bestätigen.
Ist euch das Design eines Tools wichtiger als dessen Funktion (wenn keine vergleichsweise »schöneren« Tools vorhanden sind)?

Maik

Beim Macbook Air-Superdrive ist es ausnahmsweise kein Fall von „Apple is evil“.

Der Grund für die feste Kopplung ans Hostgerät ist, dass das Laufwerk die USB-Spezifikation nicht vollständig einhält: Es zieht deutlich mehr Strom aus der Buchse, als USB erlaubt, das eigentliche Laufwerk ist da gierig. Das Macbook Air wurde darauf speziell vorbereitet und kann soviel Strom liefern, aber irgendein anderer USB-Host könnte beschädigt werden, wenn das Laufwerk sich da einschaltet. Nur das möchte Apple verhindern.
Diverse Hersteller von externen Festplatten sehen das übrigens deutlich lockerer und sagen, wir ziehen gerade mal doppelt so viel Strom wie erlaubt, das wird der Host schon aushalten. Meistens haben sie damit Recht, und wenn nicht, hat der Kunde halt Pech gehabt.

mike

Wie konntest du den rEFIt installieren?

Marc

Beim Macbook Air-Superdrive ist es ausnahmsweise kein Fall von „Apple is evil“.

passt das zu

Der Grund für die feste Kopplung ans Hostgerät ist, dass das Laufwerk die USB-Spezifikation nicht vollständig einhält

?

Maik

Marc, ja, meiner Ansicht nach passt das.
Fakt ist, dass die eigentliche Laufwerkseinheit so viel Saft braucht, um zu arbeiten. Da kommt auch Apple nicht drumherum.
Das lässt ihnen eigentlich nur drei Möglichkeiten: * Laufwerk geht nur mit externem Netzteil * Eigener Akku im Laufwerk * USB-Spec verletzen und mehr Strom dort rausziehen
Die erste Variante ist pfui – das Laufwerk soll auch mobil funktionieren. Bei der zweiten Variante ginge das, die würde allerdings das Laufwerk teurer und schwerer machen sowie die Lebensdauer deutlich beschränken. Da hätte ich wohl auch die dritte Variante gewählt. Dass sie, wenn sie schon den Standard verletzten, darauf achten, dass dadurch keinesfalls Fremdgeräte beschädigt werden, finde ich nur verantwortungsbewusst. Dafür, dass USB nur 500mA erlaubt, können sie ja direkt nichts. (USB 3.0 erlaubt übrigens deutlich mehr, Intel hat das Problem durchaus erkannt.)

Gerrit, wieso ist eigentlich im Kommentarfeld „Merken“ ein Label, aber „E-Mail-Benachrichtigung …“ normaler Text? Und wieso wertet das Kommentar-Textile keine Aufzählungen aus?

Gerrit

@Maik: Das Plugin für die Benachrichtigungen spuckt diesen Code leider so aus. Und in den Kommentaren ist nur »Textile light« aktiv, welches in mancherlei Hinsicht beschränkt ist.

Martin

Sinnvoll wäre es meines Erachtens, wenn sich das optische Laufwerk auch mit externem Netzteil betreiben ließe. Man kann es ja trotzdem so konstruieren, dass das Laufwerk beim Betrieb am Macbook Air auch ohne Netzteil funktioniert.

Und wer sich unterwegs schon durch ein Netzteil eingeschränkt fühlt, der wählt vielleicht besser ein Modell mit internem Laufwerk.

actraiser

Zweiten mac besorgen, CD/DVD reinstecken und auf dem Zielmac einfach »entfernte CD/DVD« im Finder anklicken. Dann kann man über wlan die cd/dvd im funktionierenden Maclaufwerk auf den Zielrechner installieren.

-act

Gerrit

@actraiser: Das klappt vielleicht im Finder unter Mac OS X, aber sicher nicht im Rahmen des Bootloaders, bevor das OS startet!

Julian

Das Laufwerk in meinem MacBook Pro war auch mal »kaputt« und hat keine CDs/DVDs mehr gelesen … ich hab mir nach ein bisschen Googlen einfach eine Reinigungs-CD gekauft (€5 beim MediaMarkt), danach ging’s dann wieder. Ist auf jeden Fall mal einen Versucht wert!

nuz:y

Warum erstellst du von der CD nicht ein Image und gibst bei Fusion an, dass du von einem Image installieren möchtest? Ich habe Windows XP schon lange nicht mehr von CD installiert sondern verwende nur noch eine Image-Datei.

Marc B.

»Wer einen Mac besitzt, dessen optisches Laufwerk nicht ohne weiteres austauschbar is«
Genau deshalb kann man vom Mac auch nur abraten. Die Dinger schränken einen einfach ein. :)

Philip

@Marc B.: Und bei einem Sony Vaio (bspw.) kannst du einfach so das optische Laufwerk austauschen? Glaube ja wohl eher nicht ;)

René

Mag jetzt etwas Off-Topic sein, aber zumindest die Einleitung läßt ein paar Fragen auf.

Nur noch mal, dass ich es richtig verstanden habe (soll kein Apple-Baching sein): ich kann bei einem Apple-Laptop das optische Laufwerk nicht auchwechseln? Ich kann auch nicht mal auf die Idee kommen, einen zweiten Akku zu installieren?

Das das interne Laufwerk über USB intern angeschlossen sein soll, ist mir jetzt zugegebenermaßen neu. Aber selbst wenn das ein Grund ist (@Maik), so kann man das auch auf andere Wege lösen. Bei anderen Herstellern bin ich auch gezwungen, eine Ersatzkomponente des Geräteherstellers zu kaufen. Die passen schon rein physikalisch nicht. Da sollte es Apple ja nicht schwer fallen, auch eine weitere proprietäre Schnittstelle zu schaffen. Oder?

(ich habe gerade ein Deja-Vu, als ich einen überzeugten iPod-Nutzer fragte, wie ich denn den Akku wechseln, falls er mal nicht mehr die Leistung aufnehmen mag)

Maik

Es ging an der Stelle speziell ums Macbook Air. Das hat kein internes Laufwerk, es ist ein ultradünnes Modell. Das hat nur USB-Anschlüsse. Dementsprechend ist das vorgesehene Laufwerk extern und wie beschrieben über USB realisiert.

Eine proprietäre Schnittstelle zu verwenden, wäre zwar nur konsequent, wenn man den USB-Standard eh nicht einhält, würde aber die hier geäußerte Kritik (nämlich, dass das Macbook Air-Laufwerk an anderen Rechnern als dem Macbook Air nicht funktioniert) nicht beeinflussen.

Ich will im übrigen gar nicht bestreiten, dass das Macbook Air ein ziemliches Drecksgerät ist – ich wollte nur darauf hinweisen, dass es ernsthafte technische Gründe dafür gibt, dass das Laufwerk nicht an anderen Rechnern arbeitet, dass das also nicht bloß Apple-übliche Schikane ist.

Kilian

Na, ich weiß nicht, aber dann hätte man ja auch noch einen FireWire port reinklatschen können und das Problem mit der Saft-Versorgung des Laufwerks wäre gelöst gewesen. 1 USB port ist schließlich weniger als wenig… Ich finds eh schäbig von Apple, dass sie nachdem FireWire so gepusht wurde (zurecht, ist USB in jeder Hinsicht überlegen) es jetzt plötzlich zu den Akten gelegt wird.

Selbst mein lowly Aspire One hat 3 USB Ports, 2 SD, xD etc. Kartensteckplätze und einen Ethernet port. Und groß ist der auch nicht.

Peter

Erzählt doch nicht so schauer Geschichten von kaputten oder defekten DVD Laufwerken. Gott sei Dank habe ich bisher noch keine solcher Probleme gehabt. Aber das liegt bestimmt auch daran das ich mir erst vor kurzem ein MacBook gekauft habe. Geiles Ding! Ich will nix anderes mehr haben ;-)

Gruß Peter

Frank

Hehe, Schauergeschichten, da kann ich mit.

Bei meinem 1Gen Macbook ist eine Woche nach Garantieverlust das Combolaufwerk kaputt gegangen. Eine Reparatur hätte laut MacDealer um die 200-300€ gekostet. Zu viel. Was habe ich gemacht. Ich habe es selbst gewechselt! Dazu habe ich mir bei eBay ein neues Laufwerk für um die ~70€ gekauft. Deshalb habe ich jetzt ein 1Gen Macbook mit 1,83 Ghz Core Duo und Superdrive. Funktioniert tadellos.

Ach ja, der Tausch hat ca. ›ne Stunde gedauert.

Marc B.

@Philip: »Und bei einem Sony Vaio (bspw.) kannst du einfach so das optische Laufwerk austauschen? Glaube ja wohl eher nicht ;)«

Also bei meinem VAIO kann ich das, ja. Zwei Schrauben lösen und dann einfach rausziehen. Bei meinen anderen VAIOs geht das auch.

lemming

Und was ist mit einem externen USB-CD-Laufwerk? So habe ich das kaputte an meinem MacBook überbrückt?

Philip

@Marc: Ok, und wenn du beim MacBook das Bottom Case runter schraubst, kannst du das Laufwerk genau so ausbauen (siehe ifixit.com). Wenn du allerdings meinst, dass du beim Vaio das Laufwerk ohne aufschrauben von irgendwas zerlegen kannst, dann sorry – da hast du natuerlich recht ;)

Marc B.

Also aufschrauben muss man da nichts. Hier sind zwei Schrauben, die rausgedreht werden müssen, diese sind aber direkt unten am Gehäuse zu finden, da muss nichts vorher abgeschraubt werden oder so.

Ist beim Dell meines Onkels übrigens auch so, ebenfalls beim Acer eines Freundes. Apple scheint also doch das einzige Unternehmen zu sein, bei dem man das optische Laufwerk nicht einfach so austauschen kann.

Philip

Ok, danke für die Information Marc. Dann lag ich wohl mit meiner Behauptung falsch, bzw. haben wir nicht das selbe gemeint. Werd heute mal bei dem Vaio meiner Freundin nachschauen, wies da gelöst ist.

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