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Gerrit, 13.07.2010

MODx und ich

Aufmerksame Leser (die vielleicht sogar meinem Twitter-Account folgen) wissen es längst: Mein Webdesigner-Herz schlägt für MODx, das vielleicht unterschätzteste Content-Management-System der Welt. Zeit, mal kurz darzulegen, was ich am System mag, und warum es für die meisten meiner aktuellen Projekte die richtige Wahl ist.

MODx

Der für mich klarste Vorteil an MODx ist die extrem hohe Entwicklungsgeschwindigkeit. Ich kenne kein anderes System, mit dem man so schnell einen HTML-Dummy in eine funktionierende dynamische Website umwandeln kann. Warum ist das so? Eines der Geheimnisse ist der gut durchdachte Admin-Bereich: Alle Funktionen, die man zum Bauen von Templates und Konfigurieren von Erweiterungen benötigt, sind kompakt platziert und schnell zu erreichen. Man wechselt mit wenigen Klicks zwischen Inhalts-Ressourcen und Skripten hin und her, und hat ständig die notwendigen Settings im Blick. Kleine Erweiterungen schreibt man in Sekundenschnelle als »Quick Snippets« selber und muss nicht aufwendig irgendwelche Ordner und Dateien anlegen. Die Templates und Template-Fragmente werden in der Regel im Backend gepflegt und in der Datenbank gespeichert. Das ist prinzipiell Geschmackssache, hat sich aber in meiner täglichen Praxis bei Textpattern und MODx sehr bewährt und beschleunigt die Handhabe enorm. Außerdem wird der Rechtsklick mit Maus/Trackpad unterstützt, was zunächst ungewöhnlich erscheint, aber ziemlich praktisch ist.

In MODx werden Inhalte grundsätzlich eher hierarchisch organisiert, was den meisten Kunden deutlich einfacher zu vermitteln ist als ein komplett flaches Datenbank-Paradigma wie bei Drupal. Es gibt einen zentralen, fast immer sichtbaren »Seitenbaum«, obwohl man ihn besser »Ressourcen-Baum« nennen sollte. Dieser enthält sämtliche Inhalte der Website, wobei nicht jede Ressource im Baum automatisch einer einzelnen Seite im Webangebot entsprechen muss. Man kann auch Bereiche des Baums aus der Navigationsstruktur herausnehmen und als einfachen Datenspeicher verwenden, und die dort gelagerten Datensätze an anderer Stelle verwenden. Der Zugriff auf die strukturierten Daten ist in verschiedensten Kontexten möglich und wird dem Entwickler sehr leicht gemacht.

MODx verfolgt eine Politik des schlanken Cores. Mit einer Basis-Installation ohne Erweiterungen kann man nicht besonders viel anstellen, außer vielleicht Daten einpflegen. Um die Seiten zum Leben zu erwecken, benötigt man sogenannte Snippets, Plugins und Module. Das Interessante daran: Erweiterungen haben eigenständige Markennamen und werden auch als eigenständige Produkte vermarktet, so gibt es den Wayfinder für das Rendern von Navigationen, Quip als Kommentarsystem und die AjaxSearch als flexibles Suchsystem. Relativ selten kommt es vor, dass es mehrere Extras für den gleichen Zweck gibt: Die Qualität der Haupterweiterungen ist meist so gut, dass es keiner Alternativen bedarf. Es wäre aber ohne Probleme möglich, diese anzubieten.

Ganz klar: Das System ist nichts für Anfänger – man arbeitet nicht mit fertigen Themes wie bei WordPress, sondern beginnt in aller Regel mit einem leeren Blatt und fügt nach Bedarf neue Funktionen und Inhalte hinzu. MODx generiert selber so gut wie keinen HTML-Quellcode. Die meisten Extras bringen zwar Default-Templates mit, aber die lassen sich extrem leicht finden und durch eigene Chunks ersetzen. Wer eine MODx-Seite fertig gebaut hat, kann mit einem Lächeln im Gesicht behaupten, dass er zu 100% weiß, wo sein Quellcode herkommt, was bei Drupal oder TYPO3 definitiv nicht immer der Fall ist.

Zu guter Letzt eine Erkenntnis, die ich bei fast jedem Projekt aufs Neue habe: Ähnlich wie jQuery (in einem anderen Kontext) macht MODx immer genau das, was man erwarten würde. Es gibt kaum Überraschungen oder WTF-Momente, weil alles so einfach und nachvollziehbar ineinandergreift. Man bekommt mit MODx ein »Best Of« aus vielen guten CMS-Ideen, die zwar standardmäßig an die in der Praxis häufig benutzten Anwendungsfälle angepasst sind, sich aber mit wenigen Handgriffen auch zu exotischeren Zwecken umbiegen lassen.

Nach soviel Begeisterung sollen ein paar Nachteile hier allerdings nicht verschwiegen werden:

  • Die Standard-Medienverwaltung ist kaum abstrahiert, operiert sehr nahe am Dateisystem und generiert keine Datenbankeinträge mit Metadaten. Für Revolution schickt sich eine Erweiterung namens Gallery an, das zu verbessern, aber in meinen Augen gehört eine ordentliche Mediathek mit Bilder-Skalierungsfunktion höher abstrahiert ins Core-System.
  • Das voll ajaxfizierte Backend der neuen Revolution-Version ist noch etwas träge und reagiert nicht so flott, wie man es von den Framesets der Evolution-Version kennt. Hier ist hoffentlich noch Optimierungspotenzial.
  • Revolution ist ein fettes Biest und verlangt eine aktuelle PHP-Version mit PDO-Unterstützung. Bei jeder Installation gilt es mehrere Tausend Dateien und insgesamt 10 MB auf den Server zu laden. Wohl dem, der einen Root-Zugang hat und auf dem Server entpacken kann. Und ich wäre vorsichtig, was den einen oder anderen Billighoster angeht. Ich bin mir nicht sicher, ob sich Revolution hier überall installieren lässt.
  • Websites mit einem Fokus auf zeitbasierten, flachen Datenstrukturen und sehr vielen Datensätzen sind mit dem hierarchisch organisierten MODx-Ressorcenbaum ein Problem. Wer ein Blog mit hunderten Beiträgen im Jahr plant, wird wahrscheinlich nicht wahnsinnig glücklich werden. Es gibt natürlich Erweiterungen, die für diese Art von Daten ihre eigenen Datenbanktabellen anlegen und eigene Admin-Bereiche im Backend besitzen. Das geht dann jedoch schon ziemlich in Richtung individueller Anwendungs-Entwicklung – dies ist wiederum mit MODx ebenfalls möglich, schließlich handelt es sich ja nicht nur um ein CMS, sondern auch um ein CMF (Content-Management-Framework).
  • Tutorials und Dokumentationen sind ein bisschen verstreut und nicht so leicht zu finden wie bei anderen Systemen. Für die neue Version »Revolution« gibt es jedoch inzwischen eine brauchbare offizielle Doku, die Potential hat.

Bleibt die Frage, ob man als Einsteiger noch die »alte« Version Evolution, oder schon die neue Revolution lernen sollte. Grundsätzlich gilt: Beide Versionen haben die gleichen Paradigmen, so dass man bei einem Wechsel – gleich welche Richtung – nicht sonderlich viel umdenken muss. Angeblich soll die Evolution-Version ja auch in Zukunft total engagiert weiterentwickelt werden, was ich allerdings ein wenig bezweifele. Ich denke, dass man heute locker bereits mit Revolution loslegen kann. Die finale Version 2.0.0 kommt in wenigen Tagen/Wochen raus und bringt unglaublich praktische Dinge mit, wie zum Beispiel das Herunterladen und Installieren von Plugins aus dem Backend heraus, sowie ein deutlich modernerer Look der Bedienelemente. Und es ist wesentlich mehr Potenzial für zukünftige Ideen vorhanden.

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33 Kommentare

  1. Stefan am 13. Juli 2010 #

    Hi Gerrit,

    hast du eigentlich schonmal was mit Python/Django gemacht oder bisher alle Projekte nur mit PHP?

    mfg

  2. Hochitom am 13. Juli 2010 #

    Nachdem du oben erwähnt hast, dass mancher billig Hoster mit Revolution überfordert sein könnte. Jetzt würde mich interessieren, bei welchem Anbieter Revolution problemlos arbeitet?
    Ansonsten ein sehr guter und informativer Artikel. Freu mich schon auf mein erstes Projekt mit MODx.

  3. Michito am 13. Juli 2010 #

    Ich habe mich aufgrund der äußerst lobenden Erwähnungen an dieser Stelle und des Technikwürze-Podcasts für ein Projekt intensiver mit ModX Revolution auseinandergesetzt. Leider war ich ein bisschen enttäuscht.

    Das weiße Blatt am Anfang finde ich super (ein absolutes Totschlag-Argument Contao gegenüber) und das Backend wunderbar, allerdings ist mir der Seitenbaum als nicht zu umgehender Ablageplatz für Datensätze (nicht Seiten) einfach zu unhandlich und unübersichtlich. Ich würde eine Tabelle jederzeit vorziehen.

    Richtig übel fand ich allerdings, dass es keine Möglichkeit zu geben scheint Bilder die in TVs eingebunden werden vom System dynamisch konvertieren (vor allem skalieren) und in Templates ausgeben zu lassen, jedenfalls habe ich dazu nichts gefunden – von der wirklich primitiven Verwaltung mal ganz abgesehen.
    Echt schade, dass das in so einem an sich guten System nicht drin ist. Ich habe keine Lust Bilder auf dem Rechner zu skalieren und hochzuladen, und einem Kunden kann man das heutzutage schon gar nicht mehr verkaufen.

    Oder habe ich da irgendetwas völlig übersehen? Widerlegungen sind mehr als willkommen.

  4. Gerrit am 13. Juli 2010 #

    @Stefan: Nein, nur PHP. Als Nebenbei-Programmierer muss ich nicht noch mehr Programmiersprachen lernen, finde ich.

    @Hochitom: Bei all-inkl konnte ich mein Paket telefonisch auf eine höhere PHP-Version upgraden, dann lief es. Auf meinem Hosteurope »Webpack Pro« (inzwischen: »Virtual Server Managed«) läuft es auch.

  5. Gerrit am 13. Juli 2010 #

    @Michito: Was die Bilder angeht, tut sich schon was derzeit. Das Gallery-Plugin ist der erste Schritt – Skalierungs-Erweiterungen folgen auch. Ich find’s auch doof, dass das nicht im Core ist, aber bald gibt’s Besserung!

  6. Serophos am 13. Juli 2010 #

    MODx ist das einzige CM* mit dem ich bisher gearbeitet habe, bei dem ich mich nicht erst einarbeiten mußte um mich zurechtzufinden. Es ist wirklich selbsterklärend. Ideal um für Projekte mit hohem Zeitdruck trotzdem hohe Qualität liefern zu können :o)

  7. matthias am 13. Juli 2010 #

    @michito: ich habe dafür phpThumb eingebunden, das tut eigentlich ganz gut für die meisten sachen.

  8. Gerrit am 13. Juli 2010 #

    @michito @matthias: phpThumb ist seit RC-3 im Revo-Core eingebunden und kann von Erweiterungen genutzt werden.

  9. Michito am 13. Juli 2010 #

    @Gerrit @matthias: Dank euch. Dann werde ich wohl mal ein Update machen.

  10. Michael am 13. Juli 2010 #

    Also, nach vielen verschiedenen CMS Einsätzen habe ich neulich mein erstes Projekt in ModX (die alte Variante) umgesetzt. Am erstaunlichsten war mir die Geschwindigkeit im Admin-Bereich auf einem mittelguten Webhosting Paket. Alles läuft schnell und flüssig. Das hat mich schon sehr überzeugt. Und ansonsten kann man mit dem Teil eigentlich fast alle Standard-Anforderungen aus der Box umsetzen.
    An die nächste ModX Version habe ich mich irgendwie noch nicht rangetraut…

  11. Stefan am 13. Juli 2010 #

    @Gerrit: Nein, natürlich nicht. Aber manchmal arbeitet man ja als Designer auch mit einem Entwickler zusammen. Und dann kann es ja mal passieren, dass man auch mit Python & Django in Berührung kommt. ;-)

  12. Junos am 13. Juli 2010 #

    Ich habe mal bei Modx reingeschaut, aber konnte mich damit nicht wirklich anfreunden. Mir war es noch immer zu kompliziert und zu programmierlastig.

    Bin vor kurzem in einem Board auf Cube (cubecms.org) aufmerksam geworden, das gerade noch in der Entwicklung steckt. Was ich gesehen habe gefiel mir verdammt gut. Hoffe dass die Jungs bald eine finale Version präsentieren.

  13. Donalbain am 13. Juli 2010 #

    Bin auch begeisterter MODx-Einsetzer (bislang bei etwa 17 Projekten), allerdings hat mich beim letzten Versuch einer Revo-Vorversion abgeschreckt, dass es keinen adäquaten Ersatz für die sehr brauchbare MaxiGallery gab. Hat sich das inzwischen geändert?

    Zur Kompatibilität mit Billig-Hostern: Ich hatte meine Tests mit all-inkl.com gemacht und da lief die 2.0.0 Vorversion. (All-inkl ist ansonsten auch ziemlich brauchbar.)

  14. Christian am 13. Juli 2010 #

    Einen nicht zu unterschätzenden Vorteil sehe ich – nach ca. 10 MODx-Projekten – auch darin, dass sich das System ziemlich leicht einem User mit einigermassenen Office-Kenntnissen erklären lässt.
    Oder – wie es eine Teilnehmerin einer Schulung, die sonst mit Typo3 arbeitete mal sagte: »Können Sie nicht auch unsere Seite hiermit umbauen? Das ist alles so logisch hier.«

  15. marcus am 14. Juli 2010 #

    danke für den artikel. gibt es hier expressionengine user die eine empfehlung abgeben können? einen kurzen vergleich sozusagen :)

  16. Free the Pixel am 14. Juli 2010 #

    Die Begeisterung fuer MODx kann ich durchaus teilen. Ich arbeite derzeit an meinem ersten Projekt mit Revolution, es war kein Problem schon mit der neuen Version einzusteigen.

    Derzeit stricke ich das meiste noch von Hand, wie z.B. das Menusystem, aber es ist faszinierend wie gut einem die Packages das Leben erleichtern koennen :-)

  17. matthias am 14. Juli 2010 #

    @gerrit(8): cool, ich habe produktiv bis jetzt nur mit evo gearbeitet, und von revo nur den rc-1 mal angeschaut. um so schoener, das zu hoeren :)

  18. Hyperkeks am 14. Juli 2010 #

    Also, mir will der schnelle Einstieg leider nicht so recht gelingen. Snippets, Chunks, Plugins, Module, Resources, … ich steige da nicht durch und auch beim dritten Anlauf und nach Studium verschiedener Podcasts und Artikel zum Thema: mir erscheint das (insb. verglichen mit WordPress, ExpressionEngine und Drupal) ziemlich kompliziert. Aber ich bleibe dran und gebe dem CMS bei so viel positivem Feedback gerne auch noch zwei Chancen mehr. Vor allem das das System von sich aus kein HTML ausspuckt gefällt mir schon mal sehr.

  19. Kluster am 14. Juli 2010 #

    Habe ModX auch vor längerer Zeit einmal getestet. Danach als es bei Technikwürze nochmal genannt wurde auch. Beides mal konnte mir das System leider keinen positiven Eindruck entlocken. Mir ist es zu umständlich, daher kann ich die ganzen positiven Meinungen nicht nachvollziehen.

    Mit was für einem System muss man vorher gearbeitet haben, um ModX so loben zu können? :-)

  20. Klaus am 15. Juli 2010 #

    Hi Gerrit,

    schöner Artikel – danke!

    Ich habe ein paar Seiten mit Evolution umgesetzt und vor kurzem – weil neugierig – einmal Revolution (RC2) (auf meinem All-Inkl-Paket) installiert. Was mich leicht schockierte, war die zähe Performance des Backends. Kein Vergleich zum schlanken Evolution. Am Hosting liegt es eher nicht…

  21. fabstar am 15. Juli 2010 #

    Ist wohl alles Geschmacksache. Ich bin von ModX von Anfang an begeistert. Das Beste ist, dass man nie durch Sonderbares Verhalten (a la typo3) überrascht wurde.

    Ich freue mich auch schon auf Revolution. Bisher bin ich leider noch nicht dazugekommen es ausgiebig zu testen.

  22. Manuela am 15. Juli 2010 #

    Danke Gerrit für diesen Einblick in ModX. Ich bin gespannt, wie mein erstes Projekt damit läuft.

  23. Silvio am 17. Juli 2010 #

    Abend. Eignet sich MODx für mehrsprachige Websites?

  24. Robert am 17. Juli 2010 #

    Danke für diese Lobhudelei, jetzt werde ich mir MODx doch nochmal genauer anschauen.
    Für Kunden konnte ich bislang aber nichts einfacheres als Contao (aka Typolight) entdecken. Vor allem die extrem simple Backendanpassung sowie exzellente Eingabemöglichkeit inkl. angepasstem Editor mit Mediathekanbindung konnte ich so reibungslos noch nirgends anderswo finden.

  25. Justus am 17. Juli 2010 #

    Ich stimme nur zu gerne in die Lobhudelei mit ein. Ich habe vorher fast alles mit Typo3 gemacht, da empfand ich ModX als extreme Erleichterung und Vereinfachung. An diese ganzen Begrifflichkeiten aus Chunks, Snippets und Co muss man sich erst einmal gewöhnen, aber wenn man es einmal drin hat, ist es wunderbar.

    Wie ich gerade sehe wird es auf http://www.modxcms.com nicht mehr ganz so arg als Killer-PHP-Framework gehyped, denn das war schlicht nicht zutreffend. Für kleinere Sachen absolut, aber wer eine Anwendung mit allem Drum und Dran entwickeln will, sollte m.M.n. zu CakePHP greifen.

    Wer sich für SEO interessiert und WordPress als Blogsystem sieht und im CMS-Einsatz zu umständlich findet, sollte sich ModX besonders genau ansehen, weil es einem den ganzen OnPage-Kram sehr erleichtert aber dabei trotzdem sehr einfach anpassbar bleibt.

    Super System und super Artikel. Ich glaube ich sollte mal einen kleinen Screencast aufnehmen, der das System live zeigt…

    Übrigens sehr gelungene Typo hier im Blog, Gerrit.

  26. Silvio am 20. Juli 2010 #

    So, nachdem noch niemand auf meine Frage der mehrsprachigen Website geantwortet hat, habe ich mal gesucht und habe auch recht schnell etwas gefunden:

    Für Evolution im modxwiki: http://wiki.modxcms.com/index.php/Make_Multi_Lingual_Site

    »MODx doesn’t come with this capability out-of-the-box« und eine Anleitung wie man Modx, relativ aufwendig wie ich finde, konfigurieren muss.

    Für Revolution habe ich in der Programmiererdoku den Punkt »internationalization« gefunden, der aber nicht viel hergibt wie modx mit mehrsprachigen Website umgeht.

    Hat schon jemand Erfahrung damit gesammelt?

    Generell finde ich dass eine ordentliche Multilanguageunterstützung ein Basisfeature für jedes moderne CMS ist.

    Alle meine aktuellen Projekten haben mehrere Sprachen – meistens zwischen 2 und 5. Dafür benötige eine übersichtliche und leicht zu bedienende Verwaltung im Backend und eine gute Logik im Frontend (z.B. wie soll sich das System verhalten wenn eine Sprache nicht komplett vorliegt usw.)

    Ich habe mir letztes Jahr eine Lösung mit Drupal zusammengeschraubt. Aber kennt jemand ein modernes CMS welches alles das ohne chunks, Plugins und Modulen kann?

    Einfach so »out of the box«?

    Für Hinweise bin ich sehr dankbar! :-)

  27. Torsten am 21. Juli 2010 #

    Die Mehrsprachigkeit würde mich hier auch interessieren.

  28. s.Daniel am 21. Juli 2010 #

    @Silvio so ein System macht m.E. keinen Sinn. Du erwartest doch von einem Auto auch nicht, dass es 350km/h fährt, schwimmen kann, eine Dusche eingebaut hat, nur alle 10.000 km tanken muss, nicht einen Kofferraum mit 10 m³ Fassungsvermögen hat,….

    Das Beispiel erscheint sinnlos, entweder man will einen Rennwagen oder ein Amphibienfahrzeug, einen Wohnwagen oder…
    Ähnlich verhält es sich mit Software. Ein (CM)System zu fordern, dass alles gleichermaßen gut kann endet im Desaster.

    Daher die Modularisierung, welche z.B. in Drupal besonders gut umgesetzt ist weil viele Module eng zusammenarbeiten, das bringt zugegebenermaßen Komplexität (gerade i18n ist wirklich ein kleines Monster) mit sich und hier hat Gerrit ein potentiell großes Problem von Drupal schon richtig angesprochen. Die Einlernzeit ist nicht ganz klein (allerdings verschwindend gering wenn man z.B. die Einarbeitung in JSF + alles was dahinter steckt vergleicht, aber das ist ein anderes Thema) und das Interface zeigt sich teilweise nicht aus einem Guss (eben weil jedes Modul seine eigene Konfiguration mit bringt) – ich empfinde das als Drupal Entwickler allerdings nicht als Problem hinsichtlich der Administration für den Kunden denn mit Drupal kann ich mit ein paar Klicks die Rechte so einstellen, dass der Kunde nur sieht was er sehen soll und mit Modulen wie Views simpel perfekt auf die Bedürfnisse der speziellen Webseite angepasste Administrationsoberflächen bauen. Das alles geht jeweils in wenigen Sekunden summiert sich aber natürlich letztlich schon.
    Insofern werde ich mal wieder über den Tellerrand schauen und mal eine kleine Seite mit Modx umsetzen, ich könnte mir vorstellen, dass es für klassisch strukturierte Präsentationswebseiten Vorteile gegenüber Drupal hat.

    Konfiguration, speziell Themes in der DB ist natürlich erstmal praktisch, aber bei größeren Projekten ein riesen Problem weil es sich nicht in einem Versionskontrollsystem abbilden lässt.

    Übrigens: Für Drupal gibt es seit kurzem kostenlose Hosted-Angebote bei denen die Administration wirklich spielend leicht fällt. Hier (viel davon ist auf Drupal 7 zurück zu führen) kann man Drupal wirklich nicht mehr vorwerfen, dass es schwer zu beherrschen wäre. Das Coolste: Man kann die Seiten später exportieren und auf dem eigenen Server weiter entwickeln. http://www.drupalgardens.com und http://www.buzzr.com/
    (Anm: Ich habe mit den Herstellern nichts zu tun)

    @Gerrit: “ Wer eine MODx-Seite fertig gebaut hat, kann mit einem Lächeln im Gesicht behaupten, dass er zu 100% weiß, wo sein Quellcode herkommt, was bei Drupal oder TYPO3 definitiv nicht immer der Fall ist.“ Wenn man das gerade nicht mehr wissen sollte (z.B: weil man ein zwei Jahre nicht mehr dran gearbeitet hat) dann kann man das eigentlich sehr komfortabel nachschauen: Devel Modul installieren und Theme Developer Modul aktivieren => wie Firebug html-inspector für Drupal -> zeigt was an dem Teil der Seite beteiligt ist oder womit man darauf Einfluss nehmen könnte.

  29. Klaus am 22. Juli 2010 #

    Und seit heute ist MODx Revolution auch Final!

  30. Daniel am 27. Juli 2010 #

    @gerrit: Auf meinem Hosteurope Webpack 3.0L läuft MODx Revo überhaupt nicht. Wie hast du es zum Laufen bekommen? Für einen Tip wäre ich echt dankbar. :-)

  31. Gerrit am 28. Juli 2010 #

    Ich habe ein »altes« Webpack Pro, das heißt heutzutage »Virtual Server Managed«, glaube ich. Da ging es seit Version RC-2 ohne Änderungen.

  32. Justus am 11. August 2010 #

    Wer anfangen möchte, mit ModX Revolution eigene kleine Snippets zu schreiben, wird – wie ich zumindest – von der offiziellen Doku vielleicht erschlagen.

    Ich empfehle dafür Bob’s Variante, die nach praktischen Gesichtspunkten aufgelistet ist und mir eine Menge Zeit gespart hat: http://bobsguides.com/revolution-objects.html

  33. Hans Bauer am 30. August 2010 #

    @Marcus in Kommentar #15:
    Also ich habe mir ModX auch angeschaut, fand es aber zu kompliziert.
    Ich habe jetzt auf meiner Website (http://www.ha-bauer.de) ExpressionEngine in der alten Version 1.6.9 (Core, kostenlos) installiert und ich muss sagen: Wirklich extrem einfache Bedienung, ein super intuitives Template-System, eine extreme Geschwindigkeit (so im Gegensatz zu Wordpress und Konsorten), was will man mehr. Das einzige, was mir noch fehlt, ist eine vernünftige Mediathek. Aber das hat sich mit Erscheinen der Version 2.1 geändert. Ich zögere nur noch zu wechseln, weil ein Wechsel gleich mit Kosten von bis zu 300$ verbunden ist. Ansonsten: ExpressionEngine ist ein super System, ich kann es nur empfehlen.
    Viele Grüße,
    Hans

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