Macromedia Studio MX2004 für Studenten

Sonst hackt man ja gerne auf den großen Software-Herstellern herum, von wegen Fantasiepreise und Dongles und so weiter. Macromedias Marketingstrategen zeigen nun aber eine faire Geste, indem sie Studenten ein komplettes MX2004-Paket schnüren, dass zur nicht-kommerziellen Verwendung lediglich 99 Euro löhnen soll. Alle Programme sind dabei: Fireworks, FreeHand, Flash, Dreamweaver. Da kann man nicht meckern. Adobe ist noch nicht so weit – Die Creative Suite Premium für Studenten ist zwar noch eine kleine Ecke geiler, aber kostet gleich das fünffache – und wird damit wieder unrealistisch.

Man ist sich bei den großen Softwarehäusern natürlich bewusst, dass sich fast alle Studierenden ganz selbstverständlich Raubkopien organisieren und Testversionen freicracken. Dies ist moralisch nicht weiter verwerflich, wie ich finde: Denn wie sollten die armen Studies die Programme denn sonst kennen lernen? Regulär kaufen ist ein frommer Wunschtraum und im Computerpool der Hochschule kann man vernünftiges Arbeiten meist auch vergessen. Insofern bin ich überzeugt, dass die Kopieraktivität der Studierenden von Adobe und Co. an und für sich schon stillschweigend geduldet wird. Denn die zufriedenen Photoshop-Schüler von heute sind die Käufer von morgen.

Was Macromedia jetzt macht, halte ich für einen perfekten Kompromiss. Die 99 Euro sind ja nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung, und man bekommt ein komplettes Paket mit Original-CDs und Support. Die Zeiten, in denen man mit einer CD-R-Spindel zu nächstgelegenen WG mit DSL-Anschluss gehetzt ist, um sich die neuesten Versionen (teils auf Deutsch, teils in Englisch, meist ohne Online-Hilfe) aus dubiosen LimeWire-Netzwerken gezogen und gebrannt hat, könnten dem Ende zugehen.

Natürlich darf man die Programme nicht für kommerzielle Zwecke einsetzen oder gar weiterverkaufen. Doch für die Studienprojekte und das Erlernen des Workflows ist es eine feine Sache und beruhigt das Gewissen ungemein.

Über den Slogan »Du musst kein ausgebildeter Webdesigner sein – was Du brauchst, sind die richtigen Werkzeuge.« müssen wir uns aber noch mal kurz unterhalten …

via Kays Studiengangsmailverteiler

5 Kommentare

Boris

Jaja, die Illusion von spätgeborenen Grafikdesignern, die schnell mal die Bedienung von Webdesign-Wüsüwüg-Tools gelernt haben und dann dreist behaupteten, Webdesigner zu sein….....
Aber das Angebot dieses Päckchens für 99 Öro könnte tatsächlich interessant sein – selbst wenn ich überlege, dass ich davon eigentlich nach wie vor nur auf Fireworks und Freehand scharf bin.

psysp

Ich muss schon sagen, das ist ein nettes Angebot, und das auch noch vor Weihnachten. Bin schon schwer am überlegen, da mal zuzuschlagen.
Danke für die Info und schöne Weihnachten.

Kai

Schüler- und Studentenversionen sind wirklich die ANtwort auf das große Raubkopierprobel – besonders im Entwicklungsbereich.
Dennoch, zu behauten daß es moralisch nicht verwerflich ist das geistige Eigentum anderer zu knacken ist schlichtweg ein Betrug an den Entwickler und an sich selbst! Gegenargument:
Wie soll ich wissen wie das gefühl ist in einem Ferrarri zu sitzen, wenn ich nicht die Seitenscheibe einschlage und mich einfach mal reinsetze?
Gut, man könnte behaupten »Die sind soo groß, die verdienen genug Kohle…« – Gegenargument:
Ich werde in Zukunft meine Einkäufe bei Aldi einfach an der Kasse vorbeischieben und der (freundlichen) Kassiererin im laufen zurufen: »Die Aldibosse gehören zu den reichesten Menschen der Welt, die haben genug Kohle…«

Gerrit

Wenn ich einen Ferrari klaue oder bei Aldi meine Milch an der Kasse vorbeischiebe, ist der Ferrari oder die Milch danach nicht mehr auf der Straße / im Laden verfügbar. Das ist der Unterschied.

Kai

...dennoch ändert es nichts am Bestand der Tat.

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