Kodak leistet sich ein neues Logo

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, und bald wird es wohl auch öffentlich gemacht: Kodak erhält ein neues Logo. Das alte war ja nun nicht gerade eine Ausgeburt an Schönheit, dafür hat es über 50 Jahre Tradition auf dem Buckel. Da könnte man bei einer Weltfirma wie Kodak vermuten, jetzt richtig loszurocken.

Tja, Chance verschenkt, könnte man meinen. Denn der neue Schriftzug kommt ohne wirkliche Logo-Idee daher. Das einzig »Besondere« ist gleichzeitig ein grober Fehler: Der Abstrich des kleinen »d« und des kleinen »a« fehlt und lässt die Buchstaben optisch nach rechts kippen, weil ihnen der Halt fehlt. Da hilft es auch nicht, wenn das d einem stilisierten Kleinbildfilm ähnelt – denn das Kleinbild wird in einigen Monaten mausetot sein; Neulich sichtete ich in der Fotoabteilung des Mainzer Saturn einen Aushang, bei dem mit Edding eine regelrechte Warnung ergänzt wurde: »Analoge Kamera!«

Ansonsten gibt es zum neuen Logo bezeichnenderweise kaum noch etwas zu sagen. Nur folgendes: Wer bei der Logo-Gestaltung auf eine Bildmarke verzichtet, sollte darauf achten, dass der Schriftzug ausreichend prägnant ist – sonst versumpft man visuell in der Beliebigkeit.

(via guillemets.de via creativebits via Rochester Democrat and Chronicle)

18 Kommentare

Flo

Na Gerrit, ob das Kleinbild so bald verschwindet wag ich ja anzuzweifeln… bis jetzt ist die Qualität im fotografisch digitalen Massenmarkt noch einiges von analoger entfernt…

Duddle

Hmmmm, ich stimme dir zu.
Ich empfinde es als… 08/15. Nichts, das ich mir gezielt anschauen würde. Besonders missfällt mir, dass o, d und a so rundgelutscht sind und dafür von so kantigen Ks eingezäunt werden.
Keine Ahnung, was professionelle Mediengestalter dazu sagen, aber ich als Laie meine: Dat war nix.
Duddle

Martin

dann würde mich mal interessieren, was du denn dann von dem neuen logo, dass sich BASF vor einiger zeit gegeben hat, hälst!?
http://www.basf.com

Jannis

Die Aussage, das Kleinbild verschwinde innerhalb der nächsten Monate, halte ich ebenfalls für äußerst fragwürdig. Mindestens bei Nostalgikern und bewusst selbstentwickelnden Fotografen wird sich das Format halten, auch dann, wenn die Kombination Digitalkamera + Fotodrucker preiswerter wird (oder ist sie es schon?) als die Entwicklung bei Rossmann und Co.
Nichtsdestotrotz, das neue Logo von Kodak wirkt ziemlich »preisgünstig«, um das mal so zu sagen.

Arne

Die Typo des Schrifzugs geht ja noch einigermaßen, aber mit diesem seltsamen Über- und Unterstrich wirkt das Logo wirklich ziemlich »preisgünstig«.

Tony

Der Kleinbildfilm wird sich in eine Nische wie LP und Super8 zurückziehen, verschwinden wird er so schnell nicht. Für den Massenmarkt spielt 35 mm aber auf jeden Fall jetzt schon keine Rolle mehr.
Und die Qualität die ich mit digital erreichen kann, ist weit besser als das was 35 mm hergibt (Dia/Projektion noch ausgenommen) – Sowohl was P&S als auch SLR anbetrifft.

Martin

Sowas ist mit Digitalkameras aber noch nicht möglich :D

Nick Blume

Die BASF-Lösung ist weit besser, da es gut gelöst ist und zum ziemlich weit verzweigten Unternehmen passt.

Michael Preidel

Wie ich sinngemäß schon bei Herrn Blume kommentierte: Ich glaub das erst, wenn ich es auf der Kodak-Site lese. Sollte ich das allerdings dort tatsächlich irgendwann mal lesen müssen, zweifele ich, quasi prophylaktisch, schon jetzt stark an jedweder Kompetenz der Kodak-Marketingabteilung.

esme

Sagen wir es mal so – wenn ich bei der Prüfung zur Mediengestalterin so ein Logo abgeliefert hätte, hätte ich zu recht Abzüge in Punkto Kreativität bekommen – mich interessiert echt, wieviel diese »Entwicklung« gekostet hat und mit welcher Begründung die »Kreativen« das Design vertreten ;-)

Martin

@Tony: … dann sag mir mal, welches Bild KB (übrigens selbstentwickelt, auch in Frabe) und welches digital aufgenommen ist:
http://www.flickr.com/photos/tageslicht/
Der Punkt ist: Will Kodak etwa tatsächlich das KB-Döschen im Logo verwursten?! Das ist genauso dämlich wie die Teigrolle im Logo der Heidelberger Druckmaschinen.

Flos

Ich find ja beide nicht so toll und so hätte man auch das alte beibehalten können, das kennt zumindest jeder und hat einen wiedererkennungswert.
Wenn sie jetzt ein neues Logo genommen haben weil das Zeitalter der Filme (bis auf paar wenige Spezialaufnahmen) vorbei ist dann finde ich auch das sie keine Glückliche Wahl getroffen haben, vorallem da das d echt an vergehende »Epochen der Fotografiegeschichte« erinnert.
Na mal schaun ob das Logo echt gegen »das« neue ersetzt wird…

sammy

puh… »das kleinbild format ist bald mausetot«.
gerrit, nur weil du samt deiner freunde ausschließlich mit digicams aus der hüfte schießen, und die hausfrau im saturn markt vor analogen kameras beschützt wird, wird hier noch lange keiner begraben.

Hife

Vielleicht ist es nur gewöhnungsbedürftig, aber das alte Logo gefiel mir da echt besser. Das neue sieht irgendwie zu einfach aus und ist in meinen Augen auch nicht wirklich nen Blickfang.

Maik

Naja, schon etwas »betagte« Einträge, aber ich als Nachzügler gebe meinen Senf trotzdem dazu:
Vielleicht geht es bei dem »neuen alten« Logo nicht so sehr um Kreativität (Quantität), sondern in erster Linie um etwas Solides (Qualität). Möglicherweise soll es ja Bodenständigkeit vermitteln, was mit der Tradition von Kodak in Einklang steht, nicht so sehr bunte, verschnörkelte Linien. Das sieht man ja an den Produkten im allgemeinen. Die sind auch nicht dolle verspielt, sondern praktisch und einfach in der Handhabung und dennoch mit durchaus hervorragenden Ergebnissen zu loben.

Tom

Ich glaube auch nicht, das analoge Fotografie »verschwindet«, aber dass KB eine kleine Nische wird bzw. schon längst ist, wird wohl keiner bezweifeln. Ich will hier nicht werten was Qualität etc. angeht, ich sage einfach nur, dass der Durchschnittsuser schon längst nicht mehr auf die Möglichkeiten der Digitalkameras verzichten will, und auch (Semi-)Profis nehmen zur großen Mehrheit digitale SLRs.
Bis auf einige wenige, die bewusst analog kaufen, ist der Absatz nicht-digitaler Kameras quasi bei null. Die Jungen unter uns kennen es überhaupt nicht anders, fragt mal einen Grundschüler, was eine Filmrolle ist ;-)

margarethe

Man sollte es vielleicht nicht so isoliert betrachten. Nicht nur neue Logos, sondern auch Umbenennungen sind an der Tagesordung: z.B. KarstadtQuelle tauft sich um in Arcandor – ein Kunstname, auch zunächst ohne Individualität, ohne »Prägnanz«. Je neutraler, desto mehr Spielraum für Interpretation (und »Marketing-Flexibilität«, mitunter auch als Manipulation bezeichnet) ...

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