iPhone-Restore aus der Wolke: not there yet.

Nicht ganz so einfach, wie von Apple propagiert, dieses iCloud-Restore. Während der Backup-Vorgang in die Wolke sehr smooth und unsichtbar angeht, kommt es im Ernstfall zu Schwierigkeiten. Hier die Gründe:

Um das iPhone komplett wiederherzustellen, benötigt man vier Dinge:

  1. Aktuelle iOS-Version. Hat das neue Gerät nur iOS4 drauf, muss man zwingend per iTunes aktualisieren. Mit Kabel und so.
  2. iPhone-Einstellungen. Die kommen aus dem Cloud-Backup. Das hat ebenfalls recht gut funktioniert und dauert nur wenige Minuten. Was nicht dabei ist: Passwörter. Diese müssen für alle relevanten Dienste neu eingegeben werden.
  3. Apps vom AppStore. Hier startet iOS auch brav den erneuten Download und zeigt 150 Icons an der korrekten Position. Allerdings alle im »Warten…«-Status. Das Problem: dabei bleibt es auch. Tatsächlich richtig los geht der Download und die Installation, wenn alle Passwörter (siehe 2) korrekt eingetragen sind. Bei mir musste ich noch die beiden GMail-Konten nachtragen. Außerdem darf das Fotoalbum nicht zu groß sein. Und so weiter. Der App-Download geht also erst richtig los, wenn das iPhone wirklich nichts anderes zu tun hat und nicht irgendwie »blockiert« ist.
  4. Musik und Videos. Hier kommt der Inhalt nicht aus der Cloud oder vom AppStore,. sondern (fast immer) vom lokalen iTunes. Und hier gibt es enormes Fehlerpotenzial in der Bedienung. Sehr schnell passiert es nämlich, dass man einen falschen Haken setzt, und das iPhone wird ein weiteres Mal zurückgesetzt. Oder alle Apps sind verschwunden. Oder die Spielstände sind weg. Grundsätzlich hat sich bei mir bewährt: die App-Synchronisation aktiviert lassen, wenn sie vorher auch aktiviert war!

Ich will nicht sagen, dass das nicht alles Bedienfehler sind, wenn es nicht klappt. Aber es ist nunmal um ein Vielfaches komplizierter, wenn man verschiedene Quellen hat, aus denen sich der letztendliche Datenbestand des iPhones zusammensetzt. Ein ISO-Image des iPhone-Inhaltes in der Cloud wäre sinnvoller, aber soweit sind wir wohl noch nicht…

Also: Macht vor dem Übertragen eurer Daten vom alten auf das neue iPhone zusätzlich ein lokales Backup per iTunes – es hilft!

6 Kommentare

Oliver

Die gleiche Erfahrung habe ich gestern auch gemacht. Die Synchronisation der Apps wollte partout nicht starten, bevor ich das Passwort zum iTunes-Account eines Bekannten (!), dessen Account garantiert noch nie auf meinem iPhone eingerichtet war, eingegeben habe. Zum Glück habe ich vorher noch ein manuelles Backup in iTunes gemacht.
Die ganze Sache macht einen noch nicht ganz runden Eindruck. Schade, es ist nämlich sehr angenehm, wenn es beim Anstöpseln nicht erst eine gefühlte Ewigkeit synchronisiert.

Yves Luther

Beim klassischen Backup via iTunes konnte man das Backup verschlüsseln lassen, um alle Passwörter etc. zu sichern. Gibt es beim iCloud-Backup nichts Ähnliches?

Michael

Gerrit, beim Wechsel des Geräts musste schon immer (?) die Passwörter neu eingegeben werden, auch beim Restore aus iTunes…

Beim Restore des gleichen Geräts sollten die Passwörter aber ohne erneute Eingabe benutzbar sein…

Gerrit

@Yves: Ah, ich verstehe: Wenn das Backup verschlüsselt ist, braucht man nur noch ein Masterpasswort. Erscheint sinnvoll!

Andi

@Michael

Das ist nicht richtig. Als ich den Wechsel vom 3GS zum 4 gemacht habe musst ich keine Passwörter neu eingeben! Das Backup hat selbst WLAN-Passwort korrekt mitgeliefert.

Dafür sind meine Backups aber auch immer verschlüsselt.

Ralf

@Gerrit: Passwörter sind im iOS Backup (egal ob im lokalen iTunes oder in der iCloud) nur enthalten, wenn das Backup verschlüsselt wird. Das macht ja auch Sinn. Ansonsten könnten wir auch die wichtigsten Passwörter auf die Rückseite vom iPhone eingravieren, was die gleiche Sicherheit hätte, wie Passwörter in einem nicht verschlüsseltem Backup.

PS: Also bei mir hat es mit dem Restore aus der iCloud dank verschlüsseltem Backup ohne jeglichen Eingriff meinerseits geklappt.

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