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Gerrit, 18.03.2006

Inaktives Geld macht offenbar die Fliege

Watt herrlisch kryptische Headline mal wieder! Es geht mal wieder um einen miesepetrigen Motzeintrag, der aber diesmal zweifelsohne berechtigt ist. Denn gleich von zwei Online-Diensten bin ich herbe enttäuscht, weil sie mein real gezahltes Geld einfach vereinnahmt haben, ohne ihre versprochene Leistung zu bieten.

Es ist ja bei einigen Online-Diensten Sitte, dass man eine Art virtuelles Konto hat, ein Micropayment-System, wenn man will, in das man erst einmal einen bestimmten Geldbetrag einzahlen muss, um überhaupt die Dienste zu nutzen. Und so kann es passieren, dass man bei iStockphoto.com einfach mal den Mindestbetrag von 10 Euro einzahlt, dafür auch 10 Credit Point gut geschrieben bekommt, diese aber nicht alle sofort aufbraucht. Schön und gut. Doch nun erhalte ich eine Mail, in der ich aufgefordert werde, doch bitteschön meine restlichen 3 Credits zu verbrauchen. Sie würden ja nach einem Jahr automatisch verfallen.

Bitte?? Ich zahle 10 reale Euro in die Kasse, kaufe mir Fotos im Wert von 7 Euro, und die restlichen 3 Euro muss ich innerhalb eines Jahres verbrauchen, sonst versickern sie? Womit kann man das begründen? Verwaltungsaufwand? Lachhaft: Eine Zeile in einer riesigen Datenbanktabelle ist das, mehr nicht. Sehr schade, gerade für eine so coole Firma wie iStockphoto.com es eigentlich ist.

Bei der Gelegenheit habe ich mich aus Verdacht gleich noch mal in meinem Brach liegenden Account von Skype-Out eingeloggt, wo ich im Oktober 2004 ebenfalls 10 Euro eingezahlt habe, um günstig über das Internet zu telefonieren. da bin ich ja nicht der einzige Mensch auf der Welt. Habe es aber nie richtig genutzt. Auch da bin ich wohl nicht der einzige Mensch auf der Welt, denn innerhalb von Deutschland ist TELE2 einfach günstiger als Skype.

Und nun die große Überraschung: Auch dieses Geld ist futsch, der Account liegt bei 0,00 Euro. Nicht mal eine eMail haben sie mir zugeschickt. Beziehungsweise ist sie wohl in den Spam-Filter geraten. Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich habe seit Oktober 2004 etwa im Wert von 60 Cent mit Skype telefoniert. So eine bodenlose Frechheit, ich werde gleich mal eine böse Mail schreiben, soviel deutsche Beschwerdekultur muss heute mal sein. Geht doch nicht.

P.S.: Klar steht das sicher irgendwo kleingedruckt in den AGB-s-. Aber es ist scheiße, dass man sowas überhaupt macht!

Update 20.3.2006: Immerhin: iStockphoto hat nach einer Beschwerdemail die Löschung der Credits auf September verlegt.

21 Kommentare

  1. pdaether am 18. März 2006 #

    Das ist leider bei vielen Firmen normal. Dabei sollten die Firmen doch eigentlich froh sein, einen Betrag x praktisch als super Kredit ohne Gegenleistung über einen so langen Zeitraum zur Verfügung zu haben.
    Die Gelegenheitskunden vergrault man sich damit auf jeden Fall.

  2. Gernot am 18. März 2006 #

    Definitiv. DIe 10€, die ich an Skype gezahlt habe, waren die letzten. Ich hab eben mal bei meinen Eltern angerufen, da ich vor kurzem so ne Mail erhalten habe, dass die Credits sonst weg sind …

    Achja, und die Feedbackunterdrückung von Skype auf dem Mac ist auch Sch***. Ich will nicht mit Kopfhörer telefonieren! iChat kriegt das doch auch hin, dann sollte eine Software, für die eBay fast 4 Milliarden Dollar auf den Tisch legt das auch drauf haben. Für den Betrag fliegen andere zum Mond. Oder so.

  3. Jens am 18. März 2006 #

    Ja Skype ist sehr undurchsichtig. Laut Skype-Desktop-Applikation wird mir ein Guthaben von 2,20€ angezeigt, auf der Webseite 0,00€... wenn ich dann versuche ein Gespräch einzuleiten wird mir gesagt das ich mein Guthaben aufladen soll. Frechheit.

    Es gab ausserdem vor kurzem ein Gerichtsurteil, was nun untersagt Guthaben auf Prepaid-Karten verfallen lassen zu dürfen. Das müßte eigentlich übertragbar sein. Ansonsten halte ich mich zumindest von SkypeOut in nächster Zeit auch fern.

  4. Osteoporose am 18. März 2006 #

    >Es gab ausserdem vor kurzem ein Gerichtsurteil, was nun untersagt
    >Guthaben auf Prepaid-Karten verfallen lassen zu dürfen.
    >Das müßte eigentlich übertragbar sein.

    Sehe ich auch so. Diese Firmen werden einfach immer dreister.

    Hier mehr zu dem Urteil:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/print/69365

  5. Sebastian am 18. März 2006 #

    Kannst dich für mich auch gleich mitbeschweren. Habe vor über nem Jahr auch 10 Euro einbezahlt und als ich Skype vor kurzem wieder installiert hab war alles weg. Ebenfalls ohne eine einzige e-Mail, die mich mal drauf hingewiesen hätte. Schweinerei!

  6. Jens Meiert am 18. März 2006 #

    Danke fuer den Hinweis – mein Skype-Geld hat sich ebenfalls verabschiedet. Unabhaengig davon, ob meine E-Mail an Skype nun in einer Rueckerstattung resultiert, werde ich mich dort abmelden. Sehr gut durchdachte Strategie von Skype, Kunden loszuwerden – mal abgesehen davon, dass das ja auch hervorragende Mundpropaganda bringt. (Es ist echt unglaublich, aber vielleicht schlaegt ein kundenfreundlicherer Mitbewerber ja daraus Kapital.)

  7. Christoph Hörl am 18. März 2006 #

    Skype selbst nutze ich so gut wie täglich, doch hat sich meine SkypeOut-Nutzung in den letzten Wochen sehr stark reduziert. Waron das liegt, habe ich eine Blogpost zusammengefasst.

    Die Vorgehensweise von Skype ist nicht gerade die feine englische Art. Zumindest eine E-Mail 30 Tage vor dem Stichtag wäre ein fairer Zug.

    Zum Thema TELE2 muss ich auch noch etwas sagen: Uns wurde per Telefon ein Umstieg zu diesem Anbieter angeboten. Da die Konditionen stimmten, schlossen wir den Vertrag ab. Mittlerweile sind wir jedoch nach großem Kampf wieder zur T-Com zurückgekehrt, da wir uns dort besser fühlen. Dort sind wir Business-Kunden und haben einen hervorragenden Support. Nach meinen Erfahrungen rate ich von einer längerfristigen Vertragsbindung zu TELE2 ab.

  8. Gernot am 18. März 2006 #

    Eine E-Mail 30 Tage vorher hab ich gekriegt. Das ändert allerdings nichts an den Tatsachen …

  9. Jann am 18. März 2006 #

    Ich muss mal eben klugscheißen, da es mir direkt aufgefallen ist: Gerrit, der Plural von »AGB« heisst nicht AGBs, sondern auch »AGB«! ;)

  10. Nicolai Schwarz am 18. März 2006 #

    @Jann: Der Duden erlaubt mehr als man glauben mag: »Bei Abkürzungen, die auch als solche gesprochen werden, ist im Plural die Beugung häufiger.« sagt mein Rechtschreib-Duden der 23. Auflage. Als Beispiel dienen »die Lkws, seltener: die Lkw«.
    Die AGBs sind analog zu handhaben. Und solange dort nicht AGB’s steht …

  11. Edoardo am 18. März 2006 #

    AGB heißt aber schon „Allgemeine Geschäftsbedingungen“.
    Das gibt es im Singular gar nicht.

  12. Gerrit am 18. März 2006 #

    Natürlich heißt es die AGB, auch im Plural. Da habe ich doch tatsächlich einen kleinen Fehler gemacht. Er sei mir verziehen!

  13. Haretürk am 18. März 2006 #

    Hauptsache kluggeschissen …

    und nun der Blick ins Skype … alles noch da. bloß wie lange noch?

  14. Philipp am 19. März 2006 #

    Ganz so schlimm scheint es dann doch nicht zu sein, solange man die Augen aufmacht und halt notgedrungen ein Telefonat führt: http://www.start.com.my/blog/skype-and-voipbuster-credits-going-going-gone/

    (Im Endeffekt das, was Gernot schon gleich als 2. erwähnt hat …)

    Ich teile aber die Kritik und finde das einfach eine unfaire Geschäftspraxis! Ich plädiere auch dafür, dass man gemeinsam versucht, das Thema »Prepaid-Guthaben verfällt nicht« vor Gericht auch für Skype etc. durchzusetzen!
    Wer baut die Website zum Projekt inklusive Petition und BI? ;)

  15. Christoph am 19. März 2006 #

    Ich rege mich auch ziemlich über Skype auf  …
    Habe natürlich auch vor gut einem Jahr mal 10 Euro draufgeladen, weil ich mal öfter ins Ausland telefonieren musste. Hab es dann allerdings nur 3-4 mal benutzt, da ich in der Zeit auch Internetprobleme hatte und skypen ging kaum. Jedenfalls sind die restlichen 9,50Euro jetzt auch weg. Kann gut verstehen, dass du dich darüber auch aufregst.

  16. Forenblogger am 20. März 2006 #

    War bei mir leider auch so. Habs bereits vor über nem viertel Jahr gemerkt. Eine entsprechende Mail hat man nicht für beantwortungswert gehalten. Bin dementsprechend enttäuscht von Skype und empfehl den Service seitdem auch nicht mehr weiter. Ein dementsprechendes Verhalten dem Kunden gegenüber halte ich für unmöglich, aber leider bei großen Firmen Gang und Gebe.

  17. Julia am 20. März 2006 #

    Es ist schon ziemlich herb, was entsprechende Dienste (siehe Skype) so machen. Bei einem Kunden (für was auch immer) kann man ja schließlich auch nicht sagen: »Hey, du hast dich innerhalb der letzten x Wochen nicht für (z. B.) ein Design entschieden, also darfst du nochmal zahlen!« —immerhin hat man seine Leistung als Kunde doch erbracht.
    Von einem »Verwaltungsaufwand« können diese Dienste eigentlich auch nicht reden: Kunde zahlt ein, Kunde telefoniert -> Guthaben wird aktualisiert -> neues Guthaben in der Datenbank.
    Das ist meiner Meinung nach einfach nur Geldschinderei.
    Aber da hilft wohl nur AGB-wälzen bis zum Umfallen …

  18. karsten am 20. März 2006 #

    stimmt, ist nicht wirklich nett. allerdings hab ich nach dem kauf eine mail bekommen und da stand das datum drin bis wann das guthaben verfällt. es ist auch im eigenen account auf der skype seite zu sehen

  19. Christoph am 21. März 2006 #

    kommuniziert wirds schon genug  … mir war auch bewusst, dass es verfällt. Allerdings telefoniere ich nicht so viel mit Skype, dass ich die 10 Euro noch hätte aufbrauchen können.
    Das selbe Problem habe ich übrigens mit Telefonkarten  … die sind doch auch kaum länger als 1 Jahr gültig und ich habe mehrere Dutzend davon halb gebraucht hier rumliegen, die natürlich alle abgelaufen sind.

  20. Malte am 26. Mai 2006 #

    Hm, ist schon irgendwie dreist von Skype, die Masche, aber kann man das Problem net einfach umgehen, indem man alle 180 Tage auch nur 1 Minute lang mal ins Festnetz telefoniert, damit die 1,7 Cent abgebucht werden und die Gültigkeit des Skype-Guthabens sich um weitere 180 Tage verlängert? Oder verfällt das Guthaben etwa nach einem Jahr, egal was man macht, in welchen Abständen man es benutzt? In dem Fall würd ich mich natürlich in keinem Fall für Skype-Out entscheiden! – wälze nämlich gerade die ganzen Kommentare durch, weil ich kurz davor bin, mir ein 10,-€-Guthaben zu kaufen.

  21. moonstar6366 am 4. Oktober 2006 #

    Die Aufregung über diese 180 Tage reglung bei skype kann ich bis heute nicht verstehen.
    Der normale telefonanschluss kostet monatlich 15€ ohne das ich dafür was bekomme.
    Bei skype muss man 1 mal innherhalb eines halben jahres ein gespräch für 2 cent führen damit das Guthaben nicht verfällt!
    Letztlich läd man sich da doch Geld auf um mit skype zu telefonieren,und nicht um es als Bank zu benutzen,und mir das Guthaben als Rente anzusparen.

    Das find ich nu wirklich nicht schlimm,da gibt es wesentlich dümmere geschäftsmodelle!

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