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Gerrit, 17.06.2010

HTML5 – Webseiten innovativ und zukunftssicher

Der Bücherverächter lobt mal wieder ein Buch, so sieht’s aus! Meine Freizeitlektüre der letzten Tage war HTML5 – Webseiten innovativ und zukunftssicher von Bloggerkollege Peter Kröner.

Nun ist es ja so, dass es gar keinen richtigen Zeitpunkt für eine Buchveröffentlichung zu HTML5 geben kann. Die Spezifikationen und Implementierungen sind dem ständigen Wandel unterworfen, und prinzipiell müsste man schon jetzt anfangen, an der zweiten Auflage zu schreiben, und eigentlich jedes halbe Jahr eine überarbeitete Version veröffentlichen. Sei’s drum! Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Buch dennoch perfekt. Es widmet sich am Anfang in aller Ausführlichkeit der Entstehungsgeschichte und den Hintergründen zur aktuellen HTML5-Situation, und ist dabei stets meinungsfreudig und unterhaltsam geschrieben. Somit sind die ersten beiden Kapitel tatsächlich meine Lieblingskapitel, dicht gefolgt vom letzten, wo es um den Ausblick in die Zukunft geht, und was es generell für Möglichkeiten gibt, mit so einem offenen Standard wie HTML umzugehen.

Doch zwischen diesen beiden extrem wertvollen Essays steht natürlich auch ein praxisnaher Blick auf all die neuen Funktionen, die es (nach der erweiterten Definition von HTML5) gibt: Neue semantische Elemente, Geo-Location, Offline-Funktionen, Drag&Drop, Canvas usw…

Das meiste davon ist sehr anschaulich und nachvollziehbar geschrieben und kann sofort angewendet werden. Mit zwei Kapiteln habe ich allerdings so meine Mühe. Da wäre zum einen die Drag&Drop-API, bei der der Autor nicht müde wird zu betonen, wie schrottig und unbenutzbar diese ist. Dennoch nimmt er heldenhaft den Kampf auf und entwickelt im Buch eine Cross-Browser-kompatible Lösung mit nativem JavaScript, und erklärt dabei jeden der Schritte im Detail. Das ist super-löblich und ein bisschen masochistisch, doch besonders gerne möchte man das als Leser trotzdem nicht gedanklich nachvollziehen. Aber einer muss es ja mal gemacht haben, wie?

Ähnliches gilt für die Beschreibung der Canvas-API. Hier könnte man meines Erachtens ein ganzes Buch mit befüllen, um alles genau zu erläutern. Peter versucht sich an einer extrem dichten und kompakten Beschreibung innerhalb eines Kapitels, die meines Erachtens ein Hauch zu anspruchsvoll ist und zu schnell voranschreitet. Eine schwierige Gratwanderung …

Grundsätzlich gilt: Das Buch setzt an der Basis an und bespricht keine Lösungen, die auf JavaScript-Frameworks aufsetzen. Das muss natürlich auch so sein, denn es geht um eine technisch korrekte und spezifikationsnahe Erläuterung von HTML5-Features. Für die tägliche Arbeit eines Webdesigners sind diese Basistechniken jedoch eher nebensächlich, weil man sich die nackten Canvas- und Drag&Drop-Schnittstellen bitteschön aus dem Blickfeld weg-abstrahieren möchte. Das wird im Buch natürlich auch empfohlen, deswegen passt das an sich alles schon!

Abschließend die konkrete Kaufempfehlung: Jeder professionelle HTML-Kenner, der einen umfassenden und meinungsfreudigen Blick auf die Zukunft der Webstandards benötigt (also alle!), sollte sich das Buch von Peter Kröner nicht entgehen lassen. Es lohnt sich allein wegen Anfang und Ende!

6 Kommentare

  1. Florian Jirousch am 17. Juni 2010 #

    Ich habe das Buch in der letzten Woche auch gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Besonders gut gelungen ist meiner Meinung nach die Beschreibung der neuen Formularmöglichkeiten (Input-Typen, Validierung, etc.).

    HTML5 kann man jetzt schon verwenden, die dazu nötigen Kenntnisse werden von Peter Kröner mit nachvollziehbaren Beispielen übermittelt.

    MfG, Florian J.

  2. olih am 18. Juni 2010 #

    Ich habe es gestern bekommen und freue schon darauf, es zu lesen, aber die fehlende Zeit…

  3. andreas am 18. Juni 2010 #

    man kann ja nicht früh genug mit HTML5 anfangen :)

    btw was ist mit deiner Fließtextschrift los? bei mir im ff sieht die total mies aus

  4. Simon am 19. Juni 2010 #

    Wie aktuell ist das Buch denn? Wie wird dort die derzeitige Situation bei den Webfonts dargestellt, wie bei <video>?

  5. usp am 20. Juni 2010 #

    Über Webfonts dürfte nicht allzu viel drin stehen, da diese Teil von CSS3 sind.

  6. Gerrit am 21. Juni 2010 #

    Kein CSS3 und auch keine Webfonts in dem Buch! Ein bisschen Schade zwar, weil auch CSS3 gefühlt ein bisschen zu HTML5 gehört. Aber man könnte ein eigenes Buch mit dem ganzen Kram füllen…

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