Der IE9 und die Subpixelpositionierung

Wenn es um exakte Mikrotypografie geht, war man als Webdesigner bisher eher mit dem Holzhammer unterwegs, denn der Pixel als solcher galt als die kleinste Einheit für die Skalierung und Positionierung von Buchstaben.

Microsoft nimmt sich nun des Themas an. Der kommende Internet Explorer 9 wird nun weniger Rundungsfehler (bzw. Rundungsstufen) erzeugen, dafür konsequent auf Subpixel setzen:

In IE9’s default standards mode, you get what you ask for: ask for 10pt, you get 10pt (13.33 pixels), slightly larger than what you got in IE8 and before. Similarly, 8pt ends up a quarter of a point smaller in IE9.

Hier gibt es die Details – hört sich gut an!

6 Kommentare

timm

Es sieht zwar deutlich besser aus als das IE8-Rendering, aber wenn ich mir daneben das von MS ungeschickterweise eingeblendete Rendering meines Computers (OS X Quartz @ 113ppi) ansehe, sieht das immer noch besser aus, obwohl die Rendering-Engine 8 Jahre alt ist!
Besser gesagt sieht das primitivere Quartz mit der Zeit immer besser aus, weil seine dunklere, print-mäßige Interpretation der Lettern auf höher auflösenden Displays erst richtig schön zur Geltung kommt. Auf älteren Displays wirkte es schnell mal »zu dick aufgetragen«.
Das komplizierte ClearType und seine Derivate hingegen mögen auf älteren Displays eine gewisse Legitimität gehabt haben, mit höherer Auflösung werden die dürren Buchstaben immer »spiddeliger«. Wenn sich in Zukunft Auflösungen über 300 ppi wie beim iPhone 4 durchsetzen, wird der »ich würge die Buchstaben auf das Pixelmaß«-Ansatz von ClearType ohnehin obsolet.
Wenn man dann noch bedenkt, wie sehr die MS-Darstellung von aufwändigem Hinting abhängt, kann sich nur noch darauf freuen bzw. darauf hoffen, dass der ganze Spuk bald vorbei seien wird.

Free the Pixel

@timm: So habe ich das bisher noch nicht gesehen, aber das macht durchaus Sinn! Das Hinting ist wirklich ein Problem, es wird von so wenigen Schriften unterstützt, und wenn, sind sie meist sehr teuer, klar bei dem Mehraufwand, den das bedeutet.

Hier ein sehr informativer Artikel des Schweizer Publisher-Magazins von 2006, dennoch aktuell:

Click

Willi

Sieht besser als vorher aus, aber ich mag Cleartype immer noch nicht. Die Schrift ist entweder zu dünn und dabei komisch horizontal verschmiert oder pixelig. In geschätzt 4 von 5 Fällen find ich das Quartz-Rendering besser.

florian

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Subpixel-Renderings und muss sagen, dass Microsofts ClearType-Ansatz von allen bedeutenden (OS X = Quartz, Ubuntu) mathematisch der korrekteste ist.
Im Ãœbrigen: mit fortschreitender Windows- bzw. ClearType-Version wird das immer präziser.

Aber Hand aufs Herz: bunte Pixel um schwarze Schrift sehen echt dämlich aus. Und wenn man noch korrekt rundet, bleibt bei eigentlich schwarzer Schrift praktisch KEIN Pixel schwarz, sondern alle werden irgendwie farbig.

Gefällt mir nicht, halte ich – vom mathematischen Gesichtspunkt abgesehen – für Humbug, wird in absehbarer Zeit obsolet – danke @timm – und daher nicht wirklich genutzt und deshalb hoffentlich kein Standard.

Die optisch korrekteste Berechnung bringt Ubuntu, finde ich.
Quartz ist auch sehr gut dabei, aber manchmal zu dunkel.
Kann man übrigens wunderbar bei typekit.com vergleichen!

Peter

Wer benutzt denn heutzutage noch den Internet Explorer?! ;-)

Thor

Immerhin fast 60% der Weltbevökerung und vorallem Leute, die nicht auf die Werbung mit unfertigen und somit obsoleten Standards und Funktionen hereinfallen.

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