Barrierfreiheit bei Target und in Erlangen

Der Werbeblogger berichtet von einem Gerichtsverfahren, das gerade in den USA läuft. Scheinbar nichts besonderes, doch diesmal geht es nicht um heißen Kaffee, sondern um barrierefreie Internetseiten. Genau solche werden nämlich von Target nicht angeboten. Target ist ein ziemlich mächtiger Handelsriese in den Staaten (mit einem guten Logo), aber offenbar ist es nicht möglich, als blinder Internet-Nutzer im Target-Internet-Laden vernünftig einkaufen zu gehen, weil alternative Textbeschreibungen für die Darstellungen fehlen und noch ein paar anderen Sachen.

Da hat sich die »National Federation for the Blind« gedacht: Könnte man doch mal klagen. Und ein Richter bestätigt das jetzt auch: Eine Klage ist möglich. Sollte das ganze Verfahren günstig für die blinden Interner-User laufen, wird möglicherweise Folgendes passieren:

  • Die Aufmerksamkeit bezüglich Webstandards und zugänglicher Website-Gestaltung wird in den USA noch stärker in den Vordergrund rücken.
  • Viele US-Onlineshop-Anbieter werden es mit der Angst zu tun bekommen und schnell ein paar Profis aus unserer Branche engagieren, um ihr Angebot fit für Screenreader zu machen.
  • In Deutschland wird man davon mal wieder nichts mitbekommen.

Und um letzterem Punkt ein bisschen entgegenzuwirken, hat sich der Gerrit schon vor ein paar Wochen entschlossen, Ende September nach Erlangen zu fahren, um am Web-Kongress zum Thema Barrierefreiheit teilzunehmen. Bin gespannt, wie es da laufen wird. Auf jeden Fall freue ich mich, den einen oder anderen Leser dort zu treffen. Wer wird dabei sein?

8 Kommentare

Heiko

Wenn man für’ nen verschütteten heissen Kaffee, Millionen bekommt, stehen die Chancen auf Erfolg der Klage doch nicht schlecht. Schade nur, dass dies bei uns mal wieder nicht das geringste ändern wird ;o(

lemming

Mich würde mal deine Meinung zu Barierrefreiheit vs. Ajax interessieren.

/T

Wer wird dabei sein?

Ich

Nick Blume

Hmm, muss wohl meine Website von dir gegen Geld umprogrammieren lassen, ey. :)

Philipp

das gelobte logo erinnert mich sehr an jenes des österreichischen rundfunks:
http://orf.at

Stefan

Ich hab da auf meiner Site schon mal nen längeren Artikel drüber geschrieben und kann mich nur wiederholen: Barrierefreies Web ist keine Kür sondern Pflicht. Es sorgt für mehr Leser auf meiner Site und das mit einem geringen Mehraufwand. Nur ein paar Standards einhalten, Schrift nicht fest und simple Alt- und Title-Attribute sorgen für soviel Mehrwert. Nebenbei steigt noch das Karma massiv und man kann sich als was besseres fühlen ;-)

Marketingblogger Michael

Kein Wunder, dass man da als Blinder nicht einkaufen kann. Die Target-Website ist ja wirklich gruselig. Sieht ganz hübsch aus, besteht aber fast nur aus Grafiken. Die linke Navigation ist z. B. aus riesigen Grafik-Klötzen aufgebaut und mit Imagemaps klickbar geacht. So was habe ich ungefähr 1997/1998 das letzte Mal verbrochen und dann ganz schnell verdrängt ;-)

Benjamin

Aber es hört sich doch gut an, wenn man im Verkaufsgespräch mit potenziellen Kunden sagen kann: unter den Webstandards mach ich es nicht, in Amerika wird schon geklagt beim Ignorieren der Zugänglichkeitskriterien.

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