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Gerrit, 17.05.2006

Bald ist der Pixel tot

Das neue MacBook besitzt eine Bildschirmauflösung von 113ppi, was ganz schön viel ist. Allerdings nicht unbedingt im Vergleich zu anderen aktuellen Notebooks. 1280×800 Pixel auf 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale.

Was sagt uns das alles? Mehreres:

  • Jede Menge Platz zum Arbeiten, selbst auf kleiner absoluter Fläche.
  • Die Auflösungen bei TFT-Bildschirmen werden immer feiner.
  • Die 72dpi-Regel war niemals obsoleter als heute.
  • Bedienelemente des Betriebssystems und bei Programmen werden immer kleiner, weil sie (noch) Pixel für Pixel festgelegt sind
  • Pixelgenaue Weblayouts schrumpfen ebenfalls ziemlich zusammen. Zeit für elastische, flüssige oder Zoom-Layouts.
  • Pixelschriften wie die Mini7 oder gar die Scripto werden zunehmen unbrauchbarer.
  • Die Oberflächen der Betriebssysteme müssen auch mitziehen und stufenfrei skalierbar sein. Die nächste Version von Mac OS X wird das hoffentlich können, Windows Vista wohl ebenfalls.

Bye, bye, ihr Pixelfetischisten! Die Vektorgrafik wird Euch bald einige Probleme bereiten. Bereitet Euch schon mal darauf vor!

19 Kommentare

  1. Gernot am 17. Mai 2006 #

    Völlig off-topic, aber dieses T-Shirt ist mir zu deiner Überschrift eingefallen :-)

    Zum Thema: Ich stimme dir völlig zu, aber es gab ja noch nie ein festes Pixel/cm-Verhältnis ausser in der Phantasie der 72DPI-Verfechter. Daran hat sich nix geändert, also auch nix verschärft. Was mich wundert ist allerdings, dass gängige 19-Zoll-Bildschirme so eine niedrige Pixelauflösung haben, die besitzen alle ebenfalls eine Breite von 1280 Pixeln auf wesentlich mehr Platz als dem 13-Zoll MacBook-Display. Mich stört ja schon jetzt der Größenunterschied der Fenster, wenn ich sie vom bisherigen 1024×768-Display des 12er Powerbooks dauf den großen Bildschirm rüberschiebe, das ist beim MacBook ja noch extremer …

  2. Gerrit am 17. Mai 2006 #

    @Gernot: Mir war das klar, aber erklär das mal dem Hardcore-Flashdesigner, der so stolz auf seine Pixel-Layouts ist. :-)

  3. René am 17. Mai 2006 #

    Aber dieser Ansatz ist nicht völlig problemlos. Beispielsweise beschreibe ich eine Postkarte (A6) nicht mit einer Schriftgröße, die nur ein Viertel von dem groß ist, wie ich sie auf einer A4-Seite schreibe. Man würde es schlicht und einfach nicht lesen können.

    Würde ich jede Postkarte im A6-Format mit einer nur 1/4-großen Schriftart

  4. Gernot am 17. Mai 2006 #

    Ausserdem würde ich mir bei kleiner Schrift auf Postkarten auch mehr ausdenken müssen als »Mir geht es gut, das Wetter ist super!« ;-)

  5. neolith am 17. Mai 2006 #

    Pixel werden nicht aussterben. Die Zukunft gehört meiner Meinung nach Oberflächen, wie man sie zur Zeit als Interface in einigen Computerspielen findet: frei bearbeitbar mit XML/LUA, alle Grafiken skalierbar via D3D bzw. OpenGL. Die meisten Grafiken bestehen dort immer noch aus Pixeln, nicht reinen Vektoren.

  6. Perun am 17. Mai 2006 #

    @Gerrit,

    du hast zwar Recht, aber wie lange wird das dauern bis sich diese hochauflösenden Display am Markt bzw. bei der breiten Masse etablieren.

    Die Masse ist noch mit einem 19« Monitor (1280×1024), mit einem 17« Röhrenmonitor (1024×768) oder mit einem 15,4« Win-Schlepptop (1280×800) unterwegs. Und das sind nicht hochauflösenden Displays die du meinst.

    Und auch der Handel (ich meine jetzt den Otto-Normal-Händler) hat eher den o.b. 19«er als einen Monitor mit 120+ppi im Regal.

    Obwohl  … den Pixel hält man schon seit längerem für tot und so gesehen müsste er anfangen zu müffeln :-) ... aber totgesagte leben länger.

  7. Gerrit am 17. Mai 2006 #

    @neolith: natürlich wird der Pixel weiterhin gebraucht als Anzeigemedium. Aber nicht als internes Darstellungsmodell für GUIs und Websites. Hier wird die Berechnung als Vektor erfolgen und erst die Ausgabe dann – umgerechnet auf die vom User gewünschte Darstellungsgröße – in Pixel konvertiert.

  8. Martin am 17. Mai 2006 #

    Je weniger Pixel wir sehen wollen, desto mehr brauchen wir.

    Wo sind eigentlich die SVG bei den Feeds hin? Die machten sich ganz gut bei meinem Laptop (129 ppi).

  9. Andi am 18. Mai 2006 #

    Ja, wird schön langsam Zeit dass die Vektorgrafik Einzug hält. Ich hoffe natürlich, schön ge-smooth-t und resampled,-not-resized. Wenn ich daran denke wie lieblos die ersten Vektor-Computerspiele ausgesehen haben fürchte ich, wir werden uns einige Zeit die schön aufwendigen Pixelgrafiken zurückwünschen, selbst wenn der Windows-Rechner dadurch auf Briefmarkengröße zusammenschrumpft!

  10. René am 18. Mai 2006 #

    @Gernot: du hälst zwar den Finger an die richtige Stelle, aber es soll ja inhaltsgleich mit dem A4-Brief oder dem A2-Poster sein, oder?

    Oder gibt es dann noch zusätzliche Mechanismen, die die Bildschirme vor unlesbarkleiner Schrift schützen? Wenn der Seitenbastler Schriftarten in Minimalgröße gestaltet und das auf seinen großen 21 Zoller mit 113ppi durchaus lesbar ist, werd ich mir wohl die Augen verdrehen, wenn das Laptop die 113ppi mit 14 Zoll darstellt.

  11. Gerrit am 18. Mai 2006 #

    @Rene: Du verwechselst da grundsätzlich was, nämlich mal wieder Auflösung und Pixelanzahl, wie so viele! Eine 100×100 Pixel große Grafik ist auf einem 113ppi-Schirm immer genau gleich groß, egal, wieviel Zoll der Bildschirm groß ist.

    ppi = Pixel per Inch. Wieviel Inch der Bildschirm groß ist, steht dabei nicht zur Debatte. Daher ist Dein Kommentar mit der Postkarte auch nicht korrekt.

  12. simon am 18. Mai 2006 #

    Hach, da haben wir aber auf gaaanz geschickte Weise wieder zwei alte Artikel hervorgeholt, was, Gerrit? lol! Aber auch ich werde mich freuen, wenn der Pixel wieder stumm und still seiner dienenden Aufgabe als Anzeigemedium nachgeht und nicht mehr frei und dominierend durch die Welt geistert.
    PS: Ich überlege mir, ein »72dpi«-T-Shirt zu machen, wer will auch eins?

  13. Volker am 18. Mai 2006 #

    Ich kann es mir nicht verkneifen einen Kommentar zu deinem letzten Absatz zu hinterlassen. Denn nicht die Vektorgrafiken werden den Pixelfetischisten Probleme bereiten – nein, es ist gerade anders herum: Die Pixelfetischten werden den Nutzern Probleme bereiten, die aus den von dir genannten Gründen auf Vektorgrafiken und flexible Layouts angewiesen sind. Den Grund dafür hast du bereits selbst genannt, als es um die Darstellung deines neuen Layouts im Internet Explodierer ging: die korrekte Darstellung auf Systemen von Minderheiten wird als nachrangig angesehen. Nun stehst du auf der anderen Seite, auf der Seite der Nutzer und der Minderheiten, denn wie Perun geschrieben hatte ist die Mehrheit der Anwender nicht im Besitz von hochauflösenden Monitoren und somit ist für diese eine Umstellung nicht zwingend nötig. Demnach würde eine Umstellung erst stattfinden, wenn die Mehrzahl der Anwender im Besitz hochauflösender Monitore wäre. So lange werden sich wohl eher die Vektorpäpste und nicht die Pixelfetischisten mit dem Problem herumschlagen müssen, dass bei 113ppi die Darstellung viel zu klein ist.

  14. Eckhard Rotte am 18. Mai 2006 #

    Jaja, schön wäre das, wenn sich ein solches Verständnis für Web-Gestaltung im Designerkosmos etablieren würde.
    Noch sieht die Praxis aber anders aus. Völlig anders.

  15. Jörg Morsbach am 19. Mai 2006 #

    Okay, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Jetzt müsste der Link funktionieren. Sorry. Barrierekompass (2.Teil)

    Beste Grüße

  16. ulle am 20. Mai 2006 #

    113ppi (?) – da muß ich mal rechnen:

    25,4mm / 113 Pixel = 0.224mm Mittlerer Pixelabstand

    Ich empfehle den Benutzern sich schon jetzt einen Termin beim Augenarzt zu sichern …..

  17. HD Schellnack am 23. Mai 2006 #

    Lustig finde ich, daß ihr ausgerechnet Flash als Pixeldesign aufführt. Flash war von vorneherein eher Vektor-orientiert und IST skalierbar. Immer schon gewesen. Nicht umsonst bietet sich clever gemachtes Flash durchaus als Lösung für Sites an, die auch auf PDA laufen sollen.
    Der Pixel wird aber so oder so bleiben, digitale Bilder basieren nun mal auf der Einheit. Online wird mehr wie interaktives TV werden, da brauchts halt Pixel. Über PHP und CSS sollte man nicht mehr diskutieren, sondenr als Designer wahrscheinlich inzwischen mehr Zeit damit verbringen, das Interfacedesign gelungener TV-Sender und Gaming-Consolen zu studieren und Videoediting zu üben :-D

    Tolle Ausrede, um mehr zu spielen und fernzusehen, oder?

    «Ey, ich ARBEITE hier.»

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