Ach, lasst mich doch in Ruhe!

Ralle hat im Netzbuch einen sehr lesenwerten Artikel über ungestörtes Arbeiten, Produktivität, Martin Luther und reduzierte Schreibsoftware veröffentlicht. Seine These: Ohne ständige Belästigung durch ankommende eMails, IM-Nachrichten oder Skype-Anrufe lässt es sich trefflich arbeiten. Mit einem Texteditor, der auch noch Dinge wie Copy-and-Paste bewusst nicht ermöglicht, also wirklich wie eine Schreibmaschine funktioniert, geht es mitunter sogra noch besser. man muss sich halt mal wieder konzentrieren, was uns Info-Junkies wirklich schwer fällt. Ich merke das an mir selber. Ich muss immer daran denken, wie unglaublich produktiv bin, wenn ich in einem leeren ICE am Tisch im Großraumabteil sitze und mich endlich mal ohne Internet einer einzigen Sache widmen kann.

Natürlich könnte ich auch Zuhause Internet und Telefon abstellen. Aber man macht es ja dann doch nicht. Die Info-Sucht ist einfach zu groß.

Auch Jason Fried predigt die sogenannte Alone-Time. Wenn es nach ihm geht, müsste jeder Arbeitgeber darauf bestehen, dass jeder seiner Angestellten mindestens 3 Stunden am Tag nicht gestört wird durch Anrufe, Fragen von Kollegen und am besten auch eMails. Was man in diesen drei Stunden alles gebacken bekäme  …

12 Kommentare

Andy Hoppe

Wie wahr, wie wahr … aber als künftiger Fonero betreibst Du ja dann eine Art Traffic-Outsourcing. Andere nutzen für Dich Deinen Internetzugang und machen Deine Leitung durchs Angucken des gesamten Sendungsarchivs von Rocketboom stundenlang dicht, und Du kannst Dir währenddessen ein wenig Auszeit gönnen ;o)

Fluffi

Wie wahr, wie wahr. Man kann auch wunderbar dem http://www.flickr.com/photos/tags/whatsonyourdesk/-Link folgen und statt zu arbeiten erst mal ne Weile die Schreibtische von anderen Leuten anschauen ;)

Fluffi

Ja huch, hätte ich vorher gelesen, dass der erste Kommentar auch schon mit »wie wahr, wie wahr« anfängt, hätte ich mir was anderes überlegt. Wie sieht denn das aus?...

T.

Gerrit, hattest du schon mal so richtigen Stress bei einem Projekt? Der Abgabetermin rückte immer näher und näher und näher … und Du musstest objektiv einsehen, dass Du eigentlich noch NICHTS fertig hattest? Wenn ja, was hast Du Dir in dem Augenblick geschworen? ;o)

Die Frage ist, wie Du Deine Prioritäten setzt. Brauchst Du ständigen Input von Außen um kreativ zu sein oder brauchst Du den Kick, kurz vor der Deadline ein Projekt fertig zustellen? Wann hattest Du wirklich das letzte Mal das Gefühl ohne Stress ein Projekt entspannt fertig zu haben?

Ich habe das letzte Jahr von der „Kickvariante“ auf (mein) GTD umgestellt. Eine Entscheidung die ich bis heute nicht bereut habe. Abgabetermine sind wieder Abgabetermine, das Gefühl ist wieder da, endlich entspannt etwas geschafft zu haben und nix vergessen zu haben. Ich habe wieder mehr Zeit für andere Dinge und bin weniger genervt.

Tim

Vorallem kommt man von einem Link zum anderen, gerade beim Blog lesen kann man sich da schnell vom eigentlichen Ziel entfernen.

Johannes Kleske

Als Jason-Fried-Jünger und Selbstständiger merke ich gerade auch, wie ich ohne Ablenkung in diesen typischen Flow komme, wo man Zeit und Umgebung vergisst und einfach nur schafft.
Wobei es schon hart ist: iChat aus, Skype auf invisible, Mailabruf und Feedreadercheck auf manuell …

Jens

Der Student an sich fährt für derlei Angelegenheiten in die Unibibliothek und vergisst das Notebook/WLAN Karte zuhause. Ein Angestellter mit gleitenden Arbeitszeiten kommt früher oder geht später – alle Lösungen funktionieren bei mir prima.

p3st

Weiß nicht, ob ich ohne Stress produktiver bin. Kommt vielleicht auf die Art der Arbeit an. Wenn ich in Photoshop arbeite, kann ich nicht genug Programme zusätzlich offen haben, um alle paar Sekunden mal das aktuelle Bild auszublenden, mich abzulenken, und nach 10 Sekunden bin ich wieder dran. Es ist nicht unbedingt schneller so, aber effizienter. Wenn ich allerdings gerade ne Seite im Editor aufbaue, wehe dem der mich dabei stört.

T.: Also wenn du wirklich noch NICHTS hast, und der Termin gestern ist, dann sollte man durcharbeiten und erst aufhören, wenn man fertig ist. Ich habe nie wirkliche Terminprobleme. Es kommt drauf an, voraussichtlich zu planen. Ne Todo-Liste mit detaillierten Unterpunkten auf Papier ist meine Waffe der Wahl.

SilentWarrior

Wundert mich eigentlich, dass noch keiner den Link gepostet hat: How to Shut up and Get to Work! ist ein Artikel von Jason Fried über m.E. ziemlich das gleiche Thema, der vor ca. 2 Monaten bei ThinkVitamin erschienen ist. Leider ist dieses angestrebte »In the Zone«-sein in unserer von Informationsüberflutung geprägten Zeit nicht so ohne weiteres möglich.

Konrad

Gerade die Erfahrungen mit dem Arbeiten im Zug kann ich voll und ganz teilen. Selten bin ich so kreativ wie auf einer 4h-Fahrt mit dem IC.

Gerrit

Zeitdruck wurde bei mir bisher immer dadurch erfolgreich vermieden, dass der Kunde seine Inhalte eh immer viel zu spät geliefert hat. Dadurch kann man wunderbar die Schuld für Verspätungen abwälzen.

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