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Gerrit, 08.04.2006

1024 oder nicht 1024? Das ist nicht die Frage!

Im SelfHTML-Weblog gibt’s einen umfangreichen (wie immer) Artikel über Bildschirmgrößenoptimierung mit jeder Menge Statistiken und Ratschlägen. Supersache, das. Jedoch reift in mir seit einigen Wochen die Essay-Idee über eine andere Herangehensweise an das Thema. Der Titel wird wahrscheinlich »Über Auflösung und Zersplitterung« sein, und die Kernaussage ist sinngemäß die: Der Webdesigner im Jahre 2006+ kann definitiv keine Aussage mehr über das verwendete Lesegerät des Surfers treffen (Handys, TV-Screens, Browser, OS-Widgets). Von daher ist er gezwungen, Flexibilität zu einem der obersten Grundsätze zu machen. Die Diskussion darüber, ob man nun inzwischen Websiten mit 1000 Pixeln Breite anlegen darf, ist obsolet und geht in die falsche Richtung.

Mal sehen, ob ich das in naher Zukunft ausführlicher und schöner zu Papier bringen kann!

19 Kommentare

  1. Dirk am 8. April 2006 #

    Naja, nach der aktuellen Umfrage von Valve zu der Hardware von Spielern (nicht unbedingt repräsentativ) haben dort nur 3,4% noch eine Auflösung von 800×600, und selbst wenn man die 1,43% Other noch hinzurechnet, sind das keine 5%, die keine 1000 Pixel breite haben.

    Wenn man sich also sicher ist, dass man nur für normale PCs (OS-Unabhängig gemeint) arbeitet, dann kann man das durchaus machen.

    Für Handys, TV-Screens etc. sollte man ggf. zu anderen Lösungen greifen, auch meine eigene Site sieht auf dem Palm nicht so dolle aus, da wäre ein Verzicht auf den Sidebar sehr gut.

    Am besten wäre es natürlich, wenn man ein Layout hat, dass auf jedem Gerät toll aussieht, aber bei den vollkommen unterschiedlichen Größen (320px auf’m Palm im Vergleich zu 1920 auf’m Desktop) ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit.

  2. Media Addicted am 8. April 2006 #

    Gerrit,

    glaubst du im Ernst, dass ein signifikanter Teil der Besucher per Handy, PDA oder sonstwelchen Spielereien auf »eine Webseite« kommen wird? So in den nächsten 5 Jahren?
    Die Frage ist ja, wie hoch der Aufwand für so eine »Dynamisierung« ist und ob diese Kosten in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen stehen. Und da würde ich, völlig bar jedweder empirischer Daten, mal tippen, dass es das in 98% aller Fälle nicht tut.

    Wen oder was verliert man, wenn die Webseite 800 breit ist und nicht dynamisch?

  3. e-sven am 8. April 2006 #

    Hatte das schonmal woanders angemerkt: Auf dem mobilen Surfgerät hab zumindest ich CSS und sogar Bilder deaktiviert. Der Feedreader arbeitet auch »designunabhängig«. Also so ziemlich das einzige Medium, dass vom Webdesigner (meiner Meinung nach) designtechnisch beachtet werden sollte, ist der Screen. Ansonsten bin ich immer wieder froh, wenn Seiten mit ner Überschrift anfangen, der direkt der Content folgt.

  4. tboley am 8. April 2006 #

    Die Diskussion um die Auflösung ist ein altes, aber sehr spannendes Thema. Trotz allem bleibt aber die Tatsache, daß die menschliche Wahrnehmung auf 60 bis 70 Zeichen pro Zeile begrenzt ist. Texte, die breiter sind, lassen sich schlechter lesen. Egal ob auf einem 17« oder 30« Monitor. Es geht daher nicht um Breite, sondern um Lesbarkeit.

    Nicht ohne Grund werden die Zeilen eines Artikels von ganz normalen Tageszeitung nicht auf die gesammte Breite des Papiers gestreckt.

  5. Michael am 8. April 2006 #

    Im Webstandard BLog ist auch nen Artikel dazu(»)
    Hab ihn noch nicht durchgelesen, aber er scheint auch interessant zu sein.

  6. Orlando am 8. April 2006 #

    Wie schon bei Heiko erwähnt, halte ich eine begrenzte Zeilenbreite für das einzig wichtige Kriterium – sowohl was Minimal- als auch Maximalbreiten betrifft. Soferne dann horizontal noch Platz übrig ist, kann man diesen meinetwegen gerne mit allerlei Zeugs aus dem Plugin-Krämerladen füllen. Da die Schriftgröße frei definierbar ist, hat dieses Thema auch nichts mit irgendwelchen Pixelangaben zu tun. Das geeignete Mittel der Wahl scheinen mir übrigens CSS3 Media Queries zu sein, welche eine der Viewportgröße angepasste Gestaltung ermöglichen. Und das nicht nur in Pixel und hoffentlich bald nicht mehr nur in Opera.

  7. Gerhard am 8. April 2006 #

    Webautoren steht heute deutlich weniger Platz als früher zur Verfügung. Das liegt nicht nur an den immer häufiger genutzten mobilen und mittlerweile wirklich winzigen Anzeigegeräten. Gerade Benutzer hochauflösender Flachbildschirme werden wohl kaum ein einziges Browserfenster die gesamte Anzeigefläche einnehmen lassen und tendieren eher zu ungewöhnlichen Seitenverhältnissen.

  8. Heiko am 8. April 2006 #

    Der Webdesigner im Jahre 2006+ kann vielleicht keine definitive Aussage über das verwendete Lesegerät des Surfers treffen, dank der »media« Angaben für das jeweilige Ausgabegerät kann man dies allerdings für jedes optimiert & seperat angebieten. In Sachen Flexibilität & Elastizität eines Layouts, wird zu oft daran gedacht ob das Layout auch mit 1600er oder 640er Auflösung passt. Aber in welchem Rahmen will man das Layout anlegen. 20% links & rechts und der Rest in der Mitte? Wer liesst bitte mit ner 1600er Auflösung den Text im mittleren Contentbereich? In Sachen Usability ( siehe tboley : Wahrnehmung der Zeichen pro Zeile)ist dieses flexible und elastische Layout nicht einfach zu handeln.

  9. Claudius Coenen am 8. April 2006 #

    Ich habe einen Ansatz bei unserer Tanzschulseite verfolgt, der per em basiertem CSS frei skalierbar ist (in jedem gängigen Browser). Personen, die eine Auflösung von unter 1000px breite haben, und Javascript aktiv haben, bekommen die Seite 75% verkleinert.
    Die Seite sieht auch in Lynx noch gut aus, und Opera Mini liefert sie an PDAs und Handys gut lesbar aus. Es soll noch im Laufe der Zeit je ein spezielles Print und PDA-Stylesheet folgen.

    Dass nur wenige Menschen Internet auf dem PDA oder Handy nutzen liegt meiner Meinung nach wirklich nur am Angebot. Volumentarife, die bezahlbar sind gibt es mittlerweile. 5 Jahre ist vielleicht eine realistische schätzung, aber nicht wegen der geringen Nachfrage, sondern eher wegen dem unangepassten Angebot.

    Wenn ich im Zug meine Webseite pflegen kann und meinen sonstigen Zeitraubenden Internetkram – was will dann noch mehr?

  10. Konstantin am 8. April 2006 #

    Ich halte den Ansatz, Seiten so zu designen, dass das Layout beim vergrößern der Schrift mitwachsen kann sehr interessant. Die browserseitig beste Umsetzung davon kann man im Opera beobachten. Aber auch der IE 7 bringt so eine Funktion mit.

    Wenn ein Benutzer einen riesigen Bildschirm mit hoher Auflösung hat, ist es sogar recht wahrscheinlich, dass er die Standardschriftgröße höher gestellt hat, damit er überhaupt noch etwas erkennen kann.

    Einfaches Strecken der Textbreite halte ich auch für problematisch, da die Zeilen sonst viel zu lang werden.

  11. Gerrit am 8. April 2006 #

    »Webautoren steht heute deutlich weniger Platz als früher zur Verfügung.« Das trifft es eigentlich ganz gut: Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass größere Bildschirme auch größere durchschnittliche Anzeigebreiten nach ziehen. Durch mehrere Faktoren (Die ich in dem Essay genauer beschreiben werde) wird die schöne einfache Welt des Webdesigners (»Mein User hat entweder 800 oder 1024 Pixel«) ganz schön durcheinander gewirbelt. Und es kann nicht unbedingt eine Lösung sein, 4 verschiedene Stylesheets anzubieten. Clevere Lösungen sind gefragt, die ersten Ansätze beginnen sich erst so langsam herauszubilden. Es ist meiner Meinung nach eine der ganz großen Herausforderungen für professionelle Webdesignerin der Zukunft (Und zugleich eine Chance, es den ganzen Dreamweaver-Kiddies zu zeigen, wie man das macht).

  12. Matt am 8. April 2006 #

    Hallo zusammen,

    ich freue mich schon auf den Artikel, da ich mir diese Frage auch immer wieder aufs neue stelle.
    Ich denke aber auch »less is more« und man sollte u.a. wegen der Zeilenlänge in den niederen Bereichen der 800 bleiben. Und da die WM wohl nicht das HDTV-Event werden wird, dauert es bestimmt auch noch was, bis die 1280 im Wohnzimmer verfügbar sind  … und wenn es dann soweit ist kann man von der Couch aus eh nix mehr lesen :)

    Bei unserer jungen Q4U Agenturseite haben wir auch eine em-Umsetzung verfolgt. Ist zwar nett, aber auch unschöner Aufwand mit der Umrechnung, obwohl das hier TYPO3 übernimmt. Vor allem, wenn Bilder innerhalb eines Elements kommen, welches eine andere Schriftgröße hat, kommt es zu lustigen Umrechnungsfaktoren und daraus noch lustigeren em-Werten mit vielen Nachkommastellen.

  13. ulle am 8. April 2006 #

    @Gerrit

    Ich kann Dir nur zustimmen. Diskussionen wie Breit der »Designer« jetzt layout’en darf und Statistiken über Viewports sind der totale Irrweg.

    Mein Ziel ist es alle Viewports bedienen zu können, CSS gibt mir mit min-/max-width und float entsprechende Eigenschaften an die Hand und mit %/em vernüftige Einheiten mit auf den Weg.

    Natürlich gibt es keine Eierlegendewollmilchsau, aber Ansätze in die Richtung gibt es eine Menge.

    Eine interessante Diskussion ist wohl:
    Skalierbarkeit und Usability

  14. Perun am 8. April 2006 #

    @Claudius,

    »Ich habe einen Ansatz bei unserer Tanzschulseite verfolgt, der per em basiertem CSS frei skalierbar ist (in jedem gängigen Browser). Personen, die eine Auflösung von unter 1000px breite haben, und Javascript aktiv haben, bekommen die Seite 75% verkleinert.«

    ich will dich ungern enttäuschen, aber in meinem SeaMonkey 1.0 (identisch zu FF 1.5) habe ich schon bei einer Auflösung von 1024px einen horizontalen Balken und auch bei 800er Auflösung wird nichts verkleinert.

    @Gerrit,
    was spricht dagegen, ein Screen-, Print- und Handheld-CSS auszuliefern? Oder sogar ein richtig für mobile Geräte optimierte Seite?

    Ein Layout kann elastisch sein wie es will, aber was machst du wenn du im Inhalt größere Bilder hast (350px+)? Dann wirst du trotzdem Probleme bei den meisten Handhelds haben.

  15. olaf am 10. April 2006 #

    Feine Diskussion! Jede/r Webdesigner/in steht des öfteren vor dieser Frage, nur denke ich das man sich auch nen Knoten in die Finger optimieren kann.

    Sicher sollte heutzutage das Layout Flexibilität aufweisen, aber irgendwie bekommt diese Sache einen Beigeschmack, der ungefähr dem Motto gleich kommt: »Jeder Besucher der Webseite darf sich die Informationen und das Layout selbst-zu-recht-stricken«

    Unterm Strich sollte die Webseite nicht nach Optimiert für Auflösung X sondern nach Inhalt und Intention bzw. Zielgruppe des Angebots gerichtet sein.

  16. Klofat am 10. April 2006 #

    Ich sehe es ähnlich wie einige meiner Vorposter.
    Web-Seiten sollte nicht auf eine Breite optimiert werden sondern der Inhalt sollte die Breite vorgeben.
    Ich meine damit, es sollte ein großes Portal mit 4 Spalten nichts schmäleres als 1000px in Betracht ziehen.
    Eine kleine Info-Seite zu einer Kneipe darf ruhig auch immer noch in 800px Breite daherkommen.
    Ein fexibles Layout, das sich von 800 bis 1600 immer flüssig einfügt lässt sich eben nur bei Projekten realisieren wo von Anfang an von allen Beteiligten dies gewünscht wird.

    Die Sonderformen Druck, Mini-Screen (>=640) und ähnliches sollte man dann eben mit einem extra css bedienen.

    Wichtig ist, dass das »Wo bin ich!« und »Wo muss ich hin!« möglichst bei allen Fenstergrößen sofort sichtbar ist (oben links).

  17. Stefan am 10. April 2006 #

    Also Bildschirmgröße hin oder her; ich persönlich habe meinen Webbrowser schon bei 1024×768 Pixeln nicht mehr im Vollbildmodus, geschweige denn bei 1600er Auflösung.

    Wenn ein »flüssiges Layout« angeboten wird, kann es zwar zu längeren Textzeilen kommen, aber der Besucher hat es über die Größe des Browserfensters immer noch selbst in der Hand, seine gewünschte Breite einzustellen.

    Trotzdem bin ich sehr gespannt und verfolge die interessante Diskussion hier gerne weiter.

  18. John am 11. April 2006 #

    Auch wenn es sich bei diesem Thema meist um Momentaufnahmen handelt, stimme ich Perun zu. Ich halte das Anbieten von entsprechend optimierten CSS-Dateien für durchaus sinnvoll (siehe z.B. Dustin Diaz) in Verbindung mit der Möglichkeit die Schriftgröße per Mausklick verkleinern/vergrößern zu können, ist es allemal effektiver, als es über möglicherweise nicht funktionierende Viewport-Abfragen oder Spekulationen über die meistgenutzte Browserauflösung zu »lösen«. Letzteres läuft eben bei anderen Anzeigegeräten als Desktop-Bildschirmen ohnehin ins Leere.

  19. Peter Giesecke am 26. April 2006 #

    Ich hoffe, Gerrit gestattet mir den manuellen Trackback:

    Von breiten und schweren Websites
    http://www.netzausfall.de/2006/04/26/von-breiten-und-schweren-websites/

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