Der Rechtschreibfriede

1. August 2006 von Gerrit van Aaken

Ab dem heutigen 1. August 2006 habe ich die Hoffnung, dass nun ein wenig Ruhe und Friede einkehrt im Land der Schreibenden. Vor ziemlich genau zwei Jahren war mein Puls auf 180, weil ich mich doch sehr über Springer, Spiegel und Co. aufgeregt hatte, die allesamt die reformierte Rechtschreibung abgelehnt und zurück zu vermeintlichen alten Tugenden gekehrt waren. Ich selber bin seit 1996 vehementer Verfechter der neuen Schreibweisen, weil ich

a) Neues generell erst einmal positiv bewerte
b) die Sache mit dem scharfen ß so viel einfacher finde
c) immer für eine einheitliche Regelung stimmen würde, damit Kosten gespart und Kinder nicht verwirrt werden. Die Qualität der Reform steht dabei nicht zur Debatte.

Wer vernünftig schreiben lernen soll, darf nicht ständig verschiedene Schreibweisen in verschiedenen Medien entdecken! Außerdem wurde es den ganzen Über-30-Jährigen nun wahrlich nicht leicht gemacht, zumal sowohl das Hauptorgan der weniger Gebildeten als auch das Hauptorgan des konservativen Bildungsbürgertums, und zusätzlich noch die Blogger-Bild ein eigenes Süppchen gekocht haben. Kein Wunder, dass kaum jemand die neuen Regeln lernen wollte. Dabei ist es so schwer gar nicht – hier gibt’s eine sehr schöne Übersicht!. Doch nun zum 1. August sind sowohl Springer und Spiegel, als auch die Länder Bayern und NRW endlich wieder versöhnt. Die FAZ scheint das jedoch weiterhin zu ignorieren, was es mir noch leichter fällt als sonst, dieses Drecksblatt zu boykottieren.

Allerdings darf man bei all den Spitzfindigkeiten nicht vergessen, dass ein gruselig hoher Anteil von Menschen weder nach der alten, noch nach der neuen Rechtschreibung Texte verfassen können. Selbst eine Menge Blogger sind betroffen. Die können sich zwar meist gut ausdrücken, aber es hapert an allen Ecken und Enden mit der Orthografie – und damit meine ich keine Tippfehler, sondern eher alte Bekannte wie »Standart«, »Weißheit«, »Gallerie« oder »Kalendar«. Da kann man noch dran arbeiten!

(Aber natürlich: In meinem Blog wird eMail auch weiterhin mit kleinem e und ohne Bindestrich geschrieben. Ihr wisst ja, warum!)

46 Kommentare

  1. Anne am 1. August 2006 #

    Ein paar Regeln der neuen Rechtschreibung finde ich sehr gut, ein paar andere eher schlecht, aber insgesamt bin ich einfach der Meinung, dass man sich einfach mal einigen muss. Lernen kann man dann alles, aber immer wieder eine neue Reform, nur weil sich ein paar Journalisten echauffieren geht irgendwie doch arg an der eigentlich Sache vorbei.

    Na ja, mal sehen, was die nächste Reform bringt. Ich versuche, so weit wie möglich alles nach gültiger Schreibweise zu schreiben. Falls ich mal daneben liege, hoffe ich, dass das verziehen wird. Man kann ja auch nicht gleich den ganzen Duden auswendig lernen.

  2. Marketingblogger Michael am 1. August 2006 #

    Nach zehn Jahren Anwendung meinerseits habe ich es mir ohnehin längst abgewöhnt, von der »neuen« Rechtschreibung zu sprechen. Geschrieben wird, was im Duden steht – fertig. Nervig genug, dass solche Dinge meist ewig dauern und dann auch noch in schöner Regelmäßigkeit mit den immer gleichen Grundsatzdiskussionen verzögert werden.

  3. whomass am 2. August 2006 #

    Dürfen Österreicher und Schweizer eigentlich mitreden, wenn´s um die Rechtschreibung geht?

  4. trashhero am 2. August 2006 #

    Ich wurde 1996 eingeschult. Ich bin einfach nur froh wenn ich endlich mal weiß wann und wo und wieso ich kommas setzen muss was ich groß was ich klein schreiben muss und was zusammen und was nicht. Ihr seht ja schon, dass meine Rechtschreibung darunter leidet ;)
    Im ernst, es nervt mich wirklich. Ich hab zur Zeit echt keine Ahnung wie ich was schreiben muss und meine Rechtschreibung wird auch noch bewertet, da ich noch die Schule besuche.

  5. Gerrit am 2. August 2006 #

    Boa, bist Du jung ;-) Im Ernst, bei der Kommasetzung verlassen sich die meisten Leute voll auf ihr Gefühl. Da hilft nur: viel, viel Lesen. Egal, ob alt oder neu – hier hat sich nicht viel geändert, will heißen: Mit der alten Rechtschreibung kommt man auch heute korrekt über die Runden.

  6. trashhero am 2. August 2006 #

    Wenn ich wirklich Glück habe, dann werden wir die vielleicht im Deutschunterricht nochmal kurz überfliegen. Man stelle sich mal vor: Ich kriege in der 11.Klasse(!) die deutsche Rechtschreibung entgültig mal beigebracht. Juchu!

  7. Horst Schlemmer am 2. August 2006 #

    Ich hab noch nie was dümmeres gehört als a)…

  8. biesi am 2. August 2006 #

    Ich fand und finde die ganze Rechtschreibreform nach wie vor reichlich überflüssig – wobei es mir dabei weniger um das »Was«, sondern eher um das »Wie« geht …

    Jahrzehntelang konnte sich die deutsche Sprache lustig munter vor sich hinentwickeln, und diese Entwicklungen wurden erst im Nachhinein vom Duden aufgenommen und somit quasi »offiziell« gemacht – und plötzlich kommt (ausgerechnet) Vater Staat daher und meint, »von oben« festlegen zu müssen, wie die deutsche Rechtschreibung auszusehen hat …

  9. Gerrit am 2. August 2006 #

    @Horst: Tja, dann stelle ich mir Dein Leben relativ langweilig und grau vor, wenn Du nie etwas Neues probierst! Selber schuld :-)

  10. Markus Josef Wäger am 2. August 2006 #

    Ja, ja! wer Unmut hat, muss ihn halt auch irgendwo festmachen und äußern — am Besten bei einer Sache wo Ahnung und Schimmer am fernsten sind. Es ist ja interessant wie viele Fachleute in Sachen Rechtschreibung unsere Lande bevölkern.
    Bin ganz bei dir, Gerrit.
    Greetinx aus A (wo Rechtschreibung Neu-Neu gestern auch Einzug gehalten hat). Markus.

  11. Boris am 2. August 2006 #

    Schön, dass ich mit meiner Befürwortung einer besser regularisierten deutschen Rechtschreibung nicht ganz alleine bin. Ich habe übrigens seinerzeit in den Sechzigern noch den unsäglichen Ausnahme-Wildwuchs lernen müssen – wo es zwar unheimlich viele Regeln gab, aber aufgrund fast ebenso vieler Ausnahmen kaum ein Wort regelgemäß zu schreiben war.

    Als Lehrer sollte man Schülern übrigens vom Lesen der FAZ jetzt ausdrücklich abraten. Das kann gar nicht falsch sein … ;-)

    @biesi: Das war eigentlich schon immer so. Der Duden ist grundsätzlich deskriptiv, dient aber für den öffentlichen und lehrenden Schriftsprachgebrauch als normative Richtlinie.

  12. Konstantin am 2. August 2006 #

    Kalendar ist doch schick ;-).

  13. Quincy am 2. August 2006 #

    Ihr seht ja schon, dass meine Rechtschreibung darunter leidet ;)

    Allerdings:
    ...die deutsche Rechtschreibung entgültig mal beigebracht.

    Scnr.

  14. Funbug am 2. August 2006 #

    Kleine Ergänzung: beim Institut für deutsche Sprache gibt es unter anderem auch das komplette Regelwerk als PDF zum kostenlosen Herunterladen.

  15. Stefan am 2. August 2006 #

    Gestern auf ARD gehört, von einem Korrespondent (A.D.) aus Washington.

    »Die Rechtfertigung der Reform war schon falsch. Eine Sache darf nicht am schwächsten Teil (also hier den armen Schülern) gemessen werden; nur weil der rechte Winkel beim Fliesenlegen im ersten Lehrjahr schwer ist, wird er ja auch nicht abgeschafft«.

    Die Reform ist soooo überflüssig, ich habs ja auch gelernt, kann also nicht so schwer sein. Bei einigen Worten der »neuen Rechtschreibung« wird unsere Kultur und Sprachgeschichte mit Füßen getreten.
    Wenn man alles immer nur versucht leichter zu machen, sinkt das Bildungslevel immer weiter (PISA lässt grüssen…).

  16. Michel am 2. August 2006 #

    Endlich ist es soweit und man kann das anwenden, was man vor ein paar Jahren gelernt hat und irgendwie auch immer noch lernt. Nur mit der Zusammen- und Getrenntschreibung komm ich manchmal noch durcheinander.

    Das Bild, Spiegel und Faz erstmal nach alter Rechtschreibung weitermachten, hab ich nur so am Rande mitbekommen, war meiner Meinung nach aber eine Sauerei und hat ihre zukünftigen Leser nur verwirrt.

    Was unbedingt gelehrt werden sollte, ist, dass man Anführungszeichen nicht mit Umschalt 2 tippt ;)

  17. Atli Seelow am 2. August 2006 #

    Den Ansatz, die Rechtschreibung so weit zu vereinfachen, daß auch der dümmste Schüler sie handhaben kann, und dabei die grammatikalischen und sprachlichen Strukturen zu ignorieren, halte ich für einen Unfug.
    Es soll ja außer Schülern noch andere Sprachbenutzer geben.
    Man kann zwar der Meinung sein, eine kleine Entschlackung sei nicht schlecht, anstatt beispielsweise der bisher drei verschiedenen Varianten, um die vier verschiedenen »s«-Laute im Deutschen darzustellen, gibt es halt nur noch zwei (s, ss statt s, ss und ß). Aber was kommt als nächstes: die Kleinschreibung wird immer wieder genannt, aber man kann ja auch weitergehen und — wie in anderen Sprachen — Vokale, Artikel und Pronomina weglassen, »m nlfbtntm wdr stck nhr kmmn.« (»um dem Analphabetentum wieder ein Stück näher zu kommen.«) Apropos, die Silbentrennung ist ja wohl der größte Quatsch. Kein vernünftiger Mensch kann eine Rechtschreibung propagieren, die Anal-phabeten und Urin-stinkt trennt.

  18. Philipp am 2. August 2006 #

    Oha, eines meiner Lieblingsthemen (unfreiwillig). Aber ich will hier nicht die Kommentare unnötig verlängern. Was ich dazu denke, kann man mit Klick auf meinen Namen nachlesen (freiwillig).

    Allerdings muss ich speziell zur FAZ dann hier doch noch ein paar Worte verlieren. Dabei geht es mir eigentlich nur um die Formulierung »Drecksblatt«, die natürlich reichlich emotionsgeladen ist und bei mir eine nicht weniger emotionale Gegenreaktion auslöst. Was denn die Rechtschreibung mit den konkreten Qualitäten dieser Zeitung zu tun hat, ist mir nicht klar. Persönliche Meinungen sind gerne erlaubt, ein bisschen mehr Distanz wäre dennoch nicht schlecht. Ich selbst lese die FAZ sehr gerne – bis zur jüngeren Revision der Reform auch durchaus wegen dem Bekenntnis zur alten Rechtschreibung.

    Nun gut.. belassen wir es beim Frieden. Wer die FAZ nicht mag, liest sie eben nicht. Das dürfte letztlich keine Reform verändern.

    Zu der Liste der beliebten Rechtschreibfehler könnte ich auch noch so einiges beisteuern. Etwa meinen absoluten Negativfavoriten mit der unglaublich hohen Verbreitung. Die zweite Person Singular von »halten« nämlich: »du hälst«. Oder vielmehr »du hältst«. Schlimme Sache. Das und die ganzen Deppenleerzeichen.

  19. Fluffi am 2. August 2006 #

    Grundsätzlich finde ich die Reform auch gut, aber manche Sachen wollen mir nicht in den Kopf. »Peter ist gestern mit Moni zusammen gekommen«. Nein, die beiden waren nicht im Bett, sondern sie sind gestern einfach ein Paar geworden. »Zusammenkommen« schreibt man nämlich jetzt außeinander, dabei hat das doch eine total andere Bedeutung und wird sogar anders betont …
    Noch schlimmer: zugrundegehen -> zu Grunde gehen. Brrr.
    Viele Grüße
    Fluffi :)

  20. Christoph am 2. August 2006 #

    di neue rechtschreibunk könte noch fil einfacher sein:

    * alles klein

    * f=v, g=k=c, b=p, t=d, s=ss=ß=sch, j=y, a=ä, u=ü, o=ö, eu=äu

    * alle dehnungs-h weglassen und »i« statt »ie«

    * fil mer pinte-striche

    * konsonanten-ver-dopelunken wek-lasen

    erko: ales fiel sneler unt einfacher

    dan list sich auch ein treksplat witer mit spas.

  21. Eric am 2. August 2006 #

    Gerrit, da sind wir mal wieder einer Meinung. Bin auch froh, dass die Rechtschreibung endlich geregelt ist.

    @trashhero: Bei uns war die NDR sogar eines der Wichtigsten Themen in der 13. Klasse.

    @alle: Ihr dürft natürlich weiterhin so schreiben wie ihr wollt. Es gibt ja keine Strafzettel für Rechtschreibfehler. Und deshalb betrifft die Rechtschreibreform auch hauptsächlich Schüler. Die bekommen nämlich schlechte Noten, wenn die Schrift nicht vereinheitlicht ist und beide Formen gültig sind. Und ob in einem (Geschäfts-)Brief »dass« oder »daß« geschrieben wird ist Wurst. Wichtig ist nur, das man durchgängig eine Schreibweise verwendet.

  22. Christoph am 2. August 2006 #

    die Sache mit dem scharfen ß???

    Gerrit, das von Dir!

    1. ist das ß eine Ligatur und
    2. gibt es doch wohl höchstens ein scharfes s (a.k.a. ß) – das ß ist immer scharf  …

  23. Funbug am 2. August 2006 #

    Er meinte damit bestimmt das »ß« sei scharf. Also im Sinne von heiß, toll, supi und so weiter. Muss ja so sein.

  24. Julius am 2. August 2006 #

    @Fluffi
    Wenn du einen Blick in den aktuellen Duden (24. Auflage) würfest, stelltest du fest, dass
     – »zusammen(ge)kommen« im Sinne von »ein Paar werden« auch weiterhin zusammengeschrieben wird. Nur wenn »zusammen« die Bedeutung von »gemeinsam« trägt, ist die Getrenntschreibung richtig. Wie auch schon vor 1996. Da hat sich all die Jahre nichts geändert.
     – Nur mal so: Auch wenn »au« ein Diphthong ist, so steht in »auseinander« kein »ß«.
     – Bzgl. »zugrundegehen«: Neben der von dir gehassten Variante »zu Grunde gehen«, ist auch »zugrunde gehen« erlaubt.

    Grüße, Julius

  25. Fluffi am 2. August 2006 #

    Ok, zusammenkommen war vielleicht ein schlechtes Beispiel. Dann nehme ich »sogenannt« -> »so genannt« oder »tiefgreifend« -> »tief greifend« (aber dann wieder »tiefstgreifend«).
    Wie auch immer, das ist eine sehr verwirrende Sache … Vielleicht kann sich das mit den Jahren wieder im Kopf festsetzen – fest setzen?
    Viele Grüße
    Fluffi :)

  26. Julius am 2. August 2006 #

    Naja, mit deinen Beispielen hast du heute nicht so viel Glück, da sowohl »sogenannt« wie »so genannt« und sowohl »tiefgreifend« wie »tief greifend« geschrieben werden darf.

    Bezüglich »festsetzen« halte ich es mit § 34 (2.2) der amtlichen Regelung: »Es wird zusammengeschrieben, wenn der adjektivische Bestandteil zusammen mit dem verbalen Bestandteil eine neue, idiomatisierte Gesamtbedeutung bildet, die nicht auf der Basis der einzelnen Teile bestimmt werden kann.«

    Dass das alles sehr verwirrend ist, empfinde ich leider auch so. Schuld daran ist meines Erachtens nicht die amtliche Regelung, sondern der mehr als unnötigen Hickhack, den wir nach der Einführung über uns ergehen lassen mussten.

    Grüße, Julius

  27. Edoardo am 2. August 2006 #

    Jetzt bin ich doch leicht erschüttert, daß hier die Neue verfechtet wird. Ich mag die gar nicht. Ich hab’ in der Grundschule die Alte gelernt. Die hatte ich richtig gut drauf. Dann kam irgendwann die Neue, aber nur so inoffiziell und irgendwie auch erstmal nur vielleicht. Irgendwann konnte ich keine der beiden. Im allgemeinen habe ich ja nichts dagegen, wenn man mal die Alte überarbeitet, da gibt es schon dämliche Regeln – Auto fahren, aber radfahren, das Auto ist dem Rad überlegen oder so, Blödsinn.

    Wie die Reform umgesetzt wurde ist eine einzige Frechheit. Viele der neuen Regelungen sind noch dämlicher als manch Alte. Warum bitte soll ich statt „daß“ jetzt „dass“ schreiben? Das seh’ ich mal überhaupt nicht ein. Die Argumentation, die alte Rechtschreibung sei zu schwierig, zieht ja mal überhaupt nicht, siehe Fliesenleger. Ich hab’ hier leider nur einen Duden von 1996, in dem die damals neue Rechtschreibung drinsteht. Den benutze ich nur, um diese zu boykottieren: Ich schau nach, wie man es laut diesem Duden schreibt und schreib’ es selbst genau nicht so. Auch was die Getrenntschreibung angeht, wurde glaube ich ziemlich viel Mist gemacht. Plötzlich lesen sich Texte schlichtweg besch…euert und schwierig, weil man erst überlegen muß, ob das Eine oder das Andere gemeint ist. Früher war das eindeutig differenzierter.
    Wenn ich folgendes lese, läuft es mir kalt den Rücken runter:
    Dem Schreiber ist jetzt noch mehr als bisher freigestellt, sich für die eine oder andere Schreibweise zu entscheiden. – Quelle
    (dein textile nimmt kein bq. )

  28. Gerrit am 2. August 2006 #

    @Edoardo: Wieso bist Du erschüttert? Ich habe noch nie in meinem Leben mit der alten Rechtschreibung etwas ins Internet geschrieben. Und wenn Du die ganzen neuen Regeln so schröcklich findest, dann ist Dir das doch sicher sofort beim ersten Text, den Du bei mir gelesen hast, aufgefallen! Tatsache ist: Wer die alte Rechtschreibung so perfekt drauf hat wie Du, muss eigentlich lediglich die Regel mit dem scharfen s (a.k.a. ß) neu lernen, der Rest bleibt größtenteils weiterhin richtig.

    Die einzige Schwierigkeit, die ich mit der ss-Regel habe: Bei regional unterschiedlich ausgesprochenen Wörtern klappt es nicht mehr eindeutig. Klassisches Beispiel: gußeisern oder gusseisern? Hier hilft dann natürlich Duden und Co.

  29. Julius am 2. August 2006 #

    @ biesi
    Auch heutzutage entwickelt sich die deutsche Sprache munter vor sich hin. Der Duden trägt dem auch Rechnung. Ein Beispiel: Es ist nun standardsprachlich korrekt, beige, ocker, oliv, pink und türkis zu beugen. Bis zum Erscheinen der 24. Auflage war »ein beiges Kleid«, »ein pinkes Top« und »ein türkiser Stein« falsch. Weiterhin ungebeugt bleibt etwa orange: Es muss »ein orange T-Shirt« heißen und nicht etwa »ein orangenes T-Shirt«. Es wird auch nur eine Frage der Zeit sein, bis folgende Wörter den Sprung in die Standardsprache geschafft haben werden:
     – Sie ist die Einzigste, die das kann. (statt Einzige)
     – Man bräuchte nur  … (statt brauchte)
     – Nehm das doch mal! (statt nimm)
     – Geb das her! (statt gib)
     – Ess ruhig davon! (statt iss)
     – Les das bitte vor! (statt lies)
     – Helf mir mal bitte! (statt hilf)

    Zu deinem Kritikpunkt, der »plötzlichen« Durchsetzung »von oben«:

    a) Dem Staat fiel nicht plötzlich ein, dass man jetzt die Rechtschreibung in die Hand nimmt. 1986 fanden die ersten Wiener Gespräche statt. Bis zur Einführung vergingen 12 Jahre.

    b) Tja, so ist das immer. Vater Staat soll eine rettende, schützende Hand sein, aber wehe ihm fällt etwas ein, was mir nicht ins Bilde passt!

    Mir ist es ehrlich gesagt lieber, wenn die Bildungsministerinnen und Bildungsminister unter Zusammenarbeit verschiedener Gruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Regeln festlegen, als ein einziger Verlag, der die Kraft seiner Wassersuppe nicht dazu genutzt hat, uns die Rechtschreibung zu vereinfachen (man denke nur an die unterschiedliche Getrennt- und Zusammenschreibung bei »irgend …«). Außerdem war es den anderen Verlagen gegenüber mehr als unfair, dass man Duden zum Nonplusultra erhob.

    Grüße, Julius

  30. Julius am 2. August 2006 #

    @ Edoardo
    Gerrit lobte ja deine Rechtschreibung als perfekt. Wie immer gibt sich die Perfektion im Detail zu erkennen, weshalb ich einen Tipp für dich (Extraversion für dich: Tip für Dich) habe: »das Eine oder das Andere« – nur nach neuer Rechtschreibung dürfen »Eine« und »Andere« großgeschrieben werden. Aber das ist ja keine Schwierigkeit.

  31. Jens Meiert am 2. August 2006 #

    Nichts für ungut, ich finde a) (ebenfalls) etwas, und das ist nun diplomatisch, »seltsam«. c) ist meines Wissens nach kein »echtes« Argument, da auch die neue Rechtschreibung Inkonsistenzen aufweist und somit nicht alles einheitlicher wurde/ist, und (d)ein Fokus auf Einheitlichkeit, aber nicht auf Qualität, »interessant« ist.

    Insgesamt, und da beziehe ich mich vor allem auf die mangelnde Akzeptanz (ja!) bald zehn Jahre nach Beginn der Reform sowie ihre (bereits vollzogenen?) Aufweichung (!), ist die Rechtschreibreform definitiv gescheitert. Und angesichts des in jeder Sprache vorliegenden natürlichen Sprachwandels erschien sie auch nie wirklich klug. Erst recht nicht weise.

    (Wirtschaftliche sowie bildungstechnische Aspekte lassen wir mal ganz außer acht.)

  32. Julius am 2. August 2006 #

    @ Jens: Ich finde dein Urteil, dass die Rechtschreibreform definitiv gescheitert wäre, sehr fragwürdig. Insbesondere angesichts folgender Fakten:
     – Etwa 20 Schülergenerationen haben bereits die neue Rechtschreibung gelernt (die Reform wurde dort 1996 eingeführt; es ist anzunehmen, dass auch die damaligen Zehntklässler sie gelernt haben).
     – Vor einem Jahr sind in 14 Bundesländern die von den Kultusminister(inne)n als unstrittig bezeichneten Teile der Reform in Kraft getreten;
     – Gestern ist die gesamte Reform in allen Bundesländern mit einer einjährigen Übergangsfrist in Kraft getreten;
     – Der Axel-Springer-Verlag hat sich dazu entschlossen, bis spätestens 1. August 2007 zur neuen Rechtschreibung zurückzukehren;
     – Der überwiegende Teil der Medien benutzt bereits heute die neue Rechtschreibung.

    Auch kann ich nicht nachvollziehen, warum die Rechtschreibreform für den natürlichen Sprachwandel schädlich wäre.

    Es stellt sich doch die Frage, ob in Zeiten eigentlich deskriptiver, aber normativ aufgefasster Wörterbücher (sprich Duden) ein natürlicher orthografischer Sprachwandel überhaupt stattfinden kann. Warum gabe es Jahrzehnte lang unterschiedliche Schreibung bei Zusammensetzungen mit »irgend«, obwohl dies unlogisch ist? Weil jedes Falschschreiben in der Schule als Fehler geahndet wurde, denn laut Konrad dem Allmächtigen war es ja nicht richtig.

    Außerdem frage ich mich, warum es bezüglich der Rechtschreibreform in Deutschland eine »Ach du kriegst die Tür nicht zu! Das Deutsche wird entwurzelt! Es wird durch die Reform untergehen!«-Mentalität gibt? In Frankreich gab’s Rechtschreibreformen, bei denen jedes vierte Wort in seiner Schreibung geändert wurde. Im Finnischen gab es einen sehr starken Bruch durch die Einführung einer fonologischen Orthografie. Im Chinesischen wurden Ideogramme vereinfacht. Und interessanterweise gibt es all diese Sprachen noch.

  33. Zoe am 3. August 2006 #

    Dem Schüler-Argument muss auf jeden Fall mal der Wind aus den Segeln genommen werden, finde ich. Ich habe drei bis fünf Jahre lang in der Grundschule die alte Rechtschreibung gelernt, dann kam die neue und unsere Lehrerin hat sie uns sofort eingetrichtert und gleich danach bewertet. Ich kann das ganze Geheule der Schüler nicht mehr hören, denn ich habe die Umstellung nach den paar Jahren sehr gut verkraftet (auch wenn sich jetzt nach dem Abitur schon erste Erscheinungen von akuter Dummheit einstellen, weil ich mich nicht mehr täglich auf Korrektheit konzentrieren muss). Man muss ganz einfach
    a) aufpassen, wenn es gelehrt wird,
    b) viel lesen und
    c) nicht gleich alles verteufeln. Denn vor allem, was die neuen Komma-Regeln (Kann-Regeln) und die ß-Regel angeht, ist den Schülern mehr als geholfen. (Und die Anpassung von Lehnwörtern an die deutsche Mundart kommt auch allen entgegen, die endlich so schreiben wollen, wie sie sprechen, obwohl ich den Tunfisch grausam finde.)
    Da wird viel zu viel aus Prinzip und Faulheit heraus erst einmal rumgemeckert und nachgeplappert, was andere sagen.

  34. Daniel am 3. August 2006 #

    In der Schweiz wurde schon lange vor der Rechtschreibreform das Eszett durch ein trennbares ss ersetzt, auch nach langem Vokal und Diphthong. Verschwunden — wie oft behauptet — war es aber mitnichten, machte es sich doch dadurch bemerkbar, daß die sonst übliche Regel, wonach einer von drei gleichen Konsonanten vor einem Vokal ausfällt, für die aus einem Eszett und einem s entstandene Folge sss nicht galt; siehe das obige Beispiel Fusssohle. Mit Hilfe des Worts Sserir könnte man hier also einen Unterschied in der Behandlung dreier s konstruieren, der einem Schweizer nicht sofort einleuchten mag, aber es ist fraglich, ob die Drei-Konsonanten-Regel jemals für Fälle wie diesen gedacht war.

    § 25 E2 der amtlichen Rechtschreibregelung gesteht der Schweiz ihre langjährige Praxis zu, das Eszett generell durch ss zu ersetzen. Da außerdem die Rechtschreibreform von drei gleichen Konsonanten keinen mehr ausfallen läßt, führt dies nun nicht mehr zu der beschriebenen Inkonsistenz.

  35. Matthias am 3. August 2006 #

    Warum schreibt man statt ß (für mich ein kaputtes beta) nicht einfach sz, oder statt ä, ö, ü nicht einfach ae, oe, ue. Dann waeren gleich vier sinnlose, unesthetische und auf der Tastatur schwer erreichbare Buchstaben verschwunden.

  36. Claudius Coenen am 3. August 2006 #

    Ich gehöre auch zu der »Übergangsgeneration«.

    Das Geheule der »armen« Schüler geht mir auf den Keks. Oftmals* zeugt es nur von Faulheit oder dient als Ausrede bei Unfähigkeit. Wenn ihr was falsch schreibt seid ihr daran selbst schuld also schiebt es nicht auf die Schule, die Reform oder Feng-Shui.

    Ich bin uneingeschränkt für die neue Rechtschreibung.

    Zum Thema Kommaregeln von einem der ersten Kommentare wollte ich nur anmerken: Im Zweifelsfall eher weg lassen. Es gibt glaube ich noch elf Regeln.

    *) Dass es durchaus Dinge wie Legasthenie gibt ist mir klar – betroffene haben mein Mitgefühl. Andere nicht.

  37. Julius am 3. August 2006 #

    Es gibt mehr als nur eine Handvoll Wörter, in denen »ae«, »oe« und »ue« vorkommen, ohne dass sie als ä-, ö- bzw. ü-Laut gesprochen werden. Das könnte zu fehlerhaften Aussprachen führen, wie etwa »Isräl« (statt »Israel«), »Autörotik« (»Autoerotik«), »Homöhe« (»Homoehe«) und »aktüll« (»aktuell«). Ich weiß ja nicht …

  38. fono am 3. August 2006 #

    Schade, daß ich seinerzeit (vor der Reform) meinen Duden weggeworfen habe. Jetzt könnte ich ihn gut gebrauchen, um auch garantiert nichts nach der neuen Rechtschreibung zu schreiben. Andererseits darf man nach dem neuen Duden auch »der Blog« schreiben, insofern ist er sein Geld auch nicht mehr wert. Außerdem sollte ich endlich über ein Abo der FAZ nachdenken.

  39. Atli Seelow am 4. August 2006 #

    Es gibt als Alternative zum Duden das Wörterbuch des Reformkritikers Theodor Ickler: Normale deutsche Rechtschreibung, 4. Aufl. 2004.

    — sogar € 2,– günstiger als der Duden.

  40. Anne am 8. August 2006 #

    @Fluffi: Die Regel, wann man »ss« und wann man »ß« schreibt, gehört meiner Ansicht nach zu den sinnvolleren und logischeren Änderungen der neuen Rechtschreibreforn.

    Nach kurzem Vokal schreibt man »ss« (darum auch »dass« oder »nass« oder »muss«) und nach langem Vokal schreibt man »ß« (also »Fuß«, »süß« und »bloß«).
    Nach Diphtongen ebenfalls »ß« (also »heiß« und »ich weiß«).

    Man muss sich also nicht wirklich viel merken, um diese Regel richtig anwenden zu können.

  41. Anne am 8. August 2006 #

    Ich meinte gar nicht Fluffi, sondern Edoardo. ‘tschuldigung.

  42. Edoardo am 9. August 2006 #

    Ich bin nicht erschüttert, weil sie hier angewendet sondern vehement verteidigt wird.

    Also nochmal:

    # Ich konnte die alte Rechtschreibung nie perfekt. Aber ziemlich gut. Inzwischen nicht mehr.

    # Ich hab’ ja nicht allgemein etwas dagegen, die alte Rechtschreibung zu ändern. Aber die Reform, wie sie durchgeführt wurde, ist eine einzige Lächerlichkeit. Deswegen boykottiere ich sie.

    # Ich habe oft das Argument gehört, daß man jetzt „dass“ statt „daß“ schreibt, weil viele Leute ein Problem damit haben, zu erkennen, wann man „das“ oder „daß“ schreibt. Das ist purer Unfug. Diesen Leuten ist nicht geholfen.

    # Ich beklage mich auch nicht über die neue Rechtschreibung, weil ich sie nicht lernen will. Damit hätte ich kein Problem, wenn man nicht ewig so dämlich rumgestöpselt hätte. Ich kritisiere die Art der Umsetzung und daß man in der Schule gezwungen wurde, neue Regeln anzuwenden, die dann zum Teil doch nicht (?) eingeführt wurden. Dadurch gewöhnt man sich, zumindest in meinem Alter damals, ein fürchterliches orthografisches Durcheinander an. Außerdem halte ich viele Regeländerungen für schlecht.

    # Das ß ist auf der Tastatur nicht schwer erreichbar, früher galt zusätzlich (fast) nur die Regel, daß man am Wortende und vor einem t ein ß setzt.

    # Sprache ist nicht logisch. Schaut euch mal die Franzosen an. Das Argument, daß vielen die alte Rechtschreibung zu schwierig ist, zieht nicht. Als ob die neue wesentlich einfacher wäre. Selbst wenn, man kann doch nicht lauter Sachen abschaffen, nur weil sie schwierig sind. Außerdem ist die alte Rechtschreibung nicht sonderlich weniger logisch, als die Neue. Ich empfinde sie beim Lesen sogar als angenehmer.

    Ich bin uneingeschränkt gegen die neue und für die alte Rechtschreibung. Und die werde ich mir auch wieder erarbeiten.

    Ich plappere nicht nach und ich bin auch nicht aus Prinzip gegen die Reform. 1997 war ich sogar noch dafür. Irgendwann hab’ ich mir aber eingehender Gedanken darüber gemacht. Außerdem kam das große Theater ja dann erst noch. Gescheitert ist sie allemal. Der Duden hat in meinen Augen deutlich an Glaubwürdigkeit/Seriösität/wie auch immer verloren.

    Mit dieser dämlichen Reform hat man einen 1a Glaubenskrieg in die Welt gesetzt. Jedem das seine.

    Listen gehen mit Textile scheintbar auch nicht.

  43. Alex W. am 12. August 2006 #

    Ich kann die Arroganz der Fans der »neuen« Rechtschreibung schon lange nicht mehr ertragen. Erst Fakten schaffen (und zwar damals gegen den Willen der großen Mehrheit), und aus der gewaltsam geschaffenen Machtposition heraus dämlich grinsen. Hervorragende Diskussionskultur. Es lebe die Demokratie. Warum vorher Argumente finden und gegen berechtigte Kritik verteidigen müssen, wenn man »neu« als Totschlag-Argument hat?
    Stört auch nicht weiter, daß diese »Reform« eine Nazi-Historie hat oder daß sie uns weltexklusiven Schwachsinn (»fff«) beschert und alles mögliche Deppengeschreibsel (von »sodass« bis »Hansi’s«), mit dem sich die Betroffenen vorher zurecht blamiert haben, einfach für richtig erklärt hat.
    Kommas setzen war auch nur lästig wozu also ist ja viel einfacher ellenlange Sätze ohne Kommas zu lesen und zu schreiben also lassen wir’s halt einfach bleiben nutzt sich schon die Kommataste weniger ab.
    BTW: Ist irgendeinem der verblödeten Neuschreib-Fans schon einmal aufgefallen, daß diese »Reform« alle existierenden Datenbanken bzgl. Volltext-Suche kaputtgeschlagen hat? Und wofür?
    Ich hatte eigentlich gedacht, jemand, der sich mit Schrift auseinandersetzt, müßte auch ein Gespür für Sprache haben, aber das war wohl ein Trugschluß.
    War übrigens auch meine Sprache. »Dankeschön« fürs Kaputtmachen. Ich muß jetzt zwangsweise jeden Tag mit dem Drecksergebnis arbeiten.
    So, ich muß jetzt leider aufhören, sonst kommt mir noch das K*tzen.

  44. Alex W. am 12. August 2006 #

    P.S.: »weder nach der alten, noch nach der neuen Rechtschreibung« ist meines Wissens sowohl nach der alten als auch nach der neuen Rechtschreibung falsch geschrieben.

  45. Julius Becker am 2. September 2006 #

    @ Alex W.
    Der Vorwurf, dass die Rechtschreibreform undemokratisch entstanden sei, ist nicht haltbar. Bei der Entwicklung, wie auch bei den Nachbesserungen wurden diverse die Reform befürwortende wie ablehnende Verbände angehört. Ihre Argumente flossen sehrwohl in die neue Rechtschreibung ein. Sonst wäre nämlich schon die Großschreibung von Substantiven hinfällig.

    Klar lässt sich streiten, ob das demokratisch genug ist. Aber wie viel mehr Demokratie hätte es denn geben können? Einen Volksentscheid? Dieses Element hat ohne Zweifel eine bedeutend größere Nazi-Historie als die Rechtschreibreform (ehrlich gesagt habe ich deren Nazi-Historie noch nicht entdeckt, aber ich lasse mich diesbezüglich gern aufklären).
    Ach, da du gerade am Bemängeln der Diskussionskultur bist: Mit »verblödete Neuschreib-Fans« und »sonst kommt mir noch das K*tzen« beweist du natürlich, dass du zu einer sachlichen Diskussion fähig bist.

    Julius

  46. Martin Terber am 21. Oktober 2006 #

    @ Alex:
    Über deinen Beitrag muss ich schon sehr schmunzeln. Julius hat natürlich vollkommen recht: Deine aus der Luft gegriffenen Argumente als Waffen gegen die Reformwilligen zu nutzen, zeugt von mangelndem Diskussionsstil. Und das Argument mit den Datenbanken ist schlicht falsch: Suchalgorithmen lassen sich mit Leichtigkeit so anpassen, dass sie statt »ß« auch »ss« finden. Und im Zuge der globalen Vernetzungen ist die Reform durch Reduktion von Sonderzeichen da eher hilfreich.

    Die Kommasetzung hat sich fast gar nicht geändert. Ausser: diesen zwei Regeln:

    ??Komma darf wegbleiben
    a) in Satzreihen vor ‘und’ bzw. ‘oder’: Er studiert noch und sie ist arbeitslos. ...
    b) bei Infinitiv- und Partizipgruppen: Ich hoffe dir eine Freude zu bereiten. ??

    Übrigens: nach alter Rechtschreibung heisst der Plural Kommata. Tja, Alex, sieht so aus, als würdest du sie schon ausgiebig nutzen, die Drecksreform

    Du kannst eh nichts dagegen tun. Also lass die Karawane weiterziehen und gewöhn dich an das neue Gefühl. Mein persönlicher Eindruck: Für das alltägliche Schriftbild hat sich nicht viel geändert, und das ist gut so. Also belassen wir es bei einem »hätte man besser machen können« und gehen wieder zum Tagesgeschäft über.

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