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Aufsehen erregende Stresssache!

6. August 2004

Den Spiegel habe ich immer gerne gelesen, und auch in der aktuellen Ausgabe 32/2004 den Artikel »Volkszorn gegen die Rechtschreibreform« mit großem Interesse aufgesogen. Ein hochinteressantes Thema.

Vorgestern las ich in der Zeitung working@office ein Auffrisch-Tutorial mit den »neuen« Groß- und Kleinschreibungsregeln. Diesen wollte ich mir ausschneiden und büffeln (ehrlich).

Bereits 1997 hatten wir unsere Schülerzeitung »Galüng« ziemlich konsequent auf die neue Rechtschreibung umgestellt, und waren eigentlich ganz stolz, dass wir damit zu den Early Adaptors gehörten. Bald würden ja sowieso nur noch die alten Säcke nach den herkömmlichen Regeln schreiben!

Der Spiegel und wohl auch sämtliche Publikationen der Axel Springer AG gehören nun, wie die FAZ, zu dieser Garde spießiger Wendehälse, haben sie doch soeben angekündigt, wieder zurückzukehren zu alten Schreibweise. Ein Skandal, wie ich finde, und Ralle schreibt mir da aus dem Herzen. Das Ergebnis auf der SpiegelOnline-Umfrage ist erschreckend, da über 70 Prozent der Leser diesen Schritt befürworten. Das Chaos wird also noch größer werden, vielen Dank!

Und nun – zur Aufheiterung – ein kleiner Cartoon zum Thema, natürlich aus der Galüng, die Zeichnung ist von Ariane Wolf.

5 Kommentare

  1. helge am 6. August 2004 #

    womit bewiesen wäre, dass beim spiegel alte säcke das sagen haben. schade, eigentlich.
  2. thomas am 10. August 2004 #

    Naja, ich finde ja, Euer Comic zeigt eher die Problematik der “neuen” Rechtschreibung.
    Ganz ehrlich: Wer sich die Regeln z.B. bei
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,310599,00.html
    anschaut und danach immer noch behauptet, die Reformer hätten etwas Sinnvolles geschaffen – vom ss in dass mal abgesehen -, dann weiß ich auch nicht…
    Ich sehe ja ein, daß es für Schüler keine schöne Situation ist, aber hat es denn was mit “spießigen Wendehälsen” zu tun, wenn man nicht gleich allem hinterherrennt, was der Staat vorgibt, sondern seine eigene Meinung dazu hat? Diese reflektierende Haltung hätte ich eher von Zeitungen wie der taz erwartet, die mich in dieser Hinsicht leider enttäuscht hat.
    Hätte man einfach im Vorfeld die Bevölkerung befragt, müßte man jetzt nicht eine mögliche erneute Umstellung “auf dem Rücken der Schüler austragen”.
  3. Gerrit am 10. August 2004 #

    Was in der ganzen Diskussion immer viel zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass die Sache schon längst kein Thema mehr sein sollte: Sie ist seit 7 Jahren durch! Gegessen! Der Zug ist abgefahren! Ich finde auch nicht alle Regeln sinnvoll, aber es ist definitiv VIEL ZU SPÄT, jetzt noch die ganzen Regeln durchzuhecheln oder sich darüber aufzuregen, auf welche Art und Weise die Länder die Reform durchgesetzt haben. Das ist längst alles vorbei! Beim Fernsehen würde man sagen: »Es hat sich versendet!«.

    Vernünftige Menschen haben sich 1996 engagieren und argumentieren können, haben sie ja auch gemacht. Aber spätestens 1998 hätten sie sich damit abfinden müssen. Und betroffen sind lediglich 2% der Wörter, und es greift hierbei in 90% der Fälle die ss-Regeln, die ich sehr gelungen finde.

    Ich werde mit Sicherheit nicht noch einmal umlernen (Ich weiß gar nicht mehr, wie das mit der alten ß-Regel ist), so dass wir höchstwahrscheinlich in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten zwei verschiedene Rechtsschreibungen haben werden. Na danke, und das soll man dann einem Menschen erklären, der versucht, deutsch als Fremdsprache zu lernen.

    Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit (20 Jahre? 30 Jahre?), bis der Spiegel und Bild ihre Entscheidung vom Freitag rückgängig machen werden. Dann nämlich, wenn sich die junge Generation, die in der Schule die neuen Regeln gelernt hat, in der Gesellschaft etabliert haben werden, und dann nicht mehr akzeptieren, dass große Zeitschriften eine seit 35 Jahren nicht mehr aktuelle Schreibweise verwenden.
  4. thomas am 10. August 2004 #

    Naja, nur weil etwas seit 7 Jahren gilt, muß es ja nicht gut sein. Die ss-Regelung ist mir dabei auch vollkommen egal. Macht inzwischen eh jeder falsch oder wie er will, daran habe ich mich schon gewöhnt.
    Das schlimme – und das wußte ich auch schon vor 7 Jahren – ist doch tatsächlich die willenlose Auseinanderschreibung von eigentlich zusammen( )gesprochenen Wörtern, Verben in den meisten Fällen. Da wird auseinander( )geschrieben, was eigentlich zusammen( )gehört. Und haben wir jetzt zusammen gehört oder zusammen gesprochen? Neh, oder?
  5. Ariane am 15. Dezember 2005 #

    Hi, Gerrit
    Das ist ja lustig dass ich HIER meinen Comic wiederfinde…
    (http://www.praegnanz.de/weblog/238/aufsehen-erregende-stressstory)
    Wie ich sehe, bist du noch ganz der Alte geblieben, nur mit NOCH mehr technischem Know-How, oje… ;-)

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