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Gerrit, 14.05.2004

Der 72dpi-Mythos

Besonders Printdesigner reden immer noch gerne von 72dpi-Auflösung, wenn sie etwas für den Bildschirm gestalten. Warum dies eine falsche Herangehensweise ist und man sich beim Screen-Design ausschließlich mit Pixelwerten auseinandersetzt, ist Thema dieses Essays.

An sich ist die Sache so simpel: Alle Gestalter müssen mit diversen Größenangaben in einem Maßsystem arbeiten. Die amerikanischen Kollegen haben ein wunderbares feet/inch-System, das die Europäer nie kapieren werden; Diese hingegen können nur Zentimeter und Millimeter, was wiederum die Amerikaner verstört. Typografen und Schriftsetzer rechnen, historisch bedingt, immer noch in Punkt; doch wie groß so ein Punkt genau ist, darüber gibt es auch verschiedenste Meinungen (Fournier/Didot/Pica). Ich gebe es zu, richtig einfach ist es doch nicht.

Und da kommen auf einmal die Screen-Designer angelaufen und behaupten, man müsse noch eine zusätzliche Einheit, den sogenannten Pixel einführen? Ohne uns! rufen die Print-Designer, verständlicherweise.

Doch so ganz korrekt ist das nicht mit der »zusätzlichen Einheit«. Denn die oben aufgezählten Einheiten sind an sich nur unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe: Sie geben an, wie lang und wie breit ein physisches Objekt ist. Für den Gestalter mag das ein Papierbogen, eine x-Höhe oder eine Spaltenbreite sein. Alle Einheiten können mittels relativ einfacher Multiplikatoren ineinander umgerechnet werden (1" = 2,54cm). Sie sind also, rein qualitativ gesehen, identisch. Ich möchte all diese Größenangaben deshalb zusammenfassend als absolut und physisch bezeichnen.

Der Pixel jedoch ist anderer Natur. Er wird nämlich nicht in absoluter Größe physisch auf Papier gedruckt; Der Pixel befindet sich auf dem Bildschirm eines Anwenders.

Der Gestalter hat somit keinerlei Einfluss darüber, wie groß so ein Pixel sein wird.

Denn entscheidend für die Umrechnung von physischen Größenangaben in Pixel sind zwei weitere Faktoren, die er nicht bestimmen kann: Die Größe des Monitors sowie die eingestellte Pixelanzahl. Jeder hat da andere Vorlieben, und das ist auch gut so. Die Pixel möchte ich aus diesem Grund als relative Größenangabe bezeichnen.

Jetzt schreien die Screen-Designer auf! Der Pixel sei sehr wohl eine absolute Einheit, im Gegensatz zu Prozentangaben oder den em-Werten im CSS. Ja, sie haben Recht. Doch das gilt nur, wenn man sich bereits komplett im System des Screens befindet. In Bezug auf die physische Welt ist der Pixel eine sehr relative Angelegenheit, wie wir gleich erfahren werden.

Nun ist bei vielen Grafikern der Wunsch da, den Pixel trotzdem irgendwie in das physische Maßsystem zu übertragen. Unabhängig davon, ob dies sinnvoll ist oder nicht, verlangen sie nach einem greifbaren Richtwert, an dem sie sich orientieren können. Wer ausschließlich am Bildschirm arbeitet, wird das nur schwer verstehen können. Aber für so manchen klassischen Printdesigner ist es nun einmal wichtig zu wissen, wieviel 200 Pixel in Zentimeter ergeben, auch wenn das Ergebnis abweichen kann.

Und jetzt kommen zum ersten Mal die sagenumwobenen 72dpi ins Spiel. Offensichtlich gab es einmal so etwas wie einen genormten Monitor. Dessen Fläche hatte eine bestimmte physische Größe (11" Breite) und eine bestimmte Pixelanzahl (800 Pixel Breite) eingestellt. Und diese waren zufällig in einer solchen Relation, dass sich ca. 72 dpi ppi ergeben haben. Auf diesem Norm-Monitor waren die 200 Pixel dann 7,06cm. Aber eben nur auf genau diesem Monitor! Der Flachbildschirm meines Powerbooks, auf dem ich diese Zeilen schreibe, ist 12,5" breit und hat 1280 Pixel: Eine Auflösung von etwa 102 dpi ppi, und die 200 Pixel sind hier nur knapp 5cm. Mein Handydisplay hingegen ist 1,1" breit und hat 101 Pixel. Sind knapp 92 dpi ppi. Es gibt nur wenige Monitore, die wirklich mit der »Norm«-Auflösung betrieben werden.

Was bringt uns die 72dpi-Regelung also in der Praxis? Einen extrem groben Richtwert, der zudem veraltet ist und auf 90–100dpi erhöht werden müsste, wenn er nicht generell begraben werden sollte.

Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig, zum Beispiel beim Scannen: »Wenn ich dieses Foto auf die Website des Kunden stellen will, muss ich das doch mit 72dpi einscannen!« Das klingt zunächst wie eine praktische Faustregel, nach der selbst viele Profis immer noch arbeiten. Doch sie ist kompletter Unfug. Es gibt zwei Faktoren, die hier einfach außer Acht gelassen werden:

  1. Die Größe des Originalbildes. Diapositiv oder 30×45cm-Abzug?
  2. Die gewünschte Pixelgröße des Bildes auf der Website. Winziger 50×65px-Thumbnail oder bildschirmfüllender Detailausschnitt?

Ein Foto mit 72dpi einzuscannen ist nur in einem einzigen Falle sinnvoll: Man möchte, dass das Bild auf einem genormten 72dpi-Monitor exakt die gleiche physische Größe hat wie das Original auf Papier. Wie realistisch ist dieser Wunsch? Richtig! Niemand misst mit dem Lineal auf einem Bildschirm irgendwelche Längen. (Außer ich vorhin, als ich die Breite des Powerbooks bestimmten wollte.)

Wenn ich weiß, dass etwas nur auf dem Monitor gezeigt wird, dann interessiert mich nicht, wie groß die physische Vorlage ist. Ich will einfach nur das Bild auf die korrekte Pixelanzahl bringen. Womit wir beim wichtigsten Thema sind: Die Pixelbreite und -höhe macht im Screen-Design die Auflösung komplett unnötig. Kann gar nicht sein? Doch! Aber erst einmal einen Schritt zurück:

Egal, in welchem Dateiformat digitale Bilder gespeichert sind: Es gibt immer eine Pixelanzahl und eine zugewiesene Entsprechung in der physischen Welt. Aus dem Verhältnis dieser beiden Werte wird die Auflösung des Bildes berechnet. Sie hat mit der Auflösung des Monitors nicht das Geringste zu tun. Die Auflösung des Bildes ist nur ein simpler Faktor, der angibt, wie viele Zentimeter unser 200 Pixel breites Bild auf einem Blatt Papier einnehmen würde, wenn man es denn ausdruckt. Doch Screen-Designer wollen ja gar nichts drucken.

Das Bild ist in Pixeln gespeichert, der Monitor stellt Pixel dar. Wozu also noch die Auflösung?

Die Auflösung ist tatsächlich unerheblich, wenn ein Bild rein digital verarbeitet und angezeigt wird. Deshalb hat das GIF-Format so etwas gar nicht: GIF wurde ausschließlich für den Screen erschaffen. Bei den Digitalkameras sind wir da ebenfalls schon einen Schritt weiter. Da fragt nämlich keiner nach, wieviele Zentimeter die Bilder breit sind oder welche Auflösung sie besitzen. Hier dreht sich alles um Megapixel. Und das ist der richtige Ansatz. Erst wenn man das Ganze ausdrucken möchte, wenn also die Pixel wieder in Zentimeter umgewandelt werden, ist das Einführen einer Auflösung als Umrechnungsfaktor wichtig. Einem Digitalfoto mit einer Pixelgröße von 1600×1200 (knapp 2 Megapixel) müsste man eine Auflösung von 200dpi zuweisen, um exakt auf 8×6" ausgedruckt zu werden. Hätte dieses Bild 72dpi Auflösung, wäre es 56cm breit. Zuviel für die meisten Bildschirme.

79 Kommentare

  1. Nick Blume am 16. Mai 2004 #

    Sehr schöner Artikel. Weiter so, Graphik-Autor Turbo.
  2. Stefan am 17. Mai 2004 #

    Ich würde folgenden Vorschlag machen:

    “Soll die Site auf 800×600 passen oder 1024×768? Dann verwende ich die entsprechenden reduzierten Größen. Z.B. 720×480.

    Wenn die 15er TFTs mit ihren 1024 Pixeln von den 17er TFTs abgelöst werden, könnten 1280 Pixel der Standard werden.

    Man sollte sich an der meistverwendeten Hardware orientieren. Bei der Software (Browser, Flash) verhält es sich ja genauso.
  3. Gerrit am 17. Mai 2004 #

    Das ist wieder ein ganz anderes Thema. Mac-User browsen ja auch meistens nicht im Vollbild wie die Win-User. Und man kann schließlich auch relative Breiten verwenden! Ich denke, man wird noch lange Zeit mit 750 Pixeln Breite Webseiten gestalten, da bei breiteren Entwürfen die Textzeilen einfach zu lang werden.
  4. Christian am 18. Mai 2004 #

    Ein schöner Artikel der wieder einmal untermauert, wie wenig doch manche “Gestalter” in der Lage sind sich von Abstrakten Binsenweisheiten zu lösen um einer modernen, belegbaren Realität Platz zu machen. Aber vielleicht klingt “We are living in 72dpi-world” nicht einfach nur gut, sondern ist für manchen Anachronisten zugleich Symptom und Diagnose geworden. Nun, was soll’s? Fassen wir es unter dem Oberbegriff “Kunst” zusammen; denn über die lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
  5. Gernot am 19. Mai 2004 #

    Dein Essay wird leider nicht beim Spiegel gelesen…
  6. Matthias am 22. Mai 2004 #

    Schau an. Das verbirgt sich hinter Pixeln und dpi. Ein Prof von mir hatte mich das mal gefragt, als er mit einem zu großen Bild von sich das CMS unserer Uni aus den Ankern gehoben hatte. Als ich ihm versuchte das zu erklären merkte ich, dass ich von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Jetzt weiß ich’s. Werde ihm gleich den Link schicken.
  7. info@ranta.info am 6. August 2004 #

    “Soll die Site auf 800×600 passen oder 1024×768? Dann verwende ich die entsprechenden reduzierten Größen. Z.B. 720×480.”
    Wenn es um Text oder die Gesamtbreite der Seite geht, sollte man eh auf relative Größen wie % oder em ausweichen, der Skalierbarkeit wegen. Den Text unterstützende Bilder sowie reine Zierbilder sollten eh eher klein gehalten werden (bis ca. 200KPixel halte ich für vertretbar) – sind die Bilder der Inhalt wird es etwas schwieriger, dann muss man zwischen Zweck und Userfreundlichkeit (Scrollen ist Arbeit) abwägen, aber 1024*768 würde ich da auch nicht hinausgehen, man sprengt dann vermutlich in den meisten Fällen nicht nur den Viewport (der wenig mit der Bildschirmauflösung zu tun hat), sondern überbeansprucht auch die Bandbreite des Users.
  8. Thomas am 12. August 2004 #

    Schöner Artikel :-)
  9. Jan Hillebrand am 23. August 2004 #

    Ich beschäftige mich auch grade mit der Umrechnung von Pixel in Zentimeter (bzw. umgekehrt).
    Es ist eigendlich praktisch unmöglich!
    Zentimeter ist eine festgelegte Maßeinheit, Pixel ist eine relative Maßeinheit, die sich mit jedem Bildschirm und jeder Auflösung ändert.
    Meine Frage wäre bloß, ob man Pixel in Zentimeter umrechnen kann, wenn man ein Digitalkamera mit fester Auflösung hat? Dort ist die Größe eines Pixels ja immer gleich.
  10. Enno am 25. August 2004 #

    Pixel sind was gaaanz tolles, ich liebe Pixel und gebe sie gerne als CSS-Wert an. Bis plötzlich ständig immer neue Notebooks daherkommen, deren Auflösung sich ständig erhöht, weil die Pixelzahl schneller wächst als die Screen-Diagonale. Da sehen dann die schönsten 1024er oder 800er-Designs dann schlecht drauf aus und ich armer Designer bin dann Schuld … Was machen wir, wenn Monitore mal eine Auflösung von 300 dpi Schaffen wie vor Urzeiten mal nur die Laserdrucker? Das Pixel als Einheit ist eine Sackgasse.
  11. Gerrit am 25. August 2004 #

    Du hast im Prinzip Recht, dennoch ist der Bildschirm immer in Pixeln aufgeteilt und die älteren Monitore landen auch erst in einigen Jahren auf dem Müll. Auflösungsunabhängiges Designen wird dann zum Problem, wenn Pixelgrafiken und Fotos mit Schrift interagieren sollen.

    Wer vollständig ohne Pixelwerte arbeiten möchte, soll sich als Flash-Designer engagieren und die Größe der Designs an den Bildschirm anpassen. Dann sehen zwar alles Fotos beschissen aus, aber man nutzt sowohl maximalen Raum des Bildschirms als auch dessen Auflösung aus. Doch wer will schon Websites ausschließlich mit Flash umsetzen? Eben.
  12. Gordon am 27. September 2004 #

    Ganz guter Artikel!!

    Bei meiner Ausbildung zum Schriftsetzer wurden uns die dpi’s nur so um die Ohren gehauen.
    Der Photoshop-Dozerich bei der Weiterbildung zum Screendesigner hat dann die 72 ausgerufen und 150 für Desktop-Drucker (Woher er die auch immer hatte). Die Praxis belehrt einen ja dann gerne mal des Besseren…

    Anmerkung 1: Warum setzt Photoshop beim “Fürs Web Speichern…” automatisch 72dpi? Kann man das mittlerweile einstellen? Ich hab in CS auf die Schnelle nix gefunden.

    Anmerkung 2: Dem Screendesigner ist die Druckerei spätestens dann nicht mehr egal, wenn er ein 760px breites Logo mit Bildelement auf der Heim-Seite hat (woher es auch immer kommen mag) und nun funktionale Druckversionen erstellen soll.
    Meiner Erfahrung nach, sollten 600px nicht allzu weit überschritten werden, um die Seitenrand-Einstellungen der Browser beim ausdrucken möglichst sauber abzudecken.
  13. jean luc am 16. Oktober 2004 #

    Ach da Ihr mit Euren Brauserfensterbreiten, irrelevante Diskussionen von vor 8 Jahren sind das. Heute gehts um andere Dinge. Inhalt und Skalierbarkeit.

    Pixel ist keine Maßeinheit. Ein Pixel ist ein Pixel, egal wo, denn ein
    Pixel ist eine Bildinformation.
    Pixelmenge beschreibt die Informationsdichte eines Bildes.

    Der Rest ist Physik.
    Da muß man gar nicht so ausholen.
  14. 0000ff am 16. Oktober 2004 #

    die 72 sind doch nicht ganz uninteressant, eben dann, wenn bedauerlicherweise schriftgroessen doch in pt angegeben werden: das system muss dann in px umrechnen und geht bei win von 96 pdi und bei mac von 72 dpi aus, die mac pixel sind also scheinbar (!) groesser – und so schrumpft die auf win gut lesbare schrift auf dem mac zur unentzifferbaren layoutvorschau.
  15. clemens am 22. Oktober 2004 #

    was 0000ff zu 72 vs. 96 schreibt, ist wirklich eine sache, mit der ich bis heute noch auf kriegsfuß stehe. als alter printhase hatte ich damals das problem selber erstmal zu raffen, wie die dots per inch, die man im print ja auch wieder in lines per inch und deutsche 60er raster, das auf cm basiert, umgerechnet werden mussten. es galt ein GEFÜHL zu entwickeln, wie ein bild in der auflösung beschaffen sein muss, um es im layout noch verwenden zu können. denn meistens ist ja nun noch nicht klar, wie groß es später eingesetzt wird. und wenn dann im dtp-programm ein kollege ein bild auf 200% vergrößert hatte, musste eben auch erst nachgeschaut werden, wie denn die ursprungsauflösung war. … genug davon.
    ich habe die erfahrung gemacht, dass auch nicht nur alte printgrafiker da versagen, sondern gerade frischausgebildete menschen keine wirkliche vorstellung davon haben, was das alles bedeutet. deshalb: danke dir gerrit für den ansatz dieses unwissen zu bekämpfen!

    jetzt die frage an euch alle: wie erklärt ihr einem kunden, wie er ein bild einscannen soll? (leider passiert es in der praxis oft, dass man das nicht selber machen kann.) ich bin im printbereich ja schon froh, wenn da schonmal was von 300dpi für den druck angekommen ist. aber dass das eben auch heißt, dass das bild dann aber nicht mehr vergößert werden kann, ist den wenigsten am telefon verständlich zu machen.
    hat da jemand eine kurze, prägnante und auch für den laien und die laiin (tolles wort) verständliche beschreibung parat? oder hat man die probleme im onlinebereich eben nicht, weil die auflösung von irgendwelchen digitalfotos die hinzundkunz geschossen hat oder eben der selfmadescans immer genug hergeben?
  16. clemens am 22. Oktober 2004 #

    zu gordon, anmerkung 2:
    es ist eben nur möglich, wenn das logo bei erstellung nicht nur für einen einzigen einsatzzweck entworfen wurde. es gibt die gute alte sitte, wenn ein logo entworfen wird, je eine eigene version für den standard-printbereich, eine weitere für kleine anwendungen, für große und für schwarz-weiß zu gestalten und wer richtig gut ist macht noch eine adaption für negative anwendungen. und ebenso muss für online-anwendungen eine optimierte version gemacht werden.
    das lässt sich sehr anschaulich demonstrieren, indem man eine schrift, die auf dem bildschirm als pixelschrift prima zu lesen ist (und eben besser als die hausschrift-print) auf plakatgröße ausdruckt und somit zeigt, dass es eben (mindestens) zwei paar schuh sind. das gleiche gilt für den screendesigner mit seinem logo. es ist eben nicht verwendbar. fertig. oder er mag den »charme« des pixels und steht dazu.
    argument:
    eine mücke ist nicht mehr flugfähig, wenn man sie auf elefantengröße brächte. die sie umgebenden faktoren wie z.b. die luftdichte stehen nicht mehr im richtigen verhältnis zur größe.
  17. Tillmann A. am 24. Oktober 2004 #

    72 ppi sind immer noch ein guter Richtwert für Screendesign. Wer will nimmt 96 ppi, aber der Profi weiß: Das sieht kein Schwein und es ändert sich nur die druckbare Größe dadurch.

    Nicht nur Hochrechnen ist Verlust, sondern auch Runterrechnen in Photoshop bedeutet Verlust an Originalinformation und somit ist das qualitativer Verlust. Computer sind einfach dumm und keine talentierten Maler. Sie arbeiten mit mathematischen Richtlinien und können nicht unterscheiden, ob der leicht braune Pixel noch Auge oder Haut ist. Kurz: Es gibt keine künstliche Intelligenz (KI), die ein beim Verkleinern eines digitalen Bildes keinen qualitativen Verlust erzeugt.
    Es macht grundsätzlich Sinn ein Bild in der Größe zu erzeugen (Scannen, DigiCam), in der es auch benötigt wird. So erhält man die bestmögliche Qualiät. Der Screendesigner denkt da natürlich in Pixeln und geht keinen Umweg über druckbare Größe.

    Wie man weiß, ist diese Stufe von Qualitätssicherung leider wegen Zeitdruck oft nicht möglich. Ich kanns auch fast nie einhalten. Dann müssten wir den Fotograf ja doppelt bezahlen ;-)
  18. pat am 27. Oktober 2004 #

    »Wenn ich weiß, dass etwas nur auf dem Monitor gezeigt wird, dann interessiert mich nicht, wie groß die physische Vorlage ist.«

    Mich interessiert jedoch die Dateigröße. Daher sinnlos, ein Bild mit was weiß ich wieviel dpi einzuscannen und auf die seite zu stellen, wenn man als Richtwert besagte 72 dpi nehmen kann. Der nutzer sieht ja keinen qualitativen Unterschied und lange Ladezeiten werden vermieden.

    Oder verstehe ich die ganze Diskussion falsch?
  19. Gerrit am 27. Oktober 2004 #

    @pat: Mit Verlaub: Ja! Ein Scan kann eigentlich gar nicht hochauflösend genug sein. Das Bild wird doch im Bildbearbeitungsprogramm sowieso auf die korrekte Pixelanzahl skaliert, nicht erst im Browser.
  20. Tillmann am 31. Oktober 2004 #

    Nein, eigentlich sollte man ein digitales Bild in der Größe erzeugen, in der man es auch benötigt. Denn nur so erhält man die maximale Ausgangsqualität. Im Allgemeinen geistern Werte von 10 – 15 % maximaler Vergrößerung von digitalen Bildern in der »Fachwelt« herum, um die Qualität zu erhalten.
    Ich arbeite nun also in einem kleinen Verlag, der immer verzweifelt versucht Bilder mit einer vernünftigen Qualität und einen passenden Format für einen bestimmten Artikel zu besorgen. Eigentlich ist mit der Druckerei abgesprochen, dass die gelieferten PDFs durch Bildmaterial mit einer Auflösung von 300 ppi bestückt werden. Leider ist mein Bild nun in der Breite um etwa die Hälfte der gewünschten Breite entfernt. Im Satzprogram (Indesign, Quark) bedeutet das, dass ich mir mein Bild einfach mal skaliere. Jemand der mit Fachrechnen vertraut ist, weiß, dass nun nur eine Kleinigkeit geändert wird: Aus 300 ppi werden nun 150 ppi.
    Dies ergibt sich aus folgendem einfachen Rechenweg:
    • Bild: 1200 px breit (druckbare Größe kenn wir erstmal nicht; die kennt nur Photoshop ;-) )
    • Bild—> 300 ppi—> ppi = pixel pro inch (zoll)
    • Bild 1200 px durch 300 ppi = 4 inch—> 4 inch mal 2,54 = 10,16 cm—> Bitte in Photoshop probieren – aber bikubisch neuberechnen abhacken—-> absolut erforderlich, damit die Pixelmenge nicht geändert wird!—> Nun bitte auch über den Dialog Bildgröße (Bikubisch neuberechnen abgehackt) 150 bei Auflösung einstellen. Wenn alles richtig eingestellt ist, kommt 10,16 cm mal 2 raus. Das erläutere ich jetzt nicht. Es ist Sonntag.

    Wir haben nun in unserem Heft das keiner liest ein Bild abgedruckt, dass nicht der Zielqualität entspricht. Mal ehrlich: Der Otto-Normal-verbraucher sieht das nicht wirklich und bei 200 ppi wirds auch für den Fachmann schwierig. Normale Tintenspritzer aus dem Märchenmarkt schaffen auch nicht mehr Auflösung und damit sind alle glücklich. Übrigens werden 150 ppi etwa 1200 dpi (Rasterpunkte vom Drucker). Bei der Bildauflösung muss man immer an Pixel denken.

    Hoffe ich konnte in dieser Kürze etwas deutlich machen.
    Jedenfalls wollte auf etwas anderes hinaus. Wir haben also festgestellt, dass bei Vergrößern eines Bildes tatsächlich ein qualitativer Verlust entsteht. Es würde eine gleichbeleibende Pixelmenge auf ein größeres Format als vorgesehen gedruckt werden.
    Ich möchte aber nochmal darauf hinweisen, dass beim Runterrechnen (verkleinern, negativ skalieren) auch ein qualitativer Verlust entsteht, da die Pixelmenge ja verkleinert werden muss und der Faktor Maschine kommt auch dazu.
    Angenommen ich habe ein Bild von meiner Digicam mit einer Auflösung von 1280 mal 1024 px aufgenommen. Das sind etwa 1,3 Mega-px. Ich bringe dieses Bild in eine verhältnismäßig große Größe für eine Website – 320 mal 240 px. Nun habe ich noch eine Pixelmenge von 76800 Pixeln. Da ist mir wohl etwas verloren gegangen – Verlust? Und dazu kommt noch etwas. Photoshop ist kein Maler oder eine Kamera von Canon oder Sony, die es verstehen ein Abbild möglichst exakt und intelligent auf einem Medium zu projezieren. Photoshop arbeitet mit standardisierten mathematischen Prozessen, um ein Bild zu verkleinern. Da geht eben etwas verloren, weil da weder eine menschliche Intelligenz noch eine optisch geeichte Vorrichtung das neue Abbild erzeugt.

    Eigentlich ists ja nur Blabla, weil das fast keiner realisieren kann. Geb ich mit Vorbehalt zu! Ich verstoße da ja auch regelmäßig.
    Aber wenn man mir sagt, erzeuge die größtmögliche Qualität, versuche ich nach diesen Kriterien zu arbeiten.
    Wir sind uns aber bestimmt einig, dass mein 320×240-Bild eben genau diese Pixel-Fläche meines Monitors belegt solange ich Photoshop oder im IE6 der Skalierungsfaktor auf 100% stehen habe (standardmäßig steht er in jedem Browser auf dem Wert). Ja bestimmt.

    Ich hoffe das war nicht zu abgehoben und, das es etwas Interesse geweckt hat. Feedback wäre interessant!

    PS: Einige Scannprogramme bieten einen Pixelwert der Dateigröße beim Scannen nicht an. Deshalb ist es sinnvoll diesen Sachverhalt zu kennen.
  21. Peter Linzenkirchner am 1. Dezember 2004 #

    Hallo,

    zu 0000ff: der Unterschied in der internen Auflösung zwischen Mac und Win ist Geschichte. Bereits unter Mac OS 9 stellt der Internet Explorer alle Seiten auf der Basis von 96 dpi dar (man kann das zwar umstellen, aber das tut niemand). Seit Mac OS X ist die interne Umrechnung von Punkt in Pixel in den Browsern durchgängig auf der Basis von 96 dpi statt. Das Problem betrifft also nur noch die OS 9 Rechner, auf denen Netscape 4.x betrieben wird. Das Problem wird weiter entschärft dadurch, dass in allen Mac-Browsern Schriften gezoomt werden können, und zwar unabhängig von der verwendeten Einheit im CSS.

    Trotzdem würde ich normalerweise im CSS keine Pixel als Maßeinheit verwenden sondern Punkt. Hintergrund ist, dass im IE unter Windows – und das sind nunmal die meisten User – die Schrift nicht gezoomt werden kann, wenn Pixelangaben verwendet werden. Das ist zwar im Sinne der Designer, aber nicht im Sinne der Anwender.

    Viele Grüße
    Peter
  22. Ole am 14. Dezember 2004 #

    Das man nicht von den 72 dpi abweicht hat noch einen anderen Grund: Die Bildgröße

    Mit dem bloßen Auge kann man auf einem 0815-Monitor keinen Qualitativen unterschied zwischen einem 72 und einem 100 dpi/ppi Bild feststellen.

    Die Ladezeit (aus dem I-Net) unterscheidet sich allerdings schon um ca. 30%. Da noch nicht alle User breitbandig angebunden sind, sollte man die kleinste vertretbare Auflösung für die kleinstmöglich Datenmenge verwenden.

    Und da sich 72 dpi/ppi so eingebürgert haben, wird soch daran auch nicht viel ändern.
  23. Malik am 7. Februar 2005 #

    @ Ole:

    Das 100ppi Bild müsste 30% breiter sein … wenn für jedes Pixel nun mal genau ein Pixel auf dem Screen (!) zur Verfügung steht, müssen die ja irgendwo hin.

    »Mit dem bloßen Auge kann man auf einem 0815-Monitor keinen Qualitativen unterschied zwischen einem 72 und einem 100 dpi/ppi Bild feststellen.«

    Wir reden hier nicht davon, im Browser Bilder zu skalieren, oder?
  24. Gerrit am 7. Februar 2005 #

    Hier ist es wichtig, zwischen ppi und dpi zu unterschieden! Ein Bild trägt natürlich keine ppi-Informationen in sich. ppi wird nur für die Auflösung von Monitoren und Scannern gebraucht.

    Am Monitor ist die Auflösung des Bildes irrelevant. Und Bilder haben einen dpi-Wert nur deswegen gespeichert, damit beim Druck die Ausmaße klar geregelt sind.

    @Ole: Lies Dir mal den Text nochmal gut durch, und gehe die Lehrmodule durch, die Du hier findest
  25. Daniel am 17. Februar 2005 #

    Warum eigentlich DPI? Sprechen wir hier nicht eigentlich von Pixel/Inch? *P*PI? Warum ist dieser Unterschied so untergegangen?
  26. Gerrit am 17. Februar 2005 #

    Im Artikel wurde das tatsächlich auch ein bisschen falsch gebraucht (Ich habe das inzwischen korrigiert. PPI: Scanner und Monitore. DPI: Drucker und Belichter!
  27. Olli am 25. Februar 2005 #

    Hallo allesamt.

    Ich habe ein 17-Zoll-(TFT)-Display mit 1280×1024 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Auflösung von genau 96 ppi (sowohl Höhe als auch Breite, TFTs haben bei 1280×1024 ein Seitenverhältnis von 5:4).

    Müsste also laut der Regel in Quark oder InDesign bei 100% genauso große DINA4-Bogen zeigen wie in der Realität (unter Windows).

    Scheint aber eher mit dem alten Wert von 72 ppi zu stimmen. Rechnet man nämlich 96/72=1,333=133,3% und gibt dies als Zoom-Faktor in Indesign ein, hält ein A4-Blatt davor und schon passt die Größe exakt.
    InDesign scheinen die 96 dpi von Windows also in Wirklichkeit nicht zu interessieren.

    Ach ja, noch eine Ergänzung zu DPI:
    Man muss im Druck übrigens noch zwischen DPI (Geräteauflösung) und LPI (Auflösung für simulierte Halbtöne) unterscheiden.

    Nur Volltöne (z. B. schwarze Schrift) erreichen z. B. tatsächlich 1200 dpi oder ähnliches.

    Bilder sind meißt deutlich niedriger aufgelöst (z.B. werden für ein 60er-Raster nur 300 dpi-Bilder benötigt, keine 1200-dpi-Bilder.)
    Weiterführende Infos dazu findet man sicher in Google oder Büchern wie dem Kompendium der Mediengestaltung.

    Naja, aber im Grunde wären wir damit ja schon wieder im Printbereich, obwohl es um Websites gehen soll…
  28. Henning am 20. April 2005 #

    »Weiß« Windows eigentlich, welche reelle Auflösung es fährt?
    Ich weiß, dass z.B. der GIMP unter Linux bei der Installation die errechnete Systemauflösung vom User abnicken läßt. Schert sich Windows eigentlich um solche Informationen und können InDesign & Co die Auflösung wissen? (Dem Mac würde ich es ja gerade noch zutrauen …)
  29. Thomas Völker am 28. Juni 2005 #

    Bei mir ist das Problem eher anders rum. Ich bin Printdesigner. Ich arbeite mit mindest. 300 dpi und cmyk als Frabtiefe. Ich habe immer wieder das Problem das meine Kunden meinen Bildmaterial aus dem Netz zu ziehen zu müssen. Ich erkläre Ihnen dann das es technisch nicht möglich ist ein Bild das einmal fürs Netz optimiert wurde sauber zu drucken. Dies Bilder haben dann (beispiel: 8×10 cm, 72 dpi und womöglich noch indizierte Farben). Kein Verständniss beim Kunden: Aber ich kann doch alles auf dem Monitor sauber sehen.
    An dieser Stelle gebe ich meistens auf, mache den Kunden schriftlich darauf aufmerksam das das Bild sehr pixelig und voll mit jpeg komprimierungsflecken gedruckt werden wird. Der Kunde weiss meistens nicht was ich von Ihm will, unterschreibt aber doch und verklagt mich nach dem er die Drucksache erhalten hat. Vor Gericht geht es dann meisten so ab: Der Grafiker hat mich zwar darauf aufmerksam gemacht, aber es muss doch in der heutigen Zeit möglich sein ein Bild sauber zu drucken. Ich darauf: selbstverständlich ist das möglich wenn genug Infos im Bild vorhanden sind.
    Der Kunde darauf: Ich habe eine sehr teure Digitalkamera, wenn den Chip zu Karstadt bringe dann drucken die mir die Bilder auch sauber aus.
    Ich darauf: Das ist richtig, die haben auch die orginale auf dem Kamerachip. Die Bilder die sie mir geliefert haben hatten sie aber vorher ins Netz auf ihre HP gestellt, da werden die Bilder fürs Internet optimiert und sind für druck nicht mehr zu gebrauchen.
    Darauf wieder der Kunde: Also wenn ich die von Karstadt gedruckten bilder mit denen vergleiche die ich auf meiner HP sehe, dann sehen die trotzdem fast gleich aus und sie sagen mir das sie die Bilder nicht sauber drucken konnte.

    Spätesten jetzt habe ich entggültig aufgegeben. Gruss Thomas Völker, der diesen Kampf seit ca 1993 führt (Grafiker Monatsmagazin)
  30. Peter am 28. Juni 2005 #

    Danke. Danke. Danke.

    Seit Jahren diskutieren meine Kollegen über die korrekte Bildauflösung für das Screendesign. 72 dpi schwören die Einen, 96 dpi verfechten die Anderen. Ich ernte nur verständnislose Blicke in diesem Disput, wenn ich behaupte, dass Auflösung keine Rolle spiele und nur die Pixelwerte in Relation zur Monitorauflösung relevant seien. Also schweige ich und mache meinen Job, während sich die Kollegen noch über der korrekten Auflösung in den Haaren liegen.
    Mit höchster Genugtuung habe ich diesen Artikel an die Herren 72 und 96 weitergeleitet.

    Danke.
  31. TomTom am 18. Juli 2005 #

    :) Dein Artikel in Ehren, er wird nur wieder mal nichts bewirken außer verständnisloses Kopfschütteln. Seit Jahren versucht man die Sache zu predigen, es scheint eine gewisse Resistenz diesbezüglich vorhanden zu sein, und die Bereitschaft, es mal zu kapieren ist offenbar schon lange gestorben. Manche mögen das Medium einfach nicht…
  32. el ninjo am 20. Juli 2005 #

    hmm, ich hätte da mal eine frage:
    nehmen wir an, ich hätte zwei bilder, jeweils 500×700 pixel gross. eines davon hat 72dpi, das andere 300dpi. nun müssten doch theoretisch im 300dpi-bild mehr informationen enthalten sein als beim 72dpi-bild. die dateigrösse ist aber bei beiden gleich…
    wie erklährt sich jetzt das?

    und wieso ist die dokumentgrösse (in photoshop) bei 72 dpi grösser als bei 300 dpi?
  33. Gerrit am 20. Juli 2005 #

    Lies den Artikel bitte noch einmal aufmerksam. Dann weißt Du die Antwort auf Deine Frage.
  34. Christian am 15. August 2005 #

    Schade, dass an so mancher Hochschule etwas anderes gelehrt wird…

    Mein Prof hat mir im zweiten Semester doch glaubhaft versichert, dass jeder (und ich betone jeder) Monitor eine Auflösung von 72dpi hätte.

    Ich habe das anfangs natürlich geglaubt. -Warum sollte mich der Kerl auch anlügen?

    Als ich allerdings bemerkte, dass ein und die selbe Grafik auf unterschiedlichen Monitoren mit der gleichen Bildschirmauflösung (z.B. 1024×768px)unterschiedlich groß erscheint kam ich doch sehr stark ins Zweifeln.

    Letztendlich bin ich dann zu der selben Erkenntnis wie du in deinem Essay gekommen.

    Danke für die Bestätigung meiner Theorie!
  35. chmee am 17. November 2005 #

    Den Pixel als Absolut anzusehen macht die grafische Welt doch einfacher. Es ist der Informationsgehalt eine grafischen Datei.

    Diese in 300 oder 72 dpi/ppi zu benutzen ist der Unterschied.

    Ich verstehe den Grafiker nicht, der mir sagt er hätte die geforderte Datei in 360dpi. Wow ! Und ?
    Diesem Menschen zu erklären, er solle mir die Maße nennen, hält dieser für überflüssig, da mit der Dpi-Zahl alles gesagt sei..

    Möglicherweise bei einer Vektor-Datei.. Lach …

    Ergo : Ich nehme Vorlieb mit den Pixelwerten. Ich kann dadurch entscheiden, was möglich ist und was nicht.

    mfg chmee
  36. Fox am 6. Dezember 2005 #

    Sehr schöner Artikel!
    Top!
  37. carsten am 10. Dezember 2005 #

    @Gerrit, auch wenn das allermeiste schon beantwortet wurde: heute, bei 3- oder gar 4-spaltigem Aufbau von Webseiten kann man gerne auch für 1024px Breite produzieren — einzelne Spalten werden nicht automatisch dafür »zu breit« und unleserlich. Für einzelne Spalten Pixelbreiten (so ca. 300 pro Stück) macht letztlich auch nur begrenzt Sinn..

    Was für ein Dilemma. Gut beschrieben! Und relativ klar dazu.

    Ich finde mittlerweise auch wg. 16:9-Breitschirmen skalierbare, aber von der Breite her fixe Webseiten interessant – was Windows-User das Vollbild abgewöhnen mag helfen können. Aber das ist wieder ein anderes Thema. :)
  38. Chris am 15. Dezember 2005 #

    Bravo! Bravo! Endlich mal einer, der sagt, was schon lange gesagt werden musste! Ich glaube ja langsam, dass das mit dem Verständnis genetisch bedingt ist. Manch einer lernt’s eben nie, das fahren mit die dpi! ;-)
  39. oliver am 18. März 2006 #

    Ich würde es als Zusammenfassung für all jene die es nicht verstanden haben so schreiben:

    Die Auflösung (px x px) ist für das Web das einzige Maß aller Dinge (egal wieviel dpi, ...). Wenn das Foto/ Bild/ ... ausgedruckt werden soll, müssen die korrekten dpi eingestellt werden, damit das Foto dann auch die richtige Größe hat …

  40. Florian am 18. März 2006 #

    Nein, Oliver, sorry. Aber fast :)
    Die Auflösung ist für das Web komplett egal.
    »px × px« ist nicht die Auflösung. Sondern die Anzahl der vorhandenen Bildpunkte, horizontal und vertikal. Im Printbereich werden etwa 300 solcher Bildpunkte pro Inch (also eine Auflösung von 300dpi = dots per Inch) benötigt, um eine ordentliche Qualität zu erzielen.

  41. Constantin am 20. März 2006 #

    Bin völlig aufgelöst weil seit Tagen auf Lösung. Wikipedia hilft auch bei der Auflösung des Problems.

  42. Chaoscarl am 9. April 2006 #

    Natürlich ist der angezeigte Pixel relativ je nachdem wie die Auflösung des Monitors eingestellt ist und wieviel Pixel pro Inch (auch Zoll genannt) (nicht dots per inch! – siehe Photoshop) dieser auflösen kann oder habe ich grundsätzlich etwas falsch verstanden??? Ich gehe von folgender Annahme aus: Bereich Webdesign oder Screendeign

    Worauf es ankommt ist doch die Zielgruppe, für die ich das Design erstelle. Besitz der Großteil dieser Zielgruppe Monitore, die in einer Auflösung von 1024×786 Pixeln laufen, sollten Designer in den Designaußmaßen dafür gestalten. Noch ist der Stand 800×600 um möglichst allen Usern das Design nahebringen zu können.

    Jetzt der Knackpunkt:

    Wenn dieser Monitor bei dieser Besipiel-Bildschirmauflösung (1024×786 pro Inch/Zoll) 96 Pixel pro Inch merkbar deutlicher und klarer darstellen kann als 72 sollten Bilder mit 96 abgespeichert werden um die bestmögliche Qualität bei möglichst geringster Ladezeit zu erzielen …richtig? Die neuen Bildschirme schaffen mehr bei gleicher Bildschirmauflösung …richtig?

    Wenn dem so ist ist doch ausschlaggebend ob man jetzt 72 oder 96 oder 102 etc. nimmt, ob man davon aus´geht das die Betrachter des Designs im Durchschnitt z.B. eher Röhre 17Zoll oder tft 21Zoll haben.

    Sind meine Annahmen korrekt?...und …
    Wer legt also dann wann fest, wofür gestaltet wird??? Wenn meine Annahmen korrekt sind, müßte für jedes Projet eine Zielgruppenanalyse bezüglich Monitor, Grafikkarte etc. durchgeführt werden … ;-)

    Grüße
    Chaoscarl

  43. Gerrit am 9. April 2006 #

    Du denkst in die falsche Richtung, Chaoscarl. Wenn ein Monitor statt 72ppi beispielsweise 96ppi anzeigt, dann wird ein pixelbasiertes Bild nicht etwa »deutlicher und klarer« dargestellt, sondern schlicht und einfach kleiner. Pixelbilder werden auf dem Monitor stets Pixel für Pixel dargestellt. Mehr Pixel pro Zoll = Kleinere Bilder, nicht schärfere Bilder.

  44. Bastian am 9. April 2006 #

    @Stefan
    Webseiten für eine feste Auflösung zu machen ist der falsche Ansatz. Ich arbeite an einem Notebook mit 1400×1050 pixeln, 14,1 Zoll, Schriftgrad 150%. Wenn die Seiten für 800×600 pixel »optimiert« sind, wird immer nur der halbe monitor genutzt beim anzeigen. Warum macht man nicht einfach skalierbare Seiten die bei jeder Auflösung gleich aussehen? Bildgrößen kann man auch in % angeben.

  45. harpman am 12. April 2006 #

    Fakt ist:
    1. Mac-Monitore haben 96 dpi
    2. Windows-Monitore haben 72 dpi (oder war es andersrum?)
    3. Die Erde ist eine Scheibe
    4. Die Beamer in der Uni-Karlsruhe haben 72 dpi (nachzulesen unter http://www.ikg.uni-karlsruhe.de/studium/hilfestellungen/hilfestellungen.htm: „… Bildschirm bzw. Beamer (beide arbeiten nur mit 72 dpi) …“)

    Mein Beamer hat aber nur 13 dpi (1024 Pixel auf 200 cm (= 78,7 inch) Breite bei 3,5 m Projektionsabstand); erst wenn ich ihn auf 63 cm an die Projektionsfläche ran schiebe, habe ich endlich auch 72 dpi (1024 Pixel auf 36 cm (14,2 inch) Breite)!
    Leider ist das Bild jetzt ganz unscharf. Was nun?

  46. Tobias am 12. April 2006 #

    Danke für diese Klarstellung.
    Nichts nerviger, als Grafikprogramme Die ständig irgend welche Auflösungen mit den Bilder rumzerren anstatt die erst ins Spiel zu bringen, wenn’s an’s drucken geht.

  47. Hans am 30. April 2006 #

    Einige habens immer noch nicht geschnackelt. Genau genommen bräuchte ich einem Bild für die reine Monitordarstellung überhaupt keine Druckauflösung mitzugeben,... geht aber nicht, mindestens 10 dpi verlangt die EBV.
    Ob ich allerdings ein Bild mit 300 dpi oder 10 dpi bei gleichen Pixelabmessungen ins Netz stelle ist völlig Wurscht. Der User sieht keinen Unterschied.
    Vielleicht verschafft die PDF -Datei von Ralf Altmann, http://www.simpelfilter.de/pdf/310-311.pdf noch mehr Klarheit.
    Das Buch ist empfehlenswert

    Gruß

  48. andreas kuhn am 27. Mai 2006 #

    72-dpi-mythos adé! ein sehr guter beitrag: informativ und kurzweilig, verdient er es nicht, als kleines »kapitel« in einem größeren werk unterzukommen? ,-)

  49. Zoddl am 4. Juni 2006 #

    Sehr gut, endlich erklärt mal jemand diese ganze Auflösungsvergriesgnöddelung. Und das auch sehr verständlich.
    MfG Zoddl

  50. moej am 9. Juni 2006 #

    oida i check des voi ned durch! meine cam (8mpx) macht a nua 72 dpi is des gut oda schlecht und umso höher die dpi sind desto besser die bildqu.?

  51. pd2 am 14. Juni 2006 #

    Man kann aber auch wenig lange gestreckt ausdruecken ;)

  52. Maik am 15. Juni 2006 #

    Hans,

    Vielen Dank für den Link und den Buchtipp. Ich finde beides sehr interessant.

  53. Jens Hinderberger am 5. Juli 2006 #

    Hallo Zusammen,

    Wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittlicher Monitor eine Auflösung von ca. 96 dpi besitzt (mein Monitor hat z.B. bei einer Auflösung von 1920×1200 95 dpi), reicht für eine verlustfreie Bildschirmausgabe von Bilddateien folglich eine Auflösung von 96 dpi.

    Wenn ich nun also Bilder ohne Qualitätsverlust im Präsentationsmodus von PowerPoint darstellen möchte, müsste rein theoretisch eine Auflösung der Bilder von 96 dpi ausreichen. Allerdings entsprechen 96 dpi bei einer Auflösung von 1024×768 (Auflösung des Präsentationsmodus in PowerPoint) der Größe eines 17 Zoll Monitors. Ergo wäre bei Bildern mit einer Auflösung von 96 dpi die Auflösung an meinem 24 Zoll Monitor (Format 16:10) nicht mehr bei 96 dpi, sondern bei 61 dpi. Dies hieße doch im Umkehrschluss, die Auflösung der Bilddatei müsste nicht 96 dpi, sondern mit 150 dpi betragen?

    Rechenbeispiel:

    96 dpi bei einer Auflösung von 1024×768 entspricht einem 17 Zoll Monitor (32cm x 24 cm).

    Mein Monitor stellt die Auflösung von 1024×768 (4:3 Format) auf einer Breite von 43 cm und einer Höhe von 32,2 cm dar. Dies bedeutet, um effektive 96 dpi an meinem großen Monitor zu gewährleisten, müsste ich das Bild nicht mit 96 dpi, sondern mit 150 dpi abspeichern:

    96 dpi * (43 cm : 2,54“) = 1625 Pixel (ca. 1600 Pixel)
    96 dpi * (32,2 cm : 2,54“) = 1217 Pixel (ca. 1200 Pixel)

    Bei einem 4:3 Bild ergibt sich bei einer Auflösung von 1600×1200 und 150 dpi eine Ausgabegröße der Bilddatei von 27,1 cm x 20,3 cm. Da eine Folie in PowerPoint 24 cm x 18 cm misst, würde somit die Auflösung von 150 dpi für Bilder reichen, um an meinem Monitor eine Darstellung ohne Qualitätsverlust zu gewährleisten.

    Sind diese Schlussfolgerungen richtig? Wenn nicht dann belehrt mich bitte.

  54. Gerrit am 8. Juli 2006 #

    Ich glaube, Du machst Dir das Leben komplizierter als es sein könnte. Wenn Du das entsprechende Bild nicht ausdrucken möchtest, sondern nur am Bildschirm zeigen, dann spar dir doch das dpi-Rumgerechne. Dein Bildschirm hat 1920×1200 Pixel. Dann skaliere Dein gewünschtes Bild so, dass es ebenfalls 1920×1200 Pixel hat. Die Auflösung des Bildes ist dann völlig schnuppe. Das ist eigentlich auch die Grundaussage dieses Artikels.

  55. Jens Hinderberger am 10. Juli 2006 #

    Eben beim skalieren stelle ich bei den BIldern einen Qualitätsverlust fest. Obwohl die Ausgangsdatei größer ist wie das herunterskalierte Endprodukt, sieht das Bild sehr grob und unscharf aus, wenn ich eine Auflösung von weniger als 150 dpi wähle.

    Da die Ausgabegröße mit 12,7 cm Breite feststeht, ergibt sich dann bei einer bestimmten Auflösung X dann eine Pixelmenge y. Obwohl besagte Pixelmenge y kleiner ist als die Ursprungsdatei, erhalte ich bei einer geringeren Auflösung wie 150 dpi ein Darstellungsproblem bzw. eine Qualitätsverlust bei der Betrachtrachtung am Monitor.

  56. Christoph Päper am 12. Juli 2006 #

    Vielleicht wäre das ganze für einige einfacher zu überblicken und verstehen, wenn nicht noch die völlig unnötigen Zoll (und Punkte), gar in reziproker Form auftauchen würden, sondern die Angaben der Punktgröße für physische Medien in Mikro- und Millimetern erfolgen würden. Aber dafür sind wohl Markt und Industrie der anmetrologischen USA zu wichtig bzw. mächtig und Typografen und Grafiker zu konservativ.

    Eigentlich sollte man ohnehin nur in einer Winkeleinheit, die den persönlichen Vorlieben entspricht (Grad, Minute, Rad, Gon), denken, denn letztlich ist das Verhältnis aus physischer Größe und Sehabstand und folglich der Sehwinkel des Betrachters, der hoffentlich ggf. seine Brille trägt, entscheidend. Nicht ohne Grund ist der CSS-Pixel eigentlich derart und nicht als plumpe 1:1-Abbildung auf Gerätepunkte definiert.

  57. Peter Jonas am 13. Juli 2006 #

    Um es klassisch auszudrücken »Nun steh´ich hier, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor«

  58. Hans am 16. August 2006 #

    Wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittlicher Monitor eine Auflösung von ca. 96 dpi besitzt (mein Monitor hat z.B. bei einer Auflösung von 1920×1200 95 dpi),
    Woher nimmst du die »Auflösung« des Monitors?
    Grundsätzlich wird Monitorauflösung in ppi angegeben und hat mit der Druckausgabe in dpi überhaupt nichts, aber auch wirklich gar nichts gemeinsam.
    Die Monitorauflösung kannst du aus folgende Werten ermitteln:
    1. dem Lochmaskenabstand,..gängig ist z.B. 0,24 mm
    2. der mit dem Lineal gemessenen Bildschirmgröße und
    3. der momentan eingestellten Bildschirmauflösung in px.
    Das gilt für CRT’s,... bei TFT’s ist das wieder anders. Die haben durch die Kristallzellen eine vordefinierte max. Auflösungen und sind dadurch nicht interpolationsfähig.

    Gruß

  59. simon am 17. August 2006 #

    Wow. Und täglich grüßt das Murmeltier  …
    Für alle, die hier noch ein wenig Verständnisprobleme haben, aber dafür des Englischen mächtig sind, sei dieser Artikel empfohlen, der zwar alles fünfmal wiederholt, aber abgesehen davon gut und verständlich das Thema erläutert:
    Say No to 72 dpi

  60. Daniel aus Frankfurt am 20. August 2006 #

    Super! Jetzt weiß ich endlich mal, was es mit den 72 und 96 auf sich hat … Danke für die Aufklärung! :)

  61. Webdesign Köln am 27. August 2006 #

    Heh, nun bin ich richtig erleuchtet!:) Die Komments sind auch super, danke!

  62. Medien Martin am 30. August 2006 #

    Wahre Worte! Zum Thema passt auch
    http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/css/fontsize/index.htm

    dann allerdings für die, die es ganz genau …

  63. Reinmar am 28. September 2006 #

    Danke, Gerrit! Ein Thema, das dringend Aufklärungsarbeit braucht. Das richtige Verständnis der Materie könnte in der Praxis zu weniger Frust bei der Interaktion zwischen Kunden, Gestaltern und Druckereien führen.

    »Ja wieso reicht das Bild, das ich Ihnen geschickt hab, denn nicht für den qualitativen Druck?«

    »Das Bild ist leider nicht hochauflösend genug. Wir bräuchten mehr als 640×480 Pixel, um das Foto ganzseitig auf die A4 Seite zu bekommen, wie Sie es wünschen.«

    »Aber ich hab doch die Auflösung auf 300dpi gesetzt.«

    »Das ist auch nett gemeint, aber wegen der zu geringen Pixelanzahl ergibt das maximal ca.5×4 cm beim Druck.«

    »Ja aber …«

    Und so weiter.

    Beim Lesen der Kommentare trifft man noch auf einige exemplarische Missverständnisse. Ein paar Anmerkungen dazu:

    Monitore haben mit dpi nichts zu tun. Sie arbeiten nur mit Pixeln. Sie werden nicht mit einem ppi-Wert »ausgerüstet«. 72ppi oder 96ppi oder 102ppi etc. sind Werte, die sich aus der der Kombination der im Betriebssystem eingestellten Auflösung (z.B. 1280×1024) und der physischen Dimensionen der genutzten Bildschirmfläche ergibt, und daher variabel. Der Monitor »weiß« davon nichts, und die Tatsache, dass dadurch z.B. 72 Pixel eine »mit dem Lineal am Monitor messbare« Länge von 25,4mm (1 inch) haben, ist zwar nett und praktisch zu wissen, aber eben ein Ergebnis der Faktoren aktuelle Bildschirmauflösung und physische Bildschirmfläche; also keine etwa vom Hersteller gegebene technische Spezifikation.

    Der Begriff Auflösung: Bei Rastergrafiken ist der eingestellte dpi-Wert die relative Auflösung, die Pixeldimensionen ergeben die absolute Auflösung. Bei der »Größe in Pixel« handelt es sich also in der Tat um eine Auflösung.

    Der dpi-Wert, den man z.B. bei JPEG, TIFF und BMP Dateien in Grafikprogrammen einstellen kann, ändert nichts an der Qualität, Breite und Höhe des Bildes. Diese dpi-Info (falls denn vorhanden) belegt im Header der Bilddatei ein paar Bytes und dient nur dazu, dem Druckertreiber zu sagen, wie das gedruckte Endformat aussehen soll. Für die Bildschirmausgabe ist dies uninteressant: Ein Bild mit X mal Y Pixeln ist z.B. im Browser oder in Photoshop gleich groß (eben X mal Y px), egal ob 5dpi oder 2345dpi »eingestellt« sind. Das führt uns zum …

    ...Skalieren im EBV-Programm: Die Pixeldimensionen (Höhe, Breite) eines Bildes können skaliert werden, ohne die eingebettete dpi-Information (relative Auflösung) zu ändern. Wenn es um die Verwendung am Bildschirm geht, ist die dpi-Einstellung sowieso egal; man sollte infach die gewünschten Pixelmaße angeben. Der Versuch, das Bild durch Einstellung des dpi-Werts zu kontrollieren ist in diesem Fall nicht nur umständlich, sondern komplett unsinnig.
    Wenn in Photoshop z.B. »neu berechnen mit«—also das Resamplingverfahren—aktiviert ist (Standard) dann ergibt eine Änderung der ppi- bzw. ppcm-«Auflösung« logischerweise eine Änderung der Pixelmaße, da Photoshop berechnet, wieviele Pixel gebraucht werden, um das gewünschte Druckformat zu erreichen.

    Zur Frage von Gordon :
    [zitat] Warum setzt Photoshop beim “Fürs Web Speichern…” automatisch 72dpi? Kann man das mittlerweile einstellen? [/zitat (sorry, Textile-Blockquotes tun nicht)]

    Antwort: Der dpi-Wert wird dabei eigentlich gar nicht gesetzt (das ist völlig legal, siehe oben). Wenn Du die Datei allerdings in PS (=Photoshop) neu öffnest, werden 72dpi (eigentlich ppi) angezeigt, da dies der Standardwert ist, von dem PS ausgeht, wenn es auf eine Datei ohne gesetzter relativer Auflösung trifft. Ist aber völlig egal, den im Web sind dpi irrelevant; genau deshalb werden sie bei dieser Speicheroption nicht gesetzt. Beweisführung: Öffne z.B. ein JPEG in PS, setze es auf 72dpi, und speichere es einmal per »Speichern unter..« ab (Ergebnis A) und einmal per »Speichern fürs Web« (Ergebnis B). Vergleiche die dpi-Zahl der beiden Ergebnisbilder nun in einem anderen Programm und Du siehst, dass nur bei Ergebnis A wirklich 72dpi gesetzt sind. Bei Ergebnis B wird eine Platzhalterauflösung angezeigt, je nach Software unterschiedlich. IrfanView zeigt z.B. 100dpi, »Eigenschaften« unter Windows-Explorer 96dpi und Photoshop eben 72dpi. Wenn das immer noch nicht reicht, zieh Dir diese Lektüre rein, lade die Datei in einen HEX Editor und schau selber nach :)

  64. Simon am 14. Oktober 2006 #

    Interessanter Artikel. Hat aber noch typografische Fehler :) Zwischen 72 und dpi gehört ein geschützter Leerschlag (nbsp) oder besser, sobald von allen Browsern unterstützt, ein thinsp (halb so breit). Darum auch 72-dpi-Mythos und nicht 72 dpi-Mythos.

  65. Daniel am 18. Oktober 2006 #

    Denkanstoß: Wenn die dpi-Zahl für den Screen keine Rolle spielt, warum dann überhaupt dieser Artikel? ;)

  66. Guesst am 25. Oktober 2006 #

    Interessante Thema und tolle Diskussion, mit vielen sehr wertvollen Beiträgen.
    Nur diese Artikel erinnert mich an Photoshop 5. In der Zeit meinte Adobe es wäre eigentlich richtig Bilder nur in RGB zu bearbeiten, da technisch gesehen, digitale Bilder mit RGB eingelesen werden.
    Jeder Designer sollte CMYK ab sofort vergessen, meinten die Adobes, und nur noch in RGB arbeiten, um die maximale Qualität zu erzielen, und die Datenmengen klein zu halten.
    Und um den tollen Filter anwenden zu können. Usw.
    Tolle Idee, nur wußte kein Schwein, wie man ein Bild in RGB bearbeiten muss. Wenn man das Rot ein bißchen gelber machen wollte (usw. usw.)... Innnerhalb Tagen wurden Millionen von eigentlich ganz netten Grafiker wütend. Adobe mussten extrem schnell den Rückwärtsgang einlegen, und ein Programm nachrücken, mit dem normale Designer umgehen könnten.
    Warum so ein Fehler von Adobe? Weil die vergessen haben, dass Benutzer kein Techniker sind. Benutzer haben schon eine Menge sehr praktische Gewohnheiten, die das Leben einfacher machen. Wenn man über Nacht diese Gewohnheiten alle über Bord wirft, kriegt man ziemlich bald zu spüren, wie unwitzig die Benutzer das finden.
    In vielleicht 100 Jahren, wenn gar nichts mehr gedruckt wird, und alles nur als Hologram angeschaut wird – na dann sind Generationen von Designer nur mit RGB aufgewachsen, und alle werden glücklich und zufrieden sein.
    Also, zurück zum ppi, dpi und das ganze. Wenn Ihr Euren nächsten Gesprächspartner informieren wolltet, dass die Auflösung absolut gar keine Rolle spielt, da am Bildschirm nur ppi verwendet wird, viel Glück.
    Als Übung, nimm mal ein 4cmx4cm Bild mit 300dpi (ja, ich weiss, völlig durcheinander, aber hey, that’s life), mach mal eine Kopie, geh ins Bild/Bildgröße und verkleine das Bild auf 72dpi. Und nicht vergessen: »Bild neu berechnen mit:« anklicken, sonst ist die Übung nichts Wert. Ja – ohne das zu machen ist wirklich völlig sinnlos. Dann sind es wirklich nur unsichtbare Werte die umgeschrieben werden.
    Oder bin ich etwa zu hart? Gibt es tatsächlich Leute die die Werte hin- und herschieben, ohne den Kreuzkasten anzuklicken? Warum? Haben sie nicht besseres zu tun?
    Also, so bald man die 228 völlig irrelevante und überflüssige dpi löscht, dann ist Auflösung doch irgendwie schon erkenntlich. Wie sehen die beiden Bilder am Bildschirm aus?
    Ist nicht das ein Bild ungefähr viermal so groß wie dem anderen? Hmm. Aber die Auflösung spielt doch keine Rolle …
    Ach ja: Lösung für Auflösung. Klapp mal ein HTML Editor auf, und bau mal die beiden Bilder in eine Seite, jeweils mit den Dimensionen von dem ursprunglischen Bild. (Millimeter oder Pixel, Eure Wahl).
    Irgendwie sieht das heruntergerechnete Bild wahnsinnig schlecht aus, und das ursprungliche Bild ganz normal.
    Hmm. Aber die Auflösung spielt doch keine Rolle – das haben die da im Innernet bewiese’...

  67. Ohje am 26. Oktober 2006 #

    Vielleicht solltest du lieber Brot backen. Aber auch da wirst du vergeblich auf deinen Backofen schimpfen, wenn du beim Teigmachen Salz und Mehl verwechselst …

  68. Oliver Kurlvink am 26. Oktober 2006 #

    Mac OS X 10.5 soll angeblich mit einer auflösungsunabhängigen GUI kommen. Ein 5cm breites Fenster soll dann, unabhängig von der dpi-Zahl des Displays, überall 5cm breit sein. Fraglich ist, was dann mit all den Webseiten passiert, die mit festen Pixelwerten arbeiten bzw. Pixel basierte Bilder verwenden und wie man zukünftig Webseiten »DPI-unabhängig« entwerfen soll.

    Wenn ich z.B. bislang 200px-breite Randspalten baue, so schrumpfen die bei höherer DPI-Zahl zusammen, also muss ich mit %-Werten arbeiten oder noch eher mit mm-Werten. Wenn mit 10.5 die mm-Werte korrekt anhand der DPI-Zahl umgerechnet werden, somit also wirklich alles überall gleich groß ist, so könnten dann ja eine 30cm breite Seite nicht mehr auf Laptops vollständig abgebildet werden, was bislang mit z.B. auf 1024px Breite optimierten Seiten kein Problem ist. Und bei Pixelbildern ergibt sich die Frage nach dem Bildformat. Müssen unterschiedliche Bilder für unterschiedliche DPI-Größen hinterlegt werden oder wird gleich ein Format genommen, was verschiedene Bildgrößen »in sich« unterstützt und die jeweils passende raus rückt?...

  69. Hans am 19. Dezember 2006 #

    Der letzte Beitrag zeigt mal wieder, das hier nichts verstanden wurde.
    ...Aber die Frage: »Woher kommen die 72/96 dpi Werte?«
    Mal so: grundsätzlich sollte mann sich von der Vorstellung lösen, irgendwann hatte ein alter Monitor mal 72 ppi und deshalb,...usw., ... das greift nicht.
    Diese Werte kommen einzig und allein von der Tatsache, dass Schrift als absolute Größe irgendwie in eine relative Größe, und das ist die Monitordarstellung nun mal (außer auf dem eigenen Monitor, da ist sie absolut, bei konstanter Bildschirmauflösung) so eingepasst werden werden kann, dass sie möglichst konstant auch auf anderen PC Systemen dargestellt wird. Das ist für den Druck von Bedeutung, aber nicht nur.
    Dazu braucht man eine Bezugsgröße, die ist beim Mac 72 dpi und beim PC 96 dpi.
    am besten mal www.radundski.de/PDF/schriftgroesse.pdf diese PDF reinziehen.

  70. Andreas am 2. Januar 2007 #

    Ich denke, es wird Zeit, dass sich hier mal eine realistischere Ansicht großflächig breit macht. Wie oft kommen Kunden und wollen Grafiken, die ihnen in ihrem Web-Auftritt gut gefallen doch bitte gerne in ihr Prospekt aufnehmen. Wer in der nun zwangsläufig anschließenden Diskussion mit dem Kunden von 72 dpi spricht ist doch schon von Anfang an auf der Verliererstraße. Der Kunde will doch auch nichts von Auflösung wissen, er will das Bild einfach für sein Prospekt, und fertig … Gut beraten ist also jeder, der die Vorarbeiten so lange wie möglich in höchstmöglicher Auflösung realisiert hat.

  71. Feuerzangenbowle am 15. Januar 2007 #

    In der Tat ist der Bildschirm-Pixel leider keine absolute Größe. Diese hängt nämlich ab von der Pixel-Anzahl und der Größe des Bildschirms. Die Formel der absoluten Pixelgröße lautet:

    pixelgröße = sin(arctan(Breite/Höhe))*Diagonale/Breite

    Beispiel:
    Bildschirm 15’‘ (Diagonale), 1024×768 Punkte

    pg = sin(atan(1024/768))*381mm/1024 = 0,297 mm

    Allein diese Größe sagt etwas über die tatsächliche Darstellung auf dem Bildschirm aus.

    Hier noch einige weitere gebräuchliche Werte:

    15,4’‘, 1280×800, pg = 0,259 mm
    17’‘, 1440×900, pg = 0,254 mm
    17’‘, 1680×1050, pg = 0,21 mm
    19’‘, 1280×1024 pg = 0,294 mm

    Das korrekte Pixelmaß ergibt sich aus den Werten des physikalischen Displays.

    Im Gegenzug dazu hat ein Didot-Punkt immer ca. 0,351 mm und ist ein absolutes Maß.

    Und jetzt das absolut Traurige:

    Warum wird eine 10-Punkt-Schrift, die eine Höhe von exakt 3,51 mm besitzt, auf dem einen Bildschirm 2,59 mm groß dargestellt, auf dem anderen 2,91 mm.

    Das ist zumindest unter Windows so, wo ein Schrift-Punkt einem Bildschirm-Pixel gleichgesetzt wird, was aus oben genannten Gründen nicht korrekt ist. Das ist doch grober Unfug. Normal müsste eine 10-Punkt-Schrift auch auf jedwedem Bildschirm exakt 3,51 mm hoch sein.

    Kann mir einer sagen, warum unter Windows 3,51 mm mal 2,51 mm, mal 2,10 mm und mal 2,91 mm ist, je nach Display?

    Das hat nicht nur typografische Konsequenzen, dass ich auf dem Bildschirm einfach nicht die richtigen Ausgabegrößen von Schriften angezeigt kriege, sondern irgendwelche Phantasiewerte je nach angeschlossenem Monitor.

    Welche Schrift soll ich denn zum Beispiel einstellen, wenn ich gar nicht weiß, welche physikalischen Auflösungen die Displays der Leser meiner Webseite haben. Das ist doch absoluter Nonsens.

    Ich habe gedacht, dass man in Zeiten von TrueType oder OpenType, wo Schriften als Vektoren vorliegen, leicht die richtigen Ausgabegößen je nach angeschlossenem Monitor errechnen können müsste.

    Im Jahr 2007, wo Leute im Weltraum Häuser bauen und bald zum Mars fliegen, finde ich das von Windows ein absolutes Armutszeugnis.

    Oder habe ich da was nicht richtig verstanden? Kann man Windows dazu bringen, die echten phsyikalischen Werte des angeschlossenen Displays auszulesen und die Schriften korrekt in Orginalgröße auszugeben?

    Durch diesen Nonsens werden Schriften auf hochaufgelösten Notebook-Displays immer kleiner dargestellt und man kann fast nichts mehr lesen.

    Und alle feiern diesen Hype, einfach nur weil man auf dem Bildschirm mehr Zeichen darstellen kann. Dass ich diese mehr Zeichen aber kaum mehr lesen kann, weil sie winzig klein sind, juckt wohl keinen.

    Ich bin enttäuscht.

    Freundliche Grüße

  72. Feuerzangenbowle am 15. Januar 2007 #

    Sorry, statt Didot muss natürlich Pica stehen.

    Grüße

  73. Bernhard Binder am 30. Januar 2007 #

    Ich denke es ist so: Jeder der sich mit der Thematik des Druckes und der Technik eines Computers jemals auseinandergesetzt hat, dem ist alles in dem Artikel erwähnte völlig klar. Genauer gesagt, er wusste dies schon vorher.
    Jeder, der sich nur mit der einen (Druck) oder anderen (Computer) Thematik, oder gar mit keiner der beiden auseinandergestzt hat, wird’s wohl nie kapieren. Aber das ist bei vielen Dingen so. Ich habe bis heute nicht kapiert, wie das Automatikgetriebe meines Autos funktioniert (weil ich mich auch nie damit auseinander gesetzt habe).

  74. tux am 9. Februar 2007 #

    Auf meiner Linux Box mit 19«-TFT habe ich folgende Werte:

    1280 × 1024 Pixel (361 × 292 mm)
    90 × 89 dpi

    Nur unter Windows sind es »96« x »96« dpi weil es einfach nicht fähig ist die aktuellen dpi auszurechnen. Wenn ein Webdesigner die Zeichengrößen in einem Längenmaß spezifiziert (in, mm, cm) kriege ich es genau so groß zu sehen wie es gedacht war, auch wenns bei mir 8 statt 9 Pixel wären. Von einer Möglichtkeit 1:1 Bilder darzustellen hab ich leider noch nicht gehört.

  75. Jens_D am 1. März 2007 #

    Damit dieser Blog nicht allzu Theoretisch wird hier einige praktische Gedanken: – in letzter Zeit erstelle ich viele pdfs die ausschließlich Fotos beinhalten. – leider werden diese mit 100% im Acrobar Reader nicht scharf dargestellt, sondern vergrößert, in 75% Darstellung sehen diese top aus, mit den gleichen physikalischen Maßen wie in Photoshop. –

    Meine Frage: – Muß ich jetzt jedesmal einen Hinweis geben, in welcher Auflösung (Zoomfaktor, in Acrobat Reader) jemand Fotos zu betrachten hat? –

    Grund: Photoshop arbeitet mit 72ppi, Acrobat Reader meist mit der Systemauflösung von meist 96 ppi (kann eingestellt werden in den Optionen) od. wahlweise in einer anderen Auflösung. – Beim Installieren von Acrobat Reader wird standardmäßig die Auflösung des Systems verwendet. –

    Also was ist zu tun? – Entweder ich bette höher auflösende Fotos in mein pdf ein (z.B. 150 ppi) doch dann wird die Datei unnnötig groß, oder ich arbeite in 96ppi, damit ich die gleiche Größe habe wie in Photoshop, doch was ist wenn jemand ein Mac hat, der mit 72 ppi Bildschirmauflösung arbeitet??? –

    Irgendwie macht das dann alles keinen Sinn und vorallem keinen Spaß mehr und dann könnte ich mir entweder einen Strick nehmen  ….oder ich ende in einer feedback-Schleife und drucke alles aus, und gebe einen Hinweis in welchem Abstand der Text gelesen werden soll etc. – (big smile) ????

  76. Klimbim am 3. März 2007 #

    Kann mir jemand dieses Frage ganz einfach und verständlich beantworten?

    Ich habe im WEB ein Bild runtergeladen 1600×1200px und 72dpi.
    Nun soll dieses Bild die Hälfte einer A4 Seite füllen und natürlich qualitätsmässig so aussehen wie auf dem Monitor bzw. TFT.
    Geht das oder geht das nicht? ach so, gedruckt wird mit einem Tintenstrahler 720dpi Photoqualität.

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