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Gerrit, 15.06.2009

Killt die Killer-Websites!

oder: Warum es für einen modernen Webdesigner heute fast schon an Beleidigung grenzt, als »Kreativer« bezeichnet zu werden.

Just als wir dachten, die Profilierungssucht der »kreativen« Zunft wäre endlich teilweise durch Vernunft ersetzt worden, kommt der Deutsche Multimedia Award 2009 daher und prämiert ohne Scham eine Reihe von Websites, die sowas von »kreativ« sind, dass man dabei völlig vergisst, was das eigentlich soll. (Jens Grochtdreis hat sich übrigens just mal die Codequalität angesehen und passende Worte gefunden.)

J. K. Rowling

Ebenfalls vor einigen Tagen aufgeschnappt: Die Website der Erfolgsautorin J. K. Rowling (deren Bücher ich übrigens heiß und innig liebe). Hier sieht man einen unaufgeräumten Schreibtisch von oben, dessen Gegenstände jeweils einen Menüpunkt repräsentieren. Wem das alles bekannt vorkommt, der erinnert sich richtig: Vor 15 Jahren waren solche Dinge schon einmal en vogue. Damals gab es die ersten »Multimedia-CD-ROMs«, auf denen man exakt das Gleiche machen konnte – nur dass man sie mit Macromedia Director in 256 Farben umgesetzt hat. Nicht zu vergessen: eingebettete, 200×150-Pixel große QuickTime-3-Movies mit 12 fps.

(Screenshot von James Khazar)

Seit einigen Jahren lässt sich diese Art von Auftritten problemlos mit Flash umsetzen und dank dicker DSL-Verbindungen über das Netz verbreiten. Als Bibel für diese »kreative« (wie ich das Wort hasse!) Gestaltung gilt das Buch Creating Killer Websites von David Siegel. Aus dem Jahr 1996. Doch bis heute gibt es jede Menge Agenturen, die das Konzept einer komplett aus dem Rahmen fallenden Website sehr engagiert unterstützen. Und insbesondere Filmstudios, Architekten, Fotografen und Games-Entwickler sind sehr anfällig dafür, aus dem grauen, kastigen Schema der biederen, normalen Netzauftritte ausbrechen zu wollen. Und natürlich kann man es verstehen: Wer beruflich kreativ ist, will auch eine kreative Website haben. Schließlich kleidet man sich ja auch kreativ und guckt abgefahrene Filme.

Das Problem dabei: Die Website ist nicht für den Betreiber des Angebotes gemacht. Und auch nicht für die ausführende Agentur. Der User muss letztlich die Website bedienen. Und ich schreibe ganz bewusst »bedienen«, nicht »erkunden«, »spielen« oder »erleben«. Und damit nähern wir uns dem Kern des großen Missverständnisses, das streng genommen schon seit Erfindung der Multimedia-CD-ROM existiert:

Der Anbieter will den User emotional beeindrucken. Der User aber scheißt auf emotionale Beeindruckung – er will schnell und einfach informiert werden.

Die Zeiten, in denen man nächtelang im Netz surfte, um sich von cool gemachten Websites beeindrucken zu lassen, sind vorbei. Die flashlastigen Technik-Demonstrationen, die absichtlich explorativ abwegig gestalteten Navigationslogiken und nicht zuletzt die aufwändigst erstellten Schmuckgrafiken der späten 90er Jahre (=Techno-Barock) locken den modernen Infonauten nicht hinter dem Ofen hervor, weil dieser in erster Linie effizient durchs Netz streift. Effizienz ist unbedingt geboten, denn in der heutigen Fülle von Publikation und Kommunikation, die im Netz stattfindet, ist keine Zeit für Elemente, die Informationen schwerer zugänglich machen. So sehr die abgefahrene Navigationsidee und die berauschende Zwischenanimation das Selbstwertgefühl von Agentur und Kunde auch zu befriedigen vermag – die übliche Lean-Forward-Situation bei der Web-Benutzung lässt Wartezeiten und spielerische Elemente dennoch nicht zu. Warum soll ich 20 Sekunden darauf warten, bis meine Flash-Anwendung geladen ist, wenn eine HTML-Website in 2 Sekunden bereit zum Interagieren ist? Was nützt mir eine Newsrubrik auf einem fotorealistisch anmutenden Notizblock, wenn es keinen Permalink zum Weiterverbreiten der Neuigkeit gibt? Vom Markieren und Kopieren des Textes zwecks Zitat ganz zu schweigen?

Doch halt – Gegenfrage: Macht ein vollständig auf Effizienz und Bedienbarkeit getrimmtes Netz nicht alles total kalt und gleich und langweilig? Gibt es nicht schon genug Standard-Websites im Standard-Layout?

Gegenantwort – sehr gerne: Natürlich ist im Netz Zeit und Platz für Unterhaltung und Kreativität – sogar mehr denn je! Gucken wir uns einige erfolgreiche Unterhaltungsangebote im modernen Netz an: YouTube, Flickr, Twitter. Ganz abgesehen davon, dass es sich hier um Mitmach-Angebote handelt, ist allen drei Angeboten gemeinsam, dass sie die Kreativität und den spielerischen Faktor nicht etwa durch eine aufwändige äußere Erscheinung erreichen, sondern – großer Trommelwirbel – durch die Inhalte! Ist das nicht ein irres Konzept?

So dogmatisch es klingen mag: Eine aufwändige äußere Form ist wertlos, wenn die dahinter liegenden Inhalte belanglos sind. Wenn die Inhalte hingegen hochinteressant sind, lenkt die äußere Form nur unnötig ab. Gute Inhalte brauchen keinen Affenzirkus zur Untermalung, sondern sind ihrer selbst Willen begehrt. Und wollen dann weiterverbreitet werden! Moderne Webplattformen haben das verstanden und nehmen ihren Gestaltungs- und Branding-Willen zurück. Der Fokus geht auf die Substanz. Erfahrende Webanwender (es werden täglich mehr) lassen sich nicht mehr von bunten Glasperlen beeindrucken. Das ist was für Netz-Neulinge und Gelegenheits-Surfer. Und die wiederum werden immer weniger.

So verwundert es nicht, dass es keine mir bekannten Webangebote gibt, die über längere Zeit hinweg eine große Menge an Menschen begeistern konnten, welche auf anderen Basis-Techniken basieren als HTML, textbasierten Menüs, übersichtlicher Benutzerführung – und großartigen Inhalten!

Ab und zu kommt es ja durchaus vor, dass man von einem Bekannten begeistert auf ungewöhnliche Netzauftritte wie den von J. K. Rowling angesprochen wird. Und was man als Webdesigner denn davon hielte. Supertoll sei das doch, oder nicht? Meine Gegenfrage an den Bekannten ist stets, wie regelmäßig er persönlich denn diese Website besucht und daraus echten Nutzen zieht.

Die Antwort – »Bisher nur einmal …« – kann ich mir dann immer schon denken.

94 Kommentare

  1. Florian am 15. Juni 2009 #

    Der Anbieter will den User emotional beeindrucken. Der User aber scheißt auf emotionale Beeindruckung – er will schnell und einfach informiert werden.

    Amen.

  2. esistegal am 15. Juni 2009 #

    stimme zu

  3. Torsten am 15. Juni 2009 #

    Wenn der Text nicht so lang wäre, würde ich ihn mir auf ein T-Shirt drucken lassen … ;-)

  4. Hauke am 15. Juni 2009 #

    Guter Artikel.
    Ich stimme tausendfach zu.
    Flashseiten machen mich verrückt.
    Vor allem, wenn sie von der höhe nicht ins Browserfenster passen und man bestimmte Schaltflächen daher nicht erreicht. Lange Zeit hat mich die alte CokeFridge seite nahezu in den Wahnsinn getrieben. Allerdings gibt es auch gut gemachte Flashseiten, die mir gefallen.

  5. Frank am 15. Juni 2009 #

    Auch ich stimme zu. Wie oft habe ich geflucht, wenn ich auf einer Flash-Seite den Zurück-Button betätigt habe. Meist habe ich nach »meinem« Fehler die Seite einfach geschlossen.

  6. Claus am 15. Juni 2009 #

    Noch mehr »mystery meat«… suchet so werdet ihr finden … nur will niemand suchen … und daher findet er woanders… wo er nicht suchen muss…

  7. Manuel Hoffmann am 15. Juni 2009 #

    Das ist doch pure Ironie… es werden Websites ausgezeichnet, es wird quasi empfohlen, sich diese Seiten anzusehen und zu bestaunen… und dann sind da noch nichtmal Links im DMMW-Artikel.

    Wie unglaublich albern…

  8. Tim Baumann am 15. Juni 2009 #

    Viele dieser Killerseiten schaffen es sogar mich emotional zu erreichen, vor allem mit ihren Ladezeiten.

  9. Tobias am 15. Juni 2009 #

    Zu hundert Prozent deiner Meinung. Sehr schöner Artikel Gerrit.

  10. Matthias Mees am 15. Juni 2009 #

    Schöner Artikel.

    (Und wieder mal kann ich den Spruch einer befreundeten Kommnikationsdesignerin loswerden: »Mit Flash kann man schöne Sachen machen. Nur halt keine Webseiten.«)

  11. Simon Praetorius am 15. Juni 2009 #

    Sehr schöner Artikel. Dem nächsten, der mich auf eine Flash-Seite anspricht, gebe ich einen Permalink zum Artikel.

  12. Fabian Tempel am 15. Juni 2009 #

    Erfrischender Artikel dem ich in allen Punkten zustimme. Es geht auch mal ohne direkte meckernde Kritik. Danke Gerrit!

  13. Nils Pooker am 15. Juni 2009 #

    Super, ein sehr guter und wichtiger Essay, der den Blick mal wieder auf die Qualitätsunterschiede von Design im und für das Web schärft.

    Die Folge dieser aufgetakelten Ungetüme aus längst vergessen geglaubten Zeitaltern ist ja, dass man das Wort »kreativ« heute nur noch mit verzogenem Gesicht und nicht mehr in Verbindung mit Webdesign aussprechen möchte. Und das ist eigentlich bitter.

  14. Damian am 15. Juni 2009 #

    Hi Gerrit,
    ja da sprichst du wohl vielen aus dem Herzen.
    Es gibt viele Möglichkeiten Flash sinnvoll einzusetzen, aber im Falle von aufwendig gestalteten Seiten bin ich der Meinung, einmal Gaffen und schnell wieder vergessen.
    Als Informationslieferant bin ich da auch der Meinung, straffe informationen und sinnvolles Layout.

    Ein Macher für sinnvoll gestaltete Seiten und nach wie vor ein Großartiger Flash Pioneer war und ist Hillmann Curtis!
    Top Seiten auf die Basis der Funktion beschränkt!

  15. Daniel am 15. Juni 2009 #

    Auch ich stimme dir in den meisten Punkten zu, kann es allerdings so auch nicht unkommentiert lassen ;)

    Richtig eingesetzt ist Flash eine tolle Sache, v.a. für Produkt-Microsites oder besondere Specials, die einen geringen Umfang haben und auch zeitlich beschränkt sind.

    Gut gemacht finde ich auch z.B. diese hier: http://www.kraftfoods.com/foodandfamily/#/home
    Hier funktioniert sogar das Bookmarken!

    Trotz allem hast du natürlich Recht, bei Flash-Sites klickt man öfter und schneller weg, v.a. wenn die Ladezeiten einfach zu viel länger als »instant« sind ;) Davon abgesehen, dass man sich evtl. Mobile Devices (iPhone) versperrt.

  16. Jürgen Liechtenecker am 15. Juni 2009 #

    Applaus Applaus.!!! Deine geballte Faust gilt aber nicht nur den Flash-Webseiten sondern auch anderen kreativen Ideen. Habe heute erst wieder von einem Grafiker gehört, »..dass er nicht versteht, warum im Web alles gleich ist. Warum das Logo immer links ist und auf die Startseite verlinkt ist zum Beispiel… Dabei gäbe es doch soviele kreative Möglichkeiten…« Warum ist es noch nicht angekommen, daß es um die Inhalte und einen Mehrwert geht?!

  17. Thomas am 15. Juni 2009 #

    Hm. Ich bin gerade nicht ganz sicher, ob die (nach Internet-Jahren gemessen schon fast uralte) Seite von J.K. Rowling so ein gutes Beispiel ist. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Zielgruppe an dieser Stelle genau sowas will. Wer sich über die Autorin informieren möchte, fragt doch sowieso erst Wikipedia, weil es da nunmal am schnellsten geht. Aber die Fans dieser Frau wollen das, was sie eben aus ihren Büchern und den Filmen kennen. Bunt soll es sein, zauberhaft (natürlich rein subjektiv) und verspielt. Von daher geht die Seite vollkommen in Ordnung und ist nicht unbedingt das beste Negativbeispiel.

  18. Kay Märthesheimer am 15. Juni 2009 #

    Lieber Gerrit, nimm Dir mal wieder ein wenig Zeit zu surfen! Uralte Flashsites aus dem letzten Jahrtausend mit aktuellen Informationsangeboten zu vergleichen und dann pauschal eine Technologie (ohne die Twitter und Youtube kaum funktionieren würde) zu verteufeln ist kindisch einseitig.

  19. Martin am 15. Juni 2009 #

    Gute Seiten sind erfolgreich, bunte Seiten kriegen Awards. War doch schon immer so.

  20. Gerrit am 15. Juni 2009 #

    @Kay: Ich habe keinen Anti-Flash-Artikel geschrieben, auch wenn das manche so sehen mögen. Ich habe gegen falsche Ansätze und zuviel sinnlosen Schmuck auf Websites geschrieben. Das kann auch in HTML passieren, oder mit zuviel JavaScript.

    Dass die Rowling-Seite schon älter ist, tut nichts zur Sache – sie dient hervorragend der Illustration, was ich meine – und es gibt immer noch genug Seiten, die heute brandneu sind und nach ähnlichen Mustern funktionieren.

    Und was Twitter damit zu tun hat, musst Du mir mal erklären. In YouTube wird Flash völlig okay und richtig verwendet, als pragmatische Möglichkeit, Videos hochkompatibel abzuspielen. Aber auch YouTube will Flash komplett loswerden und experimentiert derzeit schon mit HTML 5.

    Generll ging es mir aber im Artikel nicht so sehr um Technolien als vielmehr um Konzepte und vor allem um Attitüden.

  21. Mirco am 15. Juni 2009 #

    Gute Inhalte brauchen keinen Affenzirkus zur Untermalung, sondern sind ihrer selbst Willen begehrt.

    Genau! Herrlich zu lesen!

  22. Christoph am 15. Juni 2009 #

    Eigentlich stimme ich dir voll zu, ich befürworte schlankes, semantisches HTML und CSS, surfe nicht (unbedingt) gerne auf trägen Flashseiten und Inhalte sind sowieso das wichtigste.

    Was mich aber ärgert ist, dass hier so pauschal gegen schöpferische Ausarbeitungen gewettert wird.
    Es gibt auch noch Daseinsberechtigung jenseits des funktionalen, emotionslosen, rein aus Inhalt bestehenden Webs.
    Man kann sich auch hinter funktionsgesteuertem Non-Design verstecken, bzw. sich auf bewährtem ausruhen.

    Warum wird Kreativität verurteilt?
    Was ist schlimm daran, Sachen auszuprobieren, Grenzen auszuloten, zu überschreiten, skurile Experimente zu wagen?

    Bzgl. Linkbespiel Filmstudios :
    Was ist daran schlecht?
    Wie soll denn ein Film adäquat präsentiert werden?
    Mit einer öden Schwarz/Weiß-Seite, am besten wenig Bilder (ja nicht zu groß, kostet Ladezeit!) dafür umso mehr Text (Inhalte sind wichtig!)??

    Ich will einen Kinofilm auf einer GROSSEN Leinwand sehen und nicht eine neue Duden-Ausgabe bestellen. Ich möchte animiert, angeregt, nicht nur informiert werden.
    Ich nehme dafür auch gerne mal ein bisschen Wartezeit in Kauf.

    Der User aber scheißt auf emotionale Beeindruckung

    Dann scheinen das die Verantwortlichen bei den Filmseiten noch nicht gemerkt haben, dass sich keiner die Seiten anguckt.

    Das gilt auch für die Seite der Frau Rowling. Wäre sie zwei Jahre online, wenn jeder Nutzer nur einmal drauf gewesen wäre?

    Auf der Seite gibt’s viel zu entdecken und zu erkunden, ist doch schön! Harry Potter ist ein neugieriger Zauberlehrling und kein Versicherungsmakler!

    Es gibt Leute, die nehmen sich dafür Zeit. Es wird manchmal so getan, als wenn jede Zehntel-Sekunde Ladezeit zwischen Leben und Tod entscheiden würde.
    Die Welt dreht sich nicht so schnell wie uns das Internet manchmal glauben lassen möchte.

    So. Kleine Gegendarstellung. Sorry wg der Länge :-)

  23. Michael am 15. Juni 2009 #

    ??
    Das Problem dabei: Die Website ist nicht für den Betreiber des Angebotes gemacht. Und auch nicht für die ausführende Agentur. Der User muss letztlich die Website bedienen.
    ??

    von Müssen kann keine Rede sein, zumindest nicht bei den Beispielen, interessanter sind Beispiele bei denen der Benutzer keine Wahl hat – er muss sie bedienen lernen und verzweifelt oft dabei, z.B. deutsche e-gov Sites, amazon, ebay, Bankseiten

  24. Martin am 15. Juni 2009 #

    Filmseiten – Manche werden sie sicher mögen und daher gibt es sie und dürfen es auch weiterhin. Die Mehrheit informiert sich allerdings bei Idmb oder Wikipedia und schaut sich die Trailer bei Youtube oder Apple an. Gibts mehr zu sagen?

  25. ralf schwartz am 16. Juni 2009 #

    Schöner Text, wenn die Beispiele auch ein wenig out of time sind.

    Am erstaunlichsten am Award finde ich aber, daß die Preisträger-Sites nicht verlinkt sind! Was soll das denn???

    http://www.deutscher-multimedia-award.de/index.php?id=3018&tx_ttnews[tt_news]=4128&tx_ttnews[backPid]=3013&cHash=3471912f09

  26. Struppi am 16. Juni 2009 #

    Vor 10 Jahren hat man sich in Foren oder Newsgroups den Mund fusselig diskutiert, weil »Kreative« – die bei technischen Problemen Hilfe brauchten – mit solchen Seiten aufschlugen (damals gab es oft Versuche solche Effekte mit Javascript zu bauen, da sie erkannt haben, dass Flash doch etwas zu »fett« war, damals). Aber es wurde immer argumentiert, Flash ist die Zukunft, so muss das Web aussehen, der Besucher ist gelangweilt, wenn er Textseiten in Schwarz Weiss sieht usw. erfolgreich waren dann aber gerade diese Seiten.

    Wie auch immer, schön zu sehen, dass es Heute auch Kreative gibt, die sofort erkennen, dass sowas im Internet nicht taugt. Vor 10 Jahren wärst du für diese Ansichten von deinen Kreativkollegen gesteinigt worden. Heutzutage gibt es wenigstens zu 50% Zustimmung. Und für Internetsurfer den Flashblocker.

  27. Felix Riesterer am 16. Juni 2009 #

    Millionen von Fliegen können sich nicht irren…
    und Awards interessieren nunmal die, die man zu den »Millionen« zählen muss. Wirklich informierte Menschen zählten noch nie zu »Millionen« und hatten sich schon immer einen kritischen und reflektierenden Blick auf die Dinge erlaubt – und haben auch noch nie einen Award gebraucht!

    Fazit: Awards sind was für »Millionen« (alias Fliegen), also ohne Wert, denn diese »Millionen« kreisen um … Scheiße.

  28. Martin am 16. Juni 2009 #

    Daß die Gewinner nicht verlinkt werden muss irgendeinen Grund haben, weil das fast alle Awards so machen.

  29. Christian Haller am 16. Juni 2009 #

    Tausend Dank für diese weisen Worte!

  30. Matthias Edler-Golla am 16. Juni 2009 #

    klasse artikel – ich werde versuchen, ihn allen unseren kunden zum lesen zu geben…

    leider bedeutet es für die kunden mehr arbeit, die site durch oft aktualisierte inhalte interessant zu machen. da ist es doch einfacher (und bequemer) »kreative« dafür zu bezahlen, »inhalts-dünne« seiten aufzuhübschen.

    jeffrey zeldman schreibt dazu sehr passend auf seiner neu gestalteten website: It’s so retro it’s nowtro. Because old is the new new. […] So I crafted a simple look that encourages reading…

  31. Fabian Herbel am 16. Juni 2009 #

    Herzlichen Dank für die Ausformulierung einer Kritik, die mir nie so richtig gelang (die Ausformulierung!). Gerade diesem »Wieso? Sieht doch toll aus!« haben mir bisher immer die sachhaltigen Antworten gefehlt.

    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Rowlings Website eine Text Only-Version hat, die dann auch Permalinks enthält. Das Layout dieser »Text only«-Site zeigt aber, welch Generation Kind die Gestalter sind.

  32. Thomas am 16. Juni 2009 #

    Einerseits hast du Recht. Auf Seiten wo es vorranging um reine Information und Inhalte geht ist Flash und „kreative« Gestaltung sicher fehl am Platz (www.wikipedia.org gewinnt sicher keinen Schönheitspreis – ist dafür aber informativ und übersichtlich gestaltet). Andererseits bei Seiten bei denen es nicht um die reine Information sondern auch um die Vermittlung emotionaler Inhalte geht (Filme, Spiele und auch Architektur!) habe ich nix gegen Flash, solange es intelligent umgesetzt ist (Vor-Zurück-Buttons und Deeplinking funktionieren, kurze Ladezeiten, …). Als positives Beispiel z.B. http://www.dunwoodie-architectureanddesign.co.uk

  33. Peter Müller am 16. Juni 2009 #

    > Der User aber scheißt auf emotionale Beeindruckung

    Ein Benutzer auf Informationssuche ja, ein Benutzer, der sich nur unterhalten lassen will nicht.

    Ich unterscheide bei Websites immer zwischen Bibliotheken und Galerien, für die ziemlich andere Anforderungen gelten: Bibliotheken liefern Infos oder Produkte (Grundprinzip »Form follows function«), Galerien liefern Kunst oder Unterhaltung (Motto »anything goes«).

    ===

    Der im Artikel erwähnte Website-Killer David Siegel hat im Oktober ’97 übrigens einen schönen Artikel geschrieben:
    The Web is Ruined and I Ruined it
    Leider ist der nicht so weit verbreitet wie sein Buch…

  34. Gerrit am 16. Juni 2009 #

    @Christoph:

    Ich habe ganz bewusst »Inhalt« geschrieben und nicht »Text«. Auch Bilder und Videos sind Inhalt. Und natürlich baucht eine Film-Website großformatige Szenenfotos und hochaufgelöste Trailervideos. Aber die Navigation, die Zwischenanimationen und nicht zuletzt die bescheuerten Marketingtexte sind fehl am Platze.

  35. Andy Fuchs am 16. Juni 2009 #

    Auch wenn ich überladene Seiten nicht sonderlich mag, muss ich sagen, dass der Artikel aus meiner Sicht im Grunde haltlos ist.

    Ist es heute nicht eher ein Problem, dass alles gleichgeschaltet und in Raster platziert werden muss, um als einigermaßen allgemein akzeptabel zu gelten? Muß alles schneller und effizienter gehen, damit man seine Zeit damit nicht vertrödelt?

    Wo steht geschrieben, dass man nicht nächtelang surfen will und jede Seite, die mehr als 2 Grafiken und 3 Skripts verwendet verteufelt werden muss?

    Und außerdem: Wieso erwartet man von einem jungen Kreativen, dass er natürlich semantisch korrekt hochoptimierte Javascript-Implementationen verwendet und Texte selbstverständlich zur Weiterverbreitung optimiert? (Früher sagte man ›Spaßbremse‹ dazu).

    YouTube, Flickr und Twitter in die Rubrik ›kreativ‹ einzuordnen, bzw. hier den Vergleich anzustellen hinkt gewaltig. Die YouTube-Videoimplementation ist weder effizient, noch ›hochkompatibel‹, das Design ist (vorsichtig ausgedrückt) fragwürdig – deshalb verlinken die meisten Portale die Videos direkt. Damit hätte man sich die Webseite von YouTube schon fast sparen können und einfach einen großen Fileserver einrichten können…

    Diese Effizienz-Geierei steht offenbar in reziprokem Verhältnis zum fortschreitenden Alter, wo man langsam (aber sicher) das Gefühl für ›modern‹ verliert!

    Nichts für ungut… aber das mußte ich heute einfach mal loswerden (vielleicht habe ich auch nur schlecht geschlafen)

  36. Felix Nagel am 16. Juni 2009 #

    Guter Artikel, kann ich mir nur anschließen.

    Hier mal was wie man es besser machen kann — und das trotzdem mit einem Schreibtisch!

    http://bodenski.de/

  37. Reto am 16. Juni 2009 #

    Das Problem ist, dass nicht nur die »Kreativen« oft vergessen, dass die Webseite für User und nicht für sich selbst gemacht werden, sondern sehr häufig auch die Kunden.
    Gerade weil ich eher den grafischen als den technischen Background habe, erwarten sie oft, dass ich ihnen ein »verrücktes« Layout präsentiere und verstehen dann nicht so recht, warum ich ihnen eine »simpel« gestaltete Webseite »andrehen« will.
    Vielleicht sollte ich den Kunden von jetzt an diesen Artikel zum lesen geben, bevor ich ihnen das Layout präsentiere…

  38. Andy Fuchs am 16. Juni 2009 #

    @Reto: Wieso werden Webseiten ›für User‹ gemacht? Malt ein Maler für sich oder für den Betrachter‹?

    @ Felix Nagel: Das Beispiel ist ein Standard-Template von Apple’s iWeb-Applikation und m.E. das genaue Gegenteil von ›wie man es besser machen kann‹ ;-)

  39. Fränk am 16. Juni 2009 #

    Word!

  40. Peter. am 16. Juni 2009 #

    @Andy Fuchs: Dieser Malervergleich hinkt. Will der Maler Informationen verbreiten oder ein Bild malen und damit vielleicht Emotionen weitergeben, oder will der Maler ein Produkt verkaufen und auf die Vorteile dieses Produkts hinweisen oder Informationen über sich verkaufen?

  41. Andy Fuchs am 16. Juni 2009 #

    @Peter: Will jemand der eine Webseite einrichtet Informationen über sich verkaufen, oder macht er das evtl. aus Spass (oder Hobby)?

  42. Struppi am 16. Juni 2009 #

    Eine Internetseite hat doch nichts mit einem Bild zu tun, eher was mit einer Zeitung. Schreibt der Journalist für sich oder den Leser?

    @Thomas, die Seite halte ich für ein typisches Negativbeispiel.

  43. Kreativer ;) am 16. Juni 2009 #

    Kann mich dem Kommentar von Andy nur anschließen (> »Effizienz-Geierei«). Dein Blog und auch die Sites, die du produzierst, sind perfekt gemacht – sauber, clean, übersichtlich…deutsch! Für seriöse Firmen, reine Informationsangebote etc. ja alles wunderbar – aber ohne genaue Statistiken oder Usertests, welche Zielgruppen in welchem Kontext angesprochen werden sollen, sind solche Aussagen spekulativ und subjektiv. Zielgruppen sind eben nicht immer 30-jährige Webstandards-Fanatiker, die auf die effizienteste Art und Weise 50 Blogs pro Tag durchforsten und sich von allen non-standard Elementen angepisst fühlen…- nicht nur, weil man dadurch langsamer voran kommt, sondern auch, weil man sich nicht an die Regeln hält und die kennt man als erfahrener Webdesigner ja nur zu gut. Da wird auch gerne mal schnell der Quellcode analysiert. Was ist mit Zielgruppen wie Kindern oder Jugendlichen? Außerdem bezweifle ich, dass Betreiber vieler Micro- oder Kampagnensites auf regelmäßg wiederkehrende User setzen. Manchmal reicht ein einmaliger »Wow-Effekt« und manchmal steht Information eben ganz klar nicht im Vordergrund, sondern Emotion. Natürlich braucht man dafür keinen »Affenzirkus« oder schlechte Navigation. Letztlich muss der Enduser angesprochen werden bzw. die Zielgruppe und ob die’s mag oder nicht und bedienen kann oder nicht, lässt sich einzig und allein durch Usertesting rausfinden. Und ich glaube kaum, dass solche Studien in allen Fällen immer zugunsten der sauberen Standard-Website ausfallen würden!

  44. Peter. am 16. Juni 2009 #

    @Thomas: Diesen Vergleich finde ich deutlich besser :-)

    @Andy Fuchs: Was Leute als Hobby und für sich machen ist, mir persönlich, eigentlich Wurst.
    Ich hab die Diskussion eher so gesehen, dass es hier um »unsere typischen Kunden« geht, die zu uns kommen um sich, ihre Firma oder ihr Produkt im Internet zu präsentieren und nicht iihre Partyfotos von Omas oder dem eigenen 80sten Geburtstag.

  45. Niko Petrov am 16. Juni 2009 #

    Henry Ford hätte auch so gedacht: »Any customer can have a car painted any colour that he wants so long as it is black.« Es ist doch praktisch.

    »Creating Killer Websites« is das liebling Buch von Jakob Nielsen:) Er erwähnt es im 2004 immer noch. Wer ist Jokob Nielsen muss hier bekannt sein. Es ist erstaunlich dass im 2009 immer noch die rede ist von Buch aus dem Jahr 1996. Wie viel Bücher mit Internet Thematik sind 15 Jahre Aktuell? Is doch merkwürdig, nicht war?

    Es gab immer schlehte Seiten. Eine Webseite kann sehr gut sein mit oder ohne Flash. Natürlich kommt drauf an wer die Seite besuchen möchte? Es wäre doof wen meine Oma eine auf Flash besierte »Rentner Kareoke Club« Webseite besucht. Internet ist groß genug und es gibt genug Platz für jede Technologie.

  46. Benjamin am 16. Juni 2009 #

    Btw: In meinem Opera 9.27 wird praegnanz.de ganz ohne Scrollbars dargestellt. Erst mit abgeschaltetem Stylesheet ist die Seite für mich benutzbar.

  47. Mirko am 16. Juni 2009 #

    Ich lese den Artikel als Statement pro brauchbare und zugängliche Inhalte, nicht kontra Flash oder kontra kreatives Design.
    Der Maler-Vergleich läuft m.E. überhaupt nicht, denn die Ziele (von Kunstwerk und Website) sind grundverschieden.

    Ich kenne mein Surfverhalten und das einiger meiner Mitmenschen und ich sehe Websiten als Gebrauchsgegenstände. Die dürfen gut aussehen, müssen. aber. einfach. funktionieren.
    Das ist kein »schneller-höher-weiter«, das ist Pragmatismus.

    Bei Gerrits letzten beiden Sätzen musste ich heftig nicken. Denn genau das ist die Frage (bzw. die Antwort) die bei so manchen den ersehnten Aha-Effekt auslöst.

  48. Mo am 16. Juni 2009 #

    Solltest du mal in der Gegend (ziwschen Dortmund, Münster, Bielefeld) sein, bekommst du von mir für diesen Artikel mind. nen Kaffee ausgegeben :)

  49. Kai Nehm am 16. Juni 2009 #

    Im InspiredMag ist der grunge-Look auch gerade Thema.

    Die Beispiele dort erhalten allerdings trotz des graphischen Aufwands die gewohnten Navigationselemente.
    Der cleane Look ist nicht immer das Optimum. Die Kunst ist, die Balance zwischen Emotion und Effektivität zu finden.

  50. Schwarzer am 16. Juni 2009 #

    Wow…netter Artikel. Teils sind Aspekte niedergeschrieben, die mir selbst schon etliche Male durch den Kopf gingen. Ich mach selbst zwar auch Webseiten (mehr oder minder erfolgreich), bekam / bekomme aber von zwei Bekannten immer den Hinweis…ich soll doch bitte »Flash»seiten machen, da das viel schöner ist. Naja…ich konnte bisher nie viel Anfangen, was Flash anbelangt. Mag teilweise wirklich praktisch sein, wenn es um multimediale Inhalte geht, aber es muss ja nicht unbedingt Pflicht sein in diesem Bereich!?! Auch in anderen Bereichen nicht zwingend.

    Deshalb…der Artikel als auch die Kommentare haben mir gezeigt, dass es noch Hoffnung für einen Verfechter der »Schmalkunst« gibt, um es mal ganz salopp auszudrücken.

  51. tom am 16. Juni 2009 #

    lasst die leute doch ihre 90er seiten machen und fertig…
    einfach wegklicken und gut ist

  52. Harald Kampen am 16. Juni 2009 #

    Emotionen sind schön und gut, aber nervige Ladebalken, flackernde Mausicons, Bildaufbau mit einem Blitz, blockierter Browser (na ja, ne Macke vom Firefox) und pixelige Youtube-Videos und und und zeugen von wenig technischen Verständnis. Ich guck mir auch mal gerne eine grafisch ansprechende und wenig inhaltliche Seite an – wobei ich einige Seiten aus der Preisverleihung noch nicht mal ansatzweise grafisch ansprechend finde (liegt vielleicht an meinem Alter).

    Wer Klickibunti macht, sollte wenigstens sauber arbeiten.

  53. Michael am 17. Juni 2009 #

    Ich sehe es ähnlich. Im Netz möchte ich informiert werden. Und das möglichst schnell. Ich will nicht herumspielen und meine Menüleiste zusammensuchen, sondern eine intuitive Bedienung die mich schnell zum Ziel führt (und dabei natürlich auch Spaß machen darf).
    Den Kreativen der obigen Webseiten seien doch mal die guten alten Grundsätze der Dialoggestaltung ans Herz gelegt.
    Trotzdem gibt es immer wieder nette Seiten die wirklich die Bezeichnung »kreativ« verdienen, wie z.B. diese hier von Booneoakley

  54. GE am 17. Juni 2009 #

    Flash-Seiten haben durchaus ihre Berechtigung, es bedarf halt einer gewissen professionellen Herangehensweise:

    www.webmaster-4you.de

    (gefunden auf designtagebuch.de)

  55. Thomas am 17. Juni 2009 #

    @Struppi (Kommentar 44): Warum hälst du mein Beispiel für negativ? Begründung? Zur Erinnerung

  56. GE am 17. Juni 2009 #

    @ Thomas: Statt Struppi ein paar Bemerkungen von mir:

    - klitzekleine, nicht vergrösserbare weisse Schrift auf schweinchenrosa Hintergrund

    - Das Gedudel geht mir schon nach wenigen Sekunden auf die Nerven. Den weissen (hellgrauen?) Regler im unteren, hellrosa Bereich der Seite sieht man kaum, also muss man das über Tastatur oder sonstige Hardware ausschalten.

    - der back button führt mich (in diesem Fall) sofort wieder hierher zurück, ist also innerhalb der Seitenstruktur nicht nutzbar

    - somit kann ich auch keine Unterseiten bookmarken

    - das Gezappel der Links bei mouseover macht mich fertig

    usw.

    Eine ordentliche (X)html-Seite, und nur die Foto-SlideShows in flash, das wäre wohl besser …

  57. Kurt am 18. Juni 2009 #

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

    Ich stimme Andy Fuchs zu. Mir wird langweilig, wenn ich alles nur lesen muß. Ich bin in der Lage, Informationen auch in anderer Form als Text aufnehmen.
    Am schlimmsten sind diese textlastigen Seiten von Macfetischisten. Als Hintergrund 80%Weiß und die Schrift 80% Grau. (Selbstverständlich ein font, der »toll« ist aber schon in 100% SchwarzaufWeiß schlecht auf dem Monitor lesbar.) Gerade am Tag breche ich mir nicht mehr die Augen mit sowas.
    Ja, ich will klicki-bunti Seiten. Ich finde den Auftritt der Erfinderin der erfolgreichsten Kinderbuchserie der Welt passend. Ich scheiße nicht im geringsten auf emotionale Beeindruckung. Das ist Teil des Spiels.
    Ich krieg immer die Krise, wenn mir Webdesigner, die aus der Informatik kommen, weißmachen wollen, daß nur ein Codebaum schön ist. Ich vermute, die haben nicht nur keine Ahnung von Grafik, sondern obendrein Angst vor deren Möglichkeiten. Und da bei den Auftraggebern meist auch nur Ingeneure sitzen, sind sich alle einig über die Textlastigkeit mit Permalinks und copy-paste-enabled.
    Der Gipfel des Unsinns ist erreicht, wenn das einzige Flash die Navigationsbuttons sind!

    Eine Verdammung in Bausch und Bogen der »Killerwebsites« ist genauso falsch wie damals der Versuch, textlastige Sites nur noch mit Flash5 herzustellen.
    Und nachher zum Morgenkaffee krame ich meine Ausgabe von »Creating Killer-Web-Sites« heraus. Ich hab den Doppelband vom 2001-Buchversand. :-)

  58. Gerrit am 18. Juni 2009 #

    Nochmal zum Mitschreiben: Es geht nicht um einen Kampf »Textwüste vs. Flash«! Niemand mag Textwüsten, denn auch diese sind nicht sehr effizient in der Handhabung.

    Gut gegliederte, knackig formulierte Texte in einem übersichtlichen, aber durchaus farbigen Layout sind super! Niemand hat hier Einfarbigkeit postuliert …

  59. Simon Wehr am 18. Juni 2009 #

    Auch ich möchte gerne emotional beeindruckt werden! Auch im Internet – unbedingt! Durch Inhalte und durch Form.
    Und ich entdecke gerne mal auf einer Seite die Inhalte und beschäftige mich mit neuen Ansätzen zur Navigation.

    Wenn ich auf unsere Website angesprochen werde, dann nie auf den wunderschönen Code. Seltenst auf die klare Navigation. Nein, auf die albernen Spielereien der »Spielwiese«. Ein mittelmäßig programmierter Flash-Bereich, der nur zum Entdecken einlädt und dessen Inhalt schwer gegen null strebt. Darauf werden wir angesprochen! Das macht den Besuchern Spaß.

    Nicht jede Website dient der täglichen Informationsvermittlung. Das gilt insbesondere für Architekten, Fotografen und Designagenturen.

  60. GE am 18. Juni 2009 #

    Ja, Simon, und genau so wie Ihr es gemacht habt, finde ich es in Ordnung.

  61. Gerrit am 18. Juni 2009 #

    @Simon: Der Punkt ist, dass Eure Spielwiese ein abgegrenzter Bereich innerhalb der Website ist, der zusätzlich zu den echten Informationen einen optionalen emotionalen Mehrwert bietet. Ich spreche mich vor allem gegen solche Websites aus, die ihren gesamten Inhalt in diesem Stil präsentieren. Niemand hat etwas gegen Flash-Spiele oder interaktive Lehrmodule, solange der eigentliche Inhalt schnell und unkompliziert zugänglich ist. Wenn eure Spielwiese die Navigation zu euren anderen Inhalten darstellen würde, wären die Leute garantiert nicht so begeistert davon!

    Mein Zitat mit der emotionalen Ansprache ist sehr radikal gewählt und trifft nicht auf alle Arten von Webinhalten zu, das weiß ich auch – aber es verdeutlicht meine Argumentation und ist von daher nützlich.

  62. Simon Wehr am 18. Juni 2009 #

    Jaja ein wenig Polarisation schadet nie, gell?
    Wir sind im Kern ja einer Meinung, nur sehe ich das weniger dogmatisch. Aber ich bin ja auch Kreativer und nicht Entwickler …

    Ich finde zum Beispiel www.architekturfolien.de ein typisches Beispiel.
    Wenn man nur mal schnell was wissen will, ist die Seite vollkommen ungeeignet und grauenhaft. Lesen kann ich auf anderen Seiten auch besser.
    Aber wenn man erst einmal die Bereitschaft aufbringt, sich mit dem Funktionsprinzip auseinanderzusetzen, dann ist es durchaus reizvoll. Unter dem Bereich »Selektor« kann sich ein echter Mehrwert bieten, wie ich finde.
    Die Navigation ist eingenwillig und nicht den Gewohnheiten entsprechend, aber ich finde nicht, das die ganze Seite per se verdammenswert wäre.

  63. Struppi am 18. Juni 2009 #

    Was ist daran ein Mehrwert?
    Zuerst ist mein Browser für 2 Minuten eingefroren. Dann ist die Bedienung auf meinem, zugegeben etwas älterem, Rechner extrem hakelig und völlig dem widersprechend was man auf dem Rechner kennt. Aber ich muss auch hier zugeben, dass mich diese »Rädchen im Kreise drehen«-Steuerungen sowieso völlig überfordern, ich will einen Knopf wo ich draufdrücken kann. Also klare Strukturen und klare Entscheidungswege.

    Es ist wahrscheinlich so, dass Flashseiten Seiten attraktiv sind, für Leute, die gerne Hochglanzprospekte lesen. Da es dafür einen Markt gibt, haben die Seiten ihre Berechtigung, aber sie sind nur eine Adaption eines Papierproduktes und keine Killer Applikationen/Internetseiten.

  64. Simon Wehr am 18. Juni 2009 #

    Ich behaupte nicht, dass die Website ein »Killer« wäre. Was soll das auch sein?
    Der Mehrwert, (beim Selektor) wie ich ihn sehe ist, dass man sich verschiedene Materialien sehr schnell auswählen kann und die Musterplatten zusammenstellen, übereinanderlegen, anordnen kann. Das ist so, wie man es mit einem Musterbuch /-fächer auch tun würde. Das bezeichnen viele als intuitiv. Ob es das ist, oder nicht, is eine extrem persönliche Sache.
    Die Sortierungen dann als PDF auszugeben etc. ist eine gute Funktionalität, die allerdings mit Flash nichts mehr zu tun hat.
    Dass solche Seiten gewisse Ansprüche an Gerät und Programme stellen ist unumgänglich, dass tun Youtube oder MobileMe oder werauchimmer aber auch.
    Ob es nötig ist, ob es eine andere Lösung gäbe etc. ist momentan nicht Gegenstand meiner Diskussion.
    Und ich denke, mit dem Hinweis des Hochglanzprospektes hast Du genau den Punkt getroffen. Und ich glaube hier liegt das eigentliche Missverständnis. Hier werden Tageszeitung, Telefonbuch und PostIt mit Illustrierter, Hochglanzprospekt und Bilderbuch verglichen. Das ist mitunter nicht ganz fair.

  65. GE am 18. Juni 2009 #

    architekturfolien.de ist mal wieder so eine Sache. Schriftvergrösserung z. B. ist nicht.

    Ausserdem verlangt die Seite eine min. Bildschirmauflösung von 1024 × 768px. Bei kleineren Bildschirmen entstehen KEINE SCROLLBALKEN, die Seite ist nicht bedienbar bzw. konsumierbar, wesentliche Bestandteile verschwinden einfach und sind auch nicht erreichbar.

    Ihr könnt mich steinigen, aber hier gehört oben links (der Bereich, der auch auf einem Handy zu sehen ist) der gute alte Spruch »… 1024 × 768px oder höher« hin. Sonst könnte diese Seite auf kleinen Bildschirmen Verwunderung auslösen.

    Es kann also nicht schaden, wenn den »Kreativen« immer jemand zur Seite steht, der sich mit den Besonderheiten des Internet auskennt und auf solche Sachen achtet.

  66. Thomas am 18. Juni 2009 #

    @GE:

    Ich finde man kann heutzutage (Netbooks und co zum Trotz) von einer 1024er Bildschirmauflösung ausgehen, die Diskussion gabs aber glaub ich schon mal beim Peter Kröner…

    zu Dunwoodie Architectures:

    - die nicht vergrößerbare Schrift findet sich in der Easy Access Variante

    - das »Gedudel« ist mit Sicherheit Geschmackssache. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Internetseiten Sound oder Musik erst abspielen sollten nachdem der User zugestimmt hat. Allerdings habe ich mich schon über Websites mit deutlich aufdringlicherer musikalischen Untermalung geärgert.
    Der Sound-off Button ist in der Tat sehr klein. Ihn zu treffen bereitete mir aber eigentlich keine Schwierigkeiten.

    - zu der fehlenden Deep-Linking Funktionalität stimme ich dir zu. mit SWFAdress sollte es kein Problem sein, sowas in jede Full-Flash-Website einzubinden…

    - das Gezappel…

    …wie wahrscheinlich auch die ganze Seite ist denke ich einfach Geschmackssache… Genauso wie der eine protzige, schnelle, kleine oder putzige Autos mag, mag der andere halt reduzierte, bunte, verspielte oder grungige Websites.

    Hier kommt es halt einfach (ich weiß ich wiederhole mich) auf den Einsatzzweck an…

    Kreativ zu sein und sich trotzdem mit Webstandarts und »Besonderheiten des Internets« auszukennen schließt sich übrigens keineswegs aus ;-)

  67. Kritiker am 18. Juni 2009 #

    @Gerrit: Jedes mal, wenn hier auf dem Blog das Wort »Flash« erwähnt wird – egal in welchem Kontext – taucht hier in den Kommentaren eine Flut von unqualifizierten Aussagen auf (es hilft dann auch nichts mehr, wenn du mehrmals betonst, dass es nicht um »Gutes Flash / böses Flash« geht – wobei man natürlich trotzdem eine deutliche generelle Anti-Flash-Tendenz in deinem Artikel wahrnimmt). Ich kenn wirklich kein anderes Webtechnologie-Thema, zu dem soviele Unwahrheiten verbreitet werden. Ich würde allen »Flash is toll« oder »Ich mag kein Flash« Folks mal anraten, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen oder einfach den Mund zu halten. Dieser äußerst schlecht recherchierte Artikel auf SmashingMagazine (inklusive der 256 Kommentare – von denen 99% unglaublicher Müll sind) ist ein gutes Beispiel von ähnlichem Webtech-Trash-Talk. Auch wenn ein bisschen Offtopic: Hier mal ein kurzer, vernünftiger Artikel zum Thema HTML 5, Flash, Silverlight etc.

    Ach ja und @alle Standards-Fanatiker: Ich schau mich dann in ca. 10 Jahren nochmal im Netz um, ob HTML 5 inzwischen zum Standard geworden ist, der auf allen Browsern perfekt unterstützt wird. In der Zwischenzeit bieten Flash, Silverlight & Co. ein paar interessante Entwicklungstools für Rich Internet Applications, die – richtig verwendet – das Web richtig bereichern…»enRICHen« sozusagen, höhö…

  68. Kai am 19. Juni 2009 #

    Um David Siegel die Ehre zu geben, die ihm gebührt, sollte erwähnt werden, dass er den »Killerwebsites«-Ansatz nicht nur erfunden, sondern auch als erster als falsch erkannt hat: The Web is Ruined and I Ruined it

  69. larry am 19. Juni 2009 #

    gerrit, ich stimm dir auch in einigen punkten zu, allerdings ist mir das insgesamt doch viel zu sehr über einen kamm geschoren.

    im übrigen ist das das gleiche was ich von jedem entwickler höre, wenn ich an einer umsetzung beteiligt bin.
    nur ist es fakt, dass ich wohl ca nur halb so viel kohle verdienen würde, wenn ich immer ausschließlich auf die entwickler hören würde – als designer darf man schließlich auch mal ein bißchen pragmatisch sein ;)

    bzgl. ladezeiten ist nebenbei eine flashseite verglichen mit einer html-seite (im gleichen layout) fast 50% kleiner, wenn man es richtig macht. nur peilen das leider offensichtlich die wenigsten bzw neigen dazu diese zu überladen.

    wer heute aber noch seiten a la rowling baut hat wohl wirklich etwas verpennt, keine frage.

    flash (ja auch full-flashsites) hat in meinen augen definitiv zukunft. da gilt es nur die ständig begangenen verbrechen (intros, schnöde träge übergänge, fehlendes deeplinking, grafiküberladen, zu abgefahrene navigationen usw) auszumerzen, dann passt das schon!

    ich weiss, du wolltest kein anti-flash-artikel schreiben, stösst mir in der form aber trotzdem fast ein bißchen auf.

  70. kosmar am 20. Juni 2009 #

    artikel bloggt mir aus der seele. word!

  71. atu am 21. Juni 2009 #

    Bin seit ungefähr 15 Jahren dabei. Hauptsächlich mit der Entwicklung von Webangeboten und habe Techniken wie java, flash, javascript, php…. durchgekaut. Meine ersten Weberfahrungen durfte ich noch auf einem atari Konsolenbrowser machen. War total begeistert. Seitdem hat sich die Begeisterung gelegt und werde zunehmends zum Minimalisten, genau so wie es angefangen hat. Also Information und nicht Unterhaltung. Aber der Druck auf Entwickler ist natürlich gross um all diese Hypes mitzumachen und die meiste Zeit damit zu verbringen sich mit technischen Problemen rumzuschlagen.

    Übrigens ist es bei Printmedien nicht viel anders. Wer eine Zeitschrift wie bzw »Bild der Wissenschaft« vor 30 Jahren gelesen hat weiss, dass das Informationsangebot das dreifache gegenüber einer Ausgabe von heute hatte. Man hatte damals tatsächlich für längere Zeit zu lesen. Heute ist man in einem Tagen durch und wird dabei grafisch sehr gut unterhalten.

    Als Entwickler der Javascript wie die Pest hasst, halte ich mich an folgenden Grundsatz;
    Wer auf den Mond fliegt, möchte vielleicht unterwegs nicht unterhalten werden, sondern eher sicher dort ankommen.

  72. Helen am 22. Juni 2009 #

    Schriftsteller-Homepages sind immer recht contentfrei. Das liegt einfach daran, dass ein Schriftsteller morgens den ganzen Mist, den er am Abend davor ins Manuskript geschrieben hat, wieder löschen muss. Was nicht ganz schlecht ist, muss dann monatelang immer wieder überarbeitet werden, bis es so gut ist, dass man es veröffentlichen kann. Was andere Leute twittern oder bloggen, eliminiert ein Schriftsteller so schnell wie möglich.

    Dennoch braucht man als Schriftsteller heute eine Webseite. Das macht keiner von ihnen freiwillig. Debütanten müssen zudem auch noch bloggen (wird von der Presseabteilung des Verlags dringend empfohlen), um sich sozial beim Publikum einzuschleimen. Bloggen und Romaneschreiben sind aber das Gegenteil voneinander und unvereinbar in einer Person.

    Was liegt also näher, als die Webseite mit Design zu füllen?!

    Man muss Schriftstellern und Film-Homepages auch zugestehen, dass deren Business sehr wohl das Erlebnis und nicht die Information ist.

    Übrigens ist das meiste an Information aus dem Internet bestenfalls Info-Entertainment, wenn man von der Wettervorhersage absieht. Wenn ich in Deutschland den Tweets von iranischen Demonstranten folge, dann ausschließlich zu meiner Erbauung. Mit Information hat das nichts zu tun, selbst wenn das Erlebnis technisch auf Information beruht.

  73. Markus S. am 23. Juni 2009 #

    Um das Thema Film noch einmal aufzugreifen, Martin hat es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht: Wer etwas über einen Film wissen möchte, dann geht er unter Garantie nicht auf die Film-Website, sondern fragt Google. In den meisten Fällen werden die Suchenden entweder bei imdb, Wikipedia oder Youtube landen. Daneben gibt es dann Angebote wie moviemaze.de und outnow.ch für den deutschsprachigen Raum.

    Ich hab überhaupt nichts gegen Flash, kenne aber ebenfalls die »Flash-Kreativ-Fraktion« … sollen sie lieber so etwas machen, davon haben dann alle etwas ;-)

  74. Toni am 26. Juni 2009 #

    In vielen Dingen hat Gerrit sicher recht – in vielen Dingen ist es aber auch absoluter Unsinn!
    Was stimmt ist, das einige Flash-Seiten mit unnötigen Intro´s , »Zwischenladern« und verwirrenden Menüs echt abschrecken.
    Was nicht stimmt ist, dass hier der Eindruck erweckt wird, alle User sind absolut nur auf reiner, nüchterner Informationssuche. Es gibt eine nicht minder große Zahl, die von Seiten auch »beeindruckt« werden wollen. Wenn wir ja alle nur nüchterne Infos wollen, sollten ab sofort im Supermarkt alle Produkte ausgepackt im Regal stehen – natürlich mit einer Einheitsverpackung. Autos dürfen nur noch 4 Räder, Sitze, Lenkrad und Dach haben -fertig. Ausserdem laufen wir dann bitte alle nur noch in Kartoffelsäcken herum – Aufmachung ist ja nicht wichtig.

    Fazit: Bei vielen Übertreibungen ist Kritik sicher angebracht. Aber Pauschalisierungen sollte man lassen, wenn man von bestimmten Dingen keine Ahnung hat.

    Toni

  75. Jessica am 28. Juni 2009 #

    Es ist mal wieder passiert. Der Multimedia Award wurde vergeben, anscheinen überwiegend von Kreativen an Kreative. Lautes Wehklagen der Coder ertönt: „Die halten sich ja gar nicht an die Webstandards.“
    Lieber Herr Gerrit, bei dem ganzen Designen und Coden haben sie den Internetuser ganz vergessen. Den interessiert nicht ob die Seite in Flash, Drupal, Wordpress mit Css oder schlag mich tot gemacht ist. Mir ist aber so was von egal ob das 10 Zeilen Code oder 5 Tonnen Code erfordert. Ich will einfach meine Information und die am besten hübsch präsentiert.
    Danke

  76. migger am 11. Juli 2009 #

    Mich erinnert diese Diskussion an viele Diskussion in der Designgeschichte. Auch in den 50ern und 60ern wurde versucht Design zu normieren. Gerade an der HfG Ulm glaubte man Design möglichst die Form dem Inhalt folge zu leisten. Ich bin ebenso ein verfechter dieser Theorie von Dieter Rams oder auch Mies v. d. Rohe. (Form folgt der Funktion und dem Inhalt). Nur bei der Vermittlung von rationalen Botschaften. Nicht in der Kunst.

    FORM?
    Deshalb – Freiheit der Kunst! Auch im Netz…
    Reine Form hat seine Berechtigung und darf auch ausgezeichnet werden. Erst recht wenn es ästhetisch gemacht ist und auch vielen Rezipienten gefällt. Somit -> Formästhetik ist auch ohne Inhalt berechtigt. Diese Seiten sind mühevoll umgesetzt und Flash ein hervorragendes Tool für solche Dinge. Auch habe evtl. die Autoren solcher Webseiten einfach nur Spass daran Flashtechnik zu solchen Kunstgebilden hochzuschrauben. Und wer diese Seiten nicht mag, der geht daran vorbei. -> evtl. nach draussen an den Strand. Aber Vorsicht! In der Natur gibt es viele Dinge, die rein formal-ästhetisch erscheinen.

    Also das Internet als reine Infoplattform zu betrachten ist fehl – dann doch lieber zurück zu den 80ern ( zu Gopher ), wo es noch richte wissenschaftlich fundierte Information im Uninetz gab. Der Rest ist reines Layoute und eben auch nur durch die Brille eines Layouters betrachtet.

    INHALTLICH!?
    Im Gegenteil – finde ich Seiten wie Twitter, Xings oder YouTube etc. eher langweilig und für unsere Welt mehr als überflüssig. Auch glaube ich, das es eine reine Modeerscheinung ist und in 20 Jahren ganz andere Dinge wieder Hipp sein werden. Für inhaltliche Botschaften halte ich auch manche Blog für mehr oder weniger reines geblubber und mit vielen Blogs wollen sich manche Hobbyautoren auch nur profilieren. Meist wird ja auch nur auf den nächsten Blog verwiesen, wie auch schon bei großen Zeitschriften auch nur Wiederholungen zu finden sind. Da kann ich nur sagen »GÄHN«… Besonders stößt bei mir die Anbiederung mancher Politiker auf, wenn diese nun auch »twittern« müssen um bei der Jugend Wähler zu bekommen . Aber geht es hier um politische Inhalte? Es sogar schon Twitterskandale gibt. Geritt sollte sein Rationalisierungsanspruch an dies Portale auf wirklich soziokulturellen und inhaltlichen Gesichtspunkten ansetzen! Manche Privatheit, die bei diesen Portalen offengelegt wird, schiesst mir die Schammröte ins Gesicht. Wenn ich als bewunderer von Beuys den Kunstbegriff (Jeder Mensch ist ein Künstler) mit tragen kann, denke ich das was bei YouTube da geboten wird – damit bestimmt nicht gemeint ist. Die große Langeweile… Es gibt Werte und Dinge die relevanter sind.

    Wer nach Inhaltlichkeit schreit sollte sich auch über die Verwertbarkeit von Inhalten Gedanken machen. Bei der Scheininhaltlichkeit mancher Blogs – kommt mir oftmals nur ein »na und?«…

    Lieber Gerrit, besuche doch einfach wieder mal eine Kunsthalle… kann die Perspektive auf manche Dinge verändern… Kunsthallen sind ohne HTML zu betreten.

  77. tim am 13. Juli 2009 #

    japp japp japp – recht hat der mann.

  78. Webtwist am 9. August 2009 #

    Prinzipiell stimme ich dem Artikel zu. Übertrieben eingesetzte Flashinhalte sind oftmals aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit grausam, können aber richtig eingesetzt auch zum richtigen Hingucker werden. Diesen Spagat zu schaffen ist eine echte Kunst und eine riesen Herausvorderung.

  79. Schoschie am 10. August 2009 #

    Jawoll. Die Essenz dieses Artikels trage ich seit Jahren im Kopf mit mir herum, und hier sind noch ein paar gute Argumentationen dabei. Schön geschrieben.

    Auch der Seitenhieb auf die »Kreativen« gefällt mir. Ich zucke seit geraumer Zeit schon jedesmal zusammen, wenn jemand das Wort nur benutzt, und es schwillt mir schon geradewegs der Hals an, da ich mich innerlich auf eine idiotische Auseinandersetzung voller Mißverständnisse vorbereite.

    Die Leute denken, diese bunten Klickspielzeuge seien »Design«. »Design« sei das, was an der Oberfläche passiert, was grell und bunt und voller Bilder und Schnörkel ist.

    Ich hab bald schon keine Lust mehr, jedesmal erklären und mich rechtfertigen zu müssen, warum tatsächliches Design mit dieser Art von Oberflächlichkeit absolut nichts zu tun hat.

    Das Traurige ist: an der Situation wird sich kaum etwas ändern, so lange dieses Mißverständnis durch absurde Auszeichnungen wie die im Artikel genannten auch noch öffentlich gefördert wird. (Zumal dieser Award eigentlich schon durch seinen Namen zeigt, wie alt und obsolet er ist – wer benutzt denn heutzutage noch das Wort »Multimedia«? Das ist seit über 10 Jahren passé!)

    Wir als Designer müssen uns das nicht erklären. Wir wissen ja, worum es geht. Das Problem sind die anderen, die keine Designausbildung haben, und dazu gehören leider auch die Mehrzahl der (potentiellen) Kunden.

  80. Gerrit am 10. August 2009 #

    @Schoschie: Ich mag das Wort »Multimedia« ganz gerne, genauso wie das Wort »Webdesigner«. Es ist kurz, bekannt und sagt aus, was es ist.

  81. Ben am 14. September 2009 #

    Hm, wenn ich hier so durch einige Websites der Kommentatoren surfe, dann wundert es mich nicht das dem schnöden Mammon pure HTML Seite mit CSS und ganz minimaler Gestaltung, gehuldigt wird. Mir scheint als wären einige schlichtweg nicht in der Lage es anders zu machen. Global gesprochen.

    Zum Artikel. Sicherlich sind total überladene Seiten nicht mehr im Trend. Aber auch illustrativ sehr verspielte Seiten, die sich an Usability und Raster halten, sind sehr leicht zu bedienen und funktionieren auch.

    Im Artikel kommt meiner Meinung nach eins nicht klar rüber, nämlich das sowohl verspielte als auch sehr puristische Seiten nicht funktionieren, wenn man sich nicht an gewisse Spielregeln hält.

    Als erstes bestimmt die Zielgruppe die Darstellung, nicht der Kunde oder der vermeintliche Webdesigner. Wobei ich meine das es zuviele Menschen auf dieser Erde gibt, welche sich als letztere titulieren, generell aber keine Ahnung von tuten oder blasen haben.

    Nach der Zielgruppe folgt sicherlich der Zweck, der weitere vorgehensweisen ausschließt oder adaptiert. Und auch der Inhalt muss beachtet werden. Eine puristische Seite mit 5 Zeilen Text ist genauso unattraktiv wie eine durchgestylte Seite mit 100 Zeilen.

    Letztendlich muss man aber sagen: »schlichte Webseiten« , die gut sind, basieren nicht auf puristischem Webdesigner-Denken, sondern lediglich auf einem sehr guten minimalistischen Design. Die Mischung machts.

    Weshalb Gucci nun unbedingt als Beispiel für schlechtes Webdesign mittels JS hergenommen wird, das musst du noch einmal erklären. Über diese »alles Flash und JavaScript« Zeit sollten wir doch langsam hinaus sein und außer das ich auf dem MacBook einen vertikalen Scrollbalken habe, der stört beim horizontalen scrollen, vermittelt die Seite durchaus ein Stück Gucci. Zudem ich nicht bestätigen kann, das es sich schlecht navigiert, bedient oder man Inhalte nicht findet.

    Manchmal kommt es mir so vor, als würde eine durchaus kompetente Webdesigner Generation, die es müde ist neue Techniken zu lernen, auf Teufel komm raus alles verfluchen, was man selbst nicht mehr beherrscht. Da werden »Killer Websites«, die aber durchaus Berechtigung haben, Innovation mit sich bringen und Trends setzen, ganz schnell mal abgestempelt.

    Genau solche Seiten entwickeln aber das Web und das Medium auch mit. Setzen Trends und fördern die Entwicklung gewisser Techniken und Frameworks. Anstatt einen abfälligen Blick auf derBauer zu werfen, sollte man sich überlegen was Programmierer-Schrägstrich-Designer wie er, mit diesen »Monster Seiten« ins Rollen gebracht haben.

    Flash hat durchaus seine Berechtigung, das mal an die Kommentierenden. Der Zweck heiligt die Mittel, liebe Kollegen – nicht euer Wissensstand.

    Wer heute JavaScript oder Seiten, welche durch Plugins und Applikationen die Frameworks voran bringen, verurteilt, der hat noch weniger verstanden, als er bereit ist zuzugeben.

    Klientseitige Interaktion ist eine unglaubliche Möglichkeit, nicht nur in Verbindung mit Serverseitiger Kommunikation.

    Und das lässt sich nicht mit debilen Ausreden wie: »es gibt ja Leute die JS oder Flash deaktiviert haben« wegdiskutieren. Wenn es nach solchen Aussagen gehen würde, müsstet Ihr auch in 60 Jahren noch für den IE6 hacken, »weil ein paar noch mit dem surfen«.

    Das Web, dazu zählen auch einfache Seiten, wird nach vorne entwickelt. Das haben Leute wie derBauer, andere Flash und JavaScript Menschen verstanden … oder entwickelt Ihr Seiten für 800×600 weil dafür noch eine kleine Zielgruppe besteht ?

    Fakt ist, die Aussagen im Artikel, größtenteils aber in den Kommentaren, sind total überzogen und nicht klar deklariert. Nochmal:

    »der Zweck heiligt die Mittel« nicht der Wissensstand. Wer Standards beachtet und Usability beherzigt, der wird auch eine übertrieben gephotoshopte Seite, zu einem richtigen Erlebnis machen. Auf welcher Basis das ganze auch immer läuft.

    Und noch was sei angemerkt, weil das im Unterton schon wieder so rüber kam: »es gibt durchaus ›Kreative‹ Webdesigner, die semantisch validen und barrierearmen Code schreiben und lieben.«

    Cheers

  82. butterfly am 21. September 2009 #

    Hi,
    heute sind grungy Websites einfach wieder in. So nennt man den Look mit Schmutz und Dreck und auch mit einem unaufgräumten Schreibtisch ;-) Auch zu lesen auf ebusiness-News Echt cool, nur leider zu wenig Zeit dafür zum probieren. Schade.
    Gruß Susan

  83. nk am 6. Oktober 2009 #

    So weh es tut – man muss wohl der Realität ins Auge blicken: Es gibt heute die großen Blockbuster-Movies, die ohne Inhalt aber mit großen Knalleffekten daherkommen. Es gibt große Konzerne, die keine gescheiten Produkte anbieten, aber millionenschwere Marketingkampagnen fahren, um dem Verbraucher die x-te Werbekampagne zu kredenzen, in der eine Limousine, die man sich ohnehin nicht leisten kann durch eine kurvige-zerklüftete Bergwelt fährt. Und es gibt die Agenturen, die gut auf dieser Welle fahren und das Glamour-Prinzip auf alle erdenklichen Medien ausweiten. Am schlimmsten aber: Es gibt für alles einen willigen Konsumenten.
    Jeder, der es sich leisten kann, muß heute im Netz präsent sein – und das anscheinend möglichst spektakulär. Dabei stets und ständig Sendungsbewußtsein für gute Inhalte zu unterstellen, ist leider genauso abwegig, wie vom 0815-Kinogänger zu erwarten, fortan nur noch französisches Kunstkino sehen zu wollen.

    Aber.
    Ich kann mir als Webgestalter auch meine Kunden aussuchen. Ich kann versuchen, ihm argumentativ die Notwendigkeit guter Inhalte vor spektakulären Effekten zu verdeutlichen. Ich kann entscheiden, ob die Kundeninteressen meinem Anspruch an die eigene Arbeit gerecht wird und ob ich den Auftrag nicht besser ablehne.
    Seid verantwortungsbewußt! Gestaltet das Web nach Euren Vorstellungen! Habt Mut, Aufträge uneinsichtiger Kunden auszuschlagen. Mehr tun zu wollen, gliche dem Versuch, BILD-Zeitungsleser zur FAZ bekehren zu wollen.

    Just my 2 cents.

  84. Alexander Geßler am 21. Oktober 2009 #

    Also ich denke die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Klar soll man den Website Besucher nicht komplett überfahren mit seiner Kreativität… aber deshalb nur dröge Websites wie im Jahr 1996 zu bauen ist auch nicht der richtige Weg.
    In erster Linie ist es wichtig welche Zielgruppe eine Homepage hat. Dann kann man sich im klaren werden wen man eigentlich anspechen möchte und wieviel man dem Nutzer zumuten kann. Generell ist weniger mehr… aber leider geht man mit zu wenig auch gere mal in der Masse unter.
    Also »Google« ist der falsche Weg – das was Apple an Websachen in letzter Zeit produziert finde ich ganz nett. Schlicht und trotzdem prägnant.

  85. Stefanie am 22. Oktober 2009 #

    Ich denke, man sollte die gute Mitte finden: Nicht zu voll und so schlicht, dass trotzdem alle Informationen auf gutem Weg vermittelt werden können.

  86. Andrei am 2. November 2009 #

    Blödsinn!

    Es gibt eine Menge an wunderschönen Flash-Sites. Und das ist gut so! Einfach alles in einen Topf zu werfen ist wirklich nicht besonders klug.

  87. Philipp Maan am 5. November 2009 #

    Eigentlich würde ich dir ja Recht geben. Früher zumindest.

    Und zu behaupten, dass alle Nutzer das selbe wollen, also nichts optisch verspieltes, sondern nur schnell informiert werden, stimmt nicht. Wirklich. Das wird denen auch bald fad.

    Denkst du nicht? Ganz ehrlich, so cool perfekt gecodete, super-feingeschliffene Sites auch sind.

  88. Miaka am 6. November 2009 #

    Interessanter Artikel, vor allem weil die sich anschließende Diskussion einen guten Überblick über die verschiedensten Ansichten gibt.

    Viele wichtige Aspekte wurden schon angesprochen, trotzdem ist das Grundproblem, meiner Ansicht nach, nicht Flash vs. HTML & CSS oder klicki-bunti vs. voll fade oder kreativ vs. logisch sondern: Was ist eigentlich gute Gestaltung? Und nebenbei auch: Was ist eigentlich Kreativität?
    Interessant, dass viele Leute offensichtlich beim Wort Kreativität ein ganz unangenehmes Gefühl bekommen und andere es sogar regelrecht als Schimpfwort benutzen. Einmal mehr ein Hinweis darauf, dass mit diesem Wort ganz inflationär und unreflektiert rumgeschmissen wird und da sind viele Designer ganz vorn dabei.

    Tja, was ist gute Gestaltung und was ist Kreativität? Ganz schnell gelangt man zu der Einsicht, dass das zwei Killer-Fragen sind. Genauso eindeutig zu beantworten wie: Was ist eigentlich Freiheit? Sprich: Wenn man 10 Leuten diese Fragen stellt, erhält man meist je Frage mehr als 10 Antworten. (Und wenn man 10 Designer befragt erhält man vermutlich pro Frage mehr als 20 Antworten und noch einiges was man gar nicht wissen wollte …)
    Und alle diese Antworten haben ihre Berechtigung. Es gibt nicht DIE EINE Antwort, keine allgemeingültige Wahrheit und keinen heiligen Gral.

    Das gilt auch für Webdesign.

    Wenn man ein Projekt bearbeitet, dann sollte man meiner Meinung nach, immer folgende Aspekte berücksichtigen:
    1. Ziel / Zweck
    2. Funktion
    3. Herstellung (technische Umsetzung, Kosten – Nutzen, Umweltverträglichkeit / Nachhaltigkeite etc.)
    4. selbsterklärende (intuitive), ergonomische Bedienung
    5. der Zielgruppe entsprechende Ästhetik (Form, Emotionen die ausgelöst werden)

    Die Zielgruppe und den Zweck darf man nie aus den Augen lassen und wenn alle Aspekte optimal zusammenspielen, dann bekommt man meist auch ein gutes (gut gestaltetes) Ergebnis.
    Dafür benötigt man nicht nur Kreativität, sondern muss auch so ganz schnöde Dinge tun, wie recherchieren, analytisch und logisch Denken und sich technisches Wissen aneignen…

    Und das sollte man bei jedem Projekt, also auch bei jeder Webseite, immer wieder von vorne durchspielen. Design bedeutet nicht das Auswerfen von Ideen, sondern Design ist der Prozess von der Idee zum fertigen Produkt. Das vergessen auch Designer viel zu oft.

    Wenn man also schon so anfängt: Film-Webseiten sehen immer so aus und Webseiten von Kreativen sehen immer so aus und Informationszentrierte Webseiten sollen doch so aussehen, dann hat man schon verloren, weil man dann nur nach Schema F arbeitet. Schema F passt vielleicht auf Kunden A, aber schon nicht mehr so gut auf Kunden B und Kunde C findet sich da gar nicht mehr wieder. Gestaltung immer nach einem festen Schema ist also weder kreativ noch logisch und schon gar nicht gut.

    Wenn man Dinge gelegentlich öfter hinterfragt bekommt man häufig dieselben, manchmal aber auch neue und bessere Antworten und dafür sind solche Artikel und solche Diskussionen supergut, weil die Meinung anderer Leute es einem ermöglicht die Welt aus anderen Augen zu betrachten.

  89. Nils am 7. November 2009 #

    Schön provokanter Artikel – nur kann ich dir nicht in allen Punkten zustimmen.

    Im Endeffekt geht es doch bei allen Professionellen lösungen um verkaufszahlen.
    Wen man also für einen Kunden ein Produkt mit einem Webspecial bewirbt kann man also getrost flash einsetzt solange die nutzer dieses besuchen und verweilen / Kaufen.

    Ich habe mit verschiedenen Agenturen verschiedene specials mit verschiedenen Techniken umgesetzt und das Flashseiten dabei schlechter bei der clickrate etc. abschnitten ist mir nicht aufgefallen eher im gegenteil.
    Grade hat ein aus meinen Augen relativ zweckfreies special für einen Kunden endlos viele Nutzer angezogen.

    Ein guter Werber guckt auch stets aus Kunden sicht. Und die lesen ja auch schließlich Bild…

  90. Thomas Moseler am 26. Dezember 2009 #

    Ach komm, Gerrit. Gibs zu, insgeheim findest du die quasi unbenutzbaren Designexzesse doch auch geil :) Klar, für die allermeisten Websites besteht die Kunst eben darin, eine originelle Form mit trotzdem guter Benutzbarkeit zu verbinden.

    Gerade aber das Einheitsdesign im Web macht einen oft müde, und etwas das völlig anders ist, wirkt fürs Auge dann erfrischend und hält den Geist wach.

    Es ist eben die Frage für wen und was das angemessen ist. Für Games, Selbstdarstellung von Kreativen und Angeboten, die klar independent sein wollen, kann es m.E. meinentwegen völlig crazy sein und jeder Erfassbarkeit beharrlich widersetzen.

    Websites, die regelmässig besucht werden wollen gehorchen natürlich anderen Gesetzen. Wenn man wie gesagt es schafft, beides zu verbinden – das ist Genie :)

    Aber ich denke der Artikel ist gezielt polarisierend geschrieben und ich höre das Augenzwinkern in jeder Zeile laut klappern.

  91. Maya am 3. Februar 2010 #

    Gut gebrüllt, Löwe ;-).

    Wie sprichst du mir aus der Seele mit diesem Beitrag.

    Ich habe übrigens auch nichts gegen Flash, aber ich habe etwas gegen den zu beobachtenden Trend der technischen Überdimensionierung und/oder die Fehlplatzierung von Technologien.

    Der Benutzer möchte informiert werden. Information – was für ein schönes und kluges Wort. Seufz.

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