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Gerrit, 22.07.2007

HTML-Schriften unter der Lupe

HTML-Gestalter haben es nicht leicht: Das Angebot an verwendbaren Schriften ist klein, und man weiß nie so recht, was am Ende beim User ankommt. Dieses Essay wird diese Probleme zwar nicht lösen, zeigt aber, worauf man bei der Auswahl einer Schrift für das nächste Webprojekt achten kann.

[Originalartikel vom 12.7.2004, Update am 22.7.2007]

Warum sollte die Schriftwahl in auf HTML-basierten Websites eigentlich anderen Regeln folgen als die Schriftwahl für Print-Dokumente? Buchgestalter Hans Peter Willberg schreibt dazu:

Die Fragen bleiben die gleichen: Was soll gelesen werden? Wer soll das lesen? Wie soll das gelesen werden? Die Antworten sind für Busfahrpläne ebenso unterschiedlich wie für Plakat-Werbung, für schöne Bücher wie für websites.

Das bedeutet jedoch nur, dass die Herangehensweise an die typografischen Entscheidungen sich nicht unterscheidet, wohl aber das Ergebnis. Und im Falle von HTML-Text gibt es zusätzlich massive technische Einschränkungen zu beachten, allen voran die mangelnde Auswahl von ausreichend verbreiteten Fonts.

Im Folgenden nun also eine Reihe von Fragen, die man sich speziell beim Gestalten von HTML-Text stellen muss; danach sehen wir uns die einzelnen Schriftkandidaten einmal genauer an. Ich blende einige Aspekte der Web-Typografie bewusst aus und beschränke mich außerdem auf Größenangaben in Pixeln, um den Kern meiner Betrachtungen nicht aus den Augen zu verlieren: Die Schriftwahl. Weitere Essays mögen folgen, die andere Bereiche beleuchten.

Überschrift oder Fließtext?

Von ganz entscheidener Bedeutung ist es, ob ich eine Schrift für Headlines oder für den Mengentext suche. Grob definiert reichen die Schriftgrade mit Mengentextcharakter von 9px bis 16px. Was darüber hinausgeht, wirkt schon ziemlich heftig und erinnert an Seitengestaltung für Sehbehinderte.

Schriftprobe Arial

Überschriften sind meist mindestens so groß wie der jeweilige Mengentext, können aber beliebig riesig werden. Eine Verdoppelung des Schriftgrades (z. B. von 12px auf 24px) zieht eine Vervierfachung der verwendeten Pixel nach sich: Der individuelle Charakter einer Schrift bildet sich so viel deutlicher heraus.

Während es in langen Fließtexten primär um gute Lesbarkeit geht – unter anderem, weil das am Bildschirm ohnehin schon schwer genug ist – kann und sollte man bei den Headlines durchaus auch die formale Schönheit und den Charakter einer Schrift in seine Entscheidung mit einbeziehen.

Serifen oder nicht?

In der Printwelt gilt, dass eine hochwertige Serifenschrift, im Vergleich zu einer Grotesken, für den Fließtext besser geeignet ist: Die Serifen erwirken eine stärkere Zeilenbildung, ihre Formgebung treibt das Auge in Leserichtung, die individuellere Form einzelner Buchstaben führt zu prägnanteren und damit schneller erfassbaren Wortbildern.

Diese Binsenweisheiten würden zwar prinzipiell auch am Bildschirm gelten. Doch wie sieht es aus, wenn so ein kleines »n« nur lächerliche 6 Pixel hoch ist? Und das große »R« gerade mal 9 Pixel? Ist da noch viel mit Serifenformgebung und prägnanten Wortformen? Nein, in diesen Pixeldimensionen kämpft jede Schrift ums nackte Überleben, beziehungsweise darum, überhaupt noch unterscheidbar zu sein. Bei 11 Pixel Kegelhöhe zählen ganz andere Dinge als beim Offsetdruck in 11 Punkt.

Serifen in kleinen Pixelgraden

Im Klartext: Eine Serifenschrift, gesetzt in 11px oder weniger, ist auf dem Bildschirm unbrauchbar. Jedoch muss man auch erkennen, dass sich die Zeiten ändern und sich die Pixelauflösung der handelsüblichen Monitore und Handydisplays stetig vergrößert. Somit dürfte der neue Standardschriftgrad für Websites bald nicht mehr bei 12px, sondern eher bei 14px liegen, und hier kann man durchaus darüber nachdenken, ob eine Serifenschrift nicht doch eine Bereicherung darstellt – gerade beim Stichwort Schriftglättung. Und das bringt uns zum nächsten Thema:

Schriftglättung oder nicht?

Dies ist eigentlich eine Pseudo-Frage, denn wir HTML-Schaffenden haben hier leider keinen Einfluss – im Gegensatz zu den Kollegen aus der Flash-Riege, die neben freier Schriftwahl inzwischen sogar die Stärke der angewendeten Schriftglättung stufenlos bestimmen können. Vergleichsweise paradiesische Zustände für Kontrollfreaks!

Doch auch im HTML-Webdesign spielt Schriftglättung seit einigen Jahren eine deutlich zunehmende Rolle, und spätestens seit der Veröffentlichung von Windows Vista wird sich die Anzahl der User, die ohne subpixelbasiertes Anti-Aliasing unterwegs sind, stetig verkleinern – wenn auch nie ganz verschwinden!

  • Windows Vista und Mac OS X kommen automatisch mit bereits aktivierter Schriftglättung
  • Der Internet Explorer 7 setzt auch unter Windows XP standardmäßig ClearType ein, wenn man es nicht explizit verhindert.
  • Die meisten populären Linux-Distributionen bieten inzwischen ebenfalls von Haus aus eine ordentliche Schriftglättung an.
  • Fast alle modernen Monitore arbeiten mit LCD-Technik und einer recht hohen Auflösung, womit das trickreiche Subpixel-Rendering erst sinnvoll wird!

Dennoch: Ob eine Schrift geglättet wird – und wenn ja, ab welchem Schriftgrad –, bestimmt das Betriebssystem, der Browser und eventuell der Nutzer – wenn er die richtigen Einstellungen findet, um das Anti-Aliasing nach seinen Wünschen zu regeln. Eine CSS-Vorgabe dafür existiert nicht – aus gutem Grund: Schließlich will man den User nicht bevormunden und ihm vorschreiben, wie er seine Texte am besten zu lesen hat.

Schriftglättung im Vergleich

Einen eigenen Artikel wert sind die unterschiedlichen Schriftglättungs-Methoden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microsofts ClearType-Methode großen Wert auf Schärfe legt und die Buchstabenformen an das Pixelraster anpasst, wobei die Strichstärke oftmals zu schmal gerät. Apples Quartz-Technologie hingegen versucht, den Charakter der jeweiligen Schrift beizubehalten, wirkt dafür jedoch etwas unschärfer und fetter.

Übrigens: Die im Artikel platzierten Schriftbeispiele wurden, sofern nicht anders gekennzeichnet, mit Adobe Photoshop und der dortigen »Scharf«-Schriftglättung erstellt, die ohne Subpixel-Rendering arbeitet und von daher auch auf Röhrenmonitoren einen Effekt hat.

Schriften definieren

Es gibt bekanntermaßen nur eine Handvoll Schriften, die wirklich bei jedem Internet-Surfer auch korrekt angezeigt werden. Dabei kann der Browser des Nutzers prinzipiell jede Schrift darstellen, die auf dem System installiert und aktiv ist. Sollte ich also eine Website für nur eine einzige Person entwerfen, und bin mir sicher, dass diese Person die Hieronymous aktiviert hat, kann ich durchaus die Hieronymous in meinem CSS verwenden.

Hieronymous

Spaß beiseite: Es gibt durchaus Fälle, in denen man seine Zielgruppe erahnen und die Schriftwahl entsprechend anpassen kann: Eine Seite mit Tuning-Tipps für Windows Vista kann man getrost mit der Vista-UI-Schrift Segoe schmücken – ähnlich bei Mac-spezifischen Seiten, wo man durchaus statt Arial auch mal deren Original, die Helvetica bemühen kann!

Generell muss man eigentlich keine Angst haben, spezielle Schriften zu verwenden: Der Browser wird nicht etwa abstürzen, wenn er den entsprechenden Font nicht findet. Es empfiehlt sich aber, per CSS ausreichend Ersatzmöglichkeiten zu definieren, damit nicht aus einer Zapfino plötzlich eine Courier wird. Generell gibt es zwei Grundhaltungen bei der Schriftdefinition:

  1. Ich beschränke mich auf die Basis-Fonts, sprich Arial, Times New Roman und Courier. Da weiß man, was man hat.
  2. Ich spezialisiere mich auf exotischere Schriften und biete Ausweichalternativen an. Das kann dann beispielsweise so aussehen: font-family: "Futura", "Century Gothic", "Avantgarde", arial, sans-serif;

Man muss sich generell im Klaren darüber sein, dass man mit einer umfangreichen Schriftenliste nicht mehr die Kontrolle darüber hat, wie die Website denn nun tatsächlich beim User dargestellt wird. Für Verfechter der Usability-Philosophie, nach der man dem Nutzer möglichst viele Entscheidungen über das Erscheinungsbild der Website selbst überlässt, dürfte das kein Problem darstellen.

Wer jedoch seinen Entwurf als heilig ansieht, wie die meisten Grafik-Designer und Typografen das tun, muss sich eben auf die Basics beschränken und kann bei dieser Gelegenheit auch gleich darüber schimpfen, dass er keine Kontrolle über die Schriftglättung besitzt (siehe oben).

(Eine Methode, um dieser Problematik zu entgehen, können Schriftersetzungstechniken sein, die per PHP, JavaScript und/oder Flash nachträglich beliebige Fonts nachzubilden versuchen. Jedoch gibt es hier wiederum ganz andere Nachteile, die einen massiven Erfolg dieser Techniken bisher verhindert haben.)

Die Web-Schriften im Detail

Arial

Der Urvater aller Web-Schriften: Die Arial ist seit Windows 3.1 fester Bestandteil des Microsoft-Betriebssystems und somit die verbreitetste Schrift des Universums. Auf Apple-Rechnern ist sie mindestens seit Mac OS 9 Teil der Standardinstallation.

Es ist ja viel Böses geschrieben worden über dieses missratene Helvetica-Plagiat (unter anderem von mir), doch man muss fairerweise zugeben, dass die Arial auf dem Bildschirm eine ganz gute Figur macht – zumindest im Fließtext. Für den Druck sollte man sie allerdings lieber nicht verwenden.

In den letzten Jahren haben sich viele Web-Designer von der Arial abgewandt, so dass man heute schon fast wieder trendy ist, wenn man sie einsetzt. Es schadet jedoch generell nicht, wenn man für Mac-User die Helvetica im CSS davorschaltet, denn die sieht nochmal ein Stück weit sauberer aus.

Times New Roman

Ich habe es probiert: Die Times News Roman unterscheidet sich tatsächlich ein wenig von der Times (ohne New Roman). Doch diesen Unterschied wird man nur im direkten Vergleich sehen.

Erik Spiekermann hat die Times einmal als das typografische Suppenhuhn bezeichnet und meinte damit, dass sie schnöde Allerweltskost darstellt, ohne Charakter oder Charme. Recht hat er. Ich persönlich finde, dass sie auf dem Bildschirm nur im Bereich von 12px–15px erträglich ist: Ist sie kleiner, sumpfen die Serifen zu und alles wird unleserlich; Ist sie größer, wird erst deutlich, aus was für ruppigen Buchstabenformen sie besteht.

Leider kommt man nicht ganz um die Times New Roman herum, schließlich ist sie immer noch die einzige hundertprozentig verbreitete proportionale Serifenschrift.

Courier New

Als Fan von Adrian Frutiger darf ich ja eigentlich nichts sagen, denn der Großmeister der Schriftgestaltung zeichnet verantwortlich für diese Monospace-Schrift. Trotzdem ist die Courier auf dem Bildschirm grauenvoll, was damit zusammenhängt, dass sie eigentlich für Schreibmaschinen entworfen wurde. Dass man diese Buchstabenformen nicht so einfach auf den Bildschirm übertragen kann, sollte einleuchten. Nicht jedoch den brachialen Microsoft-Leuten. Man hätte meines Erachtens wesentlich mehr Ästhetik und Lesbarkeit rausholen können.

Erstaunlich ist, dass die ursprüngliche Courier (ohne New) unter der Schriftglättung von MacOS X besser aussieht als die angeblich bildschirmoptimierte Courier New. Letztere ist jedoch genauso verbreitet wie Arial und Times New Roman und bildet somit den Abschluss des harten Kern-Trios der Web-Schriften.

Comic Sans

Man möge mir verzeihen, aber ich möchte mich im Rahmen dieses Essays in erster Linie mit Schriften auseinandersetzen, nicht mit Krankheiten.

Georgia

Kommen wir zum angenehmen Teil des Abends. Auch wenn Microsofts Ruf im bisherigen Text ziemlich gelitten hat: Die Georgia war eine gute Erfindung! Sie bildet zusammen mit der Trebuchet den entscheidenden Inhalt des »TrueType core fonts for the Web«-Paketes, das seit geraumer Zeit sowohl Windows als auch Mac OS X automatisch beiliegt.

Die Georgia ist eigentlich das, was die Times New Roman hätte werden sollen: Eine freundliche, formschöne Serifenschrift. Gut geeignet für die etwas wärmere, persönliche Note. Mit einer wunderbaren echten Kursiven. Und mit Mediävalziffern. Ihre wahren Stärken spielt die Georgia vor allem in geglätteter Darstellung aus.

Trebuchet MS

Das dämliche MS im Namen hätten sie sich auch sparen können. Doch ansonsten hat Microsoft mit dieser Schrift ganze Arbeit geleistet. Die Trebuchet ist nämlich eine recht ansehnliche Groteske mit mehr Charme und individuelleren Formen als Arial oder Verdana. Sie besitzt sogar eine echte Kursive, was für serifenlose Schriften eine Besonderheit darstellt.

Im ungeglätteten Fließtext kann der Einsatz der Trebuchet leicht in die Hose gehen: Unter 12 Pixel wirkt sie unausgewogen und flimmerig, in 14 und 16 Pixeln tritt bei den deutschen Umlaut-Punkten einen schlimmer Schönheitsfehler auf. Für Überschriften aller Art ist sie jedoch in jedem Falle einen Versuch wert!

Verdana

Die Verdana entstand zeitlich etwas vor Georgia/Trebuchet, nämlich 1994, und galt lange Zeit als die am besten lesbare Webschrift in kleineren Schriftgraden. »Endlich!« werden Sie jetzt ausrufen, wo ich doch die ganze Zeit gewarnt habe vor der Verwendung von Schriften unter 11px. Die Verdana steckt das locker weg und ist auch noch in 9px gut zu erkennen. Allerdings bedient sie sich dabei eines unfairen Tricks: Die Buchstaben sind einfach ein wenig größer gezeichnet als bei den meisten anderen Fonts – und bei den pixeloptimierten kleinen Schriftgraden unter 16px macht das einen gesamten Pixel in der x-Höhe aus! Überhaupt ist die Verdana unter Windows sehr stark ans Pixelraster angepasst, was dazu führt, dass gerade der fette Schnitt unter Mac OS X erheblich anders (nämlich viel fetter) gerendert wird als unter Windows.

So gut die Verdana also in klein funktioniert, so unentschieden und ungelenkig wirkt sie als Headline-Font. Insgesamt bezahlt die Verdana ihre gute Lesbarkeit mit dem Preis der Charakterlosigkeit. Die Verdana ist das Arbeitstier unter den Web-Schriften und nicht dazu gedacht, aus der Masse hervorzustechen.

Lucida

Bei der Lucida fahren die beiden großen Betriebssyteme zweigleisig: Unter Windows nennt sich die Schrift »Lucida Sans Unicode«, unter Mac OS X ist sie die »Lucida Grande«. Beide Fonts beschreiben jedoch die gleiche Schrift, und diese ist speziell auf dem Mac eine Augenweide – kein Wunder, fungiert sie doch hier als Hauptsystemschrift für alle UI-Elemente des Betriebssystems. Doch auch unter Windows kann sich die Lucida sehen lassen – zumindest bei aktiviertem ClearType. Ohne das wird’s ein wenig arg pixelig, aber die Problematik hatten wir ja oben schon.

Vorteile der Lucida sind ihre Platz sparenden Buchstaben und die wirklich gute Lesbarkeit am Bildschirm. Negativ anzumerken ist die komplett fehlende Kursive (Nicht mal ein oblique-Schnitt wurde spendiert), sowie die Tatsache, dass der Trennstrich und der Gedankenstrich die gleiche Länge besitzen, was für Typografenaugen eine Schande ist. Zudem wirken die Buchstaben ab 24 Pixel ein wenig holprig und unordentlich – Lucida ist eine Lauftextschrift mit Leib und Seele, die man immer häufiger im Web antrifft – und längst nicht mehr nur auf Mac-spezifischen Sites!

Vista-Fonts

So richtig dazu gehören sie noch nicht, doch ganz ohne sie wäre der Artikel auch nicht komplett: Windows Vistas neue Systemschriften mit dem C: Calibri, Cambria, Candara, Consolas, Constantia, Corbel. Die Namen wird man sich niemals merken können (Ich versuche es schon seit zwei Jahren), aber die Fonts sind wirklich fein, ClearType-optimiert und vor allem komplett ausgestattet mit echten Kursiven.

Wie gesagt: Unter Vista sind sie automatisch mit dabei und können demnach auch auf Websites problemlos angesprochen werden. Unter Windows XP kann man sie sehr einfach nachrüsten, indem man den kostenlosen Powerpoint-Viewer von Microsoft herunterlädt und installiert. Jedoch ist ein aktiviertes ClearType bei diesen Schriften Pflicht: Mit der Standard-Glättung kann man die Fonts in Lauftextgrößen definitiv nicht genießen, siehe auch die Screenshots!

(Die Fonts lassen sich übrigens auch extrahieren und unter Mac OS X einsetzen, jedoch gibt es hier bisweilen Probleme mit dem Kerning – ich rate also eher ab, zumal es eine rechtliche Grauzone sein dürfte, in die man sich da begibt!)

Mit einer Verbreitung von weit unter 50 Prozent kann man sicher noch nicht von vollwertigen Webschriften reden. Doch als schicke, vorgeschaltete Alternative ist sie definitiv einen Versuch wert. Hier die Screenshots:

Bitstream Vera

Eine letzte Schrift möchte ich noch erwähnen, auch wenn sie nur wenige Leute installiert haben dürften: Die »Vera«-Schriftsippe, eine Kooperation des Schriftherstellers Bitstream und der Gnome-Foundation. Die Vera besteht aus drei Familien (Sans, Sans Mono, Serif) und ist eine Open-Source-Schrift. Als solche kann sie frei heruntergeladen, verwendet und auch verändert werden. Sie ist darauf ausgelegt, zu möglichst vielen Betriebssystemen kompatibel zu sein, wird de facto aber nur unter Linux verwendet. Dort findet man auch diverse Derivate der Vera, beispielsweise die DejaVu

Die Vera ist für den Bildschirm sehr gut geeignet und ergänzt das obige Portfolio vorzüglich. Die Monospace-Schnitte schlagen die Courier um Längen, und der Serifen-Schnitt ist eine sachlich-journalistische »Slab-Serif« (serifenbetont), und damit der ideale Gegenpart zur weichen Georgia. Der Sans-Schnitt kann seine Ähnlichkeit zur Verdana allerdings nicht leugnen. Außerdem fehlen mir zum vollkommenen Glück noch echte Kursiv-Schnitte, vor allem bei der Vera Serif.

Wer seine Linux-Installation möglichst Microsoft-frei halten möchte, dem sei dieses Paket empfohlen. Herunterladen können Sie es sich hier

Und was ist mit Linux?

Wer bisher enttäuscht war, nichts über die Linux-Situation der Webschriften zu erfahren, dem sei gesagt, dass man dafür wahrscheinlich ein wenig mehr Platz benötigen würde, da natürlich jede Linux-Distribution hier ein eigenes Süppchen kocht. Es gibt eine Menge von freien, Linux-kompatiblen Schriften, mit denen sich sicher viele typografische Aufgaben im Web lösen lassen. Doch da man sich als Gestalter nun überhaupt nicht auf eine gewisse gemeinsame Basis verlassen kann, ist es auch fast zwecklos, darüber zu spekulieren, welche Schriften man nun mit welcher Priorität setzen sollte.

Darüber hinaus sind die meisten der oben besprochenen Fonts überhaupt nicht standardmäßig mit dabei und müssten manuell nachgerüstet werden, beispielsweise mit diesem Paket. Bitte klären Sie aber vorher die Rechte und Lizenzen, bevor Sie irgendwelche Windows-TrueTypes auf Ihr Linux packen!

Weiterführende Links

62 Kommentare

  1. gui am 14. Juli 2004 #

    hallo gerrit van aaken,

    also, dass die arial gut funktioniert – außer der tatsache, dass jeder sie hat – kann man nicht wirklich behaupten. bei 9px klumpt sie zusammen, das spacing ist sehr, sehr schlimm. bei 10 px gibt es kein »boldverhalten«, sie läuft nur etwas anders, naja bei 11px ist die gar nicht schlecht. in diesen schriftgraden (9-11) ist die verdana klar besser. insgesamt ist die arial auch sehr spitz, unruhig und unharmonisch, da trauert man doch um die geneva…

    gruß.
  2. Gerrit am 14. Juli 2004 #

    Ist schon wahr, ich habe ja auch die Verdana als besonders geeignet für kleine Schriftgrade herausgestellt. Ich wollte an sich sagen, dass die Arial auf dem Bildschirm kein so katastrophales Bild wie auf dem Papier abgibt. Und die Sache mit dem Bold-Verhalten bei 10px ist unter Win98 ärgerlich, sollte doch aber mit der verbesserten Schriftglättung unter XP behoben sein. (Konnte ich jedoch mangels leistungsfähigem PC nicht austesten, Hat jemand Screenshots??)
  3. Meep am 16. Juli 2004 #

    JFTR: Sowohl Antialiasing mit X (und QT und GTK2) als auch die MS Corefonts (http://corefonts.sourceforge.net/) sind für GNU/Linux und natürlich auch für die BSDs verfügbar.

    Übrigens ist die Schriftgröße dieses Artikels dank der gewählten 70% Größe deutlich unleserlich ausgefallen. ;-)
  4. Gerrit am 16. Juli 2004 #

    Danke Meep, ich ändere das! Ich finde allerdings die 70% sehr in Ordnung. Wer es größer braucht, kann das ja im Browser einstellen!
  5. Gerrit am 29. Juli 2004 #

    Und noch ein nützlicher Link: Die Verbreitung von Schriften, tabellarisch und umfassend: Hier klicken
  6. Daniel Gutekunst am 30. Juli 2004 #

    Antialiasing ist bei modernen, anfänger-freundlichen Linux-Distributionen schon längst Standard, also unter so Oberflächen wie KDE oder Gnome. Bei den sonstigen modernen Linux-Distros dürfte es aber auch kein Problem sein es zu aktivieren und True-Type Schriften zu installieren.

    Und Browser wie Mozilla Firefox unter Linux sind dem IE unter Windows sowieso in der Darstellung um Längen überlegen.
  7. Minz Meyer am 30. Juli 2004 #

    Ich fand diese Untersuchung über Schriftartverbreitung recht interessant.

    http://www.codestyle.org/css/font-family/sampler-CombinedResults.shtml

    Weiss allerdings nicht wie aussagekräftig diese Statistik ist.
  8. Thomas Scholz am 31. Juli 2004 #

    Zunächst mal: Schöner Artikel!

    Und dann gleich ein paar Anmerkungen:

    Ich empfinde 16px als durchaus angenehme Größe; ohne mein Userstylesheet hätte ich diesen Artikel einfach nicht gelesen, weil alles als Fußnote daherkommt…

    Doch zum Thema:
    Wesentlich für den Erfolg der Schriftglättung ist der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund: Je stärker der ist, desto schlechter das Ergebnis, weil der Ausgleich zwischen beiden schwerer wird. Deshalb sei jedem von allzu hellem Hintergrund abgeraten, der ein vernünftiges Schriftbild anbieten möchte.

    Unter Windows 98 und ME ist in der Voreinstellung Antialiasing ausgeschaltet; unter Windows XP nur die »Standard«-Glättung aktiv, nicht »Cleartype«. Warum auch immer. Jedenfalls muß man das beim Testen beachten; und dann sieht man auch gleich, wie ungeeignet die »Trebuchet« unter diesen Umständen ist. Sie sieht einfach grauenhaft aus.

    Generell denke ich, daß es eigentlich nur in absoluten Ausnahmefällen darauf ankommt, überall die gleiche Schrift zu erreichen. Viel wichtiger ist doch die Lesbarkeit — und wenn ich die auf Mac OS X mit einer ganz anderen Schrift erreiche als unter Windows XP, dann ist es eben so. Na und?
    Vielleicht sollte man öfter ganz auf Schriftvorgaben für den Lauftext verzichten. Wer sich die elende »Times New Roman« nicht wegkorrigiert hat, ist die vermutlich auch von seinen »Word«-Dokumenten her gewohnt und dürfte somit kaum Probleme haben.

    Die »Courier« ist unter Windows übrigens eine Bitmap-Schrift, im Gegensatz zur »Courier New«. Daher ist sie in manchen Größen entweder überhaupt nicht verfügbar oder der Browser versucht, irgendwas hinzuhangeln — nicht anbieten! Niemals!

    Ansonsten kann ich die »Bitstream Vera Sans (Mono)« auch nur nachdrücklich empfehlen. Das ist eine der wenigen Schriften, die selbst unter Windows 95 noch vernünftig aussieht und noch nicht so abgekaut ist wie »Verdana« oder »Arial«. Die Serifenvariante sieht überraschend gut aus, wenn sie hell auf dunklem Hintergrund eingesetzt wird.
  9. Roland am 6. August 2004 #

    Was mich interessieren würde: Welche Alternativen kann ich zur Georgia angeben, denn auf Mac (m.W.) und Linux ist sie normalerweise nicht vorhanden?
  10. Gerrit am 7. August 2004 #

    Interessante Frage!
    http://www.apple.com/de/macosx/features/fonts/
    Hier findest Du die Schriften von MacOS X. Ich denke, dass die Hoefler Text der Georgia ganz nahe kommt! Müsste man glatt mal probieren …
  11. roland am 7. August 2004 #

    Ist “Hoefler Text” denn standardmäßig auf Mac installiert? Was Linux anbetrifft, bin ich mir ganz unschlüssig, zumal – zumindest auf meinem Rechner – die Browser machen, was sie wollen. Die schönste Schrift spuckt mein Firefox aus, nämlich wenn in dem betreffenden Dokument entweder keine oder “Serif” als vorrangige Schrift eingegeben ist. Die angezeigte Schrift kommt Georgia auch nahe (zumindest ist sie deutlich eleganter als Times New Roman), allerdings weiß ich nicht, auf welche Schriftart Firefox hier zurückgreift.
  12. Xrimane am 12. August 2004 #

    Ich fand den Artikel doch sehr interessant, muss mich aber der Kritik der Schriftgröße anschließen – als erstes habe ich (unter Firefox/Linux) mal zwei Stufen hochgezoomt.

    Es wäre schön, wenn die Schriftschnitte nicht nur als Pixelgrafik-Überschriften auftauchen würden, sondern in einem kleinen Beispiel auch so, wie der eigene Browser sie darstellt.

    Auf den SuSE-Systemen (und wahrscheinlich auch anderen Distributionen) ist übrigens von Anfang an schon meist eine Vielzahl von Schriften installiert – alle im Artikel erwähnten Schriften waren bei mir schon vorhanden.

    Gekommen auf diese Seite bin ich übrigens über Google, auf der Suche nach einem Tipp, wie ich die Schriftglättung in meinem neu heruntergeladenen Mozilla aktiviere – ehrlich gesagt kann ich nicht nachvollziehen, wie man sich das Web ohne antun möchte ;-)

    Vielleicht sollte man wirklich für das Netz mal ein wenig mutiger sein, und nicht immer nur “Verdana” nehmen, weil man da halbwegs weiß, wie’s ausschaut. Ich werde es mal ausprobieren ;-)
  13. Gerrit am 13. August 2004 #

    Xrimane, Deinen Vorschlag nehme ich gerne an. Es gibt jetzt eine Live-Vorschau, wie jede Schrift auf der aktuellen Konfiguration aussieht, mit der diese Seite jeweils betrachtet wird!
  14. Tobsen am 19. August 2004 #

    @ Roland: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Georgia auf OS X immer verfügbar ist. Noch wird der IE mitinstalliert.
  15. Ansgar am 20. August 2004 #

    Ein starker Beitrag, auf den ich wohl ohne den Hinweis bei Einfach-für-Alle niemals aufmerksam geworden wäre. Und das, wo ich das Thema doch regelmäßig (siehe URL) im Auge habe. Gratulation zur gelungenen Trilogie.
  16. Rudolf Weber am 6. September 2004 #

    Kompliment für Deine echt hilfreichen Beiträge. Ich freue mich immer wieder, wenn ich auf ernsthafte Beschäftigung mit Typografie stoße, zumal ja der Zugang zu diesem Thema nicht jedem glückt. Immerhin hat das technische Manko der Darstellung von Text auf Bildschirmen offensichtlich wieder zu einem intensiveren Studium der Charaktereigenschaften von Schriften geführt. Recht so!

    Viele Grüße vom Bodensee
    Rudolf
  17. sum1 am 23. Oktober 2004 #

    wo gibts denn die attitude spaceout? google findet nichts …
  18. Klaus Martin Meyer am 3. November 2004 #

    Auf zwei Schriften möchte ich noch hinweisen:
    – die Nina (stammt übrigens wie die Verdana und Georgia von Matthew Carter). Sie ist eine Bildschirmschrift für Windows CE und leider noch nicht freiverfügbar. Ihr Vorteil ggü. der Verdana ist vor allem ihre geringere Laufweite.
    – die Base 12 von Zuzana Licko. Licko hat sich schon sehr früh mit bildschirmoptimierten Schriften beschäftigt. Und die Base ist eine der wenigen Bildschirmschriften mit eigenem Charakter. Es gibt als Sans, Serif und Mono. Aber natürlich ist die Base keine Systemschrift …

    Ansonsten: sehr schöne Site, Gerrit. Vielen Dank. :-)
  19. Gerrit am 3. November 2004 #

    @Klaus: Jaa, aber die definition einer HTML-Schrift ist natürlich, dass sie bitteschön jeder installiert haben sollte, was bei kostenpflichtigen Fonts nicht zu leisten ist. Nina und Base sind sicher brauchbare Fonts, haben aber in HTML nicht viel verloren!
  20. Eckhard Rotte am 24. Januar 2005 #

    Zunächst auch nochmal von mir ein Dankeschön für diese Serie. Mir hat Sie sehr dabei geholfen, einen Einstieg in das Thema Typografie zu finden.

    Ich hätte auch noch eine Schrift beizusteuern:
    Die »Lucida Sans Unicode« ist unter Windows weit verbreitet und sicherlich einen Versuch jenseits von Verdana und Arial wert, z. B. innerhalb einer font-family-Kaskade mit entsprechenden Ausweichsfonts.
    Also z.B.:
    font-family: "Lucida Grande", "Bitstream Vera Sans", "Lucida Sans Unicode";

    Grüße
    Ecki
  21. Eckhard Rotte am 24. Januar 2005 #

    Ups, bevor es Kommentare hagelt:

    Selbstverständlich gehört an das Ende dieser CSS-Regel noch irgendein allgemeingültiger Fallback für »alle Anderen«, also
    ...,verdana, sans-serif o. ä.

    Grüße
    Eckhard
  22. Aristoteles Pagaltzis am 5. März 2005 #

    Eines muss ich, wie jedes Mal, wenn es aufs Thema kommt, auch hier wieder loswerden: »Vera Sans Mono« ist einfach göttlich. Ich habe schon Hunderte und aber Hunderte von Stunden im Texteditor vor dieser Schriftart verbracht — und kann mich immer noch nicht an ihr sattsehen. Das Schriftbild ist so ausgewogen, ruhig und klar, es ist einfach unbeschreiblich. Ich bin Bitstream ob ihrer Grosszügigkeit etwas schuldig. Wer sich die Vera-Familie nicht auf den Rechner holt, ist selbst schuld.
  23. serotonic am 11. März 2005 #

    Du verdienst einen Orden, alleine für den Absatz über die Comic. Sehr schön!
  24. Robin Holler am 20. März 2005 #

    Ich finde die 70% hier übrigens auch zu klein … Netter aufschlußreicher Artikel, mit ebenso aufschlußreichen Kommentaren – Danke!
  25. Martin Bialasinski am 5. April 2005 #

    Guter Artikel. Auch wenn der Autor auf dieser Seite zeigt, warum viele erfahrene Webentwickler nicht gut auf die Verdana zu sprechen sind.

    Sie ist nämlich bei gleicher nomineller Größe (14px oder was auch immer) real größer als andere Schnitte.

    Damit ist auch klar, warum sie z.B. bei 10px besser lesbar ist als andere Schriften. Die Zeichen sind halt so groß, wie bei anderen Schriften bei 11px.

    Wäre soweit ja nicht schlimm. Aber jetzt kommt das übliche: »Sieht zu groß aus. Muß ich verkleinern.« Und schon steht da ein 70% im Stylesheet.

    Was ist das Problem? 100% ist die Schriftgröße, die der Benutzer im Fließtext sehen will. Das ist die von ihm gewünschte und eingestellte »Normalgröße«.

    Habe ich die Verdana mit 14px als für mich angenehme Schrift eingestellt, erscheint der Haupttext hier in nur 10px! Habe ich die Verdana nicht installiert, wird gemäß css die Arial genommen. Und die sieht in 10px noch kleiner aus als die Verdana!

    Grundregel 1 im Webdesign:

    body { font-size: 100% }

    Der Benutzer weiß selbst am besten, welche Schriftgröße er angenehm lesen kann.
  26. Gerrit am 5. April 2005 #

    Einspruch! font-size: 100% sieht in ALLEN Schriften viel zu groß aus! Und schätzungsweise 60 Prozent der Nutzer wissen nicht einmal, dass man die Schriftgröße verstellen kann. Außerdem zerhaut es bei 100% Schriftgröße sämtliche Layouts. Sieht einfach schrottig aus und vergeudet Platz.

    Außerdem liegt die Verdana mit 97% Verbreitung ziemlich dicht dran an der Arial mit 98% Verbreitung. (Zahlen geschätzt). Insofern halte ich einen Grundwert von 70-80% für einen großartigen Wert, um ein Web-Layout zu starten. Das sollte für einen schönen Kompromiss zwischen Designer und Barrierefreiheitsexperten sorgen, oder?
  27. silke am 9. August 2005 #

    hallo gerrit.
    sehr gut aufbereitete informationen, die mir nun den einstieg in mein diplom-thema erleichtert haben. und auch die ganzen kommentare sind klasse. so habe ich mir ein paar wochen recherche gespart. mal schauen, was es nun wird! ich halte dich auf dem laufenden. ab mitte september geht es los.
    viele grüsse
    silke
  28. Robin am 23. August 2005 #

    Ich bin zufällig auch nochmal hier gelandet. Kann Martin Bialasinski in allen Belangen nur beipflichten. Daß 100% immer zu groß aussehen, sie sämtliche Layouts sprengen und der Nutzer nicht weiß, wie man die Schriftgröße ändert, ist in meinen Augen kein Gegenargument. Auf Dauer muß man es dem Nutzer beibringen. Das ist wie mit target _blank. Der Nutzer sollte irgendwann wissen, was er tut. Und bis dahin sollten nicht alle mit veränderten Fließtextschriftgrößen oder neu geöffneten Fenstern geplagt werden. Die Hoffnung von zunehmend mehr Medienkompetenz der Internetreisenden muß man einfach hegen, finde ich.
    Und es werden nicht sämtliche Layouts gesprengt, sondern nur die, die nicht flexibel an die Schriftgröße angepasst wurden. Genau wie 100% immer genau richtig und nie zu groß aussehen, wenn der Besucher alles richtig für seine Bildschirmauflösung konfiguriert hat.
  29. Kraxler am 6. September 2005 #

    Moin,

    super Beitrag, gute Ideen und Anregungen dabei. Aber dass Linux-User keine Arial haben, das stimmt so nicht ganz. Es gibt die WindowsCoreFonts als Paket, damit hat man das Problem recht schnell und unkompliziert gelöst. Grundsätzlich nicht nötig (es gäbe ja Alternativen), aber für Webgestalter und alle, die sich mit Schriften beschäftigen müssen, eben doch ein Muss.
  30. Stefan am 15. September 2005 #

    Aber 100% Schriftgröße ist dennoch zu vermeiden.
    Stattdessen soll man laut einfach-fuer-alle.de auf folgende Werte zurueckgreifen: 69%, 76%, 86% oder 93%, weil die tatsächlichen Schriftgroessen aufgrund von Browserbugs ansonsten recht unterschiedlich ausfallen.
    Siehe das basic.css im verlinkten Stylesheetdownload.
  31. Robin am 16. September 2005 #

    Gegen die Browserbugs wähnte ich mit der üblichen Angabe von 100.01% oder 101% eigentlich fast alles abgedeckt. Fällt die tatsächliche Schriftgröße auch mit 100.01% unterschiedlicher aus, als mit 93%? Das höre ich zum ersten Mal.
  32. Martin am 24. Oktober 2005 #

    Vielen Dank für diesen Klasse Essay. Von daher wollte ich nachfragen, ob es erlaubt wäre Auszüge aus deinem Essay in einer Projektarbeit zu verwenden, die wir an der Berufsschule erstellen sollen.
    Unsere Aufgabe ist es einen imaginären Verlag zu gründen, der eine Typobroschüre herausbringt. Da mein Team und Ich Non-Printer sind, haben wir uns das Thema Netztypografie herausgesucht und Auszüge aus deinem Essay könnten unserer Arbeit noch mehr Tiefsinn geben.

    Beste Grüße Martin
  33. Karsten am 26. Oktober 2005 #

    Ja, Schriften sind wirklich das Salz in der Suppe. Als Webdesigner der Gothicszene stehe ich ständig vor dem Problem der Schriften. Nimmt man besondere Schriften, kommt beim User nix davon an. Nun hat man drei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder man gestaltet die Schrift als Bild, oder als Flash oder bietet den speziellen Font als Download an. Wer das Problem mal löst, den schlage ich für den Nobelpreis vor :-)
  34. FlyingBock am 1. November 2005 #

    Ein Bekannter empfahl mir dieses Essay in Bezug auf Web-Fonts, und ich bin nicht enttäuscht worden. :-)
    Danke, sehr informativ und nützlich.
  35. der1 am 22. Dezember 2005 #

    Karsten,

    ich würde mittels PHP (im spez. GD-Lib) eine Funktion basteln, die über eine auf dem Server abgelegte Truetype-Schrift eine Grafik ausgibt. So erspart man sich die ganze Vorbastelei in Photoshop o.ä.

    LG

    ¹
  36. mr c. kaotique am 6. Februar 2006 #

    Mit deinem Kommentar ueber die Comic Sans sprichst du mir aus der Seele. An meiner Schule (UK) nutzen nahezu alle Lehrer fuer ihre Arbeitsblaetter diese Pest. Auch Fliesstext und Matheexamen … Ich kann es nicht mehr sehen. Auf meine Beschwerde diesbezueglich erhielt ich zur Antwort, dass eine Studie ueber die Lesbarkeit von verschiedenen Schriften durchgefuehrt wurde und der Comic Sans die beste Lesbarkeit bescheinigt! Soweit ich weiss basierte die Aussage auf einer Umfrage im UK.
    Dennoch, ich bleibe dabei, sie ist haesslich, und erst recht wenn nahezu alle Dokumente so verfasst werden.
    Weisst du evtl etwas mehr? Ich wollte schon selber recherchieren, leide aber etwas unter Zeitmangel.

    Gruss und danke fuer den schoenen Artikel.

  37. Henning am 20. Februar 2006 #

    Zu der »Krankheit« gibt es einen wunderbaren Link, den ich Euch nicht vorenthalten möchte: http://www.bancomicsans.com/

  38. Erik Pöhler am 21. Februar 2006 #

    Möchte nur eben hervorheben, dass die Vera Serif, meiner Meinung nach nicht in die Klasse der serifenbetonten Linearantiqua fällt. Wie lässt sich deine Behauptung begründen? Für eine Egyptienne wären die Serifen zu schmal, auch die Strichstärke von Grund- zu Haarstrich weist einen deutlichen Unterschied auf. Gegen die Clarendon-Untergruppe spricht, dass die Vera keine gerundeten Serifen hat. Und Italienne?...

    Ansonsten interessanter Blog. Danke für die Schriften-Infos und -Links!

  39. Thomas Kimmich am 2. Juni 2006 #

    Was mir so sehr an diesem Thread gefällt ist die ruhige und gelassene Art der Autoren und Besucher. Endlich etwas auf das Wesentliche reduziert und ohne Geschrei, Gekeife und gegenseitige Zuweisungen kollektiver Unfähigkeit.
    Als DTP`ler hat man`s im Web wirklich schwer, bei den FONTS beginnend – ein paar mehr Enthusiasten wie Euch – und alles würde gut werden.

    Hopsing

  40. Norbert Gmehling am 23. Juli 2006 #

    Hallo,

    ich würde mich freuen, wenn sich alle mit Angeboten zum Thema Fonts, Schriften & Beschriften auf meinem neuen Linkportal eintragen würden:

    Schriften.com

  41. Jörg Eberbeck am 26. Juli 2006 #

    Zwei Anmerkungen:

    Falls man mehr Unicode-Unterstützung braucht: Es gibt als Weiterentwicklung der »Bitstream Vera« die »DejaVu« (frei), die sehr viele Sonderzeichen und fremdsprachliche Zeichen enthält.

    Und ich bin auch ein Freund größerer Schriften am Bildschirm. Obwohl ich erst Mitte 40 bin, sind mir viele Schriften unangenehm klein und schwer zu lesen, so daß ich häufig die Schriften vergrößere. Meistens geht dann aber das Layout »aus dem Leim«, weil die Größen nicht relativ zur Schriftart programmiert wurden. Deshalb mein Appell: Möglichst alle Größenangaben relativ machen (%, em), dann stört es auch nicht, wenn man eine bestimmte Basisschriftgröße angibt.

  42. Markus am 19. August 2006 #

    Vielen Dank für diesen Essay und eure Kommentare. Ich freue mich immer, wenn ich meine Vorstellungen von verschiedenen Dingen (hier Schriften im Web) relativieren darf. Man lernt nie aus und da ich mich gerade diesem Thema über die Barrierefreiheit nähere passt dies sehr gut, da man dazu neigt, den gestalterisch – typografischen Aspekt aus den Augen zu verlieren. Deshalb nochmals Danke!
    p.s. ich persönlich mag die Verdana, allerdings will sie mir nicht so recht ab 16pt Größen gefallen.

  43. Dominik am 20. September 2006 #

    Hallo Gerrit,
    recht frisch (naja, schon drei Wochen alt) hab ich das hier heute über den Dr. Web-Newsletter gesehen: Ist die Web-Typographie zu retten?

    Eine Initiative muss wirklich her, um einige Schriften systemübergreifend zur Verfügung stellen zu können – es wird Zeit, dass MS, Apple und die Linux-Gemeinde an einem Strang zieht – jeweils auch im eigenen Interesse.

    Ich bin mal gespannt, was daraus wird.

    Gruß
    Dominik

  44. FRAGE am 27. September 2006 #

    Bei mir ist im Internet die schrift viel zu klein kann mir vielcht einer helfen?

  45. Erik am 19. Oktober 2006 #

    @FRAGE:
    Bei Windows hilft nur »größer machen« ([STRG] + Mausrad) oder auch sehr beliebt: »Caps Lock« :D ungefähr genauso beliebte Alternative wäre noch »Rechner platt machen« ;)
    mfg

  46. rusaki am 7. November 2006 #

    Danke, die Information finde ich sehr nützlich

  47. GE am 11. Januar 2007 #

    Hallo, ist denn die Eingabe von font-size 100% nicht überflüssig? Ich mache gar keine Angabe zur Schriftgrösse, jedenfalls bei grösseren Textpassagen, die gelesen werden sollen. Das entscheidet dann der Browser des Besuchers, oder der Besucher selbst durch seine Einstellungen.

    Das hat folgende Vorteile:

    1. Der unerfahrene Besucher bekommt eine lesbare Schrift, die Browser-Entwickler sind ja schliesslich auch keine Laien.
    2. Der erfahrene Besucher kann sich die Schrift einstellen, wie es ihm angenehm ist.

    Das einzige, was ich vorgebe, ist die Schriftart, da Serifenschriften wie Times New Roman z. B. im IE mit der Standard-Schriftgrösse zu piepselig aussehen. Also eine Schriftart ohne Serifen und das übliche sans-serif hintendran.

    Das Layout oder Design der Seite muss dem Rechnung tragen, dann wird es auch nicht durch geringfügige Schriftgrössen-Manipulation seitens des Besuchers zerhauen. Und dass das, was wir machen, jedem gefällt, ist doch Illusion. Es wird immer jemanden geben, dem die Schrift zu klein oder zu gross ist.

    Ansonsten stimme ich Gerrit zu, kleine Schriften grundsätzlich sans-serif, grosse Schriftzüge (z. B. Überschriften) mit Serifen,

    Gruss an alle, GE

  48. Pia am 9. Februar 2007 #

    Zur Comic Sans: Diese Schrift ist eine der wenigen Schriften, die das kleine a so »schreiben«, wie es die Kinder in der Schule lernen. Vielleicht ist das ein Grund, warum es viele Lehrer benutzen?

  49. Dr. Cho am 16. März 2007 #

    Dass die Tahoma nicht aus Windows rausgeht, ist wohl ausnahmsweise mal ne gute Idee von Microsoft. Das Windows Menü (Datei, Bearbeiten) ist nämlich klassischerweise Tahoma in Schriftgrad 11px. Daher sehen Menüs auf Webseiten in Tahoma 11px auch immer etwas nach Windows-Menüs aus.

  50. Wolfgang am 27. März 2007 #

    Im WIKIPEDIA Lexikon – und nur dort – ist die Schrift auf meinem Computer so gut wie nicht zu lesen. Erst wenn ich die Option »Schriftartangaben auf Webseiten ignorieren« aktiviere wird sie wieder lesbar. Wie finde ich heraus, welche Schrift dort verwendet wird und woher bekomme ich sie? Oder gibt es noch andere Problemmöglichkeiten? Grüße Wolfgang

  51. Michael am 23. Juli 2007 #

    Superfeiner Artikel, besten Dank! Woran ich mich ein wenig gestoßen habe, ist die sehr starke Nähe (in einem der ersten Absätze) von inhaltlich Schlechtem und dem Verweis auf Behinderungen.

    Grob definiert reichen die Schriftgrade mit Mengentextcharakter von 9px bis 16px. Was darüber hinausgeht, wirkt schon ziemlich heftig und erinnert an Seitengestaltung für Sehbehinderte.

    Hier wird die »Seitengestaltung für Sehbehinderte« in meinen Augen eindeutig pejorativ verwendet … Vielleicht kann man das ja irgendwie inhaltlich ein bisschen nachbessern!

    Ansonsten danke ich für einen gut recherchierten Artikel, mit dem man auch etwas anzufangen weiß!

  52. Gerrit am 23. Juli 2007 #

    Ich bin ja selber sehbehindert mit meinen –8 Dioptrin! Ich glaube, dass man das schon versteht, wie’s gemeint ist! Aber danke für den Hinweis!

  53. diddy am 23. Juli 2007 #

    danke für den beitrag … ist echt hilfreich!

  54. Stefan (PPT-TV) am 23. Juli 2007 #

    Wir waren neulich bei Luc(as) de Groot und haben ihn nach den neuen Microsoft-Schriften befragt. Total sympatischer Typ. Das Interview ist in der aktuellen Folge von PPT-TV zu sehen.

  55. hans am 23. Juli 2007 #

    guter artikel. das einzige was etwas stört ist das unterschwellige MS-gebashe, das wirkt etwas unprofessionell m.e.. die comic sans ist eine schrift die entworfen wurde, um texte in comicblasen zu schreiben, und dafür ist sie vollkommen ausreichend. sicher, sie ist alt, und heute würde so eine schrift bestimmt anders gestaltet (siehe »comic-life« unter osx). warum MS in vista keine zeitgemäße alternative eingebaut hat versteh ich auch nicht so recht.

  56. Kriesi am 24. Juli 2007 #

    @hans: Für den von dir angesprochenen Zweck ist die Comic sans ja auch vollkommen legitim.
    Die Krankheit ist nicht die Schrift selbst sondern deren gebrauch in unpassenden Situationen.

    Frage mich immer wieder was die Schrift in Geschäftberichten, Bewerbungsschreiben und dergleichn zu suchen hat ….

  57. Edoardo am 24. Juli 2007 #

    Ich finde, die Constantia sieht unter XP ohne ClearType (also mit Standardglättung) fast besser aus.

    Die Courier (Old, also ohne New) ist unter Windows allerdings eine ganz eigene Schrift, wie eine Neuerfindung.

  58. Vitaly Friedman am 27. Juli 2007 #

    Hallo Gerrit,

    und wie siehts mit Segoe UI aus? Sie ist doch bei Windows Vista auch automatisch dabei, wie du auch bemerkt hast? Sie hast du aber nicht genauer unter die Lupe genommen.

  59. Gerrit am 27. Juli 2007 #

    Die Segoe ist ähnlich gelagert wie die Tahoma – eine Systemschrift von Windows, mit der man als Mac-User kaum in Berührung kommt. Gut, das trifft auch auf die 6 ClearType-Fonts zu, aber ich habe die wage Hoffnung, dass diese 6 Schriften eines Tages auch als CoreFonts unter Mac OS X standardmäßig zu finden sein werden. Anders ausgedrückt: Die Segoe wird kaum außerhalb von Vista zu finden sein, die C-Fonts hingegen schon!

  60. kaotisch am 31. Juli 2007 #

    Klasse, vielen Dank für diesen Artikel!

  61. Matthias am 6. August 2007 #

    Klasse Artikel und sympathischer Schreibstil! Danke! :)

  62. Joellez am 9. August 2007 #

    Ein wunderbar geschriebener Text zum Thema Schriften, habe sehr geschmunzelt und hilfreich war er auch noch.

    Schaue jetzt bestimmt öfter mal vorbei

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