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Gerrit, 14.03.2012

QR-Codes

Wer mich und meine Texte ein wenig kennt, wird eventuell ahnen, dass ich kein sonderlich großer Freund von QR-Codes bin. Der Grund: Sie sind meistens nutzlos, bzw. werden zu 95 % in unpassenden Situationen eingesetzt. Daher lache ich am lautesten über jeden guten Witz, der derzeit mit ihnen veranstaltet wird. Aber ich kann verstehen, warum QR-Codes derzeit dennoch überall auftauchen.

QR-Codes sind nämlich ein Kommunikationsdesigner-Ding. Usability-Experten haben mit der gehäuften Präsenz recht wenig zu tun, nein, die »Creative- und Artdirektoren« sind schuld. Da ich ja selber Design studiert habe, weiß ich das.

Designer mögen es nämlich oftmals nicht, wenn man auf dem direktesten Weg zum Ziel kommt. Es geht ihnen meist um eine »Brand Experience«. Es geht um Geschichten, die erzählt werden sollen, Entdeckungsreisen, Überraschungen und das Erhalten von Spiel, Spannung und Unterhaltung.

Das Abtippen einer URL von einem Plakat in sein Smartphone ist öde, weil man vorher schon weiß, was einen erwartet: Eine stinklangweilige, nicht-personalisierte Corporate-Landing-Page. Was will man bei www.nivea.com oder www.adidas.de/anniversary schon groß erwarten? Deshalb wird der mysteriöse QR-Code vorgeschaltet, der den angefixten Plakatgucker (WTF?) spielerisch dazu verleitet, sich überraschen zu lassen, was sich da für ein Wunderland auftut, wenn er sich die Mühe macht.

Das Argument mit der »Eintipphilfe« ist Quark. Auf heutigen Touch-Smartphones hat man eine Adresse dreimal schneller in den stets präsenten Browser eingetippt, bevor man das QR-Scanprogramm gestartet bzw. heruntergeladen hat. Unter iOS muss man das ja erstmal im AppStore suchen. Unter Android ist es (meines Wissens nach) schon vorinstalliert.

Aber darum geht es nicht. Die QR-Code-Fans unter den Werbeleuten sind die gleichen, welche Flash-Intros für eine gute Idee halten, und die Navigationsmenüs ohne Beschriftungen entwerfen. Oder irreführende Navigationsmenüs mit blumigen Bezeichnungen wie »Erleben«, »Reizen«, »Integrieren« usw.

Lasst es euch nochmal gesagt sein: Niemand betrachtet ein Plakat oder eine Website als Erlebniswelt! Niemand ist dermaßen daran interessiert, das große Branding-Mysterium einer neuen Feuchtigkeitscreme aufzudecken, dass er bereit ist, sich mit dem Gefummel eines QR-Codes auseinanderzusetzen.

Wenn ihr etwas wollt, schreibt es einfach hin. Wer gute Botschaften hat, muss sich nicht hinter einer künstlichen Mauer verstecken. Spielerische Werbung schön und gut, aber ein bisschen mehr Konkretheit tut der professionellen Kommunikation immer gut.

26 Kommentare

  1. Wishu Kaiser am 14. März 2012 #

    QR-Codes generell zu verteufeln würde ich jetzt nicht wagen. Hier in Berlin nutzt zum Beispiel die BVG QR-Codes für Ist-Abfahrtzeiten. Also die realen Zeiten inklusive Verspätung etc. Eine solche URL sieht dann zum Beispiel so aus: http://mobil.bvg.de/IstAbfahrtzeiten/index/mobil?input=9161008

    Hierfür ist es wirklich sinnvoll. Ich brauche (eben 3 mal getestet) vom Display an zum QR-Code-Leser 6 Sekunden. In der Zeit habe ich gerade »http:« getippt.

    In der Werbung wirklich fail. Ich meine, ich stehe am U-Bahnhof und sehe hinter den Gleisen, wo ich nicht hinkomme, ohne überfahren zu werden, einen ca 10×10cm großen QR-Code. Mit Nokias Pure View mit seinem hübschen Zoom durch die 41MP sicherlich kein Problem. Sobald man aber ein normales Smartphone wie das iPhone oder das Galaxy Nexus hat, wird es dann schon lebensgefährlich den Code zu scannen.

    Also ich muss dir auf jeden Fall zustimmen, dass QR-Codes in der Werbung einfach nur unpassend sind. Sie sind nicht erklärt und für adidas.de brauche ich keinen QR-Code.
    Für konkrete Ziele allerdings, wie die Ist-Abfahrtzeiten meines Busses an dieser Station ist es aber definitiv ein Mehrwert.
    Zumindest, wenn man weiß was es ist.

  2. Justus am 14. März 2012 #

    Sollte es statt nivea.com nicht eher nivea.com?id=98234 o.ä. sein? Ich habe das bisher noch nie so richtig untersucht, was aber eher am Plakatdesign als an den Codes lag. Rein theoretisch lassen die sich nämlich gut zur Reichweitenmessung einsetzen.

    Was die Designerdenke angeht, triffst du vollkommen ins Schwarze – genau das sieht man als KDler hier in Mainz ständig.

  3. Michael Schmid am 14. März 2012 #

    Gerrit, wieder mal ein Thema auf den Punkt gebracht! Mehr kann man dazu nicht sagen! #Chapeau

  4. Michael Schmid am 14. März 2012 #

    Ergänzung:

    @Wishu: Die von dir genannten URL ist sicherlich unsinnig. Hier ist aus meiner Sicht aber eher ein »sinnvoller« Link oder Shortlink schneller eingerichtet und einfacher abzutippen als ein QR-Code…

  5. Florian am 14. März 2012 #

    Bin deiner Meinung, Gerrit!

    @Wishu: QR-Codes sind per se nichts Schlechtes. Aber als »Lockmittel« völlig untauglich.
    Der BVG-Einsatz ist ein positives Beispiel. Der Einsatz auf Markenplakatan ein negatives.

  6. Boris am 14. März 2012 #

    ich würde mir mehr QR-Codes auf Rechnungen als Bezahlcode wünschen. Ratz-Fatz die Überweisung fertig und abschicken (z.B. mit iOutbank aber auch ein paar andere können es wohl schon)

    Als Lockmittel? Bin unschlüssig, ob es nicht doch etwas bringt. Man soll ja nicht immer von sich auf andere schließen. Ich stelle mir gerade ein großes Plakat vor auf dem nur ein QR-Code zu sehen ist… könnte mir vorstellen, dass den doch viele aufrufen – vor allem eher die Zielgruppe (wenn sie denn so definiert wurde), die a) weiß, was das ist und b) technisch versiert ist, um den aufzurufen :)

  7. viola am 14. März 2012 #

    ich denke auch, daß man je nach anwendungsbereich unterscheiden sollte.
    zu dem von wishu genannten »sinnvollen« beispiel aus dem öffentlichen nahverkehr würde ich z.b. ergänzen: authentifizierungs-systeme, unterstützung von menschen mit behinderungen (siehe z.B. http://2d-code.co.uk/qr-code-assistive-technology/), verwendung in bibliothekskatalogen (kodierung von signatur und titel, ersatz für »stift und papier«).
    und manchmal gibt es auch im bereich der werbung beispiele, die ich für gelungen halte, z.b. das preisrätzsel der stadtbibliothek mannheim im vergangenen jahr (siehe z.b. http://www.mannheim.de/nachrichten/codierter-wettbewerb-stadtbibliothek).

  8. Michael am 14. März 2012 #

    Also, iuch ärgere mich oftmals eher über fehlende QR Codes. Klar machen viele einen Riesenquatsch damit und ausserdem ich fände es sehr transparent (auch barrierefrei), wenn auf Flyern, Plakaten oder wo auch immer auch die URL ausgeschrieben darunter wäre.
    QR Codes müssen im Übrigen auch nicht immer so langweilig daherkommen! Sie können bunt sein, auf eine Grafik drunterliegen, etc.
    Da ist schon noch Potenzial…

  9. Fabian Bott am 14. März 2012 #

    Danke für diesen Beitrag

  10. Gero am 14. März 2012 #

    (a) Auf allen meinen 2.x-Androiden war der QR-Scanner nicht vorinstalliert – zugegebenermaßen besitze ich kein zeitgemäßes Oberklassegerät, der neueste Zugang ist der Kindle Fire, der keine Kamera hat (und auch nur ein kastriertes Android).

    (b) Dass es länger dauert, einen QR-Code zu scannen, als eine Adresse einzutippen, ist schlichtweg Unfug. In der Regel hat hat man AD 2012 die App schon – vorinstalliert oder aus einer generellen Technikaufgeschlossenheit heraus selbst nachinstalliert. Ich muss das Ding ja nicht auf einem der Haupt-Startbuttons platzieren, aber via Spotlight habe ich die QR-App genauso schnell gefunden wie die reguläre Kamera-App.

    © Der Zweck heiligt natürlich nicht die Mittel – sehr schön fand ich kürzlich einen riesengroßen, sehr klein gedruckten QR-Code in einem A4-Printmagazin, den die 1 Megapixel-Kamera des iPad 2 nicht ordentlich aufgelöst einscannen konnte. … Hätte man die URL geshortened, wäre das vermutlich kein Problem gewesen.

    (d) Richtig ist aber: Ein QR-Code in einer Printanzeige für (was weiß ich) einen Internethoster, der mir statt über die generische URL tollerhoster.de im Umweg über den höheren Informationsgehalt des QR-Codes einen Rabatt verspricht, ist wirklich nicht schlecht — und der Hoster weiß auch direkt, wie ich zu ihm gefunden habe.

    (e) Allerdings kann ich derartige »ernsthafte Links« eher am Desktop als am Mobilgerät gebrauchen. Ergo habe ich mir kürzlich einen kostenlosen QR-Scanner auf den iMac geholt (QR Journal im Mac App Store.) Ist halt nur ein bisschen unhandlich, weil ich die Zeitschrift vor die Webcam halten muss.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Früher war alles besser, die IT-Gimmicks der heutigen Kids sind nur noch Müll im Vergleich zu dem, was in wir in unserer Jugend gemacht haben … yadda, yadda, yadda. Jetzt stell Dich halt nicht so an. ;-) Und schau mal auf den beigefügten Link. :-D

  11. hans am 14. März 2012 #

    also unter iOS und android ist das umständlich aber bei wp7 ist der scanner in die suche mit eingebaut, das geht auf jeden fall schneller als das abtippen einer url …

  12. Gerhard Großmann am 14. März 2012 #

    Wie immer ist nicht das Mittel schlecht, sondern wie man es einsetzt. Wer den QR-Code dazu benutzt, etwas zu versprechen, was er nicht hält, macht den eigentlichen Nutzen kaputt. Ich könnte mir durchaus mehr sinnvolle Beispiel vorstellen:

    • Link zum Filmtrailer auf einem Kinolakat
    • Möglichkeit, einen Veranstaltungstermin gleich im Kalender zu speichern (geht das mit QR?)
    • Aktuelle oder ortsbezogene Ergänzungen (wie Abfahrtszeiten, Spieltermine, nächstliegendes Geschäft, …)
    • 3D-Ansicht des Produkts als augmented reality
    • Beworbene CD vorhören
    • …

    (Natürlich immer mit der Information, was der QR-Code macht und einem alternativen Link)

    Man muss sich halt in die Perspektive eines »Kunden« oder Betrachters versetzen und sich fragen, was derjenige wirklich möchte und braucht und welche sinnvollen Zusatzinformationen man ihm bieten kann, die sich nicht auf ein Plakat/ eine Anzeige drucken lassen.

    Ein zweiter Punkt zu QR-Codes ist noch, dass man sie auch an geeigneter Stelle verwendet. Sie sollten also einfach einzuscannen sein und auf keinen Fall in einem digitalen Medium, das ich schon mit meinem Smartphone aufrufe (Website, Newsletter, Avatar-Bildchen). Dazu gibt es anklickbare Links.

    PS: Habe gestern einem Freund, der ein neues Smartphone hat, heimlich einen QR-Code mit einem witzigen Text auf die Zigarettenschachtel geklebt. Bei seinem Android-2.3-Gerät war ein QR-Scanner standardmäßig installiert und das Scannen geht recht flott.

  13. Peter am 14. März 2012 #

    QR-Codes können ja deutlich mehr als nur URLs, für ein stupides www.wiriminternet.de sind sie nicht gemacht worden. Mal ein paar sinnvolle Einsatzbereiche:

    - lange URLs, wenn sie sinnvoll und nötig sind, und wenn es keine andere Möglichkeit gibt, sie abzukürzen. Das wirds nicht so oft geben … :-) Schließlich gibts ja Landingpages, Subdomains etc.

    - komplette Adressen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, sie ins Adressbuch zu bekommen. Also z. B. auf Visitenkarten. Obwohl es mittlerweile sogar brauchtbare Visitenkartenscanner gibt, sind die QR-Codes doch brauchbarer.

    - Texte, Motti etc. wenn sie zu lang sind, um sie abzutippen. Ein QR-code kann eine ganze Menge Text aufnehmen.

    - alle Arten von Codes, die zu umständlich sind, um sie abzutippen.

  14. Gerrit am 14. März 2012 #

    Natürlich spitze ich immer zu. Es gibt gute Gründe für QR-Codes (Das Fahrplanbeispiel ist so einer, das User-Tracking könnte auch einer sein), aber in der Realität sehe ich immer nur diese Branding-Neugierigmachscheiße, die meines Erachtens völlig daneben ist und die nur auf Werbeagentur-Meetings gut klingt. Ähnlich wie Fullflashseiten. Das ist ein und dieselbe Denkweise.

  15. Johannes am 14. März 2012 #

    Ich habe auch auf meiner Visitenkarte einen QR-Code (Inhalt: vCard-Version meiner Print-Karte). Damit kann man einfach meine kompletten Kontaktdaten auf seinem Gerät speichern. Finde ich persönlich praktisch.

  16. Simon Wehr am 14. März 2012 #

    Das Problem sind auch die Geräte. In iOS ist doch die Kamera jetzt so ultraschnell griffbereit. Warum ist an der Stelle nicht direkt ein QR-Decoder integriert? Wenn dem so wäre, könnten wir das Eintippen von URLs ganz abschaffen.
    Was die Seiten können, erzählen und ob Sie mobil-optimiert sind hat ja mit dem QR-Code rein gar nichts zu tun. www.nivea.de interessiert mich nicht. Egal, wie ich dahin gleitet werde.

    Für die Mehrwert-Werbung lässt sich ja inzwischen auch das ganze Plakat als Link verwenden (junaio, AR etc.)

  17. e2b am 15. März 2012 #

    Bezüglich Plakaten und Marketing muss ich Gerrit recht geben. Niemand bleibt bei einem Plakat stehen, um einen QR-Code einzuscannen, wenn daneben eine meist leicht merkbare URL steht. Und viele Firmen registrieren und verwenden sowieso für jede Kampagne eine passende Domain.

    Dem Argument, einfach einen Kurzurl-Service zu verwenden, kann ich nicht zustimmen. Smartphones sind mittlerweile auf schnelle Texteingabe optimiert, scheitern aber bei Wörtern, die nicht im Wörterbuch stehen, genauso wie an der Kombination von Groß- und Kleinschreibung sowie Buchstaben und Ziffern.

    Zudem möchte ich gar nicht immer eine Kurzurl verwenden, wenn die URL beispielsweise Zugangscodes oder persönliche Daten enthält. Gerade hier eignen sich QR-Codes: Visitenkarten, WLAN-Zugangsdaten, Authentifizierungsschlüssel (z.B. bei der Google Zwei-Wege-Authentifizierungs-App) oder auch Downloadlinks zu Bezahlcontent.

    Seit den immer besseren Smartphone-Kameras und schnelleren Prozessoren funktioniert das Einscannen übrigens richtig schnell bzw. meist sofort nach dem Autofokus. Der Code muss dabei noch nicht einmal großflächig im Bild zu sehen sein, auch wenn das die Erkennung beschleunigt.

  18. Roland am 15. März 2012 #

    Die Diskussion in den Kommentaren geht am Thema vorbei. Keiner stellt die Existenzberechtigung von QR-Codes in Frage. Wie sie allerdings zurzeit eingesetzt werden (epidemisch und zumeist völlig sinnentleert) darf man kritisieren. Sehr guter Beitrag!

  19. Gerhard Großmann am 15. März 2012 #

    Ich würde sagen, Roland, die Diskussion in den Kommentaren geht nicht am Thema vorbei, sondern darüber hinaus. Was nützt es, nur darüber zu jammern, wie fade und hinderlich der jetzige Einsatz ist? Das wissen wir alle und jeder hier würde es wohl anders machen.

    Da ist es doch gut, schon mal sinnvolle Alternativen und »Best Practices« zusammenzutragen, falls jemand vorbeischaut, der vorhat, demnächst einen QR-Code einzusetzen (meinetwegen auch, weil das gerade unglaublich hipp ist). Vielleicht bedient derjenige sich dann hier an den Ideen und sorgt für eine bessere Umsetzung.

  20. Dominik Pesch am 15. März 2012 #

    QR-Codes können wirklich sinnvoll eingesetzt werden. Auf Visitenkarten, wie oben beschrieben und es gibt auch einige Designer, die das sogar schon so hin bekommen haben, dass es trotzdem (häufig) noch gut aussieht:
    http://dzineblog.com/2012/02/33-creative-qr-code-business-cards.html

    Auch für Landingpage-URLs (mit Tracking-Möglichkeit) halte ich sie für sinnvoll.

    Leider hat Gerrit absolut recht, es gibt noch viel mehr unsinnige Einsätze: im Footer von E-Mail-Newsletter, (winzig-)klein auf Großplakaten etc. Eine schöne Übersicht dazu gibt’s z. B. hier: http://wtfqrcodes.com/

    Den Flash-Vergleich kann ich gut nachvollziehen, denn auch das wurde/wird meist mehr schlecht als wirklich gut/sinnvoll eingesetzt. Wobei ich statische und Intro-Seiten mit CSS3-/JavaScript-Animationen zumeist ebenso sinnlos finde.

  21. Marvin Thomas Rabe am 15. März 2012 #

    Auf Android Geräten ist in der Regel kein QR-Code-Scannner vorinstalliert. Allerdings hat (leider) jeder Hersteller die Möglichkeit das Betriebssystem nach Gutdünken anzupassen. Daher kann es sein, dass sich auf einigen Geräten bereits ein entsprechendes Programm befindet.

    Falls auf einem Gerät mal kein QR-Code-Scanner vorhanden sein sollte, dann kann man sich einen kostenlos aus dem Android-Market herunterladen.

  22. Andy am 15. März 2012 #

    QR-Codes sind sinnvoll, wo sie die Offlinewelt schnell und gut durch weiteren Content ergänzen können.

    Beispielsweise einen Buchkatalog, wo man per QR-Code während des Stöberns eine Hör- oder Leseprobe oder ein Video mit Autoreninterview abrufen kann.

    Der QR-Code teilt dem Nutzer dann auch direkt mit: Ich bin zusätzlicher und (hoffentlich) sinnvoller mobiler Zusatz-Content. Eine URL macht das nicht. Da weiß man nicht, ob dahinter eine Mobile-Site steckt.

  23. ctn am 18. März 2012 #

    In Zeiten von brauchbarer OCR (gerade für Visitenkarten gibt es mittlerweile eine Reihe guter Apps) stellt sich meiner Meinung nach obendrauf die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, die Daten einfach in lesbarer Größe und Schrift auf das Plakat/die Visitenkarte/etc. zu setzen.

  24. payday loans am 20. März 2012 #

    Gerrit, wieder mal ein Thema auf den Punkt gebracht! Mehr kann man dazu nicht sagen! #Chapeau

  25. BetrWirt.NetAdmin.StudiusSozWiss am 21. März 2012 #

    Der QR-Code ist gerade NICHT für Behinderte geeignet, wie man vermuten sollte. Insbesondere nicht in Berlin, bei der BVG. Das ist m.E. nur ein (gemeiner) Werbe-GAG.


    TIP: setze Dich mal in einen Rollstuhl, fahre zumnächstbesten Haltestellenhäuschen, und versuche dort per QR-Code Deine Bustour zu planen …. (viel Spass)


    M.E. kommt der übliche QR-GAG den Uraltwitzen nahe:
    (a) Schild auf der Tür in Pix 1.5: »Vorsicht, Tür öffnet nach außen«
    (b) als Aufkleber am KFZ-Heck: »wer dieses lesen kann, kann mich mal, wenn ich vorsichtig bremse …«


    Der QR-Code wird (witzigerweise) auch immer wie ein Honig_Lock-Klebestreifen im Stall (von superschlauen Bauern für vermeintlich hormongestörte Mistfliegen) verwandt.


    Logischer wäre eigentlich ne xxxl-Dose »Fliegentod«…. und vermutlich humaner !


    Kurz:
    Deppen fangen, Deppen verkleben, Deppen aussaugen !
    Dann vertrocknen lassen und entsorgen !


    Das nächste Opfermodell ist im Anmarsch:
    Funkgesteuerter Ausweis mit kontaktloser Abbuchungsoption für Ihre Kreditkarten !
    ..
    Wie früher die Bahnsteigkarten kostenpflichtig waren, wenn man die Oma oder den Behinderten zur Bahn brachte oder abholte ….


    PS: es gibt sicherlich GUTE Anwendungen für den QR-Code; nämlich als vereinfachende HILFE-Optionen:
    F1-Hilfe oder FAQ-Hilfe.


    Aber, als SORRY für kurzfristige Ersatzverkehre oder Verspätungs-/Anschluss-Endlösungen (Festsetzungen) für Behinderte, die urplötzlich an Bahnhöfen ohne Aufzüge oder Behindertenrampen »stranden« und dann »zu Fuss« auf anliegende Bahnhöfe (ohne exakte Routing-Informationen) ausweichen müssen, um irgendwann das avisierte Reiseziel zu erreichen, reicht der QR-Code-Service KEINESFALLS aus. Eine Übernachtung auf dem Bahnsteig oder im Bushäuschen; im Rollstuhl ?????, möchte ich als wirkliche Hi-Tec-Lösung nicht gelten lassen !!


    Allein, wenn ich mir die expotentiellen TAXI-Krankentransportkosten der Krankenkassen anschaue, weil die BVG weiterhin DDR-Straßenbahnen einsetzt, die weder Behinderte, noch Rollatoren-Rentner auf bestimmten Streckenabschnittten von A nach B (Jobcenter, Bezirksamt, Rentenversicherung, Arzt, etc.) transportieren kann, ist die Hi-Tec-Lösung, der QR-Code als Witz zu beurteilen !!!

    Mit sozialistschem Gruss
    Ihre 1-Euro-Kraft

    QR-Gleichgültigkeit:

    bitte nicht aufrunden
    und auch nicht vergessen !?!?!


    [200pro Selbsthilfegruppe]

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