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Gerrit, 17.05.2013

Super Duper Managed Services

Das Problem mit dem Registrieren als »Managed Services« bei der Telekom wird immer noch unterschätzt. Nicht nur, dass hier eine quasi unmöglich zu ermittelnde Umsatzbeteiligung als Bezahlmodell angedacht ist. Zusätzlich wird es ja wohl nicht bei einem Anbieter bleiben!

Wenn alle großen (und kleineren) Provider demnächst mitmachen und die Telekom nachahmen, müssen Content-Anbieter lustige Einzelverträge mit allen diesen Providern machen. Timo Hetzel und seine Undsoversum GmbH muss also Verträge mit Telekom, vodafone, o2 und möglicherweise Kabel Deutschland machen, und dort jeweils die Konditionen aushandeln, zu denen er die dortigen Datenströme als Managed Service abwickeln kann. Da ist schnell mal eine eigene Abteilung fällig, was bei einer Ein-Mann-Firma einfach nicht machbar ist.

Nur eine konsequente Netzneutralität sichert kleinen Content-Anbietern mit großen Datenmengen ihre mittel- und langfristige Existenz.

Vorschlag für das Problem des Netzausbaus in Deutschland:

  • ZDF abschaffen (oder wahlweise die Dritten Programme auf Nord, Ost, West und Süd zusammendampfen)
  • gesparte Rundfunkgebührengelder für die staatliche Förderung der Netzausbaumaßnahmen verwenden (ca. 2 Milliarden im Jahr)
  • In wenigen Jahren haben wir flächendeckend Breitband

4 Kommentare

  1. Eric Eggert am 17. Mai 2013 #

    Dein Plan scheitert schon daran, dass der Bedarf der Sender sich auf die Rundfunkbeiträge auswirkt. Fällt z.B. das ZDF weg, dann zahlen wir weniger Gebühren, es gibt keine Mehreinnahmen. Im Gegensatz zum ZDF, was ja eine öffentliche Anstalt ist würde mit diesen Einnahmen zudem ein privates Unternehmen gefördert, was auch gegen europäisches Recht verstoßen dürfte.

    Der Netzausbau muss einfach weiter durch Steuern gefördert werden, zudem brauchen wir eine klare Definition von „Breitband-Internet“ (Früher waren das mal 1Mbit, dann 3Mbits, heute sicherlich eher im Bereich von 16Mbits) sowie ein schlüssiges Konzept für ländliche Gebiete, vorzugsweise über Funktechniken wie LTE. Und natürlich braucht es für das Netz (das aus der Telekom ausgelagert werden sollte, gerne verstaatlicht) verbindliche Ausbaupläne geben.

    Und das ZDF darf schon alleine wegen der heute show nicht sterben! :-D

  2. Peter Kröner am 17. Mai 2013 #

    Jeden »Vorschlag für das Problem des Netzausbaus in Deutschland« oder zur Förderung von Netzneutralität werden Politik und Telcos mit dem Argument kontern, dass man damit nur Softwarepiraten, Kinderficker und Cyberterroristen fördert. Das Problem ist nicht, dass Netzausbau und Netzneutralität so schwer wären. Man müsste nur ein Gesetz und ein paar Euro darauf werfen. Das Problem ist, dass außer uns paar Nerds niemand Netzausbau und Netzneutralität haben will.

  3. Gregor am 18. Mai 2013 #

    Der Ansatz, Volumentarife wieder einzuführen, ist eigentlich gar nicht so schlecht. Wer wirklich eine Daten-Flatrate braucht (Zeit-Flatrate sollte selbstverständlich sein), muss dann halt mehr als 25 Euro/Monat zahlen, wer »normal« verbraucht, zahlt wie bisher. Mit der Mehreinnahmen lässt sich der Netzausbau finanzieren, die Kosten werden marktwirtschaftlich verteilt.

    Das perfide ist ja, dass die Telekom genau so argumentiert – aber etwas ganz anderes macht.

  4. m am 3. Juni 2013 #

    Wieso das ZDF?

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