praegnanz.de büro für intervernetzte medien

Gerrit, 25.02.2013

Die kuriose Preispolitik in Sachen »App-Fonts«

Das Lizensieren von Schriftarten war immer schon eine Geschichte voller Missverständnisse. Zum Glück räumt Ralf Herrmann in einer Artikelserie auf Typografie.info gerade ein wenig mit Mythen und gutgemeinten Annahmen auf.

Es ist möglich, zwischen vier unterschiedlichen Nutzungsarten von digitalen Schriften zu unterscheiden. Zwei davon sind relativ eingebürgert: Beim Druck verliert die Schrift seine Digitalität und wird zu einem reinen Konsumgut – man kann die digitalen Daten nicht wiederherstellen, wenn man lediglich das Druckwerk in den Händen hält. Bei der Einbettung in ein PDF oder – Gott, bewahre! – Flash-Dokument ist es schon etwas einfacher, brauchbare digitale Daten zu extrahieren. Doch die Sache bedarf schon eines gewissen technischen Sachverstandes, und die eingebetteten Fonts sind meist auch alles andere als vollständig und entbehren vieler Möglichkeiten der legal erworbenen Originalschriften.

Deshalb sind bei den meisten traditionell verkauften Schriftlizenzen diese beiden Nutzungsarten bereits inklusive, und zwar völlig unbegrenzt. Im Grunde kaum zu glauben, aber es ist egal, wieviele Projekte in welcher Auflage mit einer Schrift umgesetzt werden – die beteiligte Agentur muss lediglich eine einzelne Schriftlizenz erwerben. Diese gilt in der Regel auf unbegrenzte Zeit, und lediglich die Anzahl der involvierten Arbeitsplätze darf eine bestimmte Anzahl nicht überschreiten; 5 ist meist die kleinste Einheit. Es hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte ein Preisrahmen von ca. 30 bis 60 Euro pro Einzelschnitt etabliert, wenn es um professionelle Qualitätsfonts ging.

Bei den Webfonts sieht es bekanntlich schon ein wenig anders aus. Hier gibt es sowohl Miet- als auch Kaufmodelle. Beide sind jedoch in der Regel an eine bestimmte Größenordnung von PageViews oder Site Visits gebunden. Diese wird entweder technisch gemessen (z. B. beim Mietservice Typekit), oder auf Vertrauensbasis vereinbart (z. B. bei FontShop). Auch Webfonts sind in der Regel beschnittene, nicht universell brauchbare Subversionen der eigentlichen Originalschriften – allein aus Trafficgründen. Wenn wir der Einfachheit halber die Kaufpreise ansehen, so finden wir eine ähnliche Dimension vor wie bei den Print-Lizenzen: Für bis zu 500.000 PageViews im Monat kostet so eine FF DIN bei FontShop einmalig 40 Euro pro Schnitt. Das reicht für die meisten Websites.

Völlig durch den Wind ist die Situation jedoch bei Fonts, die im Rahmen von Mobile Apps eingesetzt werden können. Zunächst mal traut sich derzeit kaum einer der angestammten Platzhirschen, überhaupt irgendwelche Lizenzen für Apps herauszugeben. Im Herbst 2011 begann FontFont zaghaft mit einem guten Dutzend Familien, welche exklusiv im FontShop angeboten werden. Auch hier liegt der Preis bei den bekannten 40 bis 60 Euro pro Schnitt, was absolut vernünftig klingt. Seitdem hat sich da aber wenig getan.

Die wohl größte Auswahl an Schriftlizenzen für Apps bietet FontSpring an. Hier beginnen die Preise bei ca. 60 Dollar, reichen aber bis zu 450(!) Dollar pro Schnitt(!), je nach gewünschter Schriftfamilie. Die meisten ordentlichen Fonts kosten ca. 150–200 Dollar. Autsch!

Die allermeisten Anbieter (Schrifthäuser und Online-Stores) machen hingegen keinerlei konkretes Angebot für App-Programmierer. Logisch: Direkt anfragen und einen individuellen Lizenzvertrag machen geht immer. Aber die rechtliche Unsicherheit ist enorm, und zwar auf beiden Seiten: Anbietern und Käufern. Woran es liegt? In meinen Augen vor allem technische Unsicherheit. Bei der Schriftnutzung im Rahmen einer App wird meist die komplette Schriftdatei im Programmpaket mitgeliefert. Mit entsprechenden iOS-Jailbreaks (geht auch ohne) oder einfach unter Android ist es für technisch versierte Anwender leicht, sich die OTF-Dateien herauszufischen. Doch ich frage mich: Was ist schon der Besitz der Schriftdatei wert, wenn man keine Lizenz besitzt? Diese geht ja nicht auf den Käufer der App über! Unter uns: Wer Schriften ohne Lizenz benutzen möchte, schafft dies auch ohne den Umweg eines App-Kaufs.

Ich plädiere daher für faire, halbwegs nachvollziehbare App-Font-Preise in einer einheitlichen Größenordnung! Niemand zahlt 2000 Euro für eine vierköpfige Schriftfamilie, um sie in seiner App einsetzen zu dürfen – dafür gibt es genug kostenlose oder günstige Alternativen. Also, liebe Marktteilnehmer: Bietet uns was an, dann mehren wir gerne die typografische Vielfalt im App-Universum!

An dieser Stelle sei FontSpring aber noch einmal ausdrücklich lobend hervorzuheben. Hier sind Print-, Web-, E-Book- und App-Lizenzen komplett gleichberechtigt, und man muss kein Hintertürchen suchen. Gute Transparenz und Usability, auch wenn der tatsächliche Preis dann oftmal nicht mithalten kann.

(Wie das mit den technischen Aspekten der Fontnutzung in E-Books aussieht, klären wir dann ein andermal. Das ist derzeit eher eine theoretische Idee als ein praktisch durchzuführendes Feature.)

13 Kommentare

  1. Ralf Herrmann am 26. Februar 2013 #

    Woran es liegt? In meinen Augen vor allem technische Unsicherheit

    Das Grundproblem ist halt, dass die App-Hersteller unser Produkt quasi weiterpublizieren. Gegebenenfalls millionenfach. Und der Font ist ja bei textlastigen Apps (und eBooks sowieso) auch kein unwesentlicher Teil Erscheinungsbild des Produktes.

    Flatrate-Modelle sind da einfach schwierig. Der Preis müsste so niedrig sein, dass er auch für KMUs passt. Aber kann dann auch Facebook für den gleichen Preis den Font millionenfach verbreiten?
    Und wenn sie mehr zahlen sollen: Nach welchem System? Ob die App ein Hit wird, weiß man ja im Voraus nicht. Und unkalkulierbare Kosten auf später (bei Erfolg) verschieben, geht ja auch nicht.
    Bei Typekit und Co. können die Pageviews einfach mitgezählt werden. Bei Appls und eBooks ist das kaum möglich. Verzwickt!

    Wie würdest du dir denn ein Lizenzierungssytem für App-Fonts vorstellen?

    Ich stimme Dir ja zu: diesen heute immer selbstverständlicher werdenden Bedarf nur über persönliche Angebote abdecken zu wollen, ist nicht mehr zeitgemäß. Man sollte aus der Deckung kommen und klare Lizenzangebote für Apps und eBooks machen. Das perfekte Modell dazu sehe ich aber noch nicht vor mir.

  2. Gerrit am 26. Februar 2013 #

    Hi Ralf, irgendwie kaufe ich das Argument nicht, wenn es heißt »Ihr liefert mit der App unsere Fonts komplett aus und deshalb entgehen uns tausende von Lizenzkäufen!«

    Würde jemand, der sich die Fonts aus der App herauspopelt, tatsächlich eine Lizenz kaufen, wenn die Möglichkeit des Extrahierens nicht bestünde, und nicht statt dessen eher auf Systemfonts/Freefonts zurückgreifen?

    Das Argument, dass die Schriften ja oftmals ein wesentlicher Bestandteil des Erscheinunsbilds einer App sind – nun ja. Da müssten dann auch gedruckte Bücher, die zu 99,9 % Prozent aus einem Font bestehen, extrem viel teurer für den Verlag werden, schließlich macht auch hier die Schrift das gesamte Erscheinungsbild aus.

    Für die allermeisten Apps genügen doch subgesettete Fonts, ähnlich zu den Webfonts. Man packt zusätzlich einen in Nicht-Juristensprache verfassten Hinweis als Readme neben die gebundelten Fontdateien, wo drin steht, dass der Besitz der Dateien noch lange keine Lizensierung ist. Und dann verkauft man die Mobile Fonts für nen Fünfziger pro Schnitt und pro App.

    Damit könnten die Foundries mehr Geld verdienen als mit individuell vereinbarten Mondpreisen. Oder?

  3. Markus am 26. Februar 2013 #

    Sehe ich genauso. Wenn ich beispielsweise die Proxima Nova verwenden möchte (und wenn ich mir so zahlreiche App-Entwürfe anschaue muss ich die Proxima verwenden g), so zahle ich bei Fontspring das Zehnfache dessen, was ich beispielsweise für ein eBook ausgegeben hätte.
    Wenn ich den Font einfach nur verwenden wollen würde, dann würde ich mir einfach eine App nehmen, die den Font verwenden und dort eben die OTF/TTF aus dem Paket entpacken. Dann kann ich den Font ganz einfach benutzen. Ganz egal ob der Publisher der App für den Font 50 Euro pro Schnitt oder 500 Euro bezahlt hat. Aber egal ob ich mir den Font aus der App »geklaut« habe oder aus anderer Quelle: ich darf ihn noch nicht verwenden. Ganz egal ob ich die 50 oder 500 Euro nicht gezahlt habe (sondern halt der Publisher).

    Die Preispolitik ist momentan vor allem so, dass die App-Font-Preise dem Publisher der App gleich noch die Kosten für mögliche Raubkopien in Rechnung stellen. Klar, es gibt zahlreiche Font-Websites mit raubkopierten Fonts oder Torrents, Filehoster, etc. Weil man diese aber nicht so einfach belangen kann, packt man die möglichen Verluste hieraus auch noch auf die App-Font-Preise. Et voila: ein 1000% höherer Preis. Finde ich nicht okay.

    Also wird bei mir ein Standard-Font verwendet. Oder im Falle der Proxima: dann warte ich halt, bis iOS6 noch mehr verbreitet ist, dann kann ich den Font als System-Font (ab iOS6 auf jedem Gerät) verwenden UND der Font-Verkäufer verdient dann an mir nichts mehr.

  4. Ralf Herrmann am 26. Februar 2013 #

    »Ihr liefert mit der App unsere Fonts komplett aus und deshalb entgehen uns tausende von Lizenzkäufen!«

    Die Preispolitik ist momentan vor allem so, dass die App-Font-Preise dem Publisher der App gleich noch die Kosten für mögliche Raubkopien in Rechnung stellen.

    Ähm, nö. Wie kommt Ihr darauf?
    Der hohe Preis ist das Ergebnis der hohen Anzahl an Nutzern. Hatte ich hier ja gerade ausführlich erklärt: http://www.typografie.info/3/page/artikel.htm/_/wissen/schriftlizenzserie-teil2

  5. Gerrit am 26. Februar 2013 #

    @Ralf: Ich glaube, das Hauptmissverständnis besteht – wie du auch in deinem Artikel schreibst – die Definition des Wortes »Nutzung«. Bei den allermeisten Apps wird der eingebettete Font im gleichen Rahmen verwendet wie etwa auf einer Website. Es gibt ja auch mobile Web-Apps, die das exakt gleiche machen wie native Apps. Es ist einfach gefühlsmäßig unverständlich, warum ich für das eine einen extrem viel höheren Lizenzpreis bezahlen muss. Die Häufigkeit der Nutzung lässt sich bei den Apps doch ebenfalls vertraglich festlegen – wie bei selbst gehosteten Webfonts.

    Für die App-Entwickler ist nicht klar, warum ein so extremer Preisunterschied besteht zwischen selbstgehostetem Webfont und der App-Lizenz. Ein bisschen teurer: OK. Doppelter Preis: Auch in Ordnung. Aber zehnfacher Preis?

  6. Ralf Herrmann am 26. Februar 2013 #

    Bei den allermeisten Apps wird der eingebettete Font im gleichen Rahmen verwendet wie etwa auf einer Website. Es gibt ja auch mobile Web-Apps, die das exakt gleiche machen wie native Apps.

    Richtig. Und auch für den Schrift-Anbieter ist App-Nutzung vergleichbar mit Webfont-Nutzung. Der Unterschied ist eben das komplette Wegfallen der Pageview-Begrenzung und das erzeugt den Aufpreis.
    Alle Webfont-Modelle (egal ob Einmalzahlung oder Abo) sind im Preis auf Pageviews (→ die tatsächliche Font-Software-Nutzung) ausgerichtet. Bei Apps und eBooks gibt es keine Möglichkeit die Pageviews vorauszusagen oder technisch einzuschränken und daher kommt sozusagen die »höchste Stufe« zum Tragen.
    Da kommt dann ein Preis raus, der für kleine Anbieter nicht bezahlbar ist. Klar. Aber ich kann den Preis auch nicht nur auf diese Ausrichten und die Fonts für einen »Fuffi« abgegeben. Dann kommt ein eBook-Verlag, der die nächsten 20 Jahre Millionen von Apps und/oder eBooks vertreibt mit meiner Software vertreibt. Oder vielleicht nimmt auch der eBook-Reader-Hersteller den Font und installiert den in seiner App mit. Das ist keine »statische Druckvorlage« – das ist eine vollwertige Software, die hier gebundelt wird. Das soll nur einen Fuffi wert sein? So wird es auch nix.

    Daher frage ich auch ganz offen, wie man es – auch aus Developer-Sicht – machen soll. Der Status Quo befriedigt nicht, da stimme ich zu. Wie das faire System aussieht, das sich an der Nutzung misst ohne diese über technische Maßnahmen zu erzwingen, weiß ich aber leider auch nicht.

    (Das angesprochene Thema des möglichen Extrahierens aus der App ist übrigens nur bedingt relevant. Durch die Etablierung von Webfonts lässt sich ein Raubkopieren ohnehin nicht mehr verhindern. Daher kommt man auch als Schriftanbieter nicht mehr auf die Idee quasi Strafgebühren für mögliches Extrahieren aufzuschlagen. Die Zeiten sind vorbei.)

  7. Andreas am 26. Februar 2013 #

    Ich bin kein professioneller Anwender/Designer/Wiederverwerter sondern Endkunde, der Schriften lizenziert, wenn er sie benötigt. Das sind nicht viele über die Jahre.

    Früher wurden Schriften pro Rechner lizenziert, das mit dem Web und den elektronischen Medien war wohl noch zu neu. Auf der anderen Seite kann ich bestimmte Fonts nicht als Webfont einsetzen. Das ist verschmerzbar. Die einzige Schrift, die ich als Webfont in einem bestimmten Kontext einsetze heißt Axel, dafür muss ich bei der Einbindung des Webfonts (keine leichte separate Herunterladbarkeit) etwas aufpassen. Kein Problem. Ich nutze zu bestimmten Bedingungen.

    —-
    Wie das faire System aussieht, das sich an der Nutzung misst ohne diese über technische Maßnahmen zu erzwingen, weiß ich aber leider auch nicht.
    —-

    Erzwungen werden muss nicht viel. Der Nachfrager zahlt einen Grundpreis und gekoppelt einen Volumenpreis. Entsprechende Abrechnungsinfos liegen dem Appentwickler und -verkäufer schließlich vor oder man verpflichtet ihn dazu, solche Infos zu speichern. Schließlich ist er an einem Erfolg seiner App auch interessiert und partizipiert am Erfolg. Wenn es eine kostenlose App ist, dann bekommt er den Font halt nicht oder doch zu einem Vorzugspreis für (eigene) Werbezwecke oder nur für eine bestimmte Zeit oder oder …

    Wie immer bei Urhebern/Kreativen und Lizenzierungsmodellen ist die volumenbasierte Abrechnung mit Grundpreis in aller Regel die fairste.
    Vergleichsweise günstiger Einstieg für den Abnehmer (sagen wir: 100 Euro oder 200 oder… kommt auf den Zweck und das erwartete Volumen an) und danach Abrechnung nach Nutzung. Bei Apps geht das ja ganz gut oder auch bei Stückzahlen anderer Software, deren Gebrauch/Verkauf/Runterladen irgendwo gemessen wird.
    Nachdem das Volumen des »Grundpreises« aufgebraucht wird, wird nach Nutzung bezahlt wobei mit zunehmender Nutzung der Nutzungspreis sinkt oder steigt, je nach Wichtigkeit des Fonts für die benötigten Zwecke. Bei e-Books wird meist der Inhalt wichtiger sein als der Font … wenn da eine Million e-Books mit dem Font ausgeliefert werden und man z.B. 0,5 c pro Einheit bei über 500.000 Books ausmacht (vorher etwas höher) bleibt auch beim Developer noch etwas hängen. Der Preis ist fiktional, er könnte auch höher oder niedriger sein.

    Es funktioniert auf diese Weise, setzt aber einerseits etwas Vertrauen, andererseits etwas eigene Verwaltung und Nachhaken voraus.

    Man wird wohl kaum einen kleinen App-Entwickler finden, der aus dem Stand 500-800 Eur zahlen will nur um den »worst case« abzudecken. Oder man vereinbart ein Mietmodell oder oder .. es gibt viele zufrieden stellende Lösungen.

  8. Paul am 28. Februar 2013 #

    Ich finde überhaupt nicht, dass App- und/oder Webfonts nach Volumen bzw. Nutzung abgegolten werden sollten. Es fehlt die Entsprechung zur guten alten Druckschrift. Hier wird auch nicht nach Anzahl der Buchtitel und deren Auflage „geurteilt“.
    Ich vermute seitens der Font-Industrie eine Art Verlustangst um den eventuell entgangenem Gewinn – das alte Lied (s. Musik- und Filmindustrie).
    Warum nicht den Kunden Vertrauen und Kalkulationssicherheit geben und nach bisheriger Vergütungsmethode (s. Druckschrift) das entsprechende Entgelt nehmen? Denn gerade durch dieses transparente, kalkulierbare und für die Vielzahl „kleiner“ Entwickler dadurch eben auch preiswerte Modell entsteht die von allen (beiden) Seiten gewünschte Symbiose, die nach meinem Verständnis zu mehr Schriftkäufen (Lizenzierungen) führt und dadurch allein durch Masse wieder Umsatz in die Kassen der Foundries spült.
    Es könnte so einfach sein, wenn man nur etwas Vertrauen und Weitsicht walten ließe. Wie wäre es denn mit einer Probephase, wenn ihr mir nicht glaubt? ;-)
    Ich bin übrigens ein ganz kleiner Designer mit entsprechendem Budget. Von dem Wunsch, für einen Auftrag/Kunden einen Desktopfont mit inkludierter Web-Lizenz zu erwerben – weil ich hier einzig einen technischen Unterschied ausmachen kann – habe ich mich schon zähneknirschend verabschiedet :-(
    Gewinnmaximierung ok, aber bitte vernünftig…

  9. Ralf Herrmann am 1. März 2013 #

    Ich finde überhaupt nicht, dass App- und/oder Webfonts nach Volumen bzw. Nutzung abgegolten werden sollten. Es fehlt die Entsprechung zur guten alten Druckschrift.

    Die gute alte Druckschrift ist eben etwas anderes als »Redistribution von Fontsoftware«. Bitte mal hier lesen: http://www.typografie.info/3/page/artikel.htm/_/wissen/schriftlizenzserie-teil2

    Ich verkaufe einem Designer in einer Agentur ein Schrift für 50 Euro – das ist das Nutzungsentgelt für diesen einen Nutzer. Ich verkaufe aber nicht einem Verlag für 50 Euro eine Schrift, der mein Werkzeug millionenfach verbreiten kann und wo auf Lesegeräten dann die Schrift »wie installiert« benutzt werden kann.

  10. Mario B. am 28. März 2013 #

    Ich denke auch, dass eine Flatrate hier schwierig wird zum Umsetzen. Die jetzige Situation ist aber nun auch mehr als bescheiden. Es müssten viel mehr Lösungsansätze vorhanden sein!

  11. Ralf Herrmann am 24. Juni 2013 #

    Danke nochmal für den Weckruf durch diesen Artikel. Wir haben jetzt für unsere Fonts mit dem branchenüblichen Versteckspiel aufgehört und bieten direkt Web-, App- und eBook-Lizenz-Pakete zu erschwinglichen Preisen an.

  12. Gerrit am 4. Juli 2013 #

    @Ralf: Sehr schön, das sieht doch realistisch und fair aus.

  13. Johannes am 5. Dezember 2013 #

    @Ralf: Top!

    Ich kann die Bedenken der Foundries sehr gut verstehen, aber die Begründungen kam mir schon immer etwas fadenscheinig vor. Die Schriftdatei kann aus einem Flash-Dokument genauso »leicht« extrahiert werden wie aus einem App-Paket – mitunter sogar leichter, da man als unversierter Nutzer gar nicht so leicht an das App-Paket kommt. Da ein Computer oder ein Smartphone aber immer irgendwie an die Schriftdatei kommen muss, um die Glyphen darzustellen, wird es immer auch Wege geben, diese Glyphen zu extrahieren.

    Eine Lösung, die beide Seiten zufrieden stellt, ist sicherlich nicht einfach – aber ein Preismodell, dass sich daran misst, wie schwierig es ist, die Originaldatei zu extrahieren, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

    Ich denke, dass eine Kombination aus geringem Grundpreis und auflageabhängigen »Tantiemen« – unabhängig vom Distributionsweg – die fairste Lösung für beide Seiten ist.

Kommentar schreiben

Nutzt Textile zum Strukturieren eures Textes.
SEO-Beiträge werden gelöscht, auch bei thematisch passendem Spam.