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Freefont-Advent 17/24 – Yanone Kaffeesatz

Gerrit, 17.12.2014

Muss ich noch was sagen? Die Kaffeesatz gehört zu den Freefont-Klassikern, dessen Entstehung und Veröffentlichung ich seit langer Zeit verfolge und begleite. Inzwischen hat ihr Schöpfer Yanone auch eine überarbeitete kommerzielle Version namens FF Kava auf dem Markt gebracht, bei der keine einzige Kurve unangetastet blieb und die im professionellen Umfeld noch mit ein paar Nützlichkeiten aufwartet.

Die originale Kaffeesatz sah man in den letzten Jahren fast überall – auf Plakaten, Blogs, im Fernsehen und überhaupt. Durch ihre markanten Formen, die trotzdem überraschend gut lesbar sind, und natürlich wegen ihren Platz sparenden Proportionen hat sie völlig zurecht viele Freunde gefunden. Mich fasziniert immer wieder, dass die Kaffeesatz in den fetteren Schnitten weniger Platz einnimmt als in den mageren Schnitten – aber das ist nur eines der vielen feinen Details. Und ihr wisst das alles ja sowieso schon!

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Freefont-Advent 16/24 – Alegreya

Gerrit, 16.12.2014

Alegreya

Die Alegreya ist logischerweise die Schwester der hier bereits vorgestellten Alegreya Sans. Sie war allerdigs etwa ein Jahr zuerst da (2011) und hat deshalb keinen Namenszusatz. Die Algreya konnte damals einen hochkarätigen Preis gewinnen – sie wurde von der ATYPI-Jury zu einer von 53 Schriften des Jahrzehnt (2001–2011) gewählt. Kein Wunder! Sie ist wunderbar ausgefeilt, originell und strotzt nur so vor historisch-literarischem Charme, den sie aber mit einer technisch sehr sauberen und modernen Umsetzung verbindet.

Während die Alegreya Sans komplett kostenlos erhältlich ist, gibt es von der ursprünglichen Alegreya „lediglich“ 12 Schnitte zum kostenlosen Download. Die kommerzielle Alegreya ht Pro kommt mit ganzen 20 Schnitten und ist für alle wichtigen Zeichensätze bestens ausgestattet. Und wenn ihr euch jetzt verlieben wollt, guckt euch gerne die fantastisch gestalteten Muster auf der offiziellen Website an!

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Freefont-Advent 15/24 – Open Sans

Gerrit, 15.12.2014

Und? Wer kann die ganzen Google-Schriften im Kopf noch auseinanderhalten? Richtig: Die Open Sans ist eine Weiterentwicklung der Droid Sans, welche früher auf den Android-Betriebssystemen als UI-Font im Einsatz war. Dort hat inzwischen die Roboto weitestgehend übernommen, und die Open Sans ist seit geraumer Zeit vor allem auf Googles Marketing-Websites für die diversen Nicht-Android-Produkte präsent, beispielsweise die Chrome-Infoseite.

Alles klar? Abgesehen davon ist die Open Sans eine gut ausgebaute und einigermaßen warme Serifenlose, die mit relativ bauchigen Rundungen daher kommt und insbesondere im mageren Schnitt eine sehr professionelle Figur macht. Sie wurde von Steve Matteson bei Ascender Fonts entwickelt und kämpft seit ihrer Veröffentlichung mit der Source Sans Pro und den Titel der „Neuen Arial“. Dazu jedoch später mehr.

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Freefont-Advent 14/24 – League Gothic

Gerrit, 14.12.2014

Die League Gothic ist ein freier Vertreter einer ganzen Schriftgruppe, nämlich der extraschmalen, halbfetten Gothic-Schriften, zu denen auch speziell die Alternate Gothic von Morris Fuller Benton gehört. Die League Gothic ist eine Open-Source-Variante dieses inzwischen in Public Domain übergegangenen Schriftentwurfes.

Was hat es mit den Gothic-Schriften auf sich? Es handelt sich hierbei um die amerikanische Spielart der serifenlosen Schrift, welche ja zwischen 1900 und 1940 noch eine relative Seltenheit darstellte, auf beiden Kontinenten. Die Amerikaner hatten mit der Franklin Gothic, der News Gothic, der Trade Gothic und einigen weiteren Vertretern ein regelrechtes Subgenre am Start. Im Vergleich zu den europäischen Grotesken sind die Gothics oft etwas aufrechter, stabiler, haben eine große x-Höhe und ein g mit geschlossener unterer Schlinge.

Gerade im modernen Web sind die Condensed Gothics als Headline und auffällige Auszeichnungsschrift wieder sehr populär, insbesondere in Versalien gesetzt. Man schaue sich beispielsweise die Subheadlines und Navigationselemente auf The Verge an!

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Freefont-Advent 13/24 – Lido STF

Gerrit, 13.12.2014

Noch so ein „Times-Killer“! Die Lido STF von František Štorm und seiner Storm Type Foundry ist vor fast 10 Jahren angetreten, eine menschlichere und hübscher anzusehenden Version von Times New Roman darzustellen, und ist damit erfolgreich gewesen. Die Lido ist mein Standard-Tipp, wenn man mich fragt, welche Schrift man für wissenschaftliche Arbeiten verwenden solle, wo doch von der Hochschulleitung die Times News Roman mit eineinhalbfachem Zeilenabstand vorgeschrieben sei. Die Lido STF mit 140% tut’s sicher auch, und direkt auffallen wird es kaum jemandem. Außer natürlich, dass alle Inhalte angenehmer und weniger aggressiv daher kommen werden. Nun, ein bisschen zumindest.

Ergänzung: Wie in den Kommentaren korrekt erwähnt, ist die kostenlose Lido nur für nichtkommerzielle Zwecke einsetzbar!

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