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Freefont-Advent 22/24 – Exo 2

Gerrit, 22.12.2014

Die Exo 2 ist eine überarbeitete und in kleinen Schriftgraden besser lesbare Version der kaum älteren Exo. Diese Schrift hat eine interessante Geschichte hinter sich. Ursprünglich 2009 als studentisches Projekt von Natanael Gama angefangen, konnte dieser im Jahr 2011 über Kickstarter 7.500 Dollar einsammeln, um den Entwurf in Ruhe als komplette Open-Source-Schrift auszubauen und unter anderem bei Google Fonts unterzubringen. Zur Weihnachtszeit 2013 – knapp 2 Jahre nach der Erstveröffentlichung folgte dann bereits die verbesserte Version 2.

Die Exo Sans ist als kubische Groteskschrift gleichermaßen ein Fest für Freunde der Science-Fiction und der dänischen Schriftkultur (wir erinnern uns). Sie steht in der Tradition von Eurostile/Microgramma und Klavika, kommt sehr schlicht rüber, hat aber einige spannungsreiche Details zu bieten, die sie vor der visuellen Eintönigkeit einer komplett konstruierten Schrift rettet. Sie ist wirklich schick und schafft den Spagat zwischen reiner Headlineschrift und (eingeschränkter) Mengensatztauglichkeit. Exo ist nur auf den ersten Blick Massenware, und bietet mit den vollen 9 Fetten in regular und italic auch das ganze Programm an Abstufung, das man für feingeschliffene Online- und Offlinetypografie benötigt.

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Freefont-Advent 21/24 – Roboto Slab

Gerrit, 21.12.2014

Die Roboto Slab ist eine sogenannte serifenbetonte Schrift, und diese Gattung ist gar nicht mal so häufig anzutreffen. Jeder kennt zwar das charakteristische Schriftbild einer Rockwell oder einer Caecilia, aber die meisten Serifenbetonten sind heute Teil einer Schriftsippe und eher abgeleitete Versionen einer Grotesk-Schrift – so auch die Roboto Slab, welche kaum überraschenderweise auf Basis der Roboto entwickelt wurde und somit deren Eigenschaften wie Neutralität, Professionalität und Kühle erbt. Die präzisen, perfekt abgestimmten Buchstabenformen sind zwar kein reizvoller Hingucker voller Reibungspunkte, aber das Glattgeschliffene, Robuste hat eben genauso seine Daseinsberechtigung, wenn Schrift eine dienende Funktion erfüllen soll. Mit einer Roboto Slab macht man im Magazinbereich auf jeden Fall keinen Fehler, sondern geht auf Nummer sicher, auch im Mengentext.

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Freefont-Advent 20/24 – Kimberly Geswein

Gerrit, 20.12.2014

Die drei Schriften mit den bezaubernden Namen Nothing You Could Do, Shadow Into Light und Waiting for the Sunrise stehen stellvertretend für alle Handschriften von Kimberly Geswein, die sich ein wenig wohltuend aus der Masse der grottenschlechten und künstlichen Exemplare dieses Genres hervortun. Es ist absolut nicht leicht, eine überzeugende realistische Handschrift in digitale Form zu gießen, ohne zu sehr in brave Schreibschrift, kalligrafische Kunstwerke oder brushige Reklame abzudriften. Mit den stimmungsvollen, nicht unbedingt typisch weiblichen Schriftbildern ist das hier ausnahmsweise mal ganz gut gelungen. Für nette Reminder, scheinbar hingekritzelte Notizen oder ausdrucksstarke Testimonials sollte man das gerne mal ausprobieren!

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Freefont-Advent 19/24 – PT Sans

Gerrit, 19.12.2014

Die PT Sans dürfte noch ein bisschen bekannter als ihre Schwester PT Serif sein, immerhin steckt diese freie Schrift im Standard-Repertoire von OS X, sowie den Linux-Distributionen Gentoo und Fedora. Doch sie ist auch als separater Download erhältlich und kommt mit den Vorzügen einer Schrift aus russischer Hand: Sie hat natürlich angemessene kyrillische Zeichen! Nicht zu verachten sind aber auch die speziellen Caption-Schnitte für halbwegs lesbares Kleingedrucktes, sowie eine sehr schmale Variante, wenn mal wenig Platz vorhanden ist.

Ihre modernen, sachlichen Formen fallen nicht durch besondere Eigenständigkeit auf, passen aber zu fast allen Sujets und Medien. Ein zuverlässiger Allrounder, mit dem man fast nichts falsch machen kann!

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Freefont-Advent 18/24 – Charis SIL

Gerrit, 18.12.2014

Die Charis SIL vergisst man manchmal unter den ganzen weichgespülten Schrift der Neunziger- und Nullerjahre. Der kantige Charme dieser stabilen Antiqua geht auf das Jahr 1987 und die Bitstream Charter zurück, die Digitalschrift-Ikone Matthew Carter (u.a. Georgia, Verdana) damals entwarf. Die Charis SIL ist eine leicht angepasste Version der Charter, steht unter der bekannten Open-Font-License SIL und erschien erstmals 2007. Sie ist recht kühl und technisch, aber natürlich handwerklich exzellent umgesetzt, sowie für den Einsatz in kleinen Graden und am Bildschirm optimiert. Hier spielt sie auch ihre wahre Stärke aus, weniger im Display-Bereich.

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