Die einzige richtige Richtung für Älter/Neuer-Pfeile (update)

sieht natürlich so aus wie bei uns im Blog und dies ist das mentale Modell dazu:

Update 19.3.2015, 8:30

Immer noch nicht überzeugt? Dann erklärt mal, wie ihr euch die Sache mit einer detaillierteren Paginierung vorstellt. Jetzt kommt mir nicht damit, dass dies ein völlig anderer Kontext ist. Ist es nämlich nicht! Im user-centric design ist die Leserichtung entscheidend, nicht ein komischer Zeitstrahl. Diese Zeitstrahl verläuft nämlich auf Blogs und Newsbereichen primär mal von unten nach oben*, ist also eh schon falsch anders.

  • Es hat sich als Paradigma durchgesetzt, dass in persönlichen Chats und Messengern, wo direkte Konversationen statt newsähnliche Meldungen durchlaufen, die Zeitachse von oben nach unten verläuft. Wahrscheinlich aus historischen Usenet-Gründen oder so.

19 Kommentare

Gernot

Ich finde es auch bei mir eher richtig ;) Da ist es annerschrum. :D

Chris

Zeitachsen sind in der Regel anders herum. Und ich finde das mentale Denkmodell der Zeitachse viel intuitiver. Und darum geht’s bei UX ja. Bekannte Elemente, wenig Ãœberraschung.

Und was die Leserichtung angeht: Mag sein. Aber das neueste Wort steht ja immer am ENDE des Satzes. Also links. ;-)

Chris

Ich hab den KommDesign-Link übrigens erst nach meinem Kommentar angeklickt…

Gerhard Großmann

Gedankenexperiment:

In welche Richtung muss man zur nächsten Seite blättern, …
• wenn die Artikel vom ältesten zum neusten sortiert wären?
• wenn die Artikel nach der Lesedauer geordnet sind?
• wenn es überhaupt keine Ordnung gäbe?

Mögliche Erkenntnis:
Die Navigation hat nur bedingt mit dem Inhalt zu tun, sondern vielleicht mehr mit der Leserichtung. Und die nächste, ungelesene Seite liegt …?

Bezüglich KommDesign: Ja, die Zukunft liegt rechts. Anders ausgedrückt: das Kommende, das Noch-nicht-Gelesene liegt rechts. Selbst wenn die Chronologie umgekehrt ist.

Eine richtige Zeitachse, ja, die könnte von rechts nach links laufen. Wenn sie aber vorher auch noch von oben nach unten läuft, dann ist das eine sehr komisch Achse.

Niclas

Sehe es genau anders herum. Was hat die Leserichtung mit der Anordnung auf der Zeitachse zu tun? Gelernt ist, dass auf einer Zeitachse die Zeit normalerweise von Links nach Rechts verläuft, Rechts also der neuste Inhalt erscheint.

David Strauß

Faszinierend, ich habe die Skizze gesehen und mir gedacht “Klar, wie soll es auch anders Sinn machen”, dann habe ich eure Kommentare gelesen und bin mir jetzt selbst nicht mehr sicher. Und das nur weil ich jetzt das Konzept der Zeitachse mit dem diesem Thema assoziiere.

Kilian

Leider FAIL. Denn Zeitachsen funktionieren halt so nicht in einer Kultur, die von links nach rechts schreibt.

Leider ist logisches Design nicht immer gutes UI design. Schlussendlich läuft es darauf hinaus, was die allgemein üblichste Konvention ist. Also Vertrautheit geht for schlau und logisch. So ist das halt mit den Menschen. Wenn alles, was wir so machen logisch wäre, gäbs die Deutsche Grammatik nicht ;-P

Dentaku

Dochdochdoch, genau so. Aber wahrscheinlich ist es eine gute Idee, wirklich “neuer” und “älter” dranzuschreiben statt wie oft zu sehen “<” und “>”.

Wo ich mich nach wir vor frage, ob wir das richtig machen, ist bei der Reihenfolge der Kommentare. Klar, wir sind gewohnt, dass die vom ältesten zum neuesten sortiert sind, aber ist das wirklich sinnvoll? Schließlich sind in einem Blog alle anderen Elemente umgekehrt sortiert.

Gerrit

@Dentaku: Ergänzung gelesen? Kommentare sind Konversation, und von daher per Konvention andersrum als News :-)

Dentaku

@Gerrit Usenet kann’s nicht sein; alle Newsreader, die ich benutzt habe, hatten den neuesten Thread oben. Aber ich komme auch auf dem Telefon regelmäßig bei der Scrollrichtung zwischen Twitterclient und Facebook-Chat durcheinander. Vielleicht ändert sich diese Konvention langsam durch Twitter.

Martin

Das mit der Richtung hat mit Usenet wohl nur mittlebar zu tun. In Diskussionen, bei denen Bezug genommen wird, macht es einfach sinn vorne (links) mit den ältesten Beiträgen zu beginnen, damit man bei späteren Zitaten den Kontext hat.

Und wenn nur [<] und [>] zu sehen ist, denke ich an einen Kassettenrekorder, und da ist [<] halt nun mal rückwärts.

Nico

Jetzt müsst ihr diesen Post nur noch neben den Links verknüpfen, dann kapiert man es auch – wenn man nachliest. ;)

Simon Wehr

Was ist denn mit den vor/zurück-Buttons im Browser respektive den Gesten auf dem Trackpad/Touchscreen dazu? Da liegt links die Vergangenheit und rechts die Zukunft.

Und Leserichtung ist doch die Richtung IN DIE ich lese, nicht von der ich komme.

Demnach müsste es vom Inhalt abhängen, wo es weiter geht? Ein digitaler Roman ist wie im Buch: links = habe ich schon gelesen; rechts = will ich noch lesen (vgl. ebook-Reader, e-Magazine …). Und ein Blog/Nachrichtenportal wie von dir beschrieben: links = hier bin ich und lese jetzt; rechts = hier kann ich weiter lesen, wenn ich denn will?

Wenn auf twitter Konversationen laufen, zu denen ich später erst hinzustoße, ist es z. B. recht anstrengend, erst die Antworten zu lesen und dann die Fragen, daher ist die Kommentar-Richtung für mich sinnvoll.

Stefan

Ãœberlegungen meinerseits dazu:

(a) Links/Rechts: in einem Notizbuch / Tagebuch sind die neuesten Einträge immer auf der rechten Seite bzw. wenn man die rechte Seite umblättert zu finden. Auch in dem Scribble ganz oben wurde sehr wahrscheinlich die “Seite 1”-Box auf der linken Seite zuerst gezeichnet, die “Seite 3”-Box auf der rechten Seite zuletzt.
Für eine Unkehr des Prinzips sind mir bisher größtenteile SEO Gründe als Argument eingebracht worden. Sprich die Suchmaschine sieht den 1. Link, der links liegt, als erstes und indiziert ihn somit auch als erstes.

(b) Oben/Unten: das ist meiner Meinung nach der Scrollrichtung geschuldet. Mit Mausrädern scrollt man schneller. Und auch wenn man Touch einsetzt ist eine vertikale Scrollbewegung wesentlich einfacher und fühlt sich natürlicher an als eine horizontale Scrollbewegung. Zudem ist die Leserichtung auch immer von oben (älterer Text) nach unten (neuerer Text)

Nils Riedemann

Links ist zurück. Da kann man noch so viel Argumentieren und herleiten, dass es anders ist. Aber auf allen Geräten ist ein Pfeil nach Links eine Metapher für zurück. Blättert man in Büchern nach Links, geht man in der Geschichte zurück. Im Browser geht man links zurück, Zurückspulen und und und…

Haben wir also Pfeile ohne zusätzlichen Kontext geht man idR also (sehr wahrscheinlich) von Links=Zurück aus.

Ob es logisch ist, ist dabei nicht so richtig wichtig. Denn im normalfall sollte beim Nutzer ja kein logischer Denkprozess stattfinden – wichtig ist, was gelernt wurde.

Bei dem Beispiel mit der Paginierung verhält es sich anders: Die kognitive Verbindung besteht da zwischen Pfeil und Interaktionselement (hervorgehobene Seitenzahl), nicht dem Inhalt der Seite/Zeitstrahl/wasauchimmer. Also: Der Pfeil nach Links verschiebt den hervorgehobenen Punkt und hat nicht die gleiche Funktion, die ein losgelöster Pfeil nach links hat.

Markus

Das eigentliche Problem ist doch, dass die Blätterachse nicht die gleiche Richtung hat wie die Sortierachse.

Deswegen lässt es sich auch ganz einfach lösen, indem man die Älter/Neuer-Navigation um 90 Grad dreht. Oben steht danach (passend zur Sortierrichtung der Newsartikel) “Neuer ^”, unten “Älter v”.

Das versteht jeder sofort, ohne es gelernt zu haben.

The Artist FKA ...

Das von oben nach unten gibt es auch in Lebensläufen, wobei die aus dem angelsächsischen Raum bekannte Sortierung “oben das neuste” auch hierzulande anzutreffen ist.

Und zum Zeitstrahl von links (Vergangenheit) nach rechts (Zukunft): der hat auch was mit dem bekannten Koordinatenkreuz zu tun (links Minus (oder Null), rechts Plus).

Nikolaus Rademacher

Wenn links die Vergangenheit wäre, müssten Nachrichten-Beiträge auch chronologisch und nicht anti-chronologisch sortiert werden. Dann müsste die Startseite ein aufgeschlagenes Buch sein, in dem zurückgeblättert wird. Das wäre aber albern. Das Internet ist nämlich kein Buch.

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