Krautreporter benötigen noch eure Unterstützung

Es wäre zu schade, wenn das Experiment bereits im Vorfeld scheitern würde, denn ich glaube, dass der deutschsprachige Journalismus das Krautreporter-Magazin gut gebrauchen kann.

Die Idee ist schnell erzählt: Knapp 30 teils bekannte, teils weniger bekannte Journalisten wollen eine dauerhafte Online-Redaktion bilden und ein neues Online-Magazin herausbringen, welches sich ausschließlich über Abo-ähnliche Mitgliedschaften ihrer Leser finanziert. Keine Werbung, kein Sponsoring, keine Paywalls. Die Inhalte sind für alle frei im Netz verfügbar, aber die Kernleserschaft zahlt (im Endeffekt freiwillig) monatliche 5 Euro für den Betrieb der Plattform.

Der Vorteil dieses Deals: Die Reporter sind unabhängig von den tatsächlichen Abrufzahlen des Magazins – und aufmerksamkeitsheischende, pseudoskandalöse Stücke braucht es nicht, um die gut recherchierten und interessanten Geschichten zu subventionieren.

Geplant sind derzeit Stories zu israelischen Siedlern, dem Regionalitätswahn, Schlaflaboren, Lobbying im Fernsehen, und vieles mehr. Klingt interessant? Ich denke doch.

Derzeit sind noch 8 Tage Zeit, um beim Crowdfunding dabei zu sein, und den Reportern zu 8000 fehlenden Unterstützern zu verhelfen. Für 60 Euro unterstützt ihr das Projekt ein ganzes Jahr lang. Falls aus der Sache nichts wird, fließt logischerweise auch kein Geld.

Die Krautreporter haben meinen Segen, trotz derzeitigem Frauenmangel und einer technisch eher klapperigen Infowebsite. Seid ihr auch dabei? Ich fänd’s gut.

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4 Kommentare

Alex

Schade, aber wird leider nix werden. Die Idee ist wirklich gut. Meine Meinung: 60 EUS sind als Mindestunterstützung zu hoch gegriffen. 15,- für 3 Monate als Schnupper-Abo wäre besser gelaufen.

Ralf Herrmann

Ich würde sagen, man zahlt für solche Medieninhalte in zwei Fällen:

1. Für den guten Zweck (Wikipedia, Netzpolitik.org etc.). Hier spendet man also schlicht für etwas, das man für sinnvoll hält. Das Krautreporter-Magazin argumentiert zwar auf ähnliche Weise, dass das alles irgendwie gut für die Welt wäre, aber letztlich würde auch dieses Magazin schnöder kommerzieller Journalismus sein (nicht als Vorwurf gemeint). Nur weil man die Komponente Werbung herauslässt, wird das Magazin ja nicht automatisch zu etwas, dass dem guten Zweck dient. Man hat lediglich die Finanzierung etwas verändert.

2. Zahlung für Gegenleistung.
Wenn es nicht um den guten Zweck geht, dann zahle ich konkret dafür, was ich selbst zurückbekomme. In diesem Sinne argumentieren die Krautreporter sogar etwas ungeschickt, wenn sie sagen, dass sie ohne Rücksicht auf Ressorts Geschichten recherchieren, die die Autoren interessant finden. Ich möchte schließlich für die Zahlung etwas zurückbekommen, was ICH interessant finde. Wenn die Krautreporter über »irgendwelche« Dinge schreiben werden, kann ich den Gegenwert für mich überhaupt nicht abschätzen und mag daher sehr ungern im Voraus bezahlen.

Gregor

@Ralf: Es geht eben nicht nur darum, die Finanzierung etwas zu ändern, sondern um das, was das für die Inhalte bedeutet: Keine nervigen Klickstrecken mehr, keine Buzzfeed-Posts mehr, etc. Natürlich wollen das viele Leser, aber für solche Bedürfnisse gibt es mehr als genug Sites. Solche »Artikel« kommen aber auch auf Seiten vor, die eigentlich richtige Artikel liefern sollten (Spiegel Online…).

Trotzdem werde ich mich auch nicht beteiligen. 60 Euro, ohne irgendwas zu sehen, ist mir zu riskant. Ich habe keine Zeit, jeden Tag einen langen, gut recherchierten Reportage-Artikel zu lesen. Täglich aktuelle Auswahl wird es aber wohl kaum geben. Wenn doch, wird das zumindest nicht ausreichend deutlich. Ich würde mich freuen, wenn die Finanzierung klappt, vielleicht springe ich dann auch auf. Blind ist mir das zu blöd.

Karlo Henne

Ich finde die Idee an sich super- nur sind 60 Euro nicht gerade wenig fuer ein Projekt, von dem man noch nicht viel gesehen hat- und das evt. gar nicht zustande kommt.
Es gibt sicher mehr Leute, die bereit sind mit Betraege von ca. 15-25 Euro die Krautreporter zu unterstuetzen.

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