Manueller Spam

Ich überlege derzeit ernsthaft, ob ich bei den Kommentaren auf nofollow umschalten sollte. Jeder dritte Kommentar kommt hier inzwischen mit semi-interessanten Äußerungen und halb-dubiosen URLs daher, so dass ich mich ernsthaft frage, ob mein kleines Blog von hunderten Amateur-SEOs mit zuviel Zeit heimgesucht wird.

Zurzeit lösche ich lediglich die entsprechenden URLs. Aber so richtig Spaß habe ich nicht daran. Eigentlich will ich ja auch die vernetzende Wirkung dieses Blogs nicht aufs Spiel setzen. Wer bei mir kommentiert, der hat auch was zu sagen und verdient einen Link zu seiner eigenen Website, um auch im Ranking nach oben zu kommen.

Je mehr allerdings die Qualität der Kommentare und die Profitorientierung der URLs steigt, verliere ich die Lust an dieser kuscheligen Geste. Ja, ich weiß: Eine alte Diskussion, aber für mich trotzdem ärgerlich, noch viel ärgerlicher als Viagra-Spam, denn den habe ich als Textpattern-User gar nicht :-)

45 Kommentare

Marten

»ich als Textpattern-User« ... Angeber :D
aber ich kann dich da gut verstehen. So manch dubiose Kommentare hatte selbst ich auf meinem kleinen Blog. Die haben sich dann immer so komisch in die Diskussion eingemischt. Nicht schön.

Kann man das nicht vielleicht, abhängig davon machen, wie viele Kommentare man schon abgegeben hat? Weil grade deine Stamm-Kommentatoren (wozu ich mich nicht zähle) haben das ja so nicht verdient ^^

Cedric

Ich schalte Kommentare immer von Hand frei, weiß allerdings nicht ob das bei der Anzahl von Kommentaren auf deiner Seite einen Sinn macht. Ansonsten wäre vielleicht eine Black- /Whitelist nicht schlecht …

Christian Beier

Auf meinem Weblog habe ich teilweise auch schon dubiose Kommentare bekommen. Kommentare mit auffallenden Internet-Adressen habe ich bislang nicht freigeschaltet. Diese Entscheidung ist aber nicht immer leicht zu treffen, da es keine klare Grenze zwischen Kommentatoren die es nur auf Backlinks abgesehen haben und den normalen Kommentatoren gibt.

Manuel

Das gleiche Problem hab ich auch seit geraumer Zeit. Mich nervt das total und ich hab auch schon die gleiche Ãœberlegung angestellt wie Du. Hab mich dann aber doch dazu entschlossen bei entsprechenden Kommentaren einfach nur die URL zu entfernen.

Christian

Recht hast du schon, nur finde ich nofollow dabei immer die falsche Lösung. Alle abzustrafen, nur weil ein paar Leute Blödsinn schreiben würde mir zumindest wiederstreben.

Es gibt ja auch Leute die nofollow als Geschenk-Gottes ansehen, ich gehöre aber irgendwie nicht dazu ;) Gerade wir TXP-User sind doch bekannt dafür uns von nofollow fernzuhalten. Ums prüfen der Beiträge kommt man dann aber wohl leider nicht herum.

Aber vielleicht ist es ein Trost das es allen anderen aktuell wohl nicht anders geht. Da sitzen Tag ein Tag aus arme Hausfrauen an ihren PCs und füllen das Internet mit manuellen Sinnlos-Kommentaren, arme Welt ;)

Dirk

Ach, ich hab seit rund 6 Wochen gar keine Kommentare mehr. Noch nichtmal mehr Spam. Auch etwas. :-)

Jörg L.

Für einen Moment habe ich mich gefragt, wer ist denn dieser »Manüller«?

Wäre es schön, wenn die Software Links automatisch löschen würde, wenn sie nicht häufig genug (von anderen als dem Autor) geklickt werden? Aber dann bekommt man wahrscheinlich Click-Bots oder sowas.

Manuel

Macht auch keinen Sinn. Woran will man das messen ab wann ein geklickter Link ein »richtiger« ist, oder Spam?

Torsten

Habe ein ähnliches Phänomen. Mein Rezept: Akismet-Plugin für TXP installiert, Links im Zweifelsfall von Hand verändern und im schlimmsten Fall als Spam melden, dank Plugin werden diese Leute dann bei Akismet auffällig – hoffe ich zumindest …

Ben

Du hast doch das recht, jeden kommentar der bei dir kommt zu behandeln wie DU magst. das ist ja das schöne. es ist dein zuhause!

und du kannst evtl. auch eine mindestlänge verlangen, um die fauleren spammer etwas zu fordern :)

lemming

Gerrit, wo ist eigentlich deine Blogroll abgeblieben? Da haben ja auch immer viele davon partizipiert.

Gerrit

Die Blogroll ist nur auf der Blog-Ãœbersichtsseite zu sehen, nicht im Einzelartikel.

Robert

Geht mir genau so wie dir, und es ist in jedem einzelnen Fall eine Ermessensabwägung: Hat der Kommentar genug »Fleisch«, oder saugt sich wer bloß ein Sätzchen aus den Fingern wegen des Backlinks. So richtig los gegangen ist die Welle der phantasiearmen Kommentatoren mit der Veröffentlichung der Liste von »dofollow«-Blogs Ende letzten Jahres, dazu hat auch Dirk schon ein wenig gelästert.

Ich lasse mich davon in meiner Haltung zu »no-nofollow« nicht beirren, gehe aber zeitweise mit dem Feudel über die URLs, die man da so reinschmuggeln möchte.

Markus

Ich hatte bisher auch nur die Links solcher Pseudo-Kommentare gelöscht und gehe seit Neuestem dazu über, den ganzen Kommentar bei Akismet als Spam zu deklarieren. Gerade heute wieder 2 Kommentare so raus gekickt.

Ärgerliche Sache, die man aber nicht einreißen lassen darf und »bekämpfen« muss.

Grafiker

Ich bin für Transparenz im Umgang mit Spam, auch wenn es manchmal sicherlich schwer zu ertragen ist.

Wie wäre es, als Spam eingestufte Kommentare auf eine ausgegraute Zeile zu reduzieren? Jeder der möchte kann diese dann anklicken, um den ganzen Kommentar und die nicht verlinkte(!) zugehörige URL zu sehen.

Eventuell könnten auch die Blog-Leser über Spam oder nicht Spam mitentscheiden.

stefano picco

ist schon ärgerlich sowas, vielleicht hilft ja dieser beitrag schon einige leute dazu zu animieren so einen sch**ss zukünftig zu unterlassen  … träumen darf man ja :)

ich bin froh das ich nicht all zu viele kommentare bei mir habe, dann lohnt sich auch die manuelle freischaltung dieser!

Jan

Welche Nachteile hat nofollow denn?

Leute die nur wegen einem FollowedLink posten werden sich die Arbeit nicht mehr machen, 2 Sätze auszudenken, die letztlich nichts wertvolles zum Thema beitragen.

Ich finde nicht, dass sich die Bewertung der Wichtigkeit eines Blogs aus den Links von Blogkommentaren herleiten sollte. Links neben den Kommentaren sind doch dazu da, mehr über die Person zu erfahren. Und dafür reicht nofollow meines Wissens immer noch aus.

Martin

Grafikers Vorschlag halte ich für gut, auch wenn man noch versuchen könnte, Sätze wie »Sie wollen Informationen über ****?« o.Ä. suchen und evtl. den Kommentar blockieren und den Admin informieren, je nachdem was genau die Spammer spammen.

Cedric

Das Benutzer entscheiden können ob Spam oder nicht halte ich ebenfalls für eine gute Idee. Einfach unter jedem Kommentar zwei Links setzen: Spam / kein Spam. Sobald der prozentuale Anteil ein bestimmtes Level übersteigt wird der Kommentar automatisch deaktiviert oder der Webmaster erhält eine E-Mail. Vielleicht gibt es so etwas schon? Mal nachschauen… :-)

Dan Arkway

Bevor man aufruestet kann man es mit »recaptcha.net« versuchen. Ich weiss aber nicht, wie viel »Human-Anteil« in den SEO-Dingern steckt, die Du bekommst. Kannst Du deren Auftauchen, Inhalt, UA, IP naeher beschreiben?
Evlt. kann man auch die SEO-Links sammeln und darueber white/blacklisten. Oder sind die zu unterschiedlich?

Philip

Sonst müsste einfach ein plugin her, wo man beim lesen des Artikels per Knopfdruck die URL rausnehmen kann … Perfekt wäre dann, wenn das Plugin sich merkt, ob jemd. schonmal bestraft wurde und löscht es beim nächsten Mal automatisch

RobertPokerman

eine tolle Seite, mach weiter so, super, ich bin fassungslos, ganz große Sahne!

Gerrit

Jawoll, Herr Basic, ertappt! Endlich weiß ich, wer hinter all dem steckt!

RobBlackJack

thx for posting, i will visit you again;)

René

Ehe man nofollow komplett einsetzt, könnte man ja auch mit einer weißen Liste arbeiten  … Spätesten wenn alle Stammleser drauf sind, dürfte sich der weitere Pflegeaufwand in Grenzen halten  …

Johannes

Aber das Problem habe ich selbst auf meiner kleinen Seite (und das System ist selbtgeschrieben).

Hier kommen im Moment zwar nur Kommentare zur WOW Gold und Co. aber es stört schon.
Ich umgehe dieses Problem so, dass ich zwei Arten von Usern habe: User mit Account und einfach nur so Leser.
Jeder darf Posten – nur die Kommentare derer nicht eingeloggt sind, müssen freigegeben werden.

Aufwändig – aber ich habe dadurch volle Kontrolle über Spam.

Markus

@Rob: Großartig, gerade den absoluten Lachflash gekriegt. ;-)

Gerrit

Die Idee mit dem User-Identified-Spam finde ich nice! Allerdings nicht ganz einfach zu programmieren. Wäre das nicht eine Aufgabe für einen PHP-Praktikanten? Mist, bin ja jetzt Freiberufler  …

p.s.

was ist so schwer daran jeden kommentar zu überprüfen?
man liest die kommentare ja eh, nehme ich an, sosnt wäre sie m.E. auch nicht sonderlich sinnvoll.
wozu sollte ich was zu nem artikel schreiben wenn ich davon usgehen müsste, dass der autor des artikels den kommentar nichtmal liest?

Daniel

Bei mir kam das bisher zwar erst ein Mal vor, dass eine Person sich bewerben wollte, aber ich habe einfach die URL entfernt.

Wenn jemand es nicht fertig bringt mehr als 3 Wörter zu schreiben, dann bringt der Kommentar die Diskussion ohnehin nicht voran.

Ich lösche in diesen Fällen lieber die URL oder wenn es ganz sinnlos ist den ganzen Kommentar.

Ivo

Die Kommentare, die Gerrit meint, sind länger als drei Worte und tatsächlich nicht auf den ersten Blick vom üblichen Spam zu unterscheiden. Interessant ist, dass diese Spammer sich offenbar die Top-Blogs heraussuchen. Wenn ich mein Fontwerk z.B. mit dem Fontblog vergleiche, sind bei letzterem diese Human Spam Roboter deutlich aktiver.

Mike Schnoor

Also ich mache diese halbseidenen SEO URLs ganz schnell mit einem manuellen Eintrag platt. Zuerst kopiere ich alles von dem Kommentar und füge ihn neu hinzu, ändere dabei nur die URL ab und schicke den ursprünglichen Kommentar mit der Mailadresse und URL brav an Akismet als Spam zurück – Dann hab ich einen schönen Kommentar (sofern da kein langweiliges Geschwubbere drin ist) und der Typ merkt es sich dann für die Zukunft ob er mich nochmal zuspammt …

Ok, soviel zum debilen Bloggerdebakel des Abends.

Johannes

Ich finde als Blogbetreiber darf man sich ruhig das Recht herausnehmen, »Subtil-Spamverdacht«-Kommentare zu löschen. Die entsprechenden Kandidaten werden den Eintrag eh nicht aus Interesse besucht haben und auch nur in den seltensten Fällen wieder dahin zurückkehren. Gerade in deinem Fall, wo die Kommentare anspruchsvolle Diskussionen enthalten und du dich gleichzeitig mit deinem Blog auch beruflich präsentierst, würde ich mich nicht scheuen, ziemlich radikal »sauber zu machen«.
Im »echten Leben« entscheidest du ja auch ob du die Zeugen Jehovas hereinbittest oder wegschickst, wenn sie mal wieder klingeln. (Damit will ich jetzt keine Religionsdebatte auslösen, um Buddahs Willen! ;-))

Gregor

Ich weißnicht, wie sinnvoll Bewertung von Kommentaren durch Besucher ist. Was hinder die »manuellen Spammer« ihre Kommentare positiv zu bewerten?

Eine nette Funktion (die mir gerade eingefallen ist) wäre ein kleiner Butten neben jedem Kommentar, mit dem du als angemeldeter Autor ein nofollow-Tag zum Links hinzufügst. Du liest doch eh alle Kommentare, oder? ;-)

Ein nofollow-Tag könnte man ja auch visuell mit einem Icon anzeigen, um »abgestrafte« Kommentare sichtbar zu machen. Ein Klick auf das Icon verlinkt auf diesen Artikel ;-)

Michael Preidel

Ganz ehrlich: Diese nicht nur ernst geführte, sondern tatsächlich auch ernst gemeinte Diskussion um nofollow, oder anders ausgedrückt: dieser peinliche Bloggertanz um den goldenen Pagerank ist ausgesprochen lächerlich. Wer einen Kommentar schreibt, um einen Backlink zu erhalten, sollte sich in meinen Augen nach einem anderen Hobby umschauen.

Cedric

Gerrit: Da du genau wie ich Textpattern benutzt werde ich mir mal die Plugin-Schnittstelle anschauen. Dazu bin ich bisher nie gekommen. Es ist ja eigentlich nicht mehr als ein auszufüllender Platzhalter in den Kommentaren. Dazu eine neue Tabelle und gut ein bisschen PHP.

Michael: So schaut es aber leider aus und die Leute werden damit auch so schnell nicht aufhören. Es wird immer jemanden geben der sich auf Kosten anderer profilieren will.

Gregor: Es gibt genügend Mechanismen die davor schützen können das sich jemand zu oft selbstbewertet. Cookies, IP-Adresse, Browser-Agent, ich denke das wird das kleinste Problem sein. Denn keiner macht sich die Mühe Cookies zu löschen, sein DSL-Modem neu verbinden zu lassen und einen anderen Browser zu verwenden nur um seinen eigenen Kommentar als »legitim« durchgehen zu lassen.

Manuel

Mir gefällt die Idee mit der Whitelist für Stammuser

Stefan

Was mir so in Sinn kommt, wo allerdings die Umsetzung wohl mehr als umständlich ist:

Kommentare werden unmittelbar veröffentlicht, so wie momentan auch, allerdings wird die eventuell angegebene URL manuell vom Blogbetreiber freigeschaltet/veröffentlicht – oder eben nicht! Eine »Stammkunden«-Funktion wäre allerdings auch dann ratsam …

Naja, nur als Gedankenansatz gedacht …

Martin

Noch ein Nachtrag: Ich habe mal eine »Dummyklasse« in PHP gebastelt, wie so eine Beurteilung zustande kommen könnte:
http://rotw.de/miniscripts/user_spamrating.phps

Funktioniert zwar nicht, ist aber nur ein Konzept ;)

Cedric

Martin: Vom Konzept her sieht die Klasse gut aus, aber es müssten noch ein paar wichtige Funktionen hinein wie Cookie-Ãœberprüfung, IP-Adresse, etc. Leider bin ich momentan gut ausgelastet, sonst würde ich die Portierung auf Textpattern übernehmen.

Claudio

So wie ich Michael verstanden habe, markiert er die Links schon im Voraus als nofollow?
Ich finde das Argument von Michael eigentlich äusserst stichhaltig, denn wer nur für den Link kommentiert, soll es doch besser gleich bleiben lassen.
Einfacher als solche Mechanismen wie IP-Adressen-Ãœberprüfung, Cookie, etc. einzubauen ist wohl wirklich der nofollow. Und dank mobilen Computern ändern sich die IP-Adressen ja von Netzwerk zu Netzwerk. Cookies löscht man zwecks Datenschutz auch immer mal wieder. Deshalb: Keep it simple.

Harald

Von nofollow halte ich nichts. Ich guck auch gerne mal bei Kommentatoren, welche Website sie betreiben. Warum sollte also eine zweifelhafte URL vor Suchmaschinen verborgen werden, aber Besuchern angeboten? Ich hab mir gestern erst wieder über eine Newssuche bei einem großen Anbieter einen Virus eingefangen; muss also nicht sein, oder? Und ob die Spammer tatsächlich merken, dass die Links mit nofollow versehen sind, wage ich zu bezweifeln. Für manuelle SPAMs braucht es nicht viel Intelligenz.

Die Idee mit den Stammbesuchern finde ich gut. Anzahl und Länge der Kommentare sollten ausschlaggebend sein. Manuelle Nachhilfe bleibt auch dann nicht ganz aus, sollte sich aber reduzieren.

Mara

Ist bis jetzt nicht irgendwann alles, was inflationär wurde, irgendwann bei Google auch entwertet worden? So z.B. themenfremde Footer-Links, Kataloge, Artikelverzeichnisse … Irgendwann werden auch Links aus delicio.us & Co. oder aus Blogs nicht mehr die Rolle spielen – und dann gibts vermutlich auch wieder weniger Probleme mit Spam. Also vielleicht einfach nur abwarten und ggf. tatsächlich die URL löschen?

mike

fällt mir das erst jetzt auf, oder ist das schon länger so, dass das umgesetzt wurde?

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