Design-Eigenkritik

Der Kopf ist ja bekanntlich rund, damit die Gedanken ab und zu die Richtung ändern können. Und das hat sich in den letzten Wochen bei mir getan. Ihr hattet Recht, das neue Design meiner Website ist wirklich nicht so knallig, wie ich geglaubt hatte! Und dazu gibt es nicht einmal ein besonderes Schlüsselerlebnis. Nein, ich bin einfach nur nicht mehr besonders angetan von der Wirkung. Der Glaube daran, dass man sich ja nur gewöhnen müsse, war falsch – und das Experiment ist meines Erachtens nicht so ausgegangen, wie ich es mir erhofft hatte. Folgende Dinge stören mich:

Die Textspalte ist beim gewählten Schriftgrad zu schmal! Entweder ich mache die Spalten breiter (geht nicht, weil alle Bilder seit vielen Jahren auf 450 Pixel Breite angelegt sind und auch weiterhin spaltenfüllend angezeigt werden sollen) oder ich reduziere den Schriftgrad. Ich habe neulich mit Calibri gespielt und finde, dass sie bei 14 Pixel sowohl unter ClearType als auch unter Quartz sehr gut aussieht. Viel besser als Corbel. Für Mac-User halte ich außerdem die Optima für einen schicken Ersatz (siehe auch Rivva)

Die Idee mit den floatenden Boxen und der Verweigerung einer festen Spaltenanzahl ist zwar cool, führt aber zu vielen kleinen und großen Problemen (Zentrierung wäre nur über JavaScript möglich, vergeudeter Platz bei Standardauflösungen wie 1024 usw.) Das nächste Layout wird wieder brav fix und zentriert sein, und – tataa! – erstmal wieder ausschließlich mit Pixeln bei den Breitenangaben. Der Anteil der IE6-Nutzer, die die Schriftgröße verändern wollen, ist wohl bei meinen Besuchern im homöopathischen Bereich. Außerdem haben wir ja jetzt fast überall Zooming in den modernen Browsern.

Die ganzen fetten Linien sind zwar toll und streng und wirken total nach einem intelligenten Konzept (es ist ja auch ein Konzept), aber sie sehen dann doch einfach scheiße aus, weil sie alles begrenzen, beengen und dem Inhalt die Luft zum Atmen nehmen. Ich möchte aber, dass der Inhalt das Wichtigste ist. Und dem Wichtigsten nimmt man nicht die Aufmerksamkeit weg, und schon gar nicht die Atemluft.

Vielleicht kommt so ein leicht abgedunkeltes Karminrot als Signalfarbe gar nicht so schlecht. Ganz dezent, hier und da? Immer nur grün, schwarz und grau ist auf Dauer sehr ermüdend.

Einige mögen jetzt sagen: Warum geht er nicht zurück zum guten, alten Slide-O-Matic-Theme? Nun, der zurückhaltende Einspalter war zwar cool, und ist es auch heute noch. Doch für meinen Status als kleine Ein-Mann-Agentur möchte ich meinen potenziellen Kunden schon ein bisschen was portaligeres bieten können. Und eine portalige Anmutung erreicht man eben mit mehreren Spalten, damit auf den Nicht-Blog-Seiten eine gewisse Parallelität von verschiedenen Info-Ebenen erreicht wird. Hier werde ich versuchen, die Portfolio-Stücke und auch die Essays noch ein bisschen stärker manuell zu gliedern. Eine rein chronologische Auflistung ist hier nicht das Richtige, ganz klar.

Ihr seht also, ich mache mir schon wieder heftig Gedanken über einen Relaunch. Jetzt müsste nur noch Zeit da sein, um es auch wirklich durchzuziehen …

Anbei noch eine kleine 45-Minuten-Skizze!

44 Kommentare

Kevin

Hmm …. am Anfang fand ich das neue Design (nach Slide-o-matic) wirklich nicht gut, aber ich muss für mich zugeben, dass ich es sehr ins Herz geschlossen habe und es auch für mich eine augenberuhigende Alternative zu anderen Blogs war …

Die Skizze finde ich jetzt ganz persönlich nicht so prickelnd, aber ich war ja auch von diesem Design (slide-o-matic-Nachfolger) am Anfang nicht überzeugt, deswegen ein frohes Schaffen – wird bestimmt wieder gut.

mfg Kevin

Martin

Halte die Skizze für sehr überzeugend. Endlich fügt sich die Anzeige harmonisch ins Gesamtbild ein. Und ein bisschen Kontrast zu Georgia im Inhalt kann glaube ich auch nicht schaden.

Eine Anmerkung habe ich nur: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, soll die Webseite unter Windows (Vista) mit Calibri, unter OS X mit Optima angezeigt werden, was ich auch für eine sehr gute Wahl halte. Was aber ist mit den ganzen XP-Usern?

Axel Fiedler

Fand das jetztige Design von Anfang nicht so prickelnd. Man gewöhnt sich zwar n bisschen dran aber richtig schön find ich es immer noch nicht. Der Entwurf gefällt mir übrigens sehr gut.

Jannis

Ich schließe mich denjenigen an, die das Kastendesign nicht wirklich gern mögen. Ich fand das Slide-Design sehr gut, aber ich sehe, was du mit dem Mehrspalter erreichen willst. Allerdings hast du dich bei dem Entwurf um 180° gedreht. Jetzt ist es nur noch Text, zu wenig grafisch, »zu wenig Design«. Wirkt etwas wie ein Word-Dokument. Eine andere Farbe fände ich persönlich mal zu Abwechslung ganz nett, aber wie sich das auf die langjährige Grün-Erfahrung auswirkt, wage ich nicht zu erraten. Aber eins ist klar: Mit dem aktuellen Design wirst du und werden deine Nutzer auf lange Sicht nicht glücklich.

stk

Skizze gefaellt. Endlich wieder die gewohnte Luftigkeit im Aussehen — setzt einen passenden Kontrapunkt zu den substantiellen Beitraegen :D

Jack Smith

Ich frage mich warum dieses aufdringliche Grün, vor allem weil der neue Entwurf auch wieder nur Grün und Weiss kennt.
Und zweitens frage ich mich, warum die Werbung sein muss, ich kann mir nicht vorstellen das die Werbung soviel einspielt, das es die Deplatzierung und Verschandelung wieder wett macht.

so long

Gerrit van Aaken

@Jack: Das tut sie, es sind ja keine Google Ads :-)

Cörv

Ja, weg mit den Kästen. Ich find den neuen Entwurf wirklich sehr schön und um längen besser als das jetzige. Allerdings fehlt da noch irgendwas Besonderes. Sieht halt aus wie fast jeder Blog. Ich fand das war die Stärke von dem Slide-O-Matic-Design. Und mit dem jetzigen Design wolltest du ja auch was machen, was sich abhebt. Den Vorsatz würd ich nicht über Bord werfen. Mit ner richtig coolen Idee, bekommt man sicher auch ein portaligeres Design hin, ohne dass es aussieht, wie überall. Aber ist ja auch nur ein 45 Min. Entwurf.
Was mir bei dem neuen Entwurf besonders gefällt ist, dass der Inhalt wieder prominenter ist. Bei dem jetzigen Design wirken die Teaser oft wichtiger, da sie mehr Platz beanspruchen, als der Content, wenn man den Browser breit aufgezogen hat, und dabei den Inhalt auch noch so in die linke Ecke quetschen. Und die Luftigkeit tut auch sehr gut.
Ich bin schon gespannt auf den Relaunch.

Susanna

Ich finde dieses Grüne-Boxen-Layout immer noch gut, übersichtlich, augenfreundlich und sympathisch. Die Lösung mit den flexibel umbrechenden Boxen ist genial und barrierearm.
Natürlich wird gerade wieder unheimlich viel zentriert und der ganze schöne Platz für größere Bildschirme mit wenig nutzbringendem Hintergrund gefüllt, aber das ist kein Grund, mitzumachen ;)
Was mir an der Skizze gefällt: der Weißraum kommt wieder mehr zum Tragen (war doch früher auch so ähnlich). Ich würde aber auch weiter auf Sollbruchstellen und em-basierte Bereiche setzen: Meine Statistik zeigt immer noch ca. 20% IE 6. Man sollte diese Dinosaurier nicht unterschätzen.

anderer Martin

Die Skizze gefällt mir. Ich finde nicht, dass es wie jedes andere Blog aussieht. Nein, meiner Meinung nach ist es schon markant. Die Schrift könnte für meinen Geschmack größer sein (wird sie ja auch sein, da ich die minimale Schriftgröße auf 14 eingestellt habe, am Laptop mit höherer Auflösung hab ich sie glaub ich sogar auf 16). Naja, solange das Layout mit diesen eigenen Einstellungen nicht auseinanderfällt, geht’s ja auch so :-) Ansonsten hätte ich aber auch nichts gegen 100”‰%.

Jörg L.

OK, der neue Entwuf gefällt mir auch besser. Und wie andere auch schon schrieben, sehr neu wirkt er dennoch nicht. Wenn man sich das noch in schwarz statt grün denkt, liegt es irgendwo in dem Raum, der von subtraction.com und markboulton.co.uk aufgespannt wird. Aber halt, der nimmt ja auch grün.
Sind aber keine schlechten Vorbilder.

Max

vorab, ich bin jetzt kein diplom designer oä, aber ich finde dieses design klasse! Es ist individuel, es ist neu und ist wie damals das slide dings einfach innovativ. Dein mockup ist kurz und schmerzlos; TOTAL LANGWEILIG!
Es ist total standard und durch standard hebt man sich nicht ab.

meine pro argumente für dieses design;
-einzigartig
-sehr erfrischendes konzept, dennoch findet man sich sofort zurecht
-viel zu entdecken
-durchdacht und ja, perfektioniert.

Ich weiß nicht warum man jetzt auf das typische blog-lala-design runter muss…ist vielleicht ein bisschen deutsch, dass man probleme mit neuem hat.

fazit; regeln brechen ist aufregend und erfrischend und passt einfach zum inhalt hier.

Alex

Die Skizze sieht ziemlich 08/15 aus! Von einem »echten« Designer würde ich mehr »echtes« Screendesign erwarten, also auf jeden Fall ein »liquid« Design (von mir aus mit max-width, um keine Grundsatzdiskussion auszulösen). Diese starren Kästen sind wirklich keine Kunst!

Alex

Ãœbrigens: das aktuelle Design sieht bei mir so aus, als sollte es so nicht aussehen: Screenshot

ConnyLo

Kritisieren ist so einfach, aber ganz schwer ist es, seine Vorstellungen radikal neu zu entwickeln. Die Abkehr vom Kasten-Design finde ich richtig!

Deine Design-Skizze ist fast perfekt, weil alles am richtigen Platz ist. Könnte man so verkaufen! Es sieht dennoch gewöhnlich aus. Als Zwischenstation lasse ich es gelten, aber da kann noch mehr individuelles kommen – nur Mut!

Das Grün mag ich nicht.

Caro

Da grün anscheinend nicht gerade die Lieblingsfarbe vieler zu sein scheint, wollte ich mal eine Lanze dafür brechen: Ich finde das Grün klasse! Mir gefällt auch die Konzentration auf eine Farbe – die Boxen können aber ruhig weg.

Gerrit

Ich werde mich hüten, das Grün in irgendeiner Form zu verändern, schließlich ist es – in Kombination mit Georgia regular – das einzige, was meine Marke dauerhaft visuell definiert!

Rumba

»Prägnanz – Klare Gestaltungsansätze mit dem gewissen Etwas« lautet einer deinen Leitgedanken. Den kann ich im aktuellen Design gut erkennen, im neuen fällt mir das ungleich schwerer. Oder wie es hier einige direkter ausgedrückt haben: »TOTAL LANGWEILIG

Besser am Entwurf finde ich, daß der Inhalt mehr »Luft« hat. Momentan sind die Inhalte durch geringe Abstände und die dicken Linien eingezwängt. Gut auch, das die rechte Spalte ausgedünnt ist. Ich weiß nicht, wie deine Leserschar sich zusammensetzt, aber ich als RSS-Feed-Abonnent lese eh nur die aktuellen Artikel. Wenn ich mich recht entsinne, hab ich noch nie auf einen Link auf der rechten Seite geklickt (geht mir bei andernen Blogs genauso).

Ich plädiere für ein praegnanz.de 3.5, also eine Weiterentwicklung des aktuellen Designs. Wenn nicht, auch egal, ich les hier trotzdem weiter. ;)

Jörg L.

Deshalb mag ich keine Feeds.
Ich habe hier schon ein paar Links gefunden, die mich gefreut haben.

macx

Schön fand ich das Design als es neu war ebenso wenig wie heute. Die ganzen Boxen rechts habe ich im Auge innerlich ausgeblendet, da ich deine Artikel über RSS empfange und dann in der linken Spalte lese.
Hätte ich die Wahl, würde ich mir von dir Gerrit wieder ein prägnantes, klares, reduziertes Design mit Pfiff wünschen. Das sind zumindest die Attribute, mit denen ich dich als Person verbinde. Fehlt halt nur die Webseite dazu.

usp

Vielleicht auch mal ein wenig Abstand von genau diesem Grün nehmen? Es gibt ja noch andere Grüntöne ;) Del.icio.us ist es ja meiner Meinung nach auch ganz gut gelungen von seinem knalligen Blau weg zu kommen.

Gerrit

Das Grün bleibt, wie es ist, Punkt. Ohne mein geliebtes #090 werde ich unglücklich.

Was die schnelle Skizze angeht: Das ist ein erster Schnellentwurf, Freunde! Ihr seid ja schon wie Kunden, die sich nicht vorstellen können, dass da die große Rafinesse noch nicht mit eingebaut ist.

Dieses Mal werde ich jedoch so vorgehen, dass der grobe Design-Rahmen eher konservativ ausfällt und kein revolutionäres Konzept enthält. Ich wünsche mir, dass das »gewisse Etwas« später eher in den Details zu finden ist, also in liebevoll gestalteten Navigationselementen und der einen oder anderen typografischen Spielerei usw.

Außerdem wird die Blogseite vermutlich eh die layouttechnisch langweiligste Seite werden. Spannender und prägnanter soll es auf der Startseite und der Portfolio-Seite zugehen. Da brauche ich natürlich noch einige Ideen und Zeit, aber durch ein grundsolides und einfaches Grundraster wie oben angedeutet, kann ich mich dann in der Gestaltung des Inhaltes schön austoben. Nur halt eben nicht im Blog, weil die Inhalte da einfach stärker standardisiert sind.

Ich spiele sogar mit dem Gedanken – schock! – Schmuckbilder zu verwenden. Das hatte ich noch nie.

Gerhard

Endlich rückt der Inhalt wieder in den Mittelpunkt. Klasse!

ConnyLo

Wie wärs denn damit, eine weitere Farbe zum Grün zu ergänzen? Die alleinige Verwendung des Grün erinnert mich sehr an das ”Grüne Band der Sympathie“. Ein netter Kontrastfarbton könnte Dein Ausbruch aus dem Bekanntem darstellen.

Dirk

Ich lese Ãœberschriften im Feed, die Beiträge selbst aber in der Regel direkt hier im Blog. Das linksbündige schmale Textband des aktuellen Layouts gefiel mir daher noch nie. Bei langen Texten + Kommentaren muss man sich regelrecht konzentrieren. In deinem Schnellentwurf zentrierst Du das Layout wieder, was ich als angenehmer empfinde. Ansonsten halte ich es mit macx, von Dir darf man frische Ideen erwarten.

Du bist erstaunt über die Kommentare zur Skizze? Dann stelle sie nicht zur Diskussion. Du wolltest doch Feedback, oder?

Du sprichst davon, die Startseite und das Portfolio speziell aufzupolieren. Das macht auch Sinn, da es Dein Aushängeschild für potentielle Kunden ist. Aber vernachlässige deswegen Weblog und Essays nicht, denn dort spielt sich das Leben auf deiner Webseite ab und deshalb denke ich, dort ist ebenfalls viel Sorgfalt notwendig, auch wenn die Reglementierungen sicher etwas größer sind. Daher könnte es sogar die größere Herausforderung sein.

GE

Einer, dem man ganz gewiss nicht unterstellen kann, dass er sich mit liquiden und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten nicht auseinandersetzen will oder kann, dass er zu faul oder zu dumm dazu wäre, diese »Königsdisziplin« umzusetzen, kehrt zu einem zentrierten Layout mit fixen Breiten zurück.

Kein Kunde zwingt Ihn dazu, kein Grafiker hat ihm einen Entwurf vorgelegt, den er umsetzen muss. Es ist sein eigenes Werk, seine freie Entscheidung.

Er spricht von einem »eher konservativen Design-Rahmen« und Verzicht auf ein revolutionäres (Grund-) Konzept.

Das ist es, was ich interessant finde. Lass Dir bitte nicht zuviel Zeit, Gerrit ;-)

Tony M.

Also naja, dass sich bei solchen Sachen die Geschmäcker unterscheiden ist ja normal, aber dass hier auch soviel negative reaktionen dabei waren …

Möchte hier mal ein Lob von meiner Seite aussprechen, mir persönlich gefällt die neue Version sehr gut!

MfG

phil.

Ich finde deine Skizze sehr gut! Sie wirkt für mich irgendwie wesentlich zeitgemäßer als das aktuelle Design. Die Frage ist natürlich, ob sie dadurch nicht eben so schnell wieder unzeitgemäß wird…

Und auch gleich etwas konstruktive Kritik dazu: Ich finde die Menü-Positionierung etwas unvorteilhaft, weil es auf mich den Eindruck macht, dass es nur die linke Spalte verändert (mitschuld daran sind wohl auch die grünen Balken, die die Seite visuell sehr stark gliedern – was ich ansonsten sehr gelungen finde )

Wobei ich zugeben muss: Ich lese Praegnanz jetzt schon recht lange, aber ausschließlich über RSS.

keep it up!

Christoph

Der neue Designansatz geht in die richtige Richtung. Durch den Wegfall der ätzenden Kästen bekommt der Inhalt wieder mehr Luft und das Layout wirkt wesentlich leichter.
Allderdings weiß ich nicht, ob man unbedingt von den gefloateten Menüblöcken weg muss. Die grundsätzliche Idee dahinter ist doch sehr gut! Ich könnte mir eine Mischung aus deiner neuen Idee und diesem hier vorstellen. Es muss ja nicht immer alles verworfen werden. Es gibt ja auch am aktuellen Konzept einiges, was sehr gut ist. Ich fände es schade, wenn du nicht wenigstens versuche würdest, auf Basis des aktuellen Layouts die Schwächen auszuräumen und die guten Sachen weiter zu führen

greenman

Das aktuelle Design ist super. Crisp, clean, angenehm, professionell. Gut zu lesen und grün. Kann auf jeden Fall so bleiben!

Robert Hartl

Lieber Gerrit,

als ich Dein aktuelles Design gesehen und dessen Verhalten analysiert habe, dachte ich »jetzt hat er sich mal wieder selbst übertroffen«. Kreativ und dennoch absolut benutzbar und klar. Respekt.
Wenn ich mir Dein Screeny anschaue, ist das aber doch ein Schritt zurück.
Folgendes kann ich nachvollziehen: Schriftgröße/ Inhaltsbreite und Linien.
Absolut genial sind die Boxen sowie die kleinen Raffinessen im Grid. Wer braucht schon mittig fixiertes Design (hat eh jeder), wer braucht klassische drei Spalten (hat eh fast jeder), …
Daher vielleicht lieber dünnere Linien oder die Kästen nur andeuten. Für den angestrebten Portaleffekt könnte man eine Textmarkernavigation zu den einzelnen Kästen der Sidebar im header-Bereich integrieren.
Ansonsten nutzen Kommentare leider nicht die Breite, so dass Beiträge sehr lang und schmal geraten. Wieso nicht hier immer zwei nebeneinander oder ähnlich wie die Kästen floaten? Bei klar erkennbarer Nummerierung dürfte das ausreichend benutzerfreundlich machbar sein.
Ich bin gespannt.

Gerrit van Aaken

Man kann’s ja offenbar wieder keinem Recht machen! Einige Punkte will ich nochmal festhalten:

Ich möchte meine Website stärker als Selbstpräsentation für meine potenziellen Kunden ausrichten. Von daher gehe ich weg vom Avantgardismus hin zu etwas Vertrauterem. Ich denke, dass dies einfach leichter zu verdauen ist – die jetzige Seite hat eben auf den ersten Blick etwas abschreckendes.

Wenn man aber einmal etwas gewagteres gemacht hat, darf man offenbar nicht mehr zu etwas konventionellerem zurückkehren? Warum eigentlich nicht? Was ist falsch daran, einen Schritt zurück zu machen, wenn man der Meinung ist, dass der vorige Schritt in die falsche Richtung ging?

Und zur fixed Layout-Diskussion: Ich sehe für meine Zwecke keine Not, ein elastisches Layout mit Viewport-Begrenzung zu machen, einzig und allein weil ich es könnte: Den Kunden ist es wurscht und meine Leser haben alle entsprechend aktuelle Browser. Allein die Mecker-/Fundamentalismusabteilung besteht noch auf die Vermeidung von Pixelwerten im CSS. Die Zeiten ändern sich aber! Pixel sind als relative CSS-Angabe eine feine Sache, und allein der IE6 hat die Benutzung bisher verhindert. Das Spielchen mache ich nun aber nicht mehr mit.

Lasst Euch überraschen, ich bastele weiter an den Screens. Ich habe ein kleines abstraktes Fotokonzept ausprobiert, was mir ganz gut gefällt und es vielleicht in die endgültige Version schaffen wird. praegnanz.de bleibt prägnant, auch ohne Kästen und ohne Slider und ohne Gras. Ich lasse mir ja immer etwas ganz anderes einfallen, um weiterhin unverwechselbar zu bleiben.

Aight?

GE

Hallo Gerrit, ich hoffe, Du hast meinen Kommentar weiter oben auch so verstanden, wie ich ihn gemeint habe, nämlich 100% positiv.

Zur Zeit ist es doch gerade die »Mecker-/ Fundamentalismusabteilung«, die uns weismachen will, dass flexible Layouts die »Königsdisziplin« sind und dass der, der das nicht macht, das Internet nicht verstanden hat (Oder es nicht kann oder nicht willens ist, sich damit zu beschäftigen).

Du beweist nun das Gegenteil. Genau deshalb finde ich es interessant, wenn jemand wie Du zu einem Layout mit fixen Breiten zurückkehrt.

Ob das ein Schritt zurück ist, darüber kann man streiten, besonders in Zeiten, in denen eine Spezialdisziplin des flexiblen Layouts, nämlich das elastische, em-basierte Layout, durch den aufkommenden Seitenzoom zunehmend in Frage gestellt wird.

Gerrit

@GE: Mhh, du hast das oben so süffisant formuliert, dass ich es tatsächlich falsch verstanden habe… Alles klar, dann weiß ich ja jetzt bescheid :-)

Alex

[…] in Zeiten, in denen eine Spezialdisziplin des flexiblen Layouts, nämlich das elastische, em-basierte Layout, durch den aufkommenden Seitenzoom zunehmend in Frage gestellt wird.

Eben nicht! Siehe z.B. die Seite von Spiegel-Online: beim Seitenzoom wird der ganze Kasten vergrößert und erzeugt unter Umständen einen horizontalen Skrollbalken, was die Benutzbarkeit sehr einschränkt! Ebenso ungünstig verhält es sich mit der oft gelobten ZDF-Seite (obwohl hier »em« verwendet wird). Ein positives Beispiel in dieser Hinsicht ist IMHO meiert.com: Beim Zoomen passt sich die Seite an den Bildschirm an, für breite Fenster ist eine maximale Breite festgelegt.
Ich habe manchmal den Eindruck, Webdesigner vergessen oft, dass nicht alle an einem quadratmeter-großen Bildschirm arbeiten (ich arbeite z.B. ausschließlich mit Laptops).

Stromkopf

Mag dein jetziges Layout / Design total gerne, besonders eben die fetten grünen Boxen / Linien! Finde überhaupt nicht, dass es beengt wirkt und es ist definitv frisch und eigen. Gut, die neue Idee kommt auch recht schick daher, aber irgendwie auch ein wenig langweilig und nichtssagend. Mag vielleicht dem Inhalt mehr »Luft« geben, sieht aber dann auch wieder aus wie ein Standardtemplate. Naja, aber wenigstens hast du dich noch nicht vom großartigen Grün getrennt! :]

Alex

OK, habe hier »elastisch« mit »liquid« verwechselt! Trotzdem (und jetzt ohne Verwechslung) plädiere ich für liquide Webseiten!

Alexander

Hallo Gerrit,

ich mußte angesichts Deiner Ãœberlegungen zu einem Redesign schmunzeln, bestätigt es mir doch, dass man sich als Gestalter mit der Gestaltung des eigenen Bildes doch am schwersten tut bzw. dort am kritischsten ist. Ich dachte immer, nur mir geht es so.. ich wage mich z.B. gar nicht erst so recht an die Realisierung meiner Site heran, habe auch gar nicht so viele schöne Projekte wie Du vorzuweisen, aber es ist wohl eher der Punkt, dass ich bisher alles was ich gemacht auch gleich wieder verworfen habe..

Zur Skizze: Davon bin ich etwas enttäuscht, das sieht natürlich sehr ordentlich aus und funktioniert sicher gut, nur hat die bisherige Seite eben gerade durch die Dinge, die Du an dir selbst kritisiert, diesen unverwechselbaren Charakter! So wie Dein Neuentwurf sehen hunderte andere Blogseiten aus. Wenn ich bisher praegnanz.de besucht habe, wußte ich immer sofort, wo ich bin. Nicht nur durch die reduzierte, stringente Farbwahl, auch das zugegeben »sperrige« Kastendesign macht die Seite einfach so einzigartig. »Sperrig« ist vielleicht auch keine so schlechte Anmutung, schließlich traust Du dich in der »Szene« ja auch mal, gegen den Strom zu schwimmen. Ich finde daher, dass das alte Design gut zu Dir paßt. Es hat auf jeden Fall eine Aussage.
Ein neuer Entwurf sollte wenigstens ebenso eine Unverwechselbarkeit ausstrahlen. Und nichts gegen Karminrot – aber ich fürchte das Grün hat als CI-Farbe für Dich schon längst ein Eigenleben entwickelt. Und das ist doch toll!

Gruß
Alexander

Robert

Kein Thema Gerrit,
ich finde nur die bisherige Lösung als sehr guten Kompromiss zwischen Benutzererwartung/ Benutzbarkeit und Kreativität.
Allerdings habe ich wohl die Zielgruppe und damit die Benutzererwartung anders fokussiert.
Vielleicht kann auch der Blogbereich bestimmte Elemente beinhalten, die potentielle Kunden vielleicht überfordern…

Urs Schäuble

Hast Du denn definitiv die Rückmeldung, dass aus Deiner Zielgruppe Leute abspringen, weil Ihnen das Design hier zu gewagt ist? Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das im Webdesign den Ausschlag gibt, denn die meisten werden doch auf irgendeine persönliche Empfehlung kommen, und da kann auch ein ungewöhnliches Design Deines Auftritts bestimmt kaum abschrecken, wenn Dir der Ruf vorausgeht: »Der kann was«.

Ich schreib das deshalb, weil ich Dein Design hier nach wie vor Spitze finde (hatte mich ja schon damals sehr positiv dazu geäußert). Unkonventionell, mit einem künstlerischen touch und zugleich derart an den Bedürfnissen des Mediums orientiert, wie man es in der Kombination selten findet. Ich fänds unendlich schade drum, denn Dein Neuentwurf ist halt doch sehr konventionell, nix Besonderes einfach.

Ich kann schon verstehen, dass einen als Freiberufler immer unterschwellige Besorgnisse packen, ob man mit der Art seines Auftretens nicht Kundschaft vergrault. Aber angesichts dieses in meinen Augen unter dem Avantgarde-Aspekt vorbildhaften Designs würde ich da mindestens Beweise verlangen wollen… ;-)

Gerrit

@Urs: Das freut mich sehr zu hören. Allerdings ist es halt auch so, dass mir das Design selber nicht mehr gefällt. Ehrlich! Von daher bin ich dran. Und inzwischen wird mein neuer Entwurf auch immer spezieller…

Alexander Böck

Hallo Gerrit,

ich hab zum Thema Deines Designs hier auch schon mal gepostet, und muss es wieder tun, denn ich finde, Du bist definitiv zu streng mit Dir!
Dass die »fetten Linien scheiße« aussähen, kann ich nicht bestätigen! Und es wirkt auch auf mich wie ein intelligentes Konzept, klar! Das ist doch gut! Du schriebst mal, Dein Selbstverständnis wäre das eines »digitalen Ingenieurs«. Na bitte, ich finde, dazu passen Design und Layout sehr gut. Auch bitte nicht von Deinem CI-Grün abrücken, ich stimme Dir zu!!
Nochmal zu den »fetten Linien«: ich finde nicht, dass dem Inhalt hier die Luft abgeschnitten wird. Ich finde, dass das zusammenspiel aus Hauptnavi, subnavi (suche, kontakt …) und der nach unten versetzten Inhaltsüberschrift sehr raffiniert wirkt und dem Seitenlayout etwas wirklich Eigenes gibt, dass von vielen 08/15-Layouts unterscheidet (zu diesen 08/15-Layouts zählt auch dein »schnellentwurf«, tut mir leid!!!)
Sorry, ich habe Dein jetziges Layout tatsächlich – man könnte sagen – bewundert, weil es sich von der Masse abhebt ohne sich in mittlerweile bekannte Schubladen wie »grungy«, »desktop«, »watercolor« oder die sonstigen für Freelancer typischen Kategorien einzufügen. Es sieht wirklich aus wie von einem digitalen Ingenieur. Ziel erreicht!

Gruß und bitte bei der eigenen Linie bleiben!
Alexander

Gerrit

@Alexander: Dir ist klar, dass der Artikel zwei Jahre alt ist? ;-)

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