Peinliche Origami-Präsentation

Was passiert, wenn ein CEO ein neues Gadget demonstriert und es genauso cool machen will wie Steve Jobs?

Several pages later, the large projection screen suddenly completely went black. Samsung’s staff again rushed to help the vice president, and found the Q1’s battery has run out.
It is not known why the battery only lasted for a few minutes of the presentation. However, Kim later admitted that Q1 has three hours of battery life and two hours when watching a DVD, which is comparably short to other laptops.

(via Signal vs. Noise)

Es gibt schon einen Grund, warum Steve Jobs als CEO und Präsentator so viel erfolgreicher ist:

  • Er setzt sich höchstpersönlich mit echtem Interesse mit jedem Produktdetail auseinander und kann das Produkt perfekt bedienen – was bei Consumer-Produkten eigentlich selbstverständlich sein sollte.
  • Er übt, übt, übt und ist sich nicht zu fein dazu, nochmal zu üben.
  • Er führt seine Firma diktatorisch, so dass alle Mitarbeiter sich vor Angst eher umbringen würden, als nicht noch einmal alles dreimal zu kontrollieren, bevor die Präsentation beginnt.

Andere CEOs scheinen so eine Präsentation eher locker zu nehmen – ein Fehler!

14 Kommentare

Gernot

Und noch ein vierter Punkt: Für alles teilweise mehrere Backup-Systeme!

typneun

@gernot: stimmt!
aber gerrits 3. punkt ist – denke ich mir mal – der ALLERwichtigste! :)

Nick Blume

Und klappt es mit Technorati?

Observer

»It’s awesome when it works!« oder »That’s why we have backup systems …«

Holger

Und sein Sozialvehalten findest du okay?

Thierry Blancpain

den link von koka wollte ich auch gerade posten. deine aussage, er kenne alle seine produkte (»that sounds good, and it really works! but i have no idea what it does« oder so) stimmt so wohl auch nicht ganz.

siehs mal so: ein CEO eines grösseren unternehmens ist für die steuerung des unternehmens und dessen repräsentation nach aussen (und natürlich vieles mehr) verantwortlich. stundenlang wertvolle zeit zu vergeuden, die komplette navigation von produkten und so auswendig zu lernen, wäre hier (aus wirtschaftlicher sicht) eindeutig fehl am platz.

das so fehler wie absterbende batterien gerade bei produkten, bei welchen die batteriezeit aus consumeraugen sowieso zu kurz ist, wahnsinnig peinlich und wohl auch imageschädlich sind, und den wert einer solchen präsentation gegen null gehen lassen, ist wohl trotzdem klar :)

\chr{x}

Nun ja, ich könnte mir denken, dass da jemand das Gerät einem etwas zu ausführlichem Test unterzogen hat …

Nur so ein Gedanke.

Rolf

die drei Punkte in Kombination mögen ein Grund für den Erfolg sein.

Aber Punkt 3 »Er führt seine Firma diktatorisch …« isoliert ist oft genug Signal und Symptom für den eingeleiteten Niedergang von Staaten, Organisationen oder auch Firmen.

Aus dem heroischen Firmenlenker wird dann schnell der lächerliche Dino der Unternehmenskultur.

Mal abgesehen von der Bewertung des Sozialverhaltens

Jens Meiert

Woher kommen deine Aussagen (wirklich), Gerrit?

Zum einen steht gerade Samsung seit Jahren fuer Qualitaet (wie Tomas es gerne sagt: Lesebefehl, interessante Geschichte), zum anderen interessiert mich mal, ob du Steve Job persoenlich kennst (»Er übt, übt, übt und ist sich nicht zu fein dazu, nochmal zu üben«).

Apple leistet sicherlich gute Arbeit, ebenso wie Steve Jobs ein guter Redner (oder »Presenter«) ist, aber wegen einem vermutlich simplen, zufaelligen, technischen Defekt die Arbeit eines Unternehmens/Redners foermlich niederzumachen und im selben Moment die eines anderen in den Himmel zu loben – aeh.

Nichts fuer ungut.

Gerrit

Woher meine Aussagen (wirklich) kommen, kann ich Dir nicht sagen, sie kamen einfach so aus meinem Kopf, der durch jahrelangen Komsum von Apple-Fanseiten gehirnwäschemäßig offenbar völlig im Eimer ist. Dass Samsung eine gute Firma ist, habe ich niemals bezweifelt, oder? Dass Steve Jobs seine Keynotes ohne Ende übt, weiß man seit Jahren von mannigfaltigen Aussagen seiner Mitarbeiter. Außerdem merkt man es. Und dass ich unsachlicherweise Dinge niedermache und andere in den Himmel lobe ist hier Programm – schließlich sind wir hier auf einer Klowand, schon vergessen? Da darf man Dinge dramatisch ausdrücken, um zahlreiche Zustimmungskommentare und Kritik zu erhalten!

Jens Meiert

Nun, da du schon so schoen an von Matt anlehnst … ;)

Christoph Freitag

Für alle, die Steve Jobs bisher anhimmelten oder auch nur etwas besser kennen lernen wollen, sei das Buch »The Second Coming of Steve Jobs« empfohlen. Gerrit hat demnach mit seinen Aussagen vollkommen recht. Und gute Produkte entstehen bei Apple vor allem deshalb, weil Jobs wie besessen davon ist, gute Produkte herzustellen. Das geht dann auch auf die Knochen der Mitarbeiter.

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