Firefox vs. Safari

Dass in den letzten Jahren wieder ein Großteil der Webdesigner- und Webentwickler-Gemeinde zum Mac gewechselt ist, ist keine Neuigkeit. Ebenfalls keine Neuigkeit dürfte die Tatsache sein, dass man den Firefox-Browser mit einer Menge ultrasinnvoller Erweiterungen zu einem kollossalen Schlachtschiff für alle Herausforderungen des Webdesigns aufmotzen kann. Unverzichtbare Helfer sind hier beispielsweise Firebug, ColorZilla und MeasureIt.

Nun haben wir jedoch ein Problem, welches sich – meines Erachtens – unter Windows so nicht stellt: Firefox ist zwar toll und mächtig, aber er ist gleichzeitig enorm buggy, träge, kaputt und hässlich. Warum muss das eigentlich so sein? Natürlich ist mir klar, dass man allgemein mehr Wert auf die Windows-Version legt. Aber ich frage mich, warum die Entwickler von Camino ihre Zeit nicht lieber darauf verwendet haben, die XUL-Integration in der Aqua-Welt von Mac OS X zu verbessern? Wie es derzeit ausssieht, gibt es leider keinen perfekten Webdesign-Browser unter Mac OS X.

Doch einer gibt die Hoffnung nicht auf: Jon Hicks, der König des Browser Polygamy Movements. Und er hat einen feinen Artikel verfasst, in dem er diverse Plugins (sogenannte Input Manager) vorstellt, die es dem Webdesigner ermöglichen, auch mit dem schlanken und schönen Safari-Browser gewisse Analyse-Tools zu nutzen. Das Problem: Diese Input Manager lassen sich nur recht umständlich installieren und sind vom Feeling her nur unzulänglich integriert.

Hier ist Apple am Zug: Endlich ein vernünftiges Plugin-System für Safari, damit wieder ein bisschen Konkurrenz-Kampf in die Browserwelt kommt. Diesmal nicht mit dem Otto-Normal-Surfer im Blick, sondern dem engagierten Webdesigner.

14 Kommentare

Marcus Scheller

oh ja bitte :)

ein lineal wäre toll und die möglichkeit alle elemente »anfassen« zu können, und deren eigenschaften einzusehen, ähnlich dem furiosen xylescope.

momentan mache ich alles mit dem lieneal aus dem artdirectors toolkit, erwähntem xylesope und safari-stand mit dem man direkt im browser das markup ändern und anwenden kann …

oh ja und die möglichkeit ein optionales hintergrundbild ein- und auszuschalten, welches sich über das eingestellte legt um mal schnell das eigene gestaltungsraster einzusehen, usw.

Stefan

Das kannst du laut sagen, es n e r v t schon enorm, dass nach jedem Systemupdate alle Safari-Plugins (Saft, Stand…) komplett upgedated werden müssen (Wenn dann der Entwickler mal „im Urlaub“ ist kann man seine (bezahlte) Extension erstmal vergessen.

macx

Die Webdeveloper-Toolbar für den Safari würde genügen, damit ich den Browser wechsel.

Oliwa

Kleiner Lichtblick im Mac-Umfeld ist auch das Safari Tidy Plugin, welches Webdevelopern ein internes Validieren der aktuellen Seite nun endlich auch im Safari erlaubt.

Gerrit

Safari Tidy war meiner und wohl auch Jon Hicks’ Anlass, etwas zum Thema zu posten ;-)

Siegfried

Zu FF: Vielleicht ist er hässlich, aber das ist wohl reine Geschmackssache. Zugegeben, ganz allgemein war Mac schon immer besonders chic. Aber daß der FF hoffnungslos buggy sei, das halte ich für ein Gerücht. Er ist wohl nicht perfekt, aber Alles in Allem noch immer der beste Browser, den man zur Zeit bekommen kann. Er hat einige Fehler weniger als Andere.
Ich habe beispielsweise aus meinen Seiten die sog. »alternate stylesheet«s rausnehmen müssen, weil KHTML (die Rendering Engine von Safari und Konqueror) diese alternativen Stile munter durcheinander mischt. Also ein Element nach diesem Stil, jenes Element nach jenem Stil, und so weiter. Sah grauslig aus. Andere Browser wie z.B. der IE, die mit alternate stylesheets nicht umgehen können, ignorieren das wenigstens. Aber das Verhalten von KHTML hier ist ein wirklich dicker fetter Bug.
Für einfaches Surfen im Internet sind Developer Extensions wohl weniger wichtig. Aber einwandfreies Rendern sowie Support von xml, xhtml, svg und rss, das sind heute Grundfunktionen. Für Entwickler sind zuschaltbare Erweiterungen natürlich genial. Und es wird der Beliebtheit des Safari bestimmt nicht abträglich sein, wenn solche Plugins dafür ebenfalls erhältlich wären.

Gerrit

Nun, FF ist dann nicht buggy, wenn es ums Rendern geht oder um den normalen Surfalltag. Aber sobald ich vier, fünf Extensions aktiviere und mit dem Ding heftig Entwicklungsarbeit betreibe, kackt er dauernd ab: Dann funktioniert auf einmal die Flash-Darstellung nicht mehr, dann verschwinden die Icons von der Developer Toolbar, dann kann ich keine neuen Tabs mehr öffnen, dann zerschießt er das Font-Rendering. Ich kann ein einmal installiertes userdefiniertes Chrome nie mehr wegbekommen usw. Lauter kleine Nervereien!

Siegfried

Hi,
bezieht sich das speziell auf FF untre Mac? Ich habe damit weder untre Windows noch unter Linux ernsthaft Probleme damit. Und ich habe auch eine Reihe von Extensions aktiv. Nicht nur Entwicklerextensions, auch z.B. die Extensions, die mir Dublin Core oder Creative Commons anzeigen sowie den Stylesheetchooseer. Alles einwandfrei.

Allerdings habe ich grade einen fürchterlichen Bug im rss-Handling entdeckt. Vielleicht ist es auch ein Bug in der rss Editor Extension.

Lomovogt

Warum denn das Kind mit dem Bade ausschütten? Buggy und träge – das höre ich immer wieder, kann es aber nicht bestätigen. Was die (zugegeben vorhandene) Hässlichkeit betrifft, da kann dem style-bewussten Mac-User geholfen werden. Ein entsprechendes Theme und Uno – und schon ist der Rotfuchs vom Safari kaum noch zu unterscheiden. Wie es geht, beschreib ich hier.

DonKult

>Natürlich ist mir klar, dass man allgemein mehr Wert auf die Windows-Version legt.

Das sehe ich nicht so. Firefox ist darauf ausgelegt, dass er auf vielen Betriebssystemen läuft. Das er beim Mac (und nicht nur da) „hässlich“ aussieht hat einen einfach Grund: Jedes Betriebssystem hat Funktionen (=Fenstermanager) mit denen man meinetwegen einen Button erstellt, der dann im Betriebssystemstyle ist. Nun verwendet jedes Betriebssystem aber andere Funktionen zur Buttonherstellung. Manche Projekte gehen den Weg einen Fenstermanager voll zu unterstützen und für andere auf „Emulatoren“ dieser Funktionen zurückzugreifen. (vgl. GIMP-Toolkit für GNOME ). Andere Projekte wie Firefox machen dieses nicht und müssen daher selber ihre Funktionen dafür schreiben. Das läuft darauf hinaus, dass Firefox überall gleich aussieht und gleich funktioniert, mit dem Nachteil, dass er keine Integration in den normalen Style des Betriebssystems findet. In der Praxis ist das allerdings noch weitaus komplizierter als ich das hier jetzt versucht habe zu erklären, den es wird natürlich versucht, eine Integration vorzutäuschen. (Bsp.: die Änderung des Aussehens der Menüs von Fx 1.0.x auf Fx 1.5.x unter Windows) Firefox 3.0 aka Minefield wird in der Hinsicht wohl viel verbessern. (für die Experimentierfreudigen ein Stichwort: Cairo-Builds)

Thierry Blancpain

«dann kann ich keine neuen Tabs mehr öffnen»

als verwöhnter win-FF-user war ich natürlich ziemlich verwirrt, als ich dieses problem im osx-FF (am mac im praktikum) antraf. falls es das selbe problem ist: einfach ein neues fenster von FF öffnen (also apfel+n, falls das nicht funktioniert halt über das menu), zumachen und schon funktioniert wieder alles prächtig.

ich habe riesige probleme mit FFmac und formularfeldern (also allen post-feldern in foren, blogs, etc.), buchstaben liegen übereinander, zeilenumbrüche funktionieren nicht richtig (sätze laufen aus dem eingabefenster), einfach wirklich buggy. aber was solls, ich kann damit leben und benutze den mac ja zum glück (huch, das darf man hier ja nicht sagen..) nur während der arbeit.

Lukas

Stimmt, der Firefox hat wirklich ein paar Bugs und zum surfen nutz ich auch meistens den Safari. Aber was mich am Safari wirklich nervt, ist dass er es nicht zulässt Input Felder zu formatieren … Die vom Safari sehen zwar hübsch aus, aber wenn man ein Formular mal aufwendiger gestalten will … Naja man kennt es ja …

Aronnax

Hallo,
mal was zu
»Firefox ist zwar toll und mächtig, aber er ist gleichzeitig enorm buggy, träge, kaputt und hässlich.«

Einige Bugs gibt es zweifelsohne, aber wenn er wirklich buggy läuft, liegt es fast immer (nur) daran, dass bereits FF 1.0 + Erweiterungen auf den gleichen Rechner liefen.
Ohne es lange erklären zu wollen. Es wurde der ganze Erweiterungsmanager für FF 1.5 komplett umgeschreiben, damit Erweiterungen FF nicht (mehr) zerdeppern können.
Ein neues Profil anzulegen, führt dann auf jeden Fall wieder zu einem wunderprächtig funktionieren FF.
(und nur dieser Weg) siehe auch: http://kb.mozillazine.org/Migrating_settings_to_a_new_profile
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zu hässlich: ich finde FF + mein GrApple (Eos) Theme ja viel schöner als Safari ;-) http://www.takebacktheweb.org/
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und zu
»Aber ich frage mich, warum die Entwickler von Camino ihre Zeit nicht lieber darauf verwendet haben, die XUL-Integration in der Aqua-Welt von Mac OS X zu verbessern?«

Die beiden aktivsten Camino Entwickler – eben Josh Aas und Mike Pinkerton
http://weblogs.mozillazine.org/josh/
http://weblogs.mozillazine.org/pinkerton/

machen genau das, ist ja ihr Beruf.
Josh Aas ist bei Mozilla für FF Verbesserungen angestellt und Mike Pinkerton bei Google unter anderen und insbesondere für FF arbeiten. Ansonsten arbeiten sie auch an Camino in ihrer Freizeit und zum Teil in ihrer Arbeitszeit. Vieles wird außerdem für beide Browser zugleich entwickelt und verwendet.
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zu
»Endlich ein vernünftiges Plugin-System für Safari«
Dringend nötig – denke aber nicht, dass es das jemals geben wird, aber man weiß ja nie.

übrigens
bei allen kleineren Bugs, ist er trotzdem viel besser als Safari und wird es immer sein.
Geschrieben übrigens mit einer FF 2.0 Testversion, die vieles bereits verbessert hat und noch einiges ist zu erwarten.

MfG

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