Notiz an mich: Thesaurus für »außerdem«

außerdem, zudem, darüber hinaus, zusätzlich, abgesehen davon, zugleich, daneben …

12 Kommentare

MiCHi

…außerdem, kann man…
hm … versuche doch auch mal, den Satz ganz anders zu formulieren.

Sebastian Gruber

»…außerdem, kann man…«
versuche doch mal, das komma wegzulassen ;)
kennt jemand einen guten funktionierenden thesaurus für ooo2β? zu_faul_bin,_um_im_usenet_zu_fragen ;)

Martin

Hinzu kommt, dass …
desweiteren …

gerald

Da Du den Thesaurus wahrscheinlich nicht für den Plausch am Lagerfeuer erstellst, sondern Deine Abschlussarbeit mit wissenschaftlichem Anspruch formulieren willst, rate ich Dir, »außerdem« und alle denkbaren Synonyme vorerst aus Deinem Vokabular zu streichen.
Mit »außerdem« werden gewöhnlich Sätze eingeleitet, die mit dem Gegenstand nicht viel zu tun haben oder jedenfalls an dieser Stelle nicht passen. Sie werden an den vorangegangenen Satz angehängt, weil sie (bestenfalls) einen interessanten Gedanken enthalten, der unbedingt in den Text hinein soll, aber nicht richtig eingeordnet werden kann. Spontane Einfälle etwa. Andernfalls (also bei wohlüberlegter Text-Struktur) könnte das »außerdem« entfallen. Der Satz würde für sich sprechen.
Logische Verbindungen kann man oft mit einer Einleitung schaffen, welche die darauf folgenden Ausführungen richtig einordnet. Man kann sie jedenfalls nicht damit schaffen, dass man logische Verknüpfungen wahllos verwendet, um die Härte des Aufpralls von Satz zu Satz zu dämpfen. Berüchtigtes Beispiel: »somit/damit ist ein 13:24 Uhr«. (Formatradio mit dem Anspruch, durch die Wettervorhersage die Zeit festzulegen.)
»Abgesehen davon« ist beinahe eine Umkehrung von »außerdem«, weil diese Floskel den vorangegangenen Satz (oder mehr) entwertet. Damit kann man den peniblen Leser verärgern. Gehe vorsichtshalber davon aus, dass Dein Leser penibel ist. Dann schon lieber »außerdem«, dann weiß er vorher, dass er jetzt abschalten kann. (Der Frust ist geringer.)
Fazit: überleg Dir zunächst, ob der Inhalt des Satzes, den Du mit »außerdem« einleiten willst, zum Thema und an diese Stelle passt. Wenn dem so sein sollte, müsste das auch ohne Einleitung funktionieren.
PS:
Sind die Zollzeichen jetzt Standard für Anführungszeichen oder hat der Prüfungsstress zugeschlagen? Eine rhetorische Frage, natürlich. Zugleich (ähäm!) eine Anregung, über die Professionalität des (öffentlich-rechtlichen) Fernsehens in Typo-Fragen ein Wort zu verlieren. Dort sehe ich Solches und Schlimmeres und frage mich, ob es bei einem Heer von arbeitslosen Gestaltern (mein Eindruck) ausgerechnet diejenigen schaffen, die über durchschnittliche Word-Kenntnisse nicht hinauskommen. Oder ist es doch die Technik? Frage eines naiven Beobachters.

Gerrit

@gerald: Ich verfolge nicht unbedingt einen »wissenschaftlichen Anspruch«, sondern versuche, einen eher jounalistischen Stil zu finden, der dennoch halbwegs sachlich ist und argumentativ überzeugen kann.
Ich sehe die komplette Ablehnung von Füllwörtern kritisch, denn dadurch geht jeglicher Erzählfluss verloren. Ein bisschen Öl im Satzgetriebe tut meines Erachtens gut und lässt sich besser lesen als eine Aneinanderreihung von Aussagen, die zwar argumentativ stimmig sind, jedoch Geschmeidigkeit und Charme vermissen lassen.
Ich schleife gerade den Text zum ersten Mal, habe dabei stets meinen Wolf Schneider im Kopf und streiche auch die eine oder andere Satzeinleitung. Dennoch verleugne ich gleichzeitig nicht meinen Schreibstil, mit dem ich bisher immer gut zurecht gekommen bin und der auch bei den Lesern positive Resonanz erzeugt hat. Und ich rede hier nicht von diesem Weblog ;-)
P.S.: Die Anführungen sind ein Flüchtigkeitsfehler, da Textile in den Headlines nicht aktiv ist, was ich kurzfristig vergessen hatte.

Michael

Kurz noch eine Frage zur vermeintlichen Professionalität des (öffentlich-rechtlichen) Fernsehens: Die tagesschau wurde doch unlängst mit der neuen Typo TheAntiqua redesignt. Ist jemand schonmal aufgefallen, dass bei der Wettervorhersage im Anschluß »mittags« oder »morgen« fälschlicherweise die Time New Roman benutzt wird!
Vielleicht ist das jemand schon aufgefallen? Oder es stimmt auch gar nicht ;-) Passt ohnehin grad nicht zum Thema …

Ulrich van Aaken

außerdem, ferner, sogar, noch, dazu, insbesondere, vermehrt, zunehmend, in steigendem Maße, zusätzlich, ergänzend, überdies, obendrein, zusammen mit, und ähnliches, eingerechnet, mitgerechnet inclusive

Gerrit

Ich bitte um eine Aktennotiz, dass mein Vater soeben in meinem Weblog kommentiert hat.

Stefanie

auch, ferner, weite, weiterhin, fernerhin (wer benutzt den so was??), fürderhin, des Weiteren, ebenfalls, gleichermaßen, gleicherweise, desgleiche, genauso, ebenso, gleichfalls, dito, item, sowie, sowohl;
einschließlich, mit, inklivice, samt, nebest, sogar, selbst, ohnedem, ohnedies;
außerdem, dazu, udem, zum anderen, daneben, zusätzlich, obendrein, überdiens, plus, extra, noch darüber hinaus.
Quelle: »Sag es treffender« von A.M.Textor

Ulrich van Aaken

Hallo Gerrit,
wer soll denn die Aktennotiz über meinen Kommentar anfertigen? Übrigens finde ich die Vorschläge von Stefanie ausgezeichnet; auch wenn sie lediglich zitiert, zeigt es doch, dass sie die richtigen Nachschlagewerke zur Hand hat und hoffentlich auch einsetzt. Das »fernerhin« oder auch »fürderhin« habe ich schon oft gelesen; vor allem in kitschigen Romanen von E. Marlitt u.a. «…fürderhin schien es ihr nicht vorstellbar, vollkommen zu leugnen, dass der junge Gardeleutnant auf ihre Tochter einen nicht geringen Einfluss auszuüben schien …« oder: «… fernerhin entschwinden die Zweifel, der Liebsten zu gestehen, wie allerfüllend begehrenswert sie ist…« (Könnte eine Übersetzung von Catull oder Horaz sein, ist aber von mir) oder: «… fernerhin verspürte er ein so starkes Verlangen nach ihr, dass er das gemeinsam begonnene »süße Werk« alleine vollendet hat …« (freie Übersetzung von »ars amatoria«; lohnen sich zu lesen und in richtigen Liebesbriefen zu zitieren oder frei abzuwandeln).
Also: auch damit kann man bei Frauen punkten. Erstens mit der Bereitschaft zum gemeinsamen Tanzen, dann mit Kochen (kann ich überhaupt nicht) und drittens mit Musik-Machen (kann ich ebenfalls oder besser gesagt »außerdem«) und auch mit einem hohen »Kuschelfaktor«, dessen Intensität es auszutesten gilt.

Manuel

btw:
www.openthesaurus.de
ansonsten, auch, außerdem, darüber hinaus, des Weiteren, ebenso, ferner, im Übrigen, noch dazu, obendrein, überdies, weiterhin, weiters (österr.), zudem, zumal, zusätzlich, dennoch, dessen ungeachtet, unabhängig davon
sehr gute seite.
http://openthesaurus.de/multimatch.php?word=ausserdem&search=1

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