Uhrenbombardement bei Gruner+Jahr

Uhr

Wenn man nicht aufpasst, wird man mit Armbanduhren totgeworfen. Könnte jedenfalls leicht passieren, wenn man sich für die Qualitätspublikationen von Gruner+Jahr interessiert. Für 10 oder 15 Euro bekommt man hier ein Probe-Abonnement, und als kostenlose Dreingabe sponsert das Hamburger Verlagshaus einem eine schicke Uhr von Kienzle oder Bergmann. Wie kann das sein?

Nun, im Allgemeinen gehen die Marketing-Kalkulateure wohl davon aus, dass sich der interessierte Leser einer Wirtschaftszeitung wie Capital oder Financial Times nicht die Arbeit machen würde, ein Probe-Abonnement zu starten und gleich wieder zu kündigen, nur um eine handelsübliche Armbanduhr zu rippen. Sie hoffen darauf, dass der interessierte Leser sich von der Qualität der Publikationen beeindrucken und das Abo weiterlaufen lässt. Oder dass er (und seine Sekretärin) zu verstrahlt sind, um das Probe-Abo rechtzeitig zu kündigen.

Brief von Capital

Leider gibt es immer einen gewissen Streuverlust, verursacht durch böse Menschen wie mich, die sich einen Dreck um Capital und Financial Times scheren und die Hefte ungelesen in den Papiermüll verschwinden lassen. Diese Leute versauen die Statistik, indem sie hübsch die Uhr abkassieren und eine halbe Stunde nach Erhalt selbiger den Kündigungsbrief eintüten. Hoffen wir, dass wir in der Minderzahl bleiben, um weiterhin nicht ohne Uhr auf die Strasse gehen zu müssen. Ich glaube, Batterien wechseln zu lassen, kostet inzwischen so 6–7 Euro. Ob ich das jemals brauchen werde? Danke, Herr Gruner! Bis zum nächsten Jahr!

4 Kommentare

helge

kühn finde ich, dass der entsprechende capital-aboshop die kreditkartendaten über eine stinknormale, unverschlüsselte http-verbindung abfrägt. da könnte das wort “capital” für jemanden eine ganz neue bedeutung bekommen..

lemming

Warum so umständlich? Ich mach es immer so. Auf der Probeaboabrisskarte (schönes Wort), streiche ich mit dickem Edding die Stelle in der ich gezwungen werde ein Jahresabo abzunehmen.

soL

Das funktioniert?
Ist ja zu geil.

helge

soeben managermagazin mit bergmann 1960 um 12 EUR bestellt. danke für den tipp!

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