... und noch einmal Webdesign, bitte!
Auch wenn es billige Contentschinderei ist, diese eMail kann ich Euch einfach nicht vorenthalten:
bitte machen Sie mir dringend folgendes Angebot:
Whow, mal langsam! Wenn Sie schon keine Begrüßungsformeln drauf haben – ich schon: Sehr geehrter Thartin Meiler*! Soviel Zeit muss sein, auch wenn das alles ganz schröcklich dringend ist. Es könnte ja positive Auswirkungen auf die seriöse Wirkung ihres Schreibens haben, ein bisschen höflich zu sein. So läuft das im Business.
CI (Logo,Briefpapier,Visitenkarte)
Web-Design bzw. Shop-Design
Banner-Design
Newsletter-Design
Ach ja, doch so konkret. Hmm. CI (Corporate Identity) beschränkt sich bei Ihnen also auf Logo, Briefpapier und Visitenkarte? Wahrscheinlich meinen sie CD (Corporate Design)?
Und sie erwarten nicht ernsthaft, jetzt Post von mir zu bekommen, oder?
Voraussetzungen:
Erfahrungen mit Shopdesign,auf den Kundenabgestimmt
Top-Referenzen
Ah, ein Profi anderTastatur,ichsehe schon. Das alles ist so furchtbar dringend, dass nicht mal Zeit bleibt, die 10 lausigen Zeilen Text zu überprüfen.
ES GEHT UM EINE MARKETING-DIENSTLEISTUNG DIE KOSTENPFLICHTIG ANGEBOTEN WIRD!
DATENBANK WIRD VON MIR GESTELLT!
Huch! Tschuldigung! Ist ja schon gut. Marketing. Kostenpflichtig. Hier fließt also reales Geld. Und mit Datenbanken kennen Sie sich also auch aus? Klasse, dann wird die Zusammenarbeit ja ein Kinderspiel.
mit freundlichen Grüssen
Thartin Meiler*
Schönen Dank auch. Da fühle ich mich ja in guten Händen. Bei vielen anderen Anfragen habe ich Zweifel, ob ich bei diesem Job auch tatsächlich mein Geld bekomme. Bei Ihnen nicht – wer so überzeugende eMails schreibt, kann nur ein treuer Geschäftspartner sein. Ich mail Ihnen am besten gleich mal die PIN meines Girokontos und lege die EC-Karte bei, dann können Sie mein Honorar direkt darauf einzahlen.
(*) Name von mir geändert.
Jann am 4. Januar 2006 #
einfach nur unverschämt sowas… Ich wurde leider von solch unseriösen Angeboten auch nicht verschont.Kraxler am 4. Januar 2006 #
Angebote? Was für Angebote…?Martin am 4. Januar 2006 #
Ach komm Gerrit, das ist doch gar nichts. Ich hatte mal einen an der Strippe, der wollte seinen Chat bei ilove.de umgestaltet haben. Mit seinem eigenen »Corporate Design«. Damit diese Seite, auf der er ja täglich vier bis fünf Stunden verweilt, auch angenehm für seine verwöhnten Augen ist…Das wirklich Schlimme daran – es war kein Witz.
carsten am 4. Januar 2006 #
Geil, diese Angebote. Und wenn man beim Namen des Anfragenden M und Th wieder zurücktauscht und das Ergebnis in Google eingibt, sieht man schon, wo man rauskommt: geldgeier.at etc. Die Adressen von Agenturen sucht sich der Typ aus Foren.Patrick R. am 4. Januar 2006 #
Kühl :)Google findet übrigens:
http://www.ayom.com/topic-9804.html
http://www.ayom.com/topic-9853.html#entry61605
Der scheint was ganz großes vorzuhaben *g*
Funbug am 4. Januar 2006 #
Gerade erst heute reingekommen. Kurzfassung:Umfang: 200+ Seiten
Ähnliche Projekte: mobile.de, autoscout24.de
Budget: < 200 EUR
Mein Kollege konnte mich im letzten Moment noch davon abhalten zu antworten ob da nicht zwei Nullen fehlen. Nach solchen Anfragen bin ich immer wieder kurz sprachlos und muss mich ob des Schocks erst mal 15 Minuten hinlegen um wieder zu mir zu finden.
Johannes am 4. Januar 2006 #
Trotz aller Traurigkeit, einfach köstlich!macsepp am 5. Januar 2006 #
Also mal ganz im Ernst. Auch wenn ich die Anfrage ebenfalls unseriös finde, so ist es deine zur Schau Stellung allemal auch. Sorry aber das macht man nicht. SO ist das Business. Außerdem ist es schon etwas übertrieben sich darüber lustig zu machen, dass jemand der offensichtlich nicht von deinem Fach ist (wozu würde er dich wohl sonst beauftragen wollen) CI mit CD verwechselt. Ja mein Gott! Was verstehst du denn an der Erläuterung in Klammern jetzt genau NICHT?Ich will nicht die Art und Weise verteidigen, wie dieser Herr Angebotsanfragen formuliert. Ich hätte auch abgelehnt, keine Frage. Nur finde ich diesen Artikel schon ganz schön arrogant von dir.
Felix am 5. Januar 2006 #
Nunja, dies ist ein Blog und das ist eine typische Geschichte aus dem Leben eines (Web)Designers – so what.Bin immerwieder beruhigt, wenn ich höre, dass auch andere Kollegen solche »undefinierbaren« Anfragen erhalten.
Allerdings drägt der potentielle Kunde hier und im besagten Forum ganz schön dick auf (Top-Agentur, Top-Referenzen…), so dass keine rechte Vertauenswürdigkeit entstehen vermag.
EVTL. – war die Anfrage kein Fake und der Anfrager nur etwas »unbeholfen«, dann beißt sich der ein oder andere sicher in den A…. – wer weiß das schon :) .
Gerrit am 5. Januar 2006 #
… und da ist sie wieder, die Arroganz-Diskussion! Endlich! Ich hatte schon darauf gewartet, dass ich endlich wieder einmal arrogant genannt werde. Hatte es sehr vermisst in den letzten Tagen.David am 5. Januar 2006 #
Arroganz hin oder her… aber wer sich zum typografischen Sittenwächter aufschwingt (was ja an sich nichts schlechtes ist, auch ich neige zum klugscheißen), der sollte sich davor hüten, so offensichtliche Fehler wie »eMail« in seinen Blog zu bauen. Laut Duden und (noch ein Klugscheißer) Bastian »Zwiebelfisch« Sick muss es richtig »E-Mail« heißen.Gerrit am 5. Januar 2006 #
Ja, die Sache mit der eMail. Obwohl ich ansonsten recht penibel mit der Rechtsschreibung umgehe, breche ich hier ganz bewusst und gezielt eine Regel, weil ich es einfach netter finde. Ich würde dies nicht unter »Fehler« einordnen, sondern unter »künstlerischer Freiheit«. Zumal es wirklich nur dieses eine Wort betrifft. Die Freiheit nehm’ ich mir!™joerg am 5. Januar 2006 #
@David: Ich will ja auch nicht klugscheißen, aber: „in seinen Blog“? Ganz sicher? ;-)Dirk am 5. Januar 2006 #
Gerrit, zum Arroganzvorwurf kann ich ja nur eines sagen:Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus.
Und zu dem Angebot: Einfach lächerlich, daher auch gut geeignet, um es zu verreißen und zu veröffentlichen. Sowas kann und darf man einfach nicht ernst nehmen.
Nick Blume am 5. Januar 2006 #
Ein schöner Spruch, Dirk. Doch das würde ich nicht machen: unerlaubt oder sonstwas Post von einem anderen zu veröffentlichen, außer es ist erlaubt. Meiner Meinung nach ziemt es sich nicht.Tom am 5. Januar 2006 #
@Dirk: Was ist für Dich denn »unten«? Jeder, der unverschämterweise nicht absolut sicher mit all den aufgeblasenen Design-Floskeln jonglieren kann, steht weiter unten auf dem sozialen Treppchen. Na logisch…Meine Güte – vielleicht ist er ja ein ganz patenter Automechaniker. Oder Chirurg. Oder Opernsänger.
Fachidiotentum kann auch hin und wieder den Blick auf die Realität verbauen.
lemming am 5. Januar 2006 #
Narf, ich hatte auch mal mit so einm zu tun. War aber laaaange her. Zumindest habe ich daraus gelernt und solche Mails beantworte ich meistens nur mit »25.000 Euro Vorkasse«, damit die Herren auch mal ein »Gschmäckle« bekommen.macsepp am 5. Januar 2006 #
@Dirk: Wenn ich im Gegenzug als quasi »Kompetenz-Unterschicht« abgetan werde, weil ich jemanden arrogant nenne, dann fühl ich mich in meiner Aussage eigentlich nur noch mehr bestätigt. Zumindest interpretiere ich »unten« so. Und zickig ist der Spruch auch…ralphs am 5. Januar 2006 #
Kommt mir irgendwie bekannt vor diese Art von Anfragen, vor allem »Datenbank wird von mir gestellt«. ;-)detlef am 5. Januar 2006 #
Sorry, aber wer sich permanent so weit aus dem Fenster lehnt wie Du Gerrit, der muss sich halt den Vorwurf der Arroganz gefallen lassen. Kann macsepp nur zustimmen. Ich möchte dann lieber zur Unterschicht gehören und verabschiede mich hiermit als Leser von diesem Blog. Dieses Oberlehrerhafte hier ist einfach nicht mein Ding. peaceDirk am 5. Januar 2006 #
Nick, höflich ist es wirklich nicht unbedingt, Emails, die an einen gerichtet sind, zu veröffentlich. Man darf es aber schon – schließlich ist man ja der rechtmässige Empfänger (das mal vorausgesetzt).macsepp, natürlich ist der Spruch zickig. Warum du dir aber direkt den Schuh »Kompetenz-Unterschicht« anziehst, das verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht.
Gerrit am 5. Januar 2006 #
Das Veröffentlichen von eMails im Blog hat ja wohl nicht nur bei mir eine gewisse Tradition. Und wer blöd fragt, muss damit rechnen, eine blöde Antwort zu bekommen. Zumal dies eine eindeutiges SPAM-Mail war, ohne Anrede und ohne Bezug auf mich und mein vermeintliches Dienstleistungsangebot zu nehmen. SPAM gehört für mich nicht zu den Texten, denen ich besonders große Hochachtung entgegenbringe. Und da ich noch nicht einmal den Namen des Absenders Google zum Fraß vorwerfe, sehe ich hier eigentlich keinen Diskussionsbedarf über das »Nicht-Dürfen« usw.Natürlich muss ich mir den Vorwurf der Arroganz gefallen lassen. Tue ich ja auch, aber ich werde mich doch wohl noch verbal wehren dürfen. Aber: Wer ungefragt Spam verschickt, muss es sich auch gefallen lassen, damit gebloggt zu werden. Der Absender der Mail ist ja nun offensichtlich kein Internet-Unkundiger und sollte wissen, worauf er sich einlässt, wenn er derartige Aktionen startet.
Natürlich ist es schade, Leser zu verlieren, aber andererseits kann ich immer nur sagen: Erkennt die Ironie zwischen den Zeilen. Ich bin nicht so verbissen, wie viele meinen. Ich mache nur Spaß. Wer mich aufmerksam liest, versteht das auch.
Nick Blume am 5. Januar 2006 #
Manchmal geht deine Ironie schon ein bißchen weit, das musst du dir auch zugestehen lassen, Gerrit. Doch wenn ich dies von der spaßigen Seite aus sehe, hast du recht. Ich frage mich nur, wie der »Spam-Typ« drauf reagieren würde.Steffen am 6. Januar 2006 #
Ich persönlich finde es nicht verwerflich, die Anfrage zu posten. Jeder der sich mit Webdesign oder ähnlichen auseinander setzt wird vor allem in jungen Jahren sehr oft von so unseriösen Angeboten beheligt. Es gibt ja auch immer noch genug Leute, die meinen man kann mit einer Website Millionen machen. Kann man, aber dafür muss man erst mal einiges investieren.alp am 6. Januar 2006 #
Mehr davon, Gerrit! ;-)Nicolai Schwarz am 6. Januar 2006 #
Die Anfrage selbst kann man posten, klar. Ich persönlich hätte allerdings den Namen wirklich unkenntlich gemacht bzw. ganz weggelassen.Für die Aussage des Blogs ist es unerheblich, ob man den Absender der Mail noch vorführt oder nicht.
Martin am 9. Januar 2006 #
Den Namen des anfragenden Herrn versteckt kenntlich zu machen ist völlig in Ordnung, weil es keinen Einfluss auf sein Geschäft hat, sondern auf sein Ansehen im »Business«.Und: das Geschäft ist nicht so, sondern Menschen machen Geschäfte.
Alex am 9. Januar 2006 #
gleiche e-Mail heute auch erhalten, allerdings hatte er noch um mehr referenzen gebeten…name war thei***, richtig? hehe witzig. macht ne massenmail draus.