Meine Vorträge nun fit für iPhone und iPad
Ein kleiner Schandfleck auf dieser Website war bisher die Rubrik Vorträge. Der Grund: Auf Browsern ohne Flash-Plugin ließen sich die hübschen Videomitschnitte meiner lehrreichen Vorträge nicht abspielen. Und da es immer mehr Browser ohne Flash gibt – nämlich auf allen Arten von mobilen Geräten –, und weil diese Browser immer wichtiger werden, muss eine neue Technologie her, und die heißt HTML5-Video in Verbindung mit dem H.264-Codec.
Nein, ich werde auf absehbare Zeit keine Videos im Theora-Format anbieten, weil zum einen die Codierung keinen Spaß macht (Handbrake bietet keinen Theora-Support mehr an), und weil zum anderen die Performance über einen Flash-Fallback eh besser ist als mit dem nativem Theora-Support von Firefox und Opera. Unter Windows ist das Flash-unterstützte Abspielen von H.264 nämlich oftmals sogar hardwarebeschleunigt, im Gegensatz zu Theora, für dass es überhaupt keine Hardwarebeschleunigung gibt.
Das Flash-Fallback wird über ein sehr cooles Javascript erreicht, welches vollautomatisch die gesamte Seite nach Video-Einbettungen absucht, und dann bei ungeeigneten Browsern einen Flashfilm mit dem Flowplayer einsetzt.
Für die iPhone-Kompatibilität vertraue ich übrigens auf das automatische Preset im famosen Handbrake – der berechnet die Pixelgröße und die Qualität der Videos automatisch so, dass diese 100prozentig auf dem iPhone abspielbar sind. Die Größe passt aber auch für den stationären Anwender ganz gut, denke ich. Wichtig ist noch, einen kleinen Haken zu setzen bei »Web optimized«, denn nur dann sschreibt Handbrake ein paar nützliche Header-Informationen ins die Datei, die das Puffern im Flowplayer ermöglichen.
Warum ich die Videos in einem Popup anzeige, ist schnell erklärt: Ich möchte meinen Besuchern die Möglichkeit bieten, das Video in eine Bildschirmecke zu schieben und dann weiterzusurfen, während sie lauschen/gucken. Besonders Frauen können das ja angeblich ganz gut, dieses gleichzeitige!
Simon am 30. März 2010 #
Dieser Schritt ist sehr begrüssenswert, die Darstellung im PopUp finde ich aber nicht sonderlich elegant. Mein Browser ist z.B. so eingestellt, dass alle links die in einem neuen Fenster geöffnet werden sollen, als Tab geöffnet werden. Dies schliesst PopUps mit ein.
Evtl. könntest du die Darstellung Standardmässig inline oder in einer lightbox lösen und noch einen »öffnen im PopUp« wenn es unbedingt sein muss.
Michel am 30. März 2010 #
Find ich gut und ein Schritt in die richtige Richtung.
Falls noch jemand was um Theora-Videos zu erstellen braucht, dem sei Firefogg (Firefox-Plugin) empfohlen.
Simon am 30. März 2010 #
Ist das richtig, dass auf dem iPhone die Videos in einem extra QT-»Programm« aufgehen. Ich dachte das würde dann like iPad direkt in der Seite angezeigt?!
Gerrit am 30. März 2010 #
Nee, das iPhone kann nur Vollbild abspielen. Das iPad kann auch inline, wobei es spannend ist, was das Ding aus den Popups macht :-)
Simon am 30. März 2010 #
Falls du SDK-Zugang hast, kannst du dir ja im Simulator anschauen was mit den PopUps passiert.
Nils am 30. März 2010 #
Nette Sache. Laut der Beispielseite soll das ja auch mit Android funktionieren. Tuts bei mir (Milestone mit 2.0.1) aber nicht. Kann das jemand bestätigen?
Thomas am 30. März 2010 #
Deine Videos sind die ersten HTML5-Videos, die ich bisher gesehen habe (in Safari/Win).
Nachdem nun künftig der Browser die Video-Bedienelemente rendert, würde mich eins interessieren: Werden auch solche Features wie Anzeige von Thumbnails beim »Vorspulen«, Video-Kommentare, Einblendungen usw. unterstützt?
Oder kann/muss man diese Elemente per JavaScript auf das Video legen? Hast du da schon Einblick, oder siehst du für solche Features gar keinen Bedarf?
Gerrit am 30. März 2010 #
@Thomas: Erweiterte Player-Funktionen werden in Zukunft von zwei Seiten angegangen werden: Zum einen lassen sich die Browserhersteller immer mehr Basis-Funktionen einfallen, die allen Videos zur Verfügung stehen (So bietet der aktuelle Webkit-Browser Vollbild, während der Safari das noch nicht kann). Zum anderen wird es JavaScript-Frameworks geben, die das Handling und die Optik des Videoplayers maßgeblich beeinflussen. Prinzipiell geht damit fast alles, was mit Flash derzeit auch schon geht, selbst schwachsinnige Dinge wie Ambilight sind schon erfolgreich getestet worden.
erlehmann am 31. März 2010 #
Das mit der Hardwarebeschleunigung kann ich nachvollziehen, aber ffmpeg2theora bzw. OggConvert sind nun wirklich nicht so arg schwierig zu bedienen. Jaja, ein Tool für eine Aufgabe …
Bleibt halt der bittere Beigeschmack, dass hier halt einem mittelfristig lizenzkostenpflichtigen Format Vorschub geleistet wird — aber schlimmer als vorher ist das schon deshalb nicht, weil h.264 ja bereits für Flash von Nöten war.
andre am 31. März 2010 #
als Konverter ::
http://www.mirovideoconverter.com/
Michael Preidel am 1. April 2010 #
Hat man QuickTime, braucht man kein zusätzliches Konvertierungsprogramm, es reicht, die Xiph QuickTime Components in den Ordner ~/Library/Components zu legen. Anschließend kann man bequem mit dem QuickTime Player OGG-Filme exportieren – ein einminütiger 400×300-Film braucht nur knapp 30 Sekunden.