HTML 5 im Jahr 2009 im Hause praegnanz.de
HTML 5 ist in aller Munde, und das schöne an der ganzen Sache: man kann schon hier und heute umsteigen, weil es sich prinzipiell nur um eine konsequente Weiterentwicklung handelt, die zu ganz großen Teilen kompatibel zu HTML 4 und XHTML 1 ist. Das sind die Funktionen, die ich bereits heute nutze:
- Doctype von HTML 5 setzen. Sehr einfach, weil man eigentlich nur alles Kryptische aus dem XHTML-1-Doctype rauslöschen muss – fertig!
- »Content Type«-Anweisung ganz an den Anfang setzen, direkt hinter das öffnende
<head>-Tag. Das ist in den Specs so vorgeschrieben. Tut nicht weh und ergibt auch irgendwie Sinn. - XML-Syntax. Ja, man könnte natürlich auch wieder zurück zu versal gesetzten Elementen und schließende Tags weglassen. Aber irgendwie erscheint es mir sinnvoll, die strengere XML-Syntax aus XHTML 1 trotzdem konsequent einzusetzen – wenn irgendwann doch mal XML wieder en vogue sein sollte, kann man dann leicht wieder zurück :-) HTML 5 erlaubt beides – also nehme ich den inzwischen etablierten Weg.
- a-Elemente um ein oder mehrere Block-Elemente legen. Ein klassischer Fall von Praxisnähe: Jeder Webdesigner hat es sich gewünscht, alle Browser können es seit langem problemlos, also ist diese Vorgehensweise in HTML 5 auch valide.
- Canvas. Habe ich bisher noch nicht selber manuell eingesetzt, aber in Kürze steht ein erstes Projekt an, bei dem ich Cufón für die Schriften werkeln lassen werde – mal sehen, wie das klappt!
<video>-Element – hier bin ich nicht abgeneigt, mal testweise eine hybride Lösung zu basteln. Sollte das Video-Element verfügbar sein, wunderbar! Ansonsten bitte Flash. Und für nicht-kommerzielle Seiten natürlich alles in H.264, dann ist zumindest das Quellmaterial einheitlich, wenn schon die Einbindungsmethode sich unterscheidet.- Verzicht auf
<acronym>. Hat eh kaum jemand benutzt, einfach<abbr>nehmen, klappt genauso!
Noch was vergessen? Nö, ich denke nicht. Klar, ich nutze nur einen Bruchteil der neuen HTML-5-Features. Aber egal, denn das lässt sich ja Stück für Stück erweitern, wenn erstmal die ganzen alten Browser wegfallen … Wir sprechen uns dann in 10 Jahren nochmal :-)
paxos am 25. Juni 2009 #
Der letzte Satz beschreibt exakt das Problem. Und lässt mich weinen.
Ich will einfach nicht mehr für IE6 optimieren müssen.
Fabian am 25. Juni 2009 #
HTML 5 ist ja schon interessant, gerade weil es etwas mehr Semantik mit sich bringt. Allerdings werde ich vorerst bei XHTML Strict bleiben bis die Browser etwas weiterentwickelt sind. Auf den IE warte ich allerdings nicht!
Markus Stange am 25. Juni 2009 #
Kroc Camen hat netterweise schon so eine hybride Video-Lösung gebastelt.
Gerrit am 25. Juni 2009 #
@Markus: Grandios, danke für den Linktipp!!
Steffen am 25. Juni 2009 #
Cufon funktioniert übrigens hervorragend, eine feine Sache. Allerdings musste ich manchmal dann auf XHTML strict »zurückschalten«, da Cufon sonst die line-height Angaben beim Renderung ignoriert hat – also nix mit HTML5.
mike am 25. Juni 2009 #
Aber immer Ogg und MP4 bereithalten ist auch zu aufwendig.
Ogg müsste wirklich der de-facto Standard werden.
Qualitativ ist er ja nicht weit hinter H.264, und dann bekäme er sicherlich noch den letzten Schliff und die Sache wäre perfekt!
Thomas am 25. Juni 2009 #
Mit dem neuen Theora-Encoder kommt man gut an H.264 heran und spart auch noch die Lizenzkosten die bald für das Bereitstellen von H.264-Videos anfallen werden.
Ogg ist übrigens nur der Container!
Das Mac OS X immer noch nicht die freien Xiph-Codecs unterstützt ist wirklich schade und auch irgendwie dumm!
P.S. Wieos ist dieses »Merken«-Feld eigentlich standardmäßig an?
Markus Thömmes am 25. Juni 2009 #
Ich kann deinen oben genannten Punkten oben bedenkenlos zustimmen. Vorallem, dass man a um alles legen kann gefällt mir sehr.
Ausserdem freuen sich Kunden immer wenn man auf dem neuesten Stand der Dinge arbeitet :P
PS: Mein Blog ist schon komplett in HTML5 online (soweit es im Moment brauchbar ist!)
Andreas Hecht am 25. Juni 2009 #
Hallo Gerrit,
schön, dass Du nun auch mit nem Artikel nachgezogen hast.
Du schreibst hier:
>>Das sind die Funktionen, die ich bereits heute nutze:<<
Nutzt Du sie bereits in Kundenprojekten? Prägnanz.de ist ja immer noch XHTML 1.0 Strict.
html5 am 26. Juni 2009 #
zum thema html5: An Honest Open Discussion on Web Standards and HTML 5
GE am 26. Juni 2009 #
Aber bis die CMS-Esitoren (WYSIWYG) soweit sind, wird es wohl noch eine Weile brauchen. Also auch nix für Redakteure und html- und css-unkundige Autoren.
Und diese Editoren werden die style-Anweisungen auch nur in den content schreiben. Aus border=0 wird dann eben style=»border: 0;«.
Also wird die konsequente Trennung von Inhalt und Gestaltung wohl auch unter html 5 nur ein idealistischer Traum bleiben.
Harald Kampen am 27. Juni 2009 #
Ich war etwas skeptisch wegen dem A-Element um Blockelemente. Als ich mich das letzte mal intensiv mit HTML 5 beschäftigt hab, war das noch nicht erlaubt. Aber Tatsache, im W3C-Spec steht:
»The a element may be wrapped around entire paragraphs, lists, tables, and so forth, even entire sections, so long as there is no interactive content within (e.g. buttons or other links).«
Das ist doch was Feines!
Anselm Hannemann am 27. Juni 2009 #
>>Das sind die Funktionen, die ich bereits heute nutze:<<
>Nutzt Du sie bereits in Kundenprojekten?
Genau das würde auch mich interessieren: Gibt es die Möglichkeit, Kundenwebseiten schon mit HTML5 zu erstellen ohne den IE6 z.B. zu vernachlässigen?