Eine oder mehrere h1?
Die interessanten BBC Semantic Markup Coding Guidelines (zurzeit im Gespräch wegen einer sehr kompliziert zu erklärenden Mikroformat-Entscheidung) legen sich fest:
Du sollst keine anderen
h1-Elemente neben mir haben!
Sprich: Ein HTML-Dokument besitzt nur eine Hauptüberschrift. Viele Coder verfahren so, und es erscheint auch naheliegend. Ich hingegen verfahre seit geraumer Zeit anders. Denn eine einzelne h1 ist eigentlich eine Doppelung des title-Elements. Und Doppelungen von Funktionen sind doch immer unschön!
Deshalb betrachte ich eher das title-Element im Header als eigentliche Hauptüberschrift, und benutze idealerweise mehrere h1-Elemente, um die einzelnen Bereiche der Seite zu strukturieren: Navigation, Sidebar, Suche, Footer usw. Dass die meisten dieser Strukturelemente dann visuell versteckt werden und nur in schematischen Darstellungen vorkommen, ist ja kein Problem, oder?
Falls es gewichtige Gründe gegen eine multiple Verwendung von h1-Headlines gibt: Immer her damit!
update: Ein aktueller Headline-Status-Quo von 30 »Barrierefreiheits-Agenturen« findet sich im sprungmarker Blog
Jared am 24. Juni 2008 #
Ich finde das h1 immer sehr groß im Default sind. Wenn also die style.css mal deaktiviert ist, dann sprengt ein h2 im Browser Default nicht alles…
Außerdem scheinen Suchmaschinen h2 Tags für gewichtiger zu halten als h1… Sie ignorieren zuviele h1 im Html Dokument ;-)
Gerrit van Aaken am 24. Juni 2008 #
@Jared: das sind zwei sehr pragmatische Argumente – fein. Aber wie sieht es mit der idealistisch-semantischen Sichtweise aus?
micha am 24. Juni 2008 #
h1 ist für das dokument. wenn man es ausdruckt kann man einfluß draufnehmen, ob das aufs papier kommt, beim title kann man das nicht.
Thomas G. am 24. Juni 2008 #
<title> ist ein Kind von <head> und <h1> deshalb nicht redundant. Ersteres beschreibt die Datei, zweiteres den Inhalt. Und als quasi-oberstes Element der <h…>-Reihe nutze ich es pro <body> nur ein mal – und verstecke <h1> und <h2> visuell auch meistens ;)
Peter am 24. Juni 2008 #
Noch was pragmatisches: h1 kommt in Sachen Suchmaschinen weniger gut als h2. Man könnte sagen, dass jede zusätzliche h1 eine verschwendete h2 ist.
Juicy am 24. Juni 2008 #
Gibt’s denn da keine Empfehlung vom W3C?
Gerrit van Aaken am 24. Juni 2008 #
@Peter: Das hat Jared schon erwähnt …
Patrick am 24. Juni 2008 #
siehe Thomas G und Micha: TITLE ist im HEAD und H1 im BODY. Ich mach das schon seit Jahren so. Ohne prag- oder programmatisch zu sein.
MiSc am 24. Juni 2008 #
idealistisch-semantisch:
Mehr als eine h1 macht nur dann Sinn, wenn rein inhaltlich zwei gleichwertige Kapitelüberschriften erforderlich sind. Ein Beispiel wäre zB ein Pro und Contra. Viel mehr fällt mir nicht ein.
Daher nur eine h1 mit der Hauptüberschrift (des Inhalts!).
Aysberg am 24. Juni 2008 #
H1 ist bei uns meistens die »Zeile« mit Logo und Firmenname, was suchmaschinentechnisch natürlich wieder »schlecht« ist, da über alle Seiten identisch.
Die eigentliche Überschrift der Seite ist dann eine H2, was – wie bereits erwähnt – suchmaschinentechnisch schon wieder besser sein soll als eine H1.
Gerrit van Aaken am 24. Juni 2008 #
Lasst doch mal Google aus dem Spiel, darum geht es mir hier nicht!
Kai Munz am 24. Juni 2008 #
h1 zur Strukturierung zu verwenden ist m.E. völlig falsch. Headline sind keine Schlagworte sondern Überschriften für Texte.
Kaiuwe am 24. Juni 2008 #
Die Überschrift 1. Ordnung bekommt beim Ausdrucken nochmals eine höhere Bedeutung, denn sie betitelt/überschreibt diesen einen Ausriss der Webseite und das ist doch für den Endanwender mehr als hilfreich. Wie soll dieser auch bei 20 Seiten von 5 Fluggesellschaften sonst den Überblick behalten? Durch den kleinen Titel oben in der Ecke? Nie!
DerJo am 24. Juni 2008 #
http://www.w3.org/QA/Tips/Use_h1_for_Title
Ganz klar: h1 für die Überschrift der jeweiligen Seite.
h2’s als Überschriften für Abschnitte der Seite.
h1 benutze ich immer nur einmal pro Seite.
Grüße,
DerJo
Christian am 24. Juni 2008 #
Mhm also ich weiß nicht, aber eine <h1> als Duplikat zu einem <title> zu nehmen ist schon ein hartes Stück. <title> ist eine reine Meta-Information, die nur am Rande ausgegeben wird. Der Title ist finde ich ein Beiwerk zu jeder Seite und eher für Socialbookmarks, Suchmaschinen und die eigenen Favoriten wichtig als für den Otto-Normal-Surfer, oder hast du schonmal jemanden gesehen der als erstes in die obere Fensterleiste guckt um sich über den Inhalt einer Seite zu informieren.
Für mich gibt es in einem HTML-Dokument nur eine <h1>. Wozu haben wir denn sonst h1-h6? Verglichen mit einer zeitung wäre für mich die <h1> zum Beispiel »Frankfurter Allgemeine« und <h2> dann »Rentner in Deutschland verarmen«. Und so setze ich es auch in Webdokumenten um.
Torsten am 24. Juni 2008 #
Meiner Meinung nach trifft Christian den Kern der Sache am Ehesten. Ich glaube, dass es sich bei title und h1 nicht wirklich um eine Doppelung handelt, da beide Tags verschiedene Aufgaben haben.
Jörg L. am 24. Juni 2008 #
Ich habe gelesen, <h1> beschreibt das Hauptthema des vorliegenden Dokuments. Gibt es mehrere voneinander getrennte Hauptthemen im selben Dokument, kann und soll man dafür jeweils eigene <h1> – Elemente verwenden.
Das lässt offen, in welchem größeren Zusammenhang sich das Dokument befinden mag. Rein hierarchisch bräuchte man dafür eine Art <h0> und weniger. Aber die gibt es nicht. Deshalb sind Logos oder wiederkehrende Header, die diesen Zusammenhang herstellen, für mich gar keine h-Elemente.
Bei einer Zeitung wäre das Logo »Frankfurter Allgemeine Zeitung« für mich also ganz sicher kein h1. Allerdings weiß ich nicht recht, ob ich jeden Artikel mit h1 überschreiben würde. Das Wesen einer Zeitung – ist sie ein einziges Dokument, das zusammenhängt, oder nur eine Sammlung von eigenständigen Dokumenten, die nur durch das Papier zusammenhalten? Ich plädiere für Letzteres. Die Veröffentlichungsweise einer Zeitung im Internet spricht auch dafür, denn da werden die Artikel als separate Dokumente angeboten.
Ole am 24. Juni 2008 #
Ich halte es wie »MiSc«. Wenn mehrere Elemente die gleiche Gewichtigkeit haben, also keine Abstufungen gemacht werden können, dann gibt es auch mal mehrere H1 auf der Seite. Kommt aber meistens nur auf der Startseite vor, da man hier noch in keinem Menupunkt »drin« ist.
Torsten am 24. Juni 2008 #
Für mich ist das eine Frage der Logik. Ein Dokument sollte nur eine Hauptüberschrift haben, alleine aus Gründen der Struktur.
Das hieße bei mir allerdings, die Überschrift »Rentner in Deutschland verarmen« wäre <h1>, die »Frankfurter Allgemeine« allerdings nicht, da sie keinen Überschriftcharakter hat.
Eine Zeitschriftensite könnte und sollte einen Aufreißer mit <h1>-Überschrift bringen, den Rest darunter gegliedert. Den Zeitungsnamen (oder Websitenamen) mit <h1> zu belegen, halte ich zumindest langfristig für semantisch verkehrt.
Raven am 24. Juni 2008 #
Meinem Empfinden nach gliedert sich ein XHTML-Dokument in (hierarchische) Abschnitte, die jeweils genau eine Überschrift haben (vgl. XHTML 2). Beim Prä-2.0-(X)HTML ist es imho genau das selbe, nur selten unklug umgesetzt.
Sascha am 24. Juni 2008 #
Im <title> lese ich gerne den Titel der Aktuellen Seite und die Quelle dessen. Und zwar separiert durch ein Minuszeichen. Grund: Mich interressiert als erstes was ich gebooktmarkt habe, dann von wem es ist. Ich suche schließlich nach Informationen und nicht nach Personen.
Den <title> lese ich dann auch gerne auf dem gedruckten Dokument, damit ich weiß woher ich es habe. Dort ist wieder wunderbar wenn der Titel der Seite zu finden ist, damit ich es sortieren kann. Die Quelle ist dann allerdings uninteressant, da diese sowieso aufgedruckt wird.
Folglich ist <title> nicht gleich <h1>.
Dein Argument der Doppelten-Angabe würde auch nur dann Stimmen, wenn du <title> und <h1> mit dem Inhalt »[Überschrift des Dokuments]« fülltest. Tust du nicht, dass machst du so: »preagnanz.de: [Überschrift des Dokuments]«. Wenn ich diese Seite nun bookmarken würde, würde ich nicht wissen um was es geht, es sei denn ich nehme mir Zeit für 20 (Web-)Seiten ständig den Titel zu ändern …
<title> Ist für die Bookmarks wichtig und für das gedruckte Dokument.
Ich würde <h1> … <hn> nur für den konkreten Inhalt nehmen. Andere Teile der Webseite könnten mit <hr> separiert werden. Sprich: Header und Navigationen vom Content, Extra-Blöcke (wie bei dir Rechts), Kommentare, usw.
Ich finde es unsinnig jedem Kleinmist ein <h1>-Element zu spendieren. Es soll Inhalt Auszeichnen, und keine Navigationselemente oder Sonstiges gleicher Art.
Was meint ihr?
Leider gibt es noch kein <section>-Element.
Chris am 24. Juni 2008 #
Ich habe das noch nie verstanden, vielleicht sitzt hier ja jemand Kompetentes, der es mir erklären kann. Ursprünglich wurde das Web ja entwickelt, um wissenschaftliche Ergebnisse – sprich Artikel – auszutauschen. Diese haben zumindest grundlegend immer die gleiche Struktur, zuerst Titel, Autoren und Datum, danach ein »Abstract« und danach der Haupttext, gegliedert mit Überschriften auf mehreren Ebenen. Warum bildet sich nur ein Teil dieser Struktur in (X)HTML ab, oder genauer: warum gibt es kein Tag im body-Bereich, das dem Titel, also der Überschrift des Artikels entspricht? Gerade bei Seiten wie Blogs würde eine etwas reichere Syntax doch vieles einfacher und auch leichter semantisch zerlegbar machen. Man könnte z. B. <title>Artikel</title><author>Hans Wurst</author><author>Ich</author><date>Heute</date> schreiben, Elemente, die auf so vielen Seiten vorkommen (etwa dieser hier). Stattdessen wird alles mit <div> gelöst und die Semantik ist futsch. Auch als Dokumentenaustauschformat wäre HTML mit den zusätzlichen Elementen IMHO viel geeigneter.
Andreas D. am 24. Juni 2008 #
Also ich Setze immer den Firmennamen bzw. den Namen der Internetpräsenz und/oder das Logo in eine h1. Die eigentliche Überschrift der Seite, also die die beschreibt um was es auf dieser einzelnen Seite geht, packe ich dann in eine h2.
Der <title> ist dann eine Mischung aus Beiden d.h. Firmenname + Seitenüberschrift. So kann man dann unter anderem bei Bookmarks sofort sehen woher sie kommt und um was es geht. Wie bei dieser Seite hier auch.
Achtet man mal nur auf die Größe der einzelnen Elemente und lässt die Bedeutung mal weg, dann wird meine Einteilung zusätzlich bestätigt. Die Größe spiegelt ja auch die Wichtigkeit der einzelne Elemente wieder und stellt somit auch eine art Semantik dar. Der Firmenname bzw. Das Logo sollte über allem Stehen und nicht kleiner als die inhaltlich Überschrift einer einzelnen Unterseite erscheinen. Und das wird mit einer h1 erfüllt.
Selbst hier auf praegnanz.de ist es meinem Eindruck nach so. „praegnanz.de/weblog“ wirkt durch den grünen Hinergrund kräftiger (größer) als die Artikelüberschriften.
Und übrigens ich muss Chris mit seinen Überlegungen voll und ganz Recht geben.
Sascha am 24. Juni 2008 #
@Chris: Dazu gibt es <meta>. Auch mit DC.*
SelfHTML: Meta-Angaben zum Inhalt
Es ist allerding wirklich etwas seltsam umständlich.
Andreas D. am 24. Juni 2008 #
@Sascha: ich glaube du hast Chris nicht richt verstanden.
Er meint keine zusätzlichen Angaben über das Dokument wie sie die meta-tags darstellen, sonder auf der Seite sichtbare Angaben deren syntaktische Bedeutung auch noch gleich durch entsprechende tags gekennzeichnet wird. Diese tags könnten darüber hinaus, ganz einfach mit css designet werden ohne auf zusätzliche class-Atribute zurück greifen zu müssen.
Gerrit van Aaken am 24. Juni 2008 #
Okay, die meisten Kommentatoren haben mich überzeugt, dass nur eine <h1> cool ist. Wo ich noch ein Problem habe: Diese einzige <h1> müsste ja ziemlich weit oben im Quelltext stehen. Zumindest vor allen anderen Überschriften (also auch vor denen, die sich um die Struktur kümmern). Nun befindet sich aber meine Navigation und meine Suche ganz klar vor der Seitenüberschrift. Das geht dann aber nicht, oder? Oder muss ich doch das »Logo« rechts oben als <h1> auszeichnen, obwohl es auf jeder Seite gleich ist … ? Da könnte ich es tatsächlich einrichten, dass dieses ganz oben im Quelltext steht.
Sascha am 24. Juni 2008 #
@Gerrit: Muss <h1> ganz am Anfang stehen? Wusste ich gar nicht.
Sascha am 24. Juni 2008 #
Ich muss mich korrigieren.
Wenn du die Struktur mit <hn>s auszeichnest ist es wahrscheinlich so. Daher schrieb ich auch, dass ich niemals <hn>s für die Struktur benutzen würde.
Ich weiß nicht wie es aus der Sicht der Zugänglickeit aussieht. Ich würde jedenfalls keine <hn>s in der Struktur benutzen, nur für den konkreten Inhalt.
Hieß es nicht irgend wo und wann, dass <hn>s für Struktur (auch Navigation, etc) nicht mehr nötig ist?! Oder empfohlen?
Andreas D. am 24. Juni 2008 #
@Gerrit: Ja, ich persönlich würde das „Logo“ als <h1> auszeichnen.
Auserdem es ist doch nicht mal auf jeder Seite gleich:
„praegnanz.de“
„praegnanz.de/weblog“,
„praegnanz.de/essays“
„praegnanz.de/portfolio“
…
Und wenn du dann wirklich nur eine <h1> hast, kannst du dir sogar ein „id=»mainhead»“ sparen.
@Sascha: naja es sollte zuminderst vor <h2> usw. stehen.
Gibt es denn jemand der ein paar weitere Argument dafür weiss, wie Gerrit im Moment mit den h-tags verfährt? Wehre sicher interessant zu lesen.
Sascha am 24. Juni 2008 #
@Adreas: Ich hatte mich korrigiert.
Andreas R. am 24. Juni 2008 #
Strukturell gesehen ist <h1> Teil, nämlich einleitendes Element des hoffentlich singulären Inhalts der Seite. Es hat somit nichts bei Navi, Footer und Co verloren. Wer stylt schon einen Footer wie JasonSantaMaria… und selbst der kommt dort ohne <h1> aus.
Auf dieser Seite wäre das die Überschrift »Eine oder mehrere h1«?
<h1> oder <hx> inflationär einzusetzen – aus Gründen der Zugänglichkeit für screenreader, wie ich vermute, halte ich mittlerweile für verfehlt. (Das heißt, ich muss meine Seite mal wieder überarbeiten)
Tatsächlich scheint mir bei näherer Betrachtung alles außer dem proprietären Gehalt einer Seite Navigations-/Bedienungselement zu sein. Da schließe ich Suchfelder nicht davon aus. Somit ist klar:
h1 für die Überschrift, h2 bis hx für die Kapitel. Und ansonsten meinetwegen <strong> bemühen oder titles für bestimmte Elemente vergeben .
muhli am 24. Juni 2008 #
Das ist mal eine tolle Diskussion, bin mir jedes mal unsicher, wie ich das mit dem h1 nun machen soll und mache es jedes mal anders :/
Aber wäre es nicht vielleicht sinnvoll die Leute zu fragen, die von einer sinnvollen Semantik abhängig sind? Als User, die eine Website ohne Hilfen benutzen können ist es doch vollkommen egal, ob der Inhalt semantisch korrekt ausgezeichnet ist oder nicht. Wenn man das Thema SEO ausnahmsweise mal aussen vor lässt.
Andreas R. am 24. Juni 2008 #
@muhli:
Wir sind alle von einer sinnvollen Struktur abhängig. Niemand weiß vorher genau, mit welchem User Agent jemand auf die Seite zugreift, so also ist die sinnvoll strukturierte Verwendung von HTML-Elementen wichtig für jeden.
Für die Nutzer von Mobiles, Screenreadern und anderen Geräten, z.B:
Wird beim Screenreader eine Stimme dazwischengeschaltet ( an Stelle der Augen) ist es beim Mobile vielleicht der Server des Providers oder Browserherstellers, der die Seite eindampft. Irgendwelche Maschinen versuchen dann aus dem HTML-Gerüst der Seite was brauchbares darzustellen.
Ob es sinnvoll wäre, die Leute zu fragen? Vermutlich schon. Aber gerade die Vielzahl von User Agents, deren unterschiedliche Entwicklungsstände ( gerade im Screenreaderbereich gibts kaum was umsonst) werden unterschiedliche Antworten ergeben: Der eine bevorzugt diese Strukturierung, der andere jene. Für alle gleich zufriedenstellend wird man es kaum lösen können, aber man kann die Vorbedingung schaffen: Die sinnvolle Struktur des HTML-Gerüsts.
Sascha am 24. Juni 2008 #
Einen Für-Artikel habe ich bei meier.com gefunden: HTML: Hinweise zu Überschriften und Hierarchien ganz unten weist Meiert darauf hin, dass es keinen Konsens gibt.
asaaki am 24. Juni 2008 #
wenn’s hier ne umfrage gäbe, stimme ich den vorrednern zu: title als dokumentbezeichner, h1 für inhalt. ist also nicht gleich.
navi/header – selbst wenn die navi im layout über dem titel der seite sein sollte, kommt sie oftmals erst danach. ob das semantisch korrekt ist, keine ahnung. achja, mit css regelt sich das, was wo stehen soll, unabhängig davon was semantisch wo stehen soll/muss/kann …
wenn ich an wikipedia-artikel denke, hat sich zumindest dokumentennavigation immer nach dem titel (h1) eingebürgert. beispiel buch: da ist der buchtitel (nach dem schmutzblatt) meist auch vor der navigation (dem inhaltsverzeichnis), erst danach kommen die kapitel (h2 und kleiner).
inflationäres hx: hmm, wenn ich an wordpress-themes denke, müsste man da extrem überarbeiten. guter gedanke …
MiSc am 25. Juni 2008 #
streng nach »content is king« würde ich im plain html jedenfalls mit h1 etc für den inhalt starten, und darunter (hr!) erst dinge wie navigation, suche etc anordnen.
wie das im layout dann aussieht, ist ja eine andere sache.
René am 25. Juni 2008 #
Ich habe mal vor ein paar Jahren das Experiment gemacht, mittels CSS überhaupt erst mal den den <title> herauszuextrahieren. In irgendeinem Browser (ich glaube Opera war´s) sah man wenigstens etwas. Alle anderen ließen sich davon nicht beeindrucken. Da kann man mit dem Semantik-Hammer hauen, wie man will – es bringt ja keinen Mehrwert, wenn der Titel gar nicht visuell angezeigt werden kann.
In XHTML2 gibt es keine <h1> mehr, sondern das Dokument wird in Abschnitte (<section>) gegliedert – und jede kann dann eine Überschrift (<h>) haben. Also könne man die Überschrift außerhalb jeglicher Abschnitte als Seitentitel ansehen.
datenkind am 25. Juni 2008 #
Wie schon festgestellt wurde, hat das title-Element nichts mit h1-Elementen zu tun.
title ist ein Meta-Element, was die Seite beschreibt und sie lesbar für Lesezeichen macht, denn hier wird dieses Element genutzt. Der Inhalt aber kann natürlich gleich sein, vorausgesetzt, es ist logisch und bietet dem Nutzer auch entsprechenden Gegenwert – „Untitled Document“ will keiner in den Bookmarks haben.
Man sollte h1 so spärlich nutzen, wie eben eine Hauptüberschrift einer Seite, eines Blogbeitrages in der Einzelansicht oder sowas. Beispielsweise ist deine <h1 class=»hidden«>Navigation</h1> ziemlicher Unsinn, da die Navigation kein relevanter Inhalt deiner Seite ist. Vielmehr sollte es eben der Titel des Blogbeitrages sein.
Aus SEO-Sicht – und die kann man beim Thema nicht mehr außer Acht lassen – bietet es sich wirklich an, den Seitennamen (Firma, Blog, etc.) als h1 laufen zu lassen und der Semantik Genüge zu tun, indem man dann abwärts geht.
Andreas D. am 25. Juni 2008 #
Herzlichen Glückwunsch Gerrit,
Du hast es wieder mal geschafft mit einem Artikel eine äußerst interessante Diskussion anzurechen.
Harald am 25. Juni 2008 #
Mal ausgehend von einer einfachen Seite mit Logo/Banner, dann im Code die Navigationleiste und dann der Textinhalt:
Die Navigation ist ein Element des Internetauftritts und wird diesem Untergeordnet. Insofern ist die Struktur <h1>[Logo/Banner]</h1> mit <h2>[Navigation]</h2> sinnvoll.
Der kann der Artikel auch für sich allein stehen, macht es Sinn ihn auch mit <code>h1</code> zu beginnen.
Der <title> fasst beide Überschriften oder den Seitentitel und den Navigationtext für die Seite nochmal zusammen.
Schwieriger wird es, wenn in der Seitenstruktur anders aufgebaut ist, wenn auf dem Auftritt bezogene Inhalte nach dem Artikel kommen. Da macht es meiner Ansicht nach mehr Sinn, die Abschnitte einschließlich Seitentitel mit <h2> zu trennen.
Dass das Logo bzw. der Name des Internetauftritts mit <h1> ausgegeben wird, ist für mich vollkommen klar: jede Zeitung hat ihren Namen groß auf der ersten Seite, er wird auf allen anderen Seiten wiederholt, und bei jeder Firma, vom Kiosk bis zum Konzern, siehe ich zuerst mindestens das Logo, meistens mit dem Firmennamen.
Nun kann man natürlich behaupten „Aber das Logo ist kein Textelement.” Nun, wo ist denn dann ein HTML-Element, mit dem ich es gleichbedeutend gewichten kann? Erstens gibt es das nicht und zweitens steht in Code ein Text, entweder im alt-Attribut oder besser mit image replacement.
Sascha am 26. Juni 2008 #
Ist eine Webseite eine Zeitung?
soophie am 26. Juni 2008 #
Wie machen das die anderen? sprungmarker: Überschriften und Barrierefreiheit
Gerrit van Aaken am 27. Juni 2008 #
Ich habe übrigens meine Headline-Struktur auf praegnanz.de entsprechend umgestellt. Fühlt sich ganz gut an, meines Erachtens.
Sascha am 27. Juni 2008 #
Sieht auch gut aus.
Da ich leider nicht weiß wo ich den Artikel gelesen habe, indem steht ob ein <h1>-Element noch für die Webseitenüberschrift benötigt wird, ist die jetzige Lösung die einzig richtige.
Denn würde ich das <h1>-Element nicht vor der Navigation setzen, würde die nach einem zurück springen nicht vorgelesen. Und <h2>-Elemente gibt es Seitenweit leider mehrere auf diese Weise. Besser gesagt: Mehr als es der Artikel an sich bräuchte.
Was schade ist.
Das ganze hat nichts mit dem Zeitungs-Argument zu tun. Das Web ist nun mal nicht aus Papier.
Herr van Aaken,
wie sehen diese Problematik ihre Webkrauts-Freunde?
Wäre auch ein interessantes Thema für Technikwürze.
Michael van Laar am 28. Juni 2008 #
@Gerrit Sieht gut aus die Überschriften-Struktur. Das bestätigt mich darin, dass die Verwendung von h2-Überschriften sowohl für die »Inhaltsüberschriften« als auch für die Gliederung der Navigation und der restlichen Seitenbereiche so verkehrt nicht sein kann. Als ich vor einem Jahr meine Blog-Templates komplett neu aufgebaut habe, habe ich auch gerätselt, welche h-Tags ich wofür verwende. Nach außen hin sieht’s dank CSS ja ohnehin immer gleich aus. Aber Ordnung im Aufbau muss schon sein ;-)
Gerald - hyperkontext am 29. Juni 2008 #
Webseite mit Überschriften strukturieren – eine Chronologie
[…] Am 23. Mai 2004 fragt Anne van Kesteren: More than one H1. Am 24. Juni 2008 fragt Gerrit van Aaken: Eine oder mehrere H1. Zwischen diesen zwei Blog-Posts liegen vier Jahre und unzählige Meinungen. Hier die Chronologie der gefundenen Beiträge seit 2004. […]
Harald am 6. Juli 2008 #
Daraus ergibt sich bei mir die Frage: sollen Überschriftelemente nach Gewichtung oder nach Hirarchie verwendet werden?