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Gerrit, 27.08.2010

Der heilige Gral des Webvideo

Die Suche nach der perfekten Technik zum Darstellen von Videos im Web ist auch nach über zwölf Jahren alles andere als abgeschlossen. Hier eine Zusammenfassung dessen, was bisher geschah.

(Originalartikel vom 30. Juni 2008)

Zunächst müssen wir uns darüber klar werden, was genau gemeint ist, wenn wir von »Video im Web« reden. Streng genommen handelt es sich ja um zwei Hauptkomponenten, die in Einklang zu bringen sind: Videoformat und Player. Waren diese Anfangs noch fest aneinander gekoppelt, sehen wir später, dass ein und dieselbe Videodatei durchaus auch mit unterschiedlicher Software (oder auch Hardware) abgespielt werden kann.

Darüber hinaus unterscheide ich in diesem Essay – der Einfachheit halber – nicht zwischen Progressive Download und Streaming. Letztlich muss der heilige Gral eine einfach zu beherrschende Technik sein, um fertige Videodateien auf Websites so einzubinden, dass sie auf allen Systemen unproblematisch abgespielt und idealerweise auch heruntergeladen werden können.

Mittelalter: Die proprietäre Dreifaltigkeit

Keine schöne Sache war das anno 1997, wenn man sich ein Videofilmchen im Web angucken wollte. »Gigantische Auflösungen« von 320×240 Pixeln bei 15 Bildern pro Sekunde kannte man nur von Multimedia-CD-ROMs, denn deren Übertragungsrate von 1.200kbps war unerreichbar im Netz: Meist war man über ein Analog-Modem mit nur maximal 56kbps und natürlich in Briefmarkengröße unterwegs – keine besonders gute Ausgangsposition!

Dennoch entwickelten sich in dieser Zeit drei konkurrierende Videotechnologien, mit denen es möglich war, im Netz Pornofilme Kinotrailer anzugucken: RealPlayer, WindowsMedia (a.k.a. Video for Windows) und QuickTime. Selbstverständlich waren die drei Formate untereinander inkompatibel. Und ebenso selbstverständlich gab es keinen klaren Marktführer, was die Verbreitung der Browser-Plugins bei den Endanwendern anging: Windows-Nutzer hassten (wie heute) QuickTime, Microsoft bot (wie heute) keine aktuellen Player und Codecs für das MacOS an, und der RealPlayer wurde von vielen wegen massiver Datenschutzprobleme und aufdringlicher Marketing-Maßnahmen abgelehnt.

Daraus resultierend musste man als Anbieter alle seine Videos in drei verschiedenen Formaten bereit stellen. Dazu kam, dass es neben den armen Modem-Nutzern auch privilegierte Menschen mit schnellen Uni-Zugängen gab, denen man dann schon mal eine zusätzliche 300kbps-Version gönnen konnte. Und schnell war man bei der klassischen Anzahl von insgesamt 6 unterschiedlichen Versionen eines einzigen Videos, die es zu codieren, hosten und anzubieten galt.

Historische Überreste aus dieser Zeit kann man bisweilen noch in den Mediatheken der großen Fernsehanstalten finden, wo bis vor einigen Monaten sogar noch RealPlayer-Filmchen zu sehen waren. Gruselig!

Wirtschaftwunder: Flash-Video, der Quereinsteiger

Anfangs wurden sie noch belächelt, die Videofähigkeiten von Flash MX aus dem Jahr 2002. Bisher hatte man gedacht, das Animationsplugin von Macromedia wäre auf Vektorgrafiken ausgelegt und würde sich auf Fotografenwebsites und blinkende Werbebanner beschränken. Einige Jahre lang nutzte auch kaum ein Entwickler die Sache mit den Videos – zu ineffizient und ressourcenfressend war der einzige zur Verfügung stehende Videocodec H.263, der hier unter dem Namen Sorensen Spark vermarktet wurde.

Doch das änderte sich schlagartig im Februar 2005, als YouTube an den Start ging und konsequent mit Flash-Videos operierte statt auf eines der drei vermeintlich etablierten Formate zu setzen. Denn Chad Hurley und seine Mitstreiter wussten: Wahrhaft etabliert unter den Videotechnologien ist eigentlich nur Flash – obwohl es allgemein gar nicht als Videotechnologie angesehen wurde. Doch eine Plugin-Penetration von weit über 90 Prozent und die Möglichkeit, die Player-GUI komplett nach eigenen Maßstäben zu gestalten, machten es klar: Flash-Video ist das nächste große Ding, und reihenweise wurde das Konzept von Nachahmer-Plattformen übernommen.

Seit 2002 hat sich bei Flash technisch viel getan: Mitte 2005 erschien Flash 8 mit einem zusätzlichen, deutlich besseren Videocodec (On2 VP6), und viele alternative Videoplattformen wie Sevenload oder Vimeo lieferten sich mit YouTube einen Kampf um die beste Umsetzung der Flash-Videotechnologie. Das schöne daran: Das benötigte Plugin ließ sich stets in ein paar Sekunden herunterladen und unaufdringlich im Browser installieren – ganz im Gegensatz zu früheren RealPlayer-Installationsorgien, an die man sich nur ungern erinnert.

Doch der große Nachteil an Flash-Videos soll natürlich nicht verschwiegen werden: Sie waren in aller Regel nicht zum Herunterladen und Archivieren gedacht, sondern nur zum Abspielen im Browserfenster. Das war kein grundsätzlich technisches Problem. Aber es hatte sich so ergeben, dass sowohl die gängigen Abspielprogramme auf dem Rechner als auch Hardware-Plattformen wie iPod oder Multimedia-Konsolen vom VP6-Codec gar nichts wissen wollten. Hier agierte man jahrelang entweder mit einem der proprietären Formaten aus dem Mittelalter oder mit verbesserten Standards wie DivX/MPEG-4 oder H.264. Diese waren technisch zwar weitaus überlegen, konnten aber eben meist nicht direkt im Browser abgespielt werden.

Was blieb also dem Anbieter von Inhalten übrig? Richtig: Er musste wieder mehrgleisig fahren, wenn er seine Inhalte möglichst zugänglich verteilen wollte: Eine Version im Flashformat (Spark- oder VP6-Codec) zum direkten Betrachten im Browser, und eine Download-Version in einem ISO-standardisierten MPEG-4-Format (vornehmlich mit dem überragenden H.264-Codec), das man nicht nur per VLC oder QuickTime-Player, sondern auch auf der PSP oder der XBOX zum Laufen bekam.

Neuzeit: Ein Format, sie alle zu knechten

Die Neuzeit beginnt in unserem Falle am 3. Dezember 2007. Software-Riese Adobe, inzwischen im Besitz der Flash-Technologie, bringt das Flashplayer-Plugin 9.0.115.0 unter die Leute. Diese Version beherrscht erstmals das Abspielen von normalen H.264-Videos. Zum Anbieten von Videoinhalten im Web benötigt man seitdem nur noch dieses eine Videoformat. Das Abspielen auf der Website übernimmt ein simples flashbasiertes Playermodul wie der populäre JW Player oder die Open-Source-Alternative Flowplayer. Und ein Link zum direkten Download des Videos ist auch schnell hinzugefügt. Ganz nebenbei stellte H.264 damals wie heute die Spitze der Evolution dar, was die Qualität von marktreifen Videocodecs angeht.

Doch die Freude über H.264-kompatibles Flash währte nicht lange, denn am Horizont erschienen schon wieder neue Probleme, und diese führen uns schnurstracks in die Gegenwart.

Gegenwart: Flash-Abschied auf Raten

Dieser Tage stellt sich sehr deutlich heraus, dass immer mehr Internetnutzung auf mobilen Geräten passiert. Diese jedoch sind nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht sonderlich gut für den Einsatz von Flash geeignet. Es gibt noch keinen überzeugenden Prototypen für ein leistungsschonendes, vollwertiges Flash-Plugin unter den populären mobilen Plattformen Android, Blackberry, iPhone oder Windows Mobile. Manche sagen, dass es das auch nie geben wird, und Apple macht mehr als klar, dass dies zumindest für iPod, iPhone und iPad zu 100 Prozent zutrifft.

Außerdem sind mit dem kommenden HTML5-Standard in Kürze viele der modernen Browser in der Lage, Videos auch ganz ohne (Flash-)Plugin abzuspielen. Das ist insofern hilfreich, als dass eine native Video-Unterstützung vor allem auf dem Mac viel weniger Leistung verbraucht als eine flashbasierte Player-Lösung. Problematisch ist bei HTML5-Video hingegen, dass die Spezifikation kein bestimmtes Videoformat vorsieht, sondern diese Entscheidung den Browserherstellern überlässt. Und nun gibt es wieder zwei Formate, die miteinander um die höchste Verbreitung kämpfen! So setzte das eine Lager der Browserhersteller auf das bekannte und bewährte H.264-Format (Safari, IE9), während die anderen den quelloffenen und freien Codec Theora unterstützen (Firefox, Opera). Lediglich Google Chrome gibt beides wieder. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Codecs sind zwar spitzfindig, aber enorm wichtig für die Zukunft von Webvideos:

H.264 besitzt überlegene Qualität auch bei geringen Bandbreiten – es ist der qualitativ bessere Codec. Darüber hinaus kann er nicht nur von allen modernen Betriebssystemen per Software abgespielt werden, sondern auch mit Hardwarebeschleunigung. Es gibt hierfür entsprechende Chips, die auf das Dekodieren von H.264 spezialisiert sind und dabei eine Menge Strom sparen – gut für mobile Geräte! Doch der Preis für diese Annehmlichkeiten ist hoch: H.264 kostet Geld, und zwar an mehreren Stellen: Zum einen müssen Anbieter von Encoder- und Player-Software Lizenzkosten zahlen, die sie natürlich letztlich an die Nutzer weiterleiten. Zum anderen muss jeder Video-Publizist Gebühren an das MPEG-Konsortium zahlen, sofern er seine Inhalte gegen Geld anbietet. (Die drohenden Lizenzkosten auch für kostenlose Videoverbreitung wurde inzwischen abgeschafft, siehe unten.)

Auf der anderen Seite steht der freie Videocodec Theora bereit, der vor einigen Jahren von der Firma On2 gespendet wurde und seither von der Open-Source-Gemeinde weitergepflegt wird. Theora besitzt eine ordentliche Qualität und spielt durchaus in der gleichen Liga wie H.264, kann aber nicht komplett mithalten. Der große Vorteil: Keinerlei Lizenzkosten für gar nichts! Zwei große Nachteile: Zum einen gibt es (noch) keine dedizierte Hardware für Theora; Das riesige Performance- und Stromsparpotenzial für mobile Geräte fällt komplett weg und disqualifiziert den Codec damit fast schon für den längeren Einsatz auf Smartphones. Zum anderen gibt es von einigen Seiten Bedenken bezüglich sogenannter U-Boot-Patente. Will heißen, dass derzeit niemand so richtig dafür garantieren kann, dass nicht doch irgendwelche Firmen bestimmte Patente aus Theora geltend machen können und mit Klagewellen die Nutzer in den finanziellen Ruin treibt. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, und die Diskussion darüber ist sehr heiß, deswegen gehe ich hier nicht näher ins Detail.

Insgesamt sieht es aber gerade so aus, als ob die H.264-Fraktion die Oberhand gewinnt – vor allem seit Microsoft mit der Vorstellung des Internet Explorer 9 ebenfalls HTML5-Video unterstützt und dabei mit großer Sicherheit H.264 nutzen wird, da dieser Codec grundsätzlich in Windows 7 schon eingebaut ist.

Die Mozilla-Foundation hingegen ziert sich derzeit noch und hält an Theora fest, obwohl eigentlich genug Geld da wäre, die H.264-Lizenzkosten zu zahlen. Es geht hier mehr um ideologische Gründe, da Firefox ein Open-Source-Produkt ist und eigentlich keine lizenzpflichtigen Technologien enthalten sollte. Das ist auf der einen Seite verständlich und löblich, hilft jedoch den Video-Publizisten wenig; Denn eigentlich war das Ziel ja, sich auf einen einzigen Videocodec zu beschränken und diesen auf möglichst vielen Plattformen mit möglichst geringer Prozessorleistung abspielbar zu machen.

Und wenn wir pragmatisch denken, können wir diesem Ziel (trotz der widrigen Umstände) auch heute schon sehr nahe kommen.

Aktueller Gral (mit Fallback)

Der Trick, den ich allen Video-Publizisten ans Herz legen möchte, ist eine Kombination aus HTML5-Video, JavaScript und Flash, wobei die Handhabung wirklich sehr einfach ist.

Die Code-Basis ist das zukunftssichere HTML5-Video-Element, mit dem wir ein H.264-Video referenzieren. Das kann ungefähr so aussehen:

<video src="/path/myvideo.mp4" width="480" height="360" autobuffer autoplay controls> <p>Alternativer Inhalt</p> </video>

Dieses Konstrukt wird klaglos in aktuellen Safari- und Chrome-Browsern abgespielt. Die Steuerelemente (Start, Pause, Lautstärke usw.) werden von Browser geliefert, können aber auch per JavaScript individuell programmiert werden (zum Beispiel mit SublimeVideo). Um die Sache auch auf iPod touch und iPhone verfügbar zu machen, muss sich die MP4-Datei an bestimmte Spezifikationen halte, was Bitrate und Pixelgröße angeht. Die freie Encoder-Software Handbrake stellt hierfür ein perfektes Preset zur Verfügung.

Um das Video jedoch auch zu Firefox, Opera und IE <9 kompatibel zu machen, binden wir ein geniales JavaScript namens html5media ein, welches automatisch alle Vorkommen von <video> erkennt und durch eine Instanz des flashbasierten Flowplayers ersetzt, welcher dann mit der H.264-Videodatei gefüttert wird. Um auch hier eine optimale Abspielbarkeit zu gewährleisten, sollte das Video übrigens so codiert sein, dass die Headerinformationen im Kopf der Datei stecken. Über einen simplen Klick auf die Option »Web optimized« ist dies in Handbrake problemlos machbar.

Und prinzipiell war’s das auch schon! Wir haben unser grundsätzliches Ziel erreicht, dabei das Performance-fressende Flash auf den Systemen verbannt, wo es besonders viel Performance frisst (Mac und iPhone), und leben noch eine Weile mit Flash, wo es uns hilft, die Kompatibilität zu H.264 zu erhöhen (IE, Firefox, Windows). Und wie es sich fügt, besitzt Flash unter Windows auch die Fähigkeit zur Hardwarebeschleunigung, so dass aus Sicht der Performance kaum Wünsche offen bleiben.

Elephants Dream

Die Zukunft

Dass der Kampf der Videoformate damit nun zur Ruhe kommen würde, dafür spricht jedoch so gut wie nichts: Nachdem Google sich im August 2009 die bis dato unabhängige Code-Schmiede On2 gekauft hatte, um an die Technologie des brandneuen und »beinahe-so-gut-wie-H.264«-Codecs namens VP8 heranzukommen, veröffentlichte der Webgigant im Mai 2010 zusammen mit einigen prominenten Unterstützern das WebM-Videopaket, welches – grob gesprochen – aus dem Container-Format Matroshka, dem Videocodec VP8 und dem Audiocodec Vorbis besteht. Eine klare Kampfansage an das MPEG-LA-Konsortium, welches über die Lizensierung von H.264 und AAC wacht, denn WebM ist komplett Open Source, und im Vergleich zu Theora stehen diesmal eine Reihe prominenter Firmen mit ihrem Namen für das Produkt ein.

Über die Qualität von VP8 gibt es zum Teil gedämpfte Expertenmeinungen, ebenso ist es juristisch und technisch nicht wirklich geklärt, ob VP8 auch wirklich keine MPEG-Patente verletzt. Dennoch hat die Veröffentlichung von WebM und die (derzeit noch experimentelle) Implementierung in YouTube und dem Chrome-Browser dazu geführt, dass die MPEG-LA aufgewacht ist, und im August 2010 den H.264-Codec ohne zeitliche Beschränkung von den Lizenzkosten befreit hat, die der Inhalte-Anbieter zu zahlen hätte – sofern es sich um kostenlose Videos handelt.

Polemisch gesprochen hat Google (und damit vor allem YouTube) dann wohl erreicht, was sie wollten: Einen halbgaren, mäßig dokumentierten Open-Source-Codec ins Rennen schicken, um den überlegenen und technisch bestens etablierten H.264-Codec auf YouTube weiterhin milliardenfach kostenlos nutzen zu können.

59 Kommentare

  1. Maik am 30. Juni 2008 #

    Mich wundert, dass du die Patentproblematik gar nicht erwähnst. Gerade Leute aus der Designecke achten doch normalerweise geradezu religiös auf eingebildetes geistiges Eigentum.

    Alles, was mit MPEG-4 zu tun hat, insbesondere MPEG-4 AVC bzw. H.264, ist mit Patenten zugepflastert. Diese sind in Europa größtenteils nicht durchsetzbar, aber wer sich (auch) für den US-Markt interessiert, wird sich Lizenzen zulegen müssen, und die können verdammt teuer sein. Das kann den Vorteil der Einfachheit von Flash Video ganz schnell aushebeln.

  2. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @Maik: Das verstehe ich jetzt nicht so ganz: Ich kann doch mit meinem Mac OS X sehr leicht H.264-Videos produzieren, die Lizenzkosten für den Encoder sind mit dem Kauf des Betriebssystems abgegolten. Du meinst, ich hätte nun nicht automatisch das Recht, diesen Film im Netz zu verbreiten, weil ich dafür eine Publikations-Lizenz zahlen müsste? Keine Ahnung! Wer weiß genaueres?

  3. DerJo am 30. Juni 2008 #

    Streamt der FlashPlayer auch H.264 oder wird der auch nur progressiv heruntergeladen?
    Beim aktuellen JW FLV Media Player habe ich die Erfahrunge gemacht, dass erst das ganze mp4 heruntergeladen (zumindest laut Statusbalken) und erst dann abgespielt wird.
    Irgendwer andere Erfahrungen gemacht?!

  4. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @DerJo: Bei mir spielt der eigentlich sofort los, nicht erst nach vollendetem Download. Und was Streaming angeht: keine Ahnung, das brauche ich eh nicht. Live ist out! ;-)

  5. Maik am 30. Juni 2008 #

    Gerrit, die Übersicht über die Lizenzbedingungen weiß genaueres.

    Bei AVC geht die LA so richtig in die vollen, sie wollen von fast allen Beteiligten Geld: Vom Encoderhersteller, vom Decoderhersteller und vom Inhalteanbieter. Lediglich beim reinen Betrachter der Inhalte sind sie so „großzügig“, das gebührenfrei zu erlauben.

    Die meisten Websites dürften in die Lizenzkategorie „Internet Broadcast, non-subscription“ fallen. Dort gilt: bis 2010 kriegt man eine kostenlose Lizenz (Nochmal Glück gehabt!), nach 2010 wird es „nicht mehr“ kosten als die Lizenz für einen Fernsehsender, deren Lizenzen zum Schnäppchenpreis von „ab 2500$“ verfügbar sind.

    Dabei ist zu beachten, dass man mit Erwerb des Lizenzpakets der MPEG-LA noch gar nicht fertig ist: Via Licensing ist auch der Meinung, Patente auf AVC zu haben, da darf man dann nochmal zahlen.

    Gut, dass wir in Europa den Schwachsinn mit der Patentierbarkeit von Algorithmen bisher lassen. Schlecht, dass viele in der EU daran arbeiten, das bei uns zu übernehmen.

  6. Eric Eggert am 30. Juni 2008 #

    Noch besser wäre es natürlich, wenn der Herunterladen-Link auch ohne JS zu benutzen wäre, aber das ist sicher zu viel verlangt.

  7. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @Eric: Da sprichst Du natürlich wahre Worte. Ich werde mal sehen, was sich machen lässt :-)

  8. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @Maik: Ich glaube, da werde ich ab 2010 einfach zum Piratensender, wenn sich bis dahin nichts tut. Aber wahrscheinlich sind wir bis dahin eh alle mit fliegenden Autos unterwegs und nehmen Essen aus Tuben zu uns.

  9. macx am 30. Juni 2008 #

    Schöner Artikel und tolles Beispiel. Ich würde als Markup-Gnadenlos-Mäkelfritze aber noch einen Schritt weiter gehen und im Markup einzig ein DIV mit einem Link zum Download platzieren. Die Einbettung mittels SWFobject 2.0 mache ich dann mit jQuery. So brauche ich kein Inline-Javascript.
    Beispiele (noch nicht ganz hübsch) bei chronico.de (beim Audioplayer / nicht den generierten Quelltext ansehen, da dieser ja modifiziert wurde durch JS).

  10. Micha am 30. Juni 2008 #

    Ein weiterer Punkt, der nicht wirklich Lust darauf macht, selbst Videos zu hosten, ist der verursachte Traffic. Mein Themevideo ist 33MB groß und wurde in einem Monat 680x angeschaut. Das sind 22 Gig und mein Blog hat mit Sicherheit nicht annähernd so viele Besucher wie Gerrit. Das sllte man nicht außer Acht lassen, sonst wrids am Monatsende teuer.

  11. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @macx: Klar, kann man machen. Allerdings musst Du dann auch die Größe des Filmes und die URL des Vorschau-Bilds als Klasse übergeben oder so.

  12. Thomas am 30. Juni 2008 #

    Wieso Flash? Wieso H.264? Vor allem wieso JavaScript? Können Webentwickler keinen schlichten HTML-Code mehr?

    Hoffentlich kommt die breite Nutzung des video-Tags bald und der Player dazu aus dem Browser und ein freier Videocodec für den man nicht sein letztes Taschengeld für irgendwelche Lizenzen ausgeben muss.

  13. Martin am 30. Juni 2008 #

    Als NoScript -Nutzer sind mir „hart“ eingebundene Flash-Objekte übrigens lieber, da man die mit einem Klick darauf aktivieren kann, ohne erst JS für die Website erlauben und die Seite neu laden zu müssen.

  14. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @Thomas: Ja, aber das fällt in die vierte Epoche, die ich hier als Zukunft deklarieren müsste. Da über dieses Thema jedoch kein gesichertes Wissen existiert, lasse ich es lieber.

    @Martin: Also, Du hast JavaScript deaktiviert, aber benutzt trotzdem Flash. Damit fällst Du aber locker unter die 0,1 Promille-Grenze der Websurfer, wie?

  15. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @Micha: Dieses Video hat nur 1 MB, und ich habe 2,5 TB Traffic auf meiner Kiste, also keine Panik!

    Generell hast Du aber natürlich Recht: Selber hosten will gut überlegt sein, kann aber in vielen Fällen das einzig sinnvolle sein, wenn man Kontrolle und Qualität haben möchte.

  16. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @macx: Ich habe das jetzt bei mir auch mit jQuery-Unterstützung gemacht. Konvention: Vorschau-Bild hat den gleichen Dateinamen wie das Video, nur als JPG. Mal gucken? Hier

  17. SonicHedgehog am 30. Juni 2008 #

    Also das mit den 6 Formaten geht mir auch öfters auf dem Sack, aber stellt euch mal vor, alle Videos auf YouTube müsstet ihr vorm Anschauen erst runterladen!?!?

  18. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @SonicHedgehog: Was willst Du damit sagen? Ich verstehe deinen Kommentar jetzt nicht wirklich.

  19. SonicHedgehog am 30. Juni 2008 #

    Also erstens: Mir werden diese 6 Formate auf manchen Sites wirklich angezeigt, dass ist ja schrecklich, dann zu überlegen: Was nutz ich jetzt? Dauert das zu lange? . Gut, heute nicht mehr so wichtig, da es nicht verbreitet ist …

    Zweitens: Wenn es jetzt keine Flash-Videos gäbe und man müsste immer eine *.mov, *.avi, oder was auch immer runterladen. Stellt euch mit dieser Gegebenheit mal YouTube vor! Du willst ein Video anschauen: Du siehst Download-Links (eventuell noch richtiges Format wählen) => Herunterladen (und warten bis es komplett fertig ist) => Anschauen …
    Und das mit den ganzen Videos, die es ja zur Genüge gibt! Das wäre grauenhaft, nicht wahr?

    Jetzt »verstehbar«? :)

  20. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    Sicher, ich kann mir auch vorstellen, wie es wäre, wenn es keine Rolltreppen gäbe. Aber es gibt sie ja, und sie funktionieren. Ich weiß nicht, warum Du dir jetzt eine Situation vorstellst, die es nicht gab und nicht geben wird …

  21. SonicHedgehog am 30. Juni 2008 #

    Sie hätte es aber geben können! gg ;)

  22. TIM TEPAẞE am 30. Juni 2008 #

    … Microsoft bot (wie heute) keine aktuellen Player und Codecs für das MacOS an …

    Es gibt die Quicktime-Komponenten von Flip4Mac die Microsoft auch selber anbietet.

    Die Zukunft wird aber hoffentlich das <video>-Element aus HTML 5 sein – das in WebKit und Opera schon auf dem Vormarsch ist.

  23. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @TIM: Jaja, aber da musste erst eine andere Firma ankommen und den Flip4Mac auf eigene Faust bauen. Dass Microsoft das Projekt inzwischen offiziell unterstützt, ist zwar löblich, aber eigentlich hätte es sowas von Anfang an geben müssen – von Microsoft selber und kostenlos.

  24. ajo am 30. Juni 2008 #

    Was ist das eigentlich für eine unheilige Allianz von Flash-Videos und JavaScript? Wieso gehört das eigentlich immer zusammen? Ich finde es immer sehr überflüssig, wenn ich ohne JS unterwegs bin und es dann z.B. auf Youtube plötzlich wieder anstellen muss. Hier jetzt wieder: Anstatt, dass alles schön klassisch HTMLig eingebunden wird, kommt schon wieder JS mit ins Spiel, obwohl das für die Aufgabe Flash-Vid-Abspielen wirklich nicht notwendig ist. Oder doch?

  25. Gerrit van Aaken am 30. Juni 2008 #

    @ajo: Das Problem liegt darin, dass auf verschiedenen Browsern Flash auf andere Weise eingebunden werden muss: Der Explorer benötigt das embed-Element, die meisten anderen benötigen das object-Element. Ohne Javascript müsste ich doppelt moppeln und außerdem das nicht-valide embed-Element in mein HTML schreiben. Mit der SWFObject-Lösung kann ich meinen Code clean halten und gleichzeitig die volle Kompatibilität erreichen. Ausführlicher Artikel dazu bei A List Apart.

  26. Stefan am 1. Juli 2008 #

    In der Lizenzproblematig sehe ich das groesste Problem von h.264 und bewegten Bildern allgemein.

    Die Moeglichkeiten sind gewaltig, man sehe sich nur mal Videos an, die 2pass-codiert bei einer Datenrate von 500 kbit/s fast schon HD-Qualitaet zeigen0, etc.pp. Andererseits habe ich beispielsweise momentan das Problem, dass wir in vier Wochen eine Rede live uebertragen moechten (wofuer natuerlich nur Flash-Video in Frage kommt), bei dem wir nun die Wahl zwischen lausiger Qualitaet, hohen Bandbreiten oder 10kEUR Lizenzgebuehren fuer einen Videokompressor haben.

    (Nein, »kostenlose« Dienste fallen wegen der ausdruecklichen Vorgabe der Werbefreiheit leider aus)

    [0]

  27. Stefan am 1. Juli 2008 #

    Nachtrag: Selbst mein altes 14.4er-Modem war nie briefmarkengross ;D

  28. DerJo am 1. Juli 2008 #

    @stefan:
    Gerrit hat einmal über seinen Vortrag beim Medien Meeting Mannheim berichtet. Die ganze Veranstaltung wurde live übertragen.
    Wir haben auf einem Webserver den Darwin Streaming Server installiert (die kostenlose Variante des Quicktime Streaming Servers (Ich glaube auch OpenSource)).
    Ein Macbook Pro und eine Kamera waren an der Veranstaltung aufgebaut. Das Macbook Pro hat per UMTS (HSUPA) den H.264 codierten Stream zum Server übertragen. Die Qualität war natürlich wegen der Übertragungsart (haben es auf 500×350px und max. 1000kbit/s eingestellt) begrenzt (und brach hin und wieder ab (liegt wohl an einer Datenbegrenzung bei UMTS-Übertragungen)), aber wir waren trotzdem begeistert.
    Vielleicht ist das eine Alternative gegenüber Flash?
    (Oder vielleicht mal ustream.tv testen.)
    Teile auch gerne mein Wissen :)

  29. Stefan am 1. Juli 2008 #

    DerJo: Merci fuer den Hinweis — Darwin haben wir uns damals auch angesehen, uns aber (aus irgendeinem Grund, den ich vergessen habe) dagegen entschieden. IIRC konnte das nicht so einfach ueber Browserplugin geloest werden, muss nochmal nachsehen. Ich werde mir das aber trotzdem nochmal genauer ansehen — bis eben war mir nicht bewusst, dass Darwin auch auch Nicht-Aepfeln laufen kann.

    Externe Streaminganbieter kommen wie gesagt nicht in Frage. Das schoenste waere eigentlich, wenn man unserem Red5 irgendwie serverseitige gute Kompression beibringen koennte. An der Einspeisstelle spielt die Bandbreite keine Rolle, da stehen 10 MBit ueber eine Richtfunk-Industrieloesung zur Verfuegung ;)

  30. DerJo am 1. Juli 2008 #

    @Stefan:
    Darwin haben wir auf nem Debian4.0 Minimal installiert und ihm ne eigene IP zugewießen (damit wir auch über Port 80 streamen können). Als Browserplugin muss halt Quicktime installiert werden. Naja, ich leide an der Applelepsie, deswegen muss ich jedem Quicktime aufzwingen :D.
    Noch schöner ist es allerdings, wenn Du einen richtigen Leopard Server hast, denn der Quicktime Streaming Server kann auch das rts-Protokoll in http tunneln. Dann kann sogar Kollege iPhone den LiveStream anschauen.
    (Ich hoffe da kommt bald ein Firmware-Update für das iPhone raus, damit es endlich mal rtsp versteht)

  31. Stefan am 1. Juli 2008 #

    DerJo: Stimmt, Quicktime war das »Problem«. Wir hatten uns ausdruecklich fuer Flash entschieden, weil — wie Gerrit richtig schreibt — allein Flash eine ausreichend hohe Durchdringungsrate hat, um das einer breiten Masse zugaenglich zu machen. Leider ist alt nicht jeder so webaffin wie der durchschnittliche Zuschauer des Medienmeetings ;)

  32. DerJo am 1. Juli 2008 #

    @Stefan: Nachtrag:
    Darwin lässt sich sicherlich auch auf Red5 installieren.
    Aber für den Server brauchst Du theoretisch keine Kompression, der muss ja nur verteilen können (btw. Darwin beherrscht auch Relay-Thematik). Selbst Notebooks schaffen es das Video-Signal on-the-fly zu komprimieren.

  33. DerJo am 1. Juli 2008 #

    @Gerrit: schlag mich nicht… bitte :)
    @Stefan:
    Dann vielleicht das hier: http://www.adobe.com/products/flashmediaserver/flashmediaencoder/?

    Brauchst allerdings einen Flash Media Server…

  34. Cedric am 1. Juli 2008 #

    Worüber wurden denn noch gleich die Livestreams von der re:publica gesendet? Das war doch auch ein externer Dienstleister oder? Gerrit helf Stefan und mir mal schnell…

  35. DerJo am 1. Juli 2008 #

    @Stephan:
    http://www.video-flash.de/index/neue-red5-version-unterstutzt-flash-media-encoder/
    Das könnte doch helfen.
    JW FLV Player unterstützt auch RTMP.

  36. Stefan Kaufmann am 1. Juli 2008 #

    @DerJo: Problematisch sind zwei Punkte: Einerseits »darf« der FME nur mit dem Adobe FMS verwendet werden, andererseits haben wir es seit ueber einem Jahr nicht hinbekommen, mit dem FME und Red5 Bild und Ton synchron zu bekommen. Es blieb nur der Red5-eigene Publisher, der aber natuerlich nicht auf die guten (und teuren) Codecs wie On2 VP6 etc. zurueckgreifen kann und deswegen viel Bandbreite braucht.

    Wir sitzen gerade im Buero, experimentieren und ueberlegen uns schwer, ob wir eine Adobe-FMS-Lizenz kaufen sollen — da die 1200 EUR fuer ein ehrenamtlich betriebenes Projekt aber nicht vom Himmel fallen, schau ich mir lieber vorher nochmal Darwin gaaaanz genau an…

    Wer uns noch bis gegen 2230 Uhr zusehen will: Link gibts auf Anfrage an vorname.nachname at team-ulm.de ;D

  37. Oliver am 2. Juli 2008 #

    Warum sollten Windows-User Quicktime hassen? Ich mag Quicktime. Das ist der einzige mir bekannte Player, bei dem das Platzieren der Laufmarke auf der Zeitleiste funktioniert. Inklusive Bild-für-Bild-Springen per Pfeiltasten.

    Gerade ersteres ist bei allen Flashplayern bisher noch eine einzige Katastrophe. Die springen irgendwohin, nur nicht dahin, wo man hingeklickt hat.

  38. SonicHedgehog am 2. Juli 2008 #

    @Oliver: Da muss ich dir völlig recht geben, dieses Platzieren der Marke funktioniert irgendwie nirgendwo. Keine Ahnung warum???

    (PS: (Nicht im Zusammenhang) Finde die Funktion schön, irgendwo hin zu klicken, wo noch nicht geladen worden ist, und der lädt dann ab dort weiter …)

  39. Stefan am 2. Juli 2008 #

    @Oliver: Flash ist weiter verbreitet als Quicktime, da beisst die Maus keinen Faden ab. Bei Wowza funktioniert die Positionierung wenigstens ertraeglich…

    @DerJo: Koenntest du mich mal ueber das oben stehende Namensschema per Mail kontakten? Merci ;)

  40. erlehmann am 4. Juli 2008 #

    »Manueller Trackback«: Videos einbetten – standardkonform und ohne Flash

    http://dieweltistgarnichtso.net/index.php?/archives/30-Videos-einbetten-standardkonform-und-ohne-Flash.html

  41. Paul am 4. Juli 2008 #

    Wie erstellt man denn H.264-Videos ohne Mac OS X zu besitzen?

  42. Maik am 4. Juli 2008 #

    Zum Beispiel mit mencoder/x264. In Europa ist das sogar komplett legal, da sämtliche relevanten Patente wie gesagt hier nicht gelten.

  43. Ingo am 5. Juli 2008 #

    Oberflächlich. Quasi-Standard war mpg-2 bevor der proprietäre Müll auf die Bildfläche kam. Ebenso ist MKV ein Standardcontainer für h264.

  44. Cedric am 9. Juli 2008 #

    MKV ist nicht nur »irgendein« Containerformat sondern 1. Opensource und 2. hochflexibel. Versuch doch z.B. mal bei anderen Formaten einen Framerate-Change der Videospur zu erzielen – wohlbemerkt ohne das Video re-encoden zu müssen. Das funktioniert quasi on-the-fly per Timecode-Remapping mit einer .txt-Datei und 2 Zeilen. MKV ist schon einen Blick wert, wird nur leider noch nicht ausreichend unterstützt seitens der Gerätehersteller. Darüber hinaus ist eine Verbreitung im Profi-Segment eher fraglich, schließlich gibt es ja bereits genügend Containerformate.

  45. Torsten am 9. Dezember 2009 #

    »aber sobald man die Filme öffentlich auf einer Website zur Schau stellt, sind mindestens $ 2.500,00 pro Jahr fällig.«

    So wie ich den Lizenztext verstehe, beläuft sich die Summe auf nicht mehr als 2500 USD und nicht mindestens 2500 USD.

  46. Maik am 5. April 2010 #

    Schön, dass du gemerkt hast, dass Chrome beide Formate kann. In den meisten Artikeln, die ich bisher zu der Problematik gelesen habe, wird Chrome einfach in die H.264-Ecke gepackt und Opera komplett ignoriert, um dann den Schluss ziehen zu können, Firefox würde mit Theora einen peinlichen Alleingang fahren.

    Neben VP8 sollte man für die Zukunft auch Dirac im Auge behalten, den zweiten Ogg-Videocodec. Der ist qualitativ durchaus mit H.264 vergleichbar und hat immerhin die Unterstützung der BBC, kein ganz kleiner Player im Medienmarkt.

  47. Friedrich am 5. April 2010 #

    Adobe hat ein ausgezeichnetes PDF zum Thema Flashvideo (H.264) herausgebracht.
    Link: http://www.adobe.com/devnet/flashmediaserver/articles/h264_primer/h264_primer.pdf

  48. Fritz am 5. April 2010 #

    Erstaunlich, wie einfach es mit html5media.min.js wurde, ein fallback bereitzustellen.
    Beobachtungen: – Bein erstmaligen Aufruf erscheint im FlowPlayer anstelle des Play-Buttons (Dreieck) der Pause-Button. Ein Bug im js? – Im Opera 10.50 / WinXP startet das Video überhaupt nicht. – Es MUSS anscheinend wirklich HandBrake sein.

  49. PG am 12. April 2010 #

    Was die Hardwarebeschleunigung für Video angeht:
    Für Video gibt es keine Beschleuniger, die komplett eine komplette Hardwarelösung darstellen, wie das z.B. für MP3 Audio der Fall war, die Komplexität ist einfach zu groß.
    Stattdessen wird bei mobilen Geräten auf den Chip, der die CPU, Videofunktion und den ganzen anderen Kram beinhaltet, noch eine Art DSP gepackt, der mit eigener Software zum Video Codec Chip wird.

    Das heißt: Wenn Theora auf dem Markt groß wird, wäre es ein leichtes für die Hersteller, die Software um Theora-Funktionen zu ergänzen – als Update.
    Wahrscheinlicher ist allerdings, dass das einfach als Feature der nächsten Chipgeneration verkauft wird, dafür sind die Lebenszyklen einfach nicht lang genug, als das da nach dem ersten verkauften Chip noch irgendwas dran gemacht wird (außer peinliche Fehler beheben).

    Was »U-Boot Patente« angeht, diese gibt es nicht mehr: U-Boot Patente waren Patente, die eingereicht wurde und deren Prüfung solange durch triviale Änderungen verzögert wurden, bis der Markt für das Patent bereits da war.
    Damit war die Gültigkeit maximiert (diese galt/gilt ab Bestätigungsdatum durch das Patentamt, nicht ab Einreichdatum).
    Dieser Praxis wurde vor Jahren ein Riegel vorgeschoben.

    Was es noch gibt, sind Patente von dritten, die halt zufällig verletzt werden. Die können Theora treffen, aber ebenso auch MPEG Codecs.
    Wer schonmal seinen Cebit-Stand mit MP3-fähigen Geräten vom Zoll hat abräumen lassen, weil Sisvel (kein Teilnehmer der betreffenden Patentpools) keine Lizenzen gesehen hat (obwohl bei MPEG/Thomson lizensiert wurde), weiß, wie das läuft.
    Und es ist illusorisch zu erwarten, dass MPEG-LA (oder andere Patentpools) einen gegen Forderungen Dritter verteidigen werden.

    Sowohl die MPEG4-Familie (inkl. h.264), als auch Theora (mit VP3 als Vorgänger und VP6 – siehe Flash und Youtube – als »Cousin«) sind lange genug auf dem Markt, mit ausreichend großen Playern, dass man davon ausgehen kann, das ein möglicher Dritter schon ein- und Geld abgegriffen hätte, wenn was zu holen gewesen wäre.

    Was Mozillas Weigerung zur Lizensierung angeht, ist es recht einfach: Jeder darf die Software weiterverwenden und -entwickeln, unter den Bedingungen von GPL, LGPL oder MPL.
    Das passt mit Patentlizenzen einfach nicht zusammen, zumindest die GPL müsste aus dem Mix herausfallen. Und das alles nur wegen einer (noch) verzichtbaren, und ideologisch ungewollten Codecentscheidung?

    Und die Codeclizenzen zu Endbenutzersoftware decken die Verbreitung üblicherweise nicht ab. Selbst die Lizenz für den Encoder in »Final Cut Pro« (dessen Name ja die Eignung für professionelles, also gewerbliches Handeln suggeriert) verbietet die kommerzielle Verwertung der Ergebnisse des Codecs – wobei Streaming ja noch einmal eine separate Kategorie ist und von vornherein nicht erfasst ist, kommerziell oder nicht.

  50. Matthias am 15. Mai 2010 #

    Bezüglich der Hardware-Unterstützung von Theora möchte ich auf die Liste von Hardware und die Liste von Theora Decodern/TheoraDecoders im Xiph.org Wiki und die von Google finanzierte Theora-Implementierung für die ARM-Architektur hinweisen. Sicherlich ist selbst eine DSP-Implementierung wie Leonara oder die Theora-Implementierung auf einem FPGA nicht so stromsparend wie dedizierter Chip oder IP-Core auf einem SoC, jedoch gibt es mehr Einsparpotenzial als das Decoding von Web-Videos auf einem Smartphone oder Smartbook. Sofern sich dann Theora verbreitet wird, werden neuere Modelle dann auch entsprechende bessere Hardware-Unterstützung haben.

    Ich denke deshalb, selbst nach heutigem Stand der Technik kann man Theora auch auf Smartphones und Smartbooks abspielen (Ausnahme sind vielleicht Videos mit einer Auflösung von 1080i oder höher). Die Zukunft kann diesbezüglich nur besser werden. Als H.264 sich für YouTube etabliert hat, haben diese Geräte ja auch keine große Rolle gespielt.

    Wenn man sich einmal die aktuellen Vereinbarungen der Hersteller ansieht, stößt man häufig auf folgendes:

    Additional use licenses and fees are required for use of information encoded in compliance with the MPEG-4 Visual Standard other than the personal and non-commercial use of a consumer (i) in connection with information which has been encoded in compliance with the MPEG-4 Visual Standard by a consumer engaged in a personal and non-commercial activity, and/or (ii) in connection with MPEG-4 encoded video under license from a video provider. Additional information including that relating to promotional,internal and commercial uses and licensing may be obtained from MPEG LA, LLC. See http://www.mpegla.com.

    (Siehe auch Why Our Civilization’s Video Art and Culture is Threatened by the MPEG-LA)

    Selbst wenn man also ein proprietäres Produkt, wie eine Kamera oder ein Schnittprogramm kauft, kann man dieses noch nicht einmal für jeden Zweck nutzen, obwohl man ja eigentlich glaubt dafür bezahlt zu haben.

    Das führt dazu, dass eben nur die Firmen, die das Geld haben, zusätzliche Lizenzgebühren an die MPEG LA zu zahlen, in Zukunft Videos im Internet veröffentlichen dürfen. Man mag zwar anzweifeln, ob die MPEG LA in der Lage ist, ihre Forderungen gegenüber den vielen Menschen, die Videos veröffentlichen, durchzusetzen, aber die Gefahr besteht.

    Für freie Software ist das natürlich noch schwieriger, denn hier kann man keine allgemeine Lizenz bekommen, da Freie Software ja auch frei verbreitet werden kann und die Lizenzbestimmungen der MPEG LA immer von der Anzahl der Installationen ausgeht, die man ja dann nicht einmal messen könnte. Selbst wenn Mozilla wollte, könnten sie also H.264 nicht lizensieren, egal wie viel Geld sie dafür ausgeben wollten.

    Das bedeutet dann aber auch, dass die Anwender dieser Freien Software selbstverantwortlich sind und sich auch selbst für die Anzahl ihrer Installationen Lizenz bei der MPEG LA holen müssten. So müsstest Du Dir auch für deine Handbrake Installation, die ja ffmpeg benutzt, um H.264 zu decodieren und zu encodieren, eine eigene Lizenz holen.

    Das ist natürlich völlig unmöglich, da das ein großer Aufwand für die Anwender und MPEG LA selber wäre. Man kann also H.264 (und andere von der MPEG LA lizensierte Technologien) nicht legal in Freier Software implementieren.

    Damit wird man 50% (die Zahlen varieren je nach Quelle, aber wenigstens für Deutschland wird die Zahl öfter genannt) der Besucher, die Firefox benutzen, kein HTML 5 Video zeigen können, nur weil man H.264 einsetzt.

    Die Gefahr der genannten U-Boot Patente halte ich auch für übertrieben. Wahrscheinlich ist von der MPEG LA verbreiteter FUD, denn in fast einem Jahrzehnt hat sich ja niemand gemeldet, der die Xiph Foundation verklagen wollte. Die MPEG LA soll auch behauptet haben, man könne keinen Videocodec mehr bauen ohne ihre Patente zu verletzen.

    Was es eigentlich braucht sind Quellen mit vielen Inhalten, die dadurch, dass sie viele Inhalte nur mit Theora bereitstellen, einen wichtigen Einfluss auf den Markt haben und diesen, so wie es einst YouTube mit Flash getan hat, helfen mit umzukrempeln.

  51. Anselm Hannemann am 26. August 2010 #

    Zwar hat das MPEG-LA-Konsortium vor einigen Wochen die Schonfrist verlängert (Das Anbieten von kostenlosen Videos ist bis Ende 2016 frei von Lizenzkosten), doch eine gewisse Unsicherheit bleibt – vor allem für Betreiber von großen Videoportalen

    Ich bitte dies zu korrigieren, nachdem die MPEG LA heute bekanntgegeben hat, dass der Codec auch nach 2016 bis zu seinem Lebensende frei bleiben wird: http://www.businesswire.com/news/home/20100825006629/en

  52. Gerrit am 27. August 2010 #

    Schon geschehen! Hätte ich heute eh gemacht!

  53. Anselm Hannemann am 27. August 2010 #

    Super, nur hat der Flashplayer für den Mac inzwischen schon längst ebenfalls Hardwarebeschleunigung und ist daher auch sehr viel ressourcenschonender geworden, sodass dies mittlerweile kein Nachteil mehr ist.

  54. Gerrit am 27. August 2010 #

    @Anselm: seit 10. August ist bei dir also »längst«? Und die Hardwarebeschleunigung beschränkt sich auf bestimmte Grafikkarten und HD-Videos. Also noch eine relativ rudimentäre Sache aus meiner Sicht.

  55. Anselm Hannemann am 27. August 2010 #

    Gut, im Gala Prerelease schon »längst«, aber immerhin. Ich wollte damit eigentlich nur auf den aktuellsten Stand hinweisen, denn wenn schon aktuell dann auch ganz oder nicht?
    Klar, man braucht dazu OS X 10.6.4 und einen aktuellen Rechner von Apple, aber es hält sich ja in Grenzen bei den inkompatiblen Produkten.
    Du solltest es zumindest vermerken im Artikel, der Vollständigkeit halber.

    Viele Grüße, Anselm

  56. Werner am 5. Dezember 2010 #

    Guten Tag,
    mal eine Video-Frage eines »Endverbrauchers«.
    Ich info-surfe wegen Drosselung meiner UMTS-»Flat»rate gerade mit abgeschaltetem Javascript und Bilderanzeige und stieß auf folgender Seite: http://www.berlin.de/tourismus/spreewaldtherme/ auf ein Werbevideo, daß sich schleppend trotzdem abspielt.
    Welcher Trick steckt dahinter? Aus dem Seitenquelltext werde ich nicht schlau, anscheinend spielt ein eingebetteter jw flv-player version 3.15 das Video via flash ab, ich dachte flash ist ohne Javascript immer automatisch deaktiviert?
    Hat das vielleicht etwas mit Videodirektabspielen via html
    5 und Theora-Codec zu tun? Ähnliches habe ich gestern auf tumblr-blogs erlebt, wo trotz abgeschaltetem Javascript Hintergrundmusik einsetzte…
    (Mein System W. Vista, Firefox 3.6, aktueller adobe flash-player installiert)
    Gruß, Werner

  57. Sven Dietrich am 22. Juli 2011 #

    Der Link zu html5media ist kaputt. Das liegt jetzt bei github.
    https://github.com/etianen/html5media

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