CI und CD – eine Klärung

18. Februar 2005 von Gerrit van Aaken

Sehr häufig bekomme ich von verschiedensten Menschen zu hören, dass sie jetzt endlich eine komplett neue CI haben. Oder dass nun die Optik der Website endlich der CI entspricht. Oder das ich mir doch mal Gedanken über eine frische CI machen soll.

Was diese Leute mit CI meinen: Corporate Identity.
Was diese Leute meistens jedoch tatsächlich meinen: Corporate Design, abgekürzt CD.

Leider werden die beiden Ausdrücke von vielen Leuten synonym verwendet, was aber nicht richtig ist.

Die Corporate Identity beschreibt sämtliche Festlegungen, Annahmen und Maßnahmen, die die Identität eines Unternehmens prägen sollen. Dazu gehören Firmenkultur, Personalpolitik, soziales Engagement, Umweltproblematik und auch das Corporate Design. Letzteres ist jedoch eben nur einer der vielen Aspekte in der Corporate Identity.

Nehmen wir das Beispiel Google. Dass es den Mitarbeitern bei Google ziemlich gut geht, ist bekannt. Ein großartiger Firmencampus, gutes Essen, Sportmöglichkeiten, flache Hierarchien, Transparenz, Spaß bei der Arbeit, innovative Grundhaltung usw. Das ist die Corporate Identity von Google. Das lustige bunte Logo mit netten Zusätzen zu Feiertagen ist dann ein Teil des entsprechenden Corporate Designs.

Was mich betrifft: Ich kann ein Unternehmen lediglich beim Corporate Design unterstützen. Für eine Corporate Identity sollte eine Firmenleitung entweder tief in sich gehen oder einen richtigen Unternehmensberater engagieren. Natürlich gab und gibt es Gestalter, die auch als Unternehmenberater tätig sind. Doch dazu sollte ich erst einmal ein bisschen mehr Erfahrung sammeln, nicht wahr?

12 Kommentare

  1. The Exit am 18. Februar 2005 #

    Danke Gerrit, dass du uns wieder mal mit der Nase drauf stösst. Aber wo du ja berühmt wirst, darfst du das.
  2. Nicole am 18. Februar 2005 #

    Nun … mehr Erfahrung als Du haben da einige auch nicht. Denn Erfahrung bedeutet ja auch, aus Fehlern und der Vergangenheit an sich lernen :)
  3. Markus am 18. Februar 2005 #

    Wenn du Namen und Adressen der Kritiker offenlegst, bin ich gern bereit den Schlägertrupp in Marsch zu setzen. :P

    Einfach so berühmte Leute zurechtweisen, soweit kommt‹s noch. (hust)

    Scherz beiseite, man erlebt leider heutzutage viel zu oft die Verwechslung von CI und CD, teilweise auch bei nicht gerade kleinen Firmen. Beispielsweise die Firma in der ich mein Praktikum gemacht hab – dort hat man auch komplette CI-Pakete verkauft, obwohl die teilweise nicht mal den CD-Bereich abgedeckt haben.

    Aber vielleicht lernen ja auch solche irgendwann mal dazu – hoffentlich. Oder sie werden mal von einem freundlichen Kunden zurechtgewiesen.
  4. somi am 18. Februar 2005 #

    Guuuudes Ding.
    Diese Verwechslung nervt mich auch ständig.
  5. Holger am 18. Februar 2005 #

    Erinnert mich an unseren geheimen (fast) Geheim-Auftrag vom letzten Jahr.
  6. Nico am 19. Februar 2005 #

    Da ruft also eine grosse namhafte Firma bei Dir an und fragt ob Du mal für einige 10.000 Euronen ihre CI ein wenig aufpolieren kannst und Du antwortest: »Nein, das tut mir leid, ich könnte allenfalls ihr CD verbessern, suchen Sie sich einen Unternehmensberater« ;)
  7. Markus am 19. Februar 2005 #

    Off-Topic:
    Was läuft mit deinem CSS bei Kommentaren inkl. Gravatar falsch? Oder ist da dieser Extra-Whitespace Absicht?
  8. Markus am 19. Februar 2005 #

    Der, der komischer Weise nach meinem vorherigen Post wieder weg war. versteck
  9. helge krausler am 23. Februar 2005 #

    erst wollte ich ja schon zum meckern kommen, wegen des oberlehrerhaften comment´s auf spreeblick aber das ist echt gut und anschaulich erklärt. naochmal glück gehabt.
  10. Robert Paulmann am 2. März 2005 #

    was die nervige verwechslung der beiden begriffe angeht, hast du vollkommen recht.

    aber jeder designer, der mit corporate design projekten zu tun hat, muss sich auch mit den anderen bereichen der corporate identity beschäftigen. corporate design findet ja nicht im luftleeren raum statt, sondern in enger abstimmung mit den anderen bereichen (»Firmenkultur, Personalpolitik, soziales Engagement, Umweltproblematik«)

    als designer musst du auch z.b. einigermassen über druckverfahren bescheid wissen – ohne gleich selbst drucken zu können…
  11. Conny Lo am 7. Januar 2006 #

    Ist doch nett, wenn ein Kunde sich bemüht, Dir auf deinem Fachgebiet entgegen zu kommen und ein Fachwort benutzt, damit Du weisst, um was es geht. Natürlich meint er nicht CI, obwohl er es sagt. Aber alles, was ihm bei der Auftragsvergabe motivierte und in den Sinn kommt, nämlich das Untergebiet CD. Insgeheim wird vom Kunden auch Auswirkung auf seine Firmen-CI vermutet!

    Die Aufgabe des Gestalters ist, nicht nur an dieser Stelle, das Gewollte und Machbare heraus zu finden und in kommunikativer Weise zu übersetzen. In welches Medium auch immer. Wenn Überschneidungsbereiche von CD und CI entstehen, dann sollte man gerne auf Unternehmensberatung hinwirken. Und mit dieser einvernehmlich zusammen arbeiten, was sonst.
  12. Thomas Kaleta am 28. Mai 2009 #

    Also was ich witzig finde ist ja: »Ich kann ein Unternehmen lediglich beim Corporate Design unterstützen. Für eine Corporate Identity sollte eine Firmenleitung entweder tief in sich gehen oder einen richtigen Unternehmensberater engagieren.« Da ist es wieder – wie du ja schon selber geschrieben hast, ist das Corporate Design Bestandteil der Corporate Identity, hört sich aber hier so an als wären es zwei verschiedene Dinge (Ist natürlich klar wie es gemeint ist, zeigt aber denke ich auch auf dass selbst bei Professionals die Wortwahl etwas ungünstig ausfallen kann, wie soll es dann erst einem Kunden gehen der eig. nur was von seinem Kerngeschäft versteht?). Im Prinzip stimme ich aber der These das CI und CD oft synonym verwendet werden unbedingt und auf jeden Fall zu, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Konsequenz daraus sein sollte »Sorry – mach nur CD«. Ich denke da ganz ähnlich wir Herr Paulmann – wenn du dich daran machst ein neues CD zu entwickeln oder ein bestehendes zu überarbeiten, musst du dich ja zwangsläufig mit der CC und CB des Unternehmens beschäftigen, damit alle drei im Idealfall deckungsgleich sind – da sonst Unglaubwürdigkeit droht. Nach meiner Erfharung ist es so dass du i.d.R. tatsächlich einen Unternehmensberater oder Kommunikationsexperten hast, der den Part der strategischen Ausrichtung des Kunden/Unternehmens übernimmt man aber sehr eng mit ihm zusammenarbeit und es dort zwangsläufig »Überschneidungen« gibt, sprich man als Designer (»CD Entwickler«) auch sicherlich Einfluss darauf nimmt wie das CC und CB neugestaltet wird.

    Just my 2 cents :)

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