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16 Fragen zur Kulturflatrate

24. Juli 2009

Ich bin schockiert, dass diese Frage bisher gar nicht geklärt (oder zumindest nicht ausreichend deutlich kommuniziert) wurde:

Wie soll verhindert werden, dass es zu Verteilungsungerechtigkeiten kommt, z.B. solche Urheber und Verwerter benachteiligt werden, die mit hohem Zeit- und Kostenaufwand qualitativ besonders hochwertige Werke schaffen? Sollen diese – so, wie sie in der physischen Welt einen höheren Verkaufspreis verlangen können – mehr Geld aus den Einnahmen erhalten als Urheber von Werken, die mit geringerem Aufwand / mit geringerem Anspruch erstellt werden? Wenn ja: Wer definiert, was qualitativ hochwertig und was „Mainstream“ ist? Wenn nein: Welche alternativen Anreize soll es für die Schaffung hochwertiger Werke geben und wer soll deren Finanzierung sicherstellen?

Mehr in den Wunden liegende Finger gibt es beim Börsenblatt

7 Kommentare

  1. Dentaku am 24. Juli 2009 #

    Oh, bis das mal der letzte noch zu klärende Punkt sein wird, da muss vorher aber noch über viele andere Dinge gesprochen werden.

  2. Thomas Hühn am 24. Juli 2009 #

    Die Frage hat sich eigentlich schon jedem gestellt, der mehr als zwei Minuten über die Kulturflatrate nachgedacht hat.

    Deswegen war ich auch enttäuscht, als Lawrence Lessig neulich in einem Interview die Kulturflatrate als sinnvolle Möglichkeit pries. Ohne solche Fragen zu thematisieren.

    Normalerweise denkt der Mann Dinge nämlich erst zuende, bevor er sich öffentlich äußert.

    Das wird noch ganz spannend werden. Vielleicht findet sich ja ein Weg.

  3. Martin am 24. Juli 2009 #

    Kulturflatrate klingt natürlich erstmal gut – denkt man allerdings darüber nach, wird man merken, daß sie nicht funktionieren kann. Genau wie der Kommunismus und das Schlaraffenland.

  4. Jörg L. am 24. Juli 2009 #

    Ich will die auch nicht. Das liefe nur darauf hinaus, dass eine Gruppe selbsternannter Künstlerfunktionäre eine Art Besteuerungsrecht bekäme, und hernach keinerlei Rücksicht mehr auf die Wünsche und Vorlieben des zahlenden Pöbels nimmt, der in deren Augen ja von Kunst und Kultur sowieso keine Ahnung hat.

    Man spielt dann gern Theater vor leeren Rängen, macht Musik, die keiner hört, malt Bilder, die in dunklen Magazinen landen usw. GEZahlt wird ja trotzdem. Nee, das gibt keine kulturelle Bereicherung unseres Landes.

  5. Jörg L. am 24. Juli 2009 #

    Ach Moment, ich sehe gerade, dass sich die Flatrate in Wirklichkeit nur auf das Internet und Downloads bezieht? Und dann noch 50 Euro pro Monat im Gespräch sind? Für etwas, das ich so gut wie gar nicht mache???

    Au weia.

  6. Oliver Gassner am 25. Juli 2009 #

    Nun, es gibt ja schon solche Verteilungssysteme wie (buuh) GEMA und (weniger gescholten) VG Wort, VG Bild etc.

    Bei VG word und Bild, wo ich passagenweise mal berechtigt war, ist die Philosophie:

    Wir messen lieber SEHR grob und verteilen dafür mehr des eigenehenden Geldes, anstatt sehr (teuer) genau zu messen und das Geld fürs Messen auszugeben, statt für die Berechtigten.

    beispiel:

    Bei VG Wort gibt man z.B. an in welchen Tageszeitungen (in welcher Auflage in welchem Zeitungsteil, da die verschiedfene Aufgaben haben, Also: Lokal Stuttgart oder Lokal Vaihingen/Enz) man wieviele Zeilen geliefert bzw gedruckt bekommen hat.

    Bei Büchern ist das System ähnlich simpel.

    Dei VG Wort z.B. wird dabei u.a. von den berufsverbänden (Schriftstellerverband, Journalistenverbände »kontrolliert« – daher »VG = verwertungsgemeinschaft«).
    Ganz ohne ›Funktionäre‹ wird sowas nicht gehen.

    ABER.

    Der (monetäre) Haupteffekt von solchen Flatrates ist ja, dass sich Inhalte stärker/schneller verbreiten, dass also ›Besorgungshürden‹ fallen.
    Die Aufmeksamkeit, die so en Urhebern zukommt, ist ›sekundär‹ mnetarisierbar, d.h. es wird nicht das ›medium‹ oder die ›Kopie‹ verkauft sondern z.B. der Urheber als Moderator oder Gast auf einem Event, der Autor als Vortragender etc. (›Gute‹ Autoren mit kleinen Auflagen, berichten schon heute, dass DAS ihre EIGENTLICHE Einnamequelle sei.)

    D.h. der ›Profit‹ aus der Kulturflatrate wird sich ›automatisch‹ verteilen – nach Beliebtheit und/oder Qualität. so als Hypothese.

  7. Peter am 23. Oktober 2009 #

    Und auf der anderen Seite haben wir »Zahle, was du willst«

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